2538

global news 2538 14-11-11: Wir müssen gewaltlos mit denen abrechnen, die uns die Eurokrise und die allgemeine Schuldenwirtschaft eingebrockt haben, und einen Systembruch wagen

Hier zum Text

18 Responses to 2538

  1. rockenergy sagt:

    Ihren Ausführungen ist in allen Punkten zuzustimmen; der Euro muss dazu sterben dürfen, sein Untergang Teil des resets sein, der einen Neuanfang erzwingt inklusive der Rückkehr in ein System, dem ein Ausgleichsmechanismus immanent ist. Anders ist den klaffenden Wunden nicht beizukommen.
    caw

  2. EuroTanic sagt:

    Ich rede nicht von Schulden sondern von Guthaben. Verfolgt man die Geldfüsse gibt es nur wenige die von der Krise profitieren. Hat man die Profiteure isoliert kann man diese entmachten und neutralisieren. Dazu bedarf es mehr als ein neues System in Politik und Wirtschaft. Dazu brauchen die 7 MIlliarden Menschen vor allem ein neues Bewusstsein. Denn nicht die 1.000 superreiche Familien bestimmen die Weltpolitik, sondern die 7 Milliarden Menschen die sich dem freiwillig unterwerfen.

  3. Düsseldorfer sagt:

    Hallo Herr Jahnke!

    War es „Dummheit“?Nein,die Einführung des Euro war ein gigantischer Geldsauger in den Händen der Oberschicht.
    Ein bewußter und gut organisierter Raubzug der Vermögenden am Rest der globalen Gesellschaft.Davon bin ich überzeugt.

    Und nun wird alles getan,daß diese Saugmaschine noch bis zum
    bitteren Ende weiter brummt und saugt.

  4. Hallo Herr Dr. Jahnke,

    der Artikel von Herrn Schirrmacher wurde am Sonntag in der FAZ gelesen. Interessant ohne Frage…

    Sie titeln heute: „Wir müssen gewaltlos mit denen abrechnen…“

    Ich glaube, daß diese Aussage ein Widerspruch in sich selbst ist, soweit man ein allgemein gleiches Verständnis des Wortpaares „gewaltlos“ und „abrechnen“ im Kontext voraussetzt. Ich glaube weiterhin, daß die Geschichte nachdrücklich bewiesen hat, daß dieses ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Wenn ich die „Ferkel“ vom Futtertrog verdrängen will, geht das kaum durch ein „Bitteschön“; dazu hängen diese vielzusehr an denselben.

    Nichts für ungut…

    • globalnote sagt:

      Sie machen einen schweren Fehler, wenn Sie glauben, daß eine „Abrechnung“ nicht intellektuell stattfinden kann, sondern nur gewaltsam. Wir leben in einer Demokratie und können als Wähler immer noch entscheiden, wie die deutsche Gesellschaftspolitik aussehen soll. Ich bin entschieden gegen jede Form von Gewalt. Sie brauchen ja nur auf die derzeitige rechtsextreme Szene in Deutschland zu sehen, wo das hinführt.

      „bluesbuddy“ hat sich ihn seiner Wortwahl entschieden vergriffen; ich habe den Beitrag deshalb gelöscht (vielen Dank für den Hinweis), aber auch Ihren entsprechenden Absatz rauszensiert, da er ebenfalls auf Gewalt hinausläuft.

  5. Lionheart sagt:

    Hallo Herr Jahnke,

    danke für die klaren, richtigen Worte.
    Zumindest sollte mal ein Anfang zu Besserung
    der Situation gemacht werden und folgende Maßnahme
    sollten viel mehr Bürger unterstützen:

    http://www.vermoegensteuerjetzt.de/

  6. Gaby sagt:

    Guten Tag in die Runde,

    nicht nur, dass Dr. Jahnke eine ganz hervorragende Analyse geschrieben hat, ich gebe ihm auch in seiner Einschätzung recht, dass der Intellekt die schärfste aller Waffen ist.

