1564

global news 1564 10-06-09: Deutsche Industrieproduktion minus 24,1 % in einem Monat, doch immer wieder die politische Lüge mit der angeblichen Bodenbildung

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3 Responses to 1564

  1. georg sagt:

    neoliberale Rethorik bedeutet nun mal das Alles schön ist.

  2. Gaby sagt:

    Hallo zusammen,

    ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass wir bereits am Ende der Talfahrt sind. Und wenn doch, welcher Wirtschaftsleistung wird es wohl bedürfen, nur wieder auf das Niveau von Mitte 2008 zu klettern? Das wird ein langer, harter Weg.

    Aber „Ende der Talfahrt“ hört sich doch prima an, oder nicht?! Es hat einen Seele aufhellenden Klang und genau darum geht es. Die Deutschen sollen und wollen ermuntert werden, nicht die Köpfe hängen zu lassen. Das funktioniert sogar ganz offensichtlich, wie ich es an den Menschen meines Dunstkreises beobachten kann. Allerdings wirkt die „Beruhigspille“ nicht lange und schwupps überdeckt die reale Selbstwahrnehmung inform von Firmenpleiten, Geschäftsinsolvenzen, Fortdauer der Kurzarbeit etc., jede noch so heitere Public Relation.

    Hallo, Georg,

    neoliberale Rhetorik bedeutet nicht, dass alles schön ist, sondern diese Rhetorik geht hart zur Sache, wenn man genau hinhört:

    Neoliberale Rhetorik: Sozial ist, was Arbeit schafft!

    Das heißt, jedwede Arbeit und sei sie noch so mies und schlecht bezahlt, ist sozial. Es ist laut neoliberaler Rhetorik sozial, Menschen für 3,50 Euro brutto pro Stunde arbeiten zu lassen oder gar für einen Euro. Du und ich denken über Arbeit anders, nicht wahr?! Der Arbeitslohn soll existenzsichernd sein. Wenn Du so denkst, bist Du heutzutage bereits ein Linker! So einfach macht es sich der Neoliberalismus.

    Neoliberale Rhetorik: Mindestlohn zerstört Arbeitsplätze.

    Quatsch! In 20 von 27 EU-Ländern existiert ein Mindestlohn und Arbeitsplätze sind nicht zerstört, sondern in den letzten Jahren geschaffen worden. Wenn flächendeckend in ganz Deutschland eine Frisörin einen Stundenlohn von 10 Euro brutto hat, warum sollte das Frisörhandwerk flächendeckend kaputt gehen? Das ist unlogisch oder schneiden wir uns alle die Haare selbst?

    Neoliberale Rhetorik: Je billiger die Arbeit, desto mehr Arbeitsplätze entstehen.

    Auch das ist Quatsch! Je billiger die Arbeit, desto höher die Arbeitslosigkeit, weil die Konsumnachfrage aufgrund des nicht vorhandenen Geldes in den Taschen unserer Bürger fehlt. Fehlt diese Konsumnachfrage in der Binnenwirtschaft, wursteln die Unternehmer im Ausland (Export) herum oder gehen pleite.

    Neoliberale Rhetorik: „Wenn man die Ungleichheit akzeptiert, erzeugt sie hohe Einkommen.“ (Prof. Sinn, ifo-Institut)

    Ja, wenn man die Ungleichheit akzeptiert, werden gut 10 % unserer Bevölkerung immer reicher, aber die restlichen 90 % werden immer ärmer! Ist das sinnvolle Wirtschaftspolitik? Mitnichten!!! Aber genau so ist das die letzten Jahren gelaufen.

    Neoliberale Rhetorik: Lassen Sie uns mehr Freiheit wagen! (Kanzlerin Merkel)

    Damit ist nichts anderes gemeint, als dass sich der Staat aus den Sozialsystemen mehr und mehr verabschiedet und seine Bürger dazu zwingt, selbst ihres Glückes Schmied zu sein. Die Starken kommen durch, die Schwachen fallen ins überaus grobmaschige Hartz-IV-Netz und späterdings in die Altersarmut. Ja, lasst uns mehr Freiheit wagen und diejenigen, die dabei auf der Strecke bleiben, waren ganz einfach nur zu blöd, sich selbst zu helfen. Das ist keine sinnvolle Wirtschaftspolitik, aber leider genau so in den letzten Jahren abgelaufen. Jedem sollte spätestens jetzt ein Licht aufgehen, warum sich unser Bundespräsident Horst Köhler das Ehrenamt auf die Fahne geschrieben hat. Ohne ehrenamtliche Tätigkeit würde unser Deutschland vor die Hunde gehen mit einem Staat, der sich aus allen sozialen Belangen heraus hält. Wer bedient die „Tafeln“ und „Suppenküchen“ Deutschlands?! Richtig, ganz viele, viele ehrenamtliche Helfer.

    Sogar das Wort „liberal“ ist in den letzten Jahren derart verkommen, dass darunter nicht das positiv besetzte Wort „Freiheit“ zu verstehen ist, sondern „Deregulierung der Märkte und der menschlichen Existenz“ und das Zulassen der „unsichtbaren Hand“, die den Markt von ganz alleine angeblich im Gleichgewicht hält. Was aus der staatlichen Unkontrolliertheit der Märkte heraus kommt, sehen wir jetzt: Banker wie Unternehmer stehend bettelnd bei der deutschen Regierung Schlange und wimmern um Hilfe.

    Es gibt eine Partei in Deutschland, die trägt das Wort „frei“ also „liberal“ im Parteinamen. Geht vorsichtig mit dieser Partei um; sie tut es jedenfalls nicht mit Euch, den sie wählenden Bürgern.

    Du siehst Georg, die Rhetorik des Neoliberalismus beschönigt gar nichts! Unsere „Eliten“ sagen, was sie denken und was sie tun wollen. Lügen tut der Neoliberalismus nicht, dafür ist diese Wirtschaftsform viel zu arrogant. Allerdings liegt es an uns, seine Phrasen zu durchschauen.

    Der eigene Verstand ist immer noch die schärfste Waffe, dem Neoliberalismus zu begegnen.

    Bis denne,

    Gaby

  3. osic sagt:

    Irgendwann hat mal Jemand gesagt die Börse sei 50% Psychologie, die Börse sei ein Indikator der die Zukunfterwartungen an die Unternehmensgewinne abbildet und nach jedem Abschwung geht es sofort wieder bergauf.
    Setzt man Börse = Wirtschaft, Zukunfterwartungen (ist ja ein langes Wort) = Zukunft und Bodenbildung = Beginn nachhaltiger Aufschwung ist man bei dem was man vielfach zu lesen bekommt. Ich befürchte, das es teilweise wirklich so einfach ist. Bis vor einem halben Jahr hat hier in D-Land kaum einer von einer Wirtschaftskrise geredet. Eine Suche nach den Ursachen der Krise findet nicht statt. Die Subprimekredite, Immobilienblase, die Lehman-Pleite sind Schuld und natürlich gierige Banker. Analyse abgeschlossen.
    So lange der eigentlich wenig schmeichelhafte Titel Exportweltmeister als Wert gesehen wird, wird sich auch nichts ändern.

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