    Erinnern wir uns doch nur, was sich in den letzten 100 Jahren zugunsten der westlichen Frauen an gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe alles verbessert hat. Und rufen wir uns bitte ins Gedächtnis, welch‘ gewaltige intellektuelle Schlachten die Feministinnen gegen den erbitterten Widerstand der Herrenrechtler geschlagen haben und das alles mit messerscharfem Verstand, mit spöttisch-spitzer Feder und klugen, unüberhörbaren Mäulern, die sich nicht haben stopfen lassen. Mit ihren wahren, nicht widerlegbaren Worten haben die Frauen, allen voran Hedwig Dohm (1831 – 1919), letztlich zu einem gigantischen gesellschaftsverändernden Donnerschlag ausgeholt, wie ihn nicht einmal die Französische Revolution für die Frauen hervor brachte. Und das alles ohne physische Gewalt – aber mit viel Herz und Verstand.

    Wie kümmerlich beschämend wirken dagegen die brutalen Aktionen der RAF! Und, haben sie etwas gebracht, außer Gewalt und nochmals Gewalt inkl. Notverordnungen und Beschneidungen unserer demokratischen Freiheiten? Und was ist mit dieser braunen, vor Hass stinkenden Suppe, die berserkerhaft in so manchen Herzen brodelt und sich per brutalster Gewalt unschuldige Opfer sucht, ordentlich Dampf abzulassen? Bringt das was, Menschen auf offener Straße zusammen zu treten oder zu erschießen? Nein!

    Glaubt Ihr den wirklich, Ihr könntet mit der Brechstange gegen den Staat, den Leviathan kämpfen? Haha, da lacht das Ungeheuer und verschlingt Euch mit Haut und Haar! Wir müssen die staatlichen Institutionen mit Klugheit und mutiger Nachhaltigkeit dazu bringen, dass sich die verkrusteten Strukturen vor sich selbst schämen und unserer Politikerkaste müssen wir per Wahlentscheid ihre Legitimation entziehen. Dann ändert sich auch was! Die FDP, aber auch die NPD sind doch die besten Beispiele dafür, dass Parteien, die die Mehrheit der Deutschen nicht will, chancenlos in ihren Windeln liegen und nicht auf die Füße kommen. Solche Aktionen wie „Vermögenssteuer jetzt“ sind der richtige Weg, aber auch die hervorragende Aufklärungsarbeit, die Dr. Jahnke Tag für Tag leistet und viele, viele andere Aktionen, die gewaltlos in dieselbe Richtung weisen: Wir wollen die Soziale Marktwirtschaft zurück!

    Mit vielen Grüßen

    Gaby

  7. Heiner sagt:

    Zum Thema:

    MfG
    In der ersten Sequenz ist ein junger Mann mit schwarzen Haaren zu sehen, der wahrscheinlich von alledem gesagten nichts versteht.(Denk ich so)

    • Karl sagt:

      Ein Kunde sucht eine Unterkunft und betritt ein Hotel. Der Hotelier zum Kunden:“ Wir haben derzeit alle Zimmer frei. Ich gebe Ihnen für ein Pfand in Höhe von 100 Euro alle Zimmerschlüssel meines Hotels. Sie können sich dann in aller Ruhe ein genehmes Hotelzimmer aussuchen.“ Der Kunde zahlt die 100 Euro an den Hotelier und begibt sich auf Zimmervisite.

      So denkt sich der Hotelier in dieser Zeit: “Mit diesen 100 Euro bezahle ich jetzt meine Schulden für das vorzügliche Wild an den Fleischer um die Ecke.“ So gedacht, so getan.

      Der Fleischer wiederum denkt sich: „ Mit diesen 100 Euro bezahle ich jetzt meine Schulden für das vorzügliche Frühstücksbuffet an den Konditor um die Ecke.“ So gedacht, so getan.

      Der Konditor wiederum denkt sich: „Mit diesen 100 Euro gehe ich jetzt zum Hotelier um die Ecke und bezahle die Schulden für die Übernachtungen meiner Geschäftskunden.“ So gedacht, so getan.

      Der Hotelier freut sich über diese 100 Euro denn gerade kommt sein Kunde von seiner Zimmervisite zurück der ein genehmes Zimmer für sich gefunden hat. Seine 100 Euro erhält er gegen die Rückgabe der Zimmerschlüssel vom Hotelier zurück.

      Der Hotelier, der Fleischer und der Konditor haben mit dem Pfand eines Hotelkunden alle ihre Verbindlichkeiten bezahlt und der Hotelkunde hat ein Zimmer seiner Wahl gefunden und seine 100 Euro zurück erhalten.

    • Gaby sagt:

      Guten Tag, Heiner und Mitlesende,

      ja, Dein Eindruck stimmt!!!!

      Der Mediziner, der immer so gute Laune versprüht, seit Mai 2011 Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, darüber hinaus Bundesvorsitzender der FPD und Vizekanzler ist, guckt so erstaunt auf den Finanz-Professor, als würde er zum ersten Mal in seinem Leben hören, dass Geld etwas völlig anderes ist, als sich schöne Dinge damit kaufen zu können.

      Warum dürfen Politiker, ohne jede entsprechende Qualifikation, höchste Ämter übernehmen? Das geht mir nicht in den Kopf! Warum gibt es nicht längst das Berufsbild „Handelspolitiker“ und zwar Keynes’scher Prägung?

      Viele Grüße

      Gaby

    • globalnote sagt:

      Nun müssen wir doch einmal aufpassen, was uns hier für starker Toback verpaßt wird, von Leuten die damit hausieren gehen. Der Zinseszins wird ständig durch die Inflationsbewegung beschnitten. Solche Rechnungen machen wirklich nur Sinn, wenn man reale Zinserträge nach Inflation rechnet. Über lange Perioden war der Zins immer niedriger als die Inflation, wie auch jetzt wieder für normale (nicht spekulativ riskante) Anlagen. Ich bekomme bei einer 10-Jahres-Bundesanleihe derzeit 2,0 % Rendite (Zins+Zinseszins), doch die Inflation liegt bei 2,6 %. Bei negativem Realzins bringt auch der Zinseszins nichts, weil der immer wieder weggeschnitten wird. Das sind also Milchmädchenrechnungen solange nicht mit realen Zinsbedingungen gerechnet wird.

      Deshalb ist das Geldsystem in den letzten Jahrhunderten auch nur zusammengebrochen, wenn es Weltkriege gab, die über Kredit finanziert wurden, oder wenn wie bei der deutschen Hyperinflation der 20er Jahre die Geldpresse freien Lauf hatte. Ergebnis: Die Bedrohung des Geldsystems ist nicht Zinseszins sondern Inflation. Alles andere mit diesen phantastischen Rechnungen ist eine Verteilungsfrage, die aber in jedem System über die Steuer beherrschbar ist und von den Wählern in Demokratien beeinflußt werden kann (wenn sie sich nicht schlecht informiert in ihren Winkeln verkriechen, so daß man ihnen auch mit der besten Aufklärung nicht helfen kann).

      Merke: Herr Müller ist auf Dummenfang als Mr. Dax und verkauft gerne seine Bücher; seine Webseite ist voller Kommerz. Der arme Bundeswirtschaftsminister hätte hier eingreifen und diesen Dummenfang beenden müssen. Der eine Cent von Jesus Zeiten hätte allein durch die Inflation (und ganz ohne Znseszins) seitdem heute einen Irsinnswert. Allein zwischen 1948 und heute haben wir eine Inflation von etwa 250 %. Denn auch die Inflationsrate wächst exponenziell. Deswegen will Herr Müller, der das natürlich weiß, auch kein anderes Geldsystem, wie er offen gesagt hat, sondern nur mit dem Untergangsbild Geschäfte machen. Die Banken können durch „fiat money“ ihre Bilanzen aufblähen, sie können und müssen sie aber von Zeit zu Zeit, wie jetzt, auch wieder schrumpfen. Hier wächst kein Turm Babel in den Himmel. Das ist alles Blödsinn.

      Und die Spekulanten am Aktienmarkt verteilen nur die Chips um, über lange Zeiträume ist der Wert der Aktien fast nie real gestiegen. Dem Hoch folgt immer irgendwann ein Tief.

      Das einzige und wirklich irrsinnige Problem ist die Konzentration des Reichtums, die aber schon bei den unterschiedlichen Einkommen anfängt und durch die falschen Steuersysteme und die neoliberale Globalisierung mit dem Niedrigstlohnwettbewerb gestützt wird, und natürlich durch die Sozialisierung von Verlusten.

      Leute, laßt Euch nicht diesen Blödsinn verkaufen!

      • Gaby sagt:

        Herr Dr. Jahnke,

        meinen Sie mit diesem Dummenfang mich? Wenn ja, warum? Seien Sie ganz offen zu mir. Wir können über alles reden, auch virtuell.

        Danke für Einvernehmen,

        Gaby

      • globalnote sagt:

        Ich habe doch deutlich gesagt, daß ich Herrn Müller alias Mr. Dax meine. An Sie habe ich wirklich nicht gedacht. Warum auch? Sie können doch höchstens ein Opfer solchen Dummenfangs sein, der auf dem Netz an vielen Stellen versucht wird und vor dem ich meinerseits nach Möglichkeit bewahren möchte. Mein Text soll eine Anti-Dote sein, nicht mehr.

        Auch habe ich bewußt meinen Kommentar, an Heiners Video gehängt.

      • globalnote sagt:

        Und noch etwas: Die Schuldenlawine, die wir jetzt erleben, ist das Ergebnis hemmungslosen Leichtsinns von Regierungen in den Krisenländern, aber auch in USA und GB, die glaubten, die Geldmärkte würden in jedem Umfang Schulden finanzieren können. Es ist weiter der Leichtsinn der Konsumenten und Häuslebauer und Immobilienunternehmer in USA, GB, Irland, Spanien und einigen anderen Ländern, nicht aber in Deutschland. Der Fehler in Deutschland war, die Wiedervereinigung über die Kapitalmärkte statt über die Steuer zu finanzieren. Diese Schuldenlawine hätte nie passieren dürfen, und ist dann noch in zeiten positiven Realzinses durch Zinseszins verstärkt worden. Man darf diesen Leichtsinn nicht mit Zinseszins durcheinanderwerfen, wie Müller das tut.

      • -N sagt:

        Hallo Herr Dr. Jahnke,

        ich bin nicht ganz mit Ihnen einverstanden (die Inflation ist tatsaechlich das groesste Problem, aber sie ist an den Zinseszins gekoppelt). Das exponentielle Problem ergibt sich leider trotzdem, wenn auch leicht abgeschwaecht (durch die Inflation) und zwar aus folgendem einfachen Grunde:

        Es wuerde niemand Geld verleihen, wenn der Realzins negativ waere.

        Beweis: Reiche werden immer reicher.

        Auch der Inflationsbegriff ist irrefuehrend. Wenn man die gesamten Guthaben (oder gesamten Schulden je nach gusto) durch alle verfuegbaren Rohstoffe, Gueter, Dienstleistungen und Immobilien teilen wuerde, dann wuerde man sehr wohl sehen, dass, wenn all dieses Geld wirklich im System fliessen wuerde, all diese Dinge schneller teurer wuerden als die Inflation dies erwarten liesse. Und zwar einfach deshalb, weil ein immer groesserer Teil dieser Vermoegen/Schulden nicht mehr nachfragewirksam ist (nur der nachfragewirksame Teil verursacht die Inflation).

        Man kann diesen nichtnachfragewirksamen Teil der Schulden/Guthaben nicht einfach vernachlaessigen. Er ist da, wird immer groesser und koennte jederzeit nachfragewirksam werden (mit entsprechendem Anstieg der Inflation). Auch gibt es nicht einfach DEN nachfragewirksamen Teil (genausowenig wie es DIE Inflation gibt). Bei bestimmten Sachen, wie z.B. Grundbesitz, ist der nachfragewirksame Teil groesser als z.B. bei Nahrungsmitteln. Ganz einfach, weil reiche Leute es als sinnvoller erachten Ihr Vermoegen in Grundbesitz als in 1 000 000 Chips-Tueten anzulegen.

        Interessante Frage: ist Grundbesitz im Warenkorb bei der Inflationsbestimmung? (z.B. 1/80 000 000 der Oberflaeche von Deutschland?)

        Ich stimme Ihnen allerdings zu, dass man all diesen Sachen entgegenwirken kann. Das Problem ist nur, dass man _dauernd_ gegensteuern muss. Sobald man aufhoert (z.B. aus Bequemlichkeit), kommt der exponentielle Charakter wieder zum Vorschein. Leider.

        Freundliche Gruesse

        -N

      • globalnote sagt:

        Sie gehen leider gar nicht auf meine Hinweise ein. Auch die Inflation wirkt über lange Zeiträume ebenfalls exponenziell und reduziert real die Zinseffekte. Das Geldsystem ist trotz Zinseszins daher nur zu sehr seltenen Zeiten kollabiert, in der Regel nach Hyperinflation, wie in Weimar-Deutschland oder nach Kriegen. Die Inflation ist vor allem ein Ergebnis des Verteilungskampfes zwischen Arbeitgebern und Lohnabhängigen. Die originären nicht zinsbedingten Einkommensunterschiede zwischen den Eigentümern der Produktionsmittel und den Lohnabhängigen sind wegen des negativen Lohndrucks, besonders in der Phase der neoliberalen Globalisierung immer mehr auseinander gedriftet. Das allein, kombiniert mit Steuererleichterungen für Reiche und Unternehmen, erklärt schon, warum die Reichen immer reicher werden. Die reichsten Deutschen sind größtenteils nicht durch Spekulation reich geworden, sondern durch ihre sehr profitablen Unternehmen (siehe Aldi).

        Die zyklischen Krisen des Geldsystems, die wir immer wieder alle 10 bis 20 Jahre erleben, sind reine Börsenkrisen aus der Spekulation und nicht wegen Zinseszins. Sie betreffen vor allem die Spekulanten, indem die Kurse steigen und fallen. Das wird immer so bleiben und ist nicht zu ändern. Leute, die keine Aktien haben, sind weit weniger betroffen.

        Wir haben derzeit wieder eine Phase mit negativem Realzins. Und natürlich wird trotzdem Geld verliegen. Die Zentralbanken verleihen Geld zu diesem real negativen Zins. Vor allem die auf Sicherheit gehenden Anleger in Staatsanleihen, nicht zuletzt in Deutschland, verleihen Irsinnssummen zu real negativen Zinsen an den Staat.

        Das derzeitige Problem der Überschuldung von Staaten und Haushalten ist ebenfalls zyklisch und beruht auf falschen Wirtschafts- und Finanzpolitiken sowie (bei den überschuldeten Haushalten) falschen Sozialpolitiken, nichts anderes. Dieses Problem hat sich erst seit dem Ende des konkurrierenden Kommunismus in Osteuropa (Fall der Berliner Mauer) und vor allem in den letzten 10 Jahren so enorm aufgebaut. In Deutschland existiert es viel weniger als in USA oder GB, weil die Verbraucher hier Kreditkarten und Schulden meiden und eher auf den Sofort-Konsum verzichten. Es ist also kein notwendig inhärentes Problem des Geldsystems.

        Im übrigen ist der Schuldenüberhang sehr stark von der Geldpolitik der Notenbanken beeinflußt. In Zeiten niedriger Zinsen gibt es automatisch mehr Verschuldung. Doch die Notenbanken können die Liquidität in beide Richtungen steuern.

        Ein hoher Anteil des Schuldenaufbaus sind wieder vom Zins unabhängige weltwirtschaftliche Ungleichgewichte, so daß beispielsweise China und Deutschland ihren total einseitigen Export auf Kredit betreiben.

        Natürlich gibt es mehr Vermögen als Nachfrage, doch das liegt nicht an der Gesamtsumme von Vermögen/Schulden sondern wieder an der fortschreitenden, total einseitigen Vermögenskonzentration, in Deutschland ständig durch Lohn- und Rentendrosselung und Steuersenkungen bei den Reichen, wie bei der Erbschaftssteuer und der Vermögenssteuer und der nur 25 %-Kapitalertragssteuer, bedingt. Die zu Reichtum Gekommenen können eben nicht mehr verbrauchen, da sie schon Alles haben. Doch wenn der Reichtum anders verteilt würde, wäre die Lage ganz anders. Insgesamt gesehen ist das Nachfragepotenzial in der Welt immer noch wesentlich größer als Vermögen/Schulden, schon wegen der wachsenden Weltbevölkerung. Außerdem drohen Resourcenverknappungen, die die Inflation immer weiter antreiben werden.

        Es gibt kein anderes Geldsystem, das funktionieren könnte. Wir werden nicht in den Tauschhandel zurückkehren. Das Beispiel mit dem Jesuspfennig als Beweis gegen den Zins vergißt die Inflation und sagt auch sonst wenig, da es über die letzten 2011 Jahre keine kontinuierlich funktionierenden Geldmärkte gab, an denen Geld zinsträchtig hätte angelegt werden können. Das ist also reiner Gimmick.

        Also sollte man mit dem sinnlosen Klagelied über Zinseszins aufhören und für Steuergerechtigkeit kämpfen, von der die Zinseszins-Klage nur ablenkt.

      • W. Würdig sagt:

        Ein guter Kommentar, jedoch haben wir heute 2016 eine andere Situation. In der Realwirtschaft wird die Inflation verschleiert, sie findet aber statt bei Lebensmitteln, Gebühren und besonders bei den Mieten und im Immobilienmarkt.

        Wo gehen die Milliarden, die Draghi verteilt, eigentlich hin.
        Im virtuellen Finanzmarkt scheint es auch nicht so toll zu laufen, die Versicherungen werden gerade mit „stiller“ privater Autobahnfinanzierung mit garantiertem Zins durch den Staat gerettet.

        Wie macht man eigentlich eine friedliche Revolution?

        Geht das erst nach einem neuen Krieg?
        Ich fürchte,,danach können wir nicht mehr darüber nachdenken.

        Deshalb sollten wir mal darüber nachdenken, wie wir die wichtigen Dinge einfach produzieren und gerecht verteilen können und die Bedrohungen anderer Menschen und der Natur einfach nicht mehr mitmachen.

        Wir müssten zu Bürgern werden, die im Handeln selbst Verantwortung übernehmen können. Daran werden wir aber massiv behindert und von einer Angst in die nächste gejagt.

  8. Klaus sagt:

    Wenn eine Gesellschaft glaubt Ackerböden vergiften oder Tierarten ausrotten zu können und das mit einer ökonomischen Rechnung auf max 3-4 Jahre hinaus als sinnvoll belegt , so hat das nichts aber auch gar nichts mit einer Zinseszinsrechnung zu tun. (Dem aktuellen Fracking – Boom kann man ähnlichen risikoreichen Nonsens unterstellen)

    Das zugrundeliegende Geldsystem kann solchen Wahnsinn
    ökonomisch auch nur zeitweilig und mit viel Trickserei rechtfertigen.
    Fakt ist daß sich bei allgemeinem Eingeständnis solcher Fehlentscheidung auch das Finanzsystem korrigieren und entsprechende Abschreibungen auf den Kapitalstock tätigen muß.

    Die Frage ist dann lediglich ob dies dann zwangsläufig zu einem Zusammenbruch der gesellschaftlichen System führen muß.
    Aber auch diese politischen Entscheidungen haben haben nichts mit Zinseszins zu tun sondern mit gesunder Skepsis gegenüber den Erzählungen der Geld-Fetischisten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: