3312

05-06-15: Nur wenig mehr als ein Drittel der öffentlichen Kredite an Griechenland wurden für die Rückzahlung von Krediten ausländischer Banken eingesetzt

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2 Responses to 3312

  1. Peter sagt:

    Sehr geehrter Herr Jahnke,
    ich möchte zuerst einmal anmerken, daß das griechische Volk, das in der Tat sehr unter der Schuldenkrise leidet, für diese nur bedingt verantwortlich ist.
    Was ich den Griechen vorwerfe ist, daß sie immer wieder verantwortungslose Regierungen ins Amt gewählt haben.
    Jetzt, wo alles zu spät ist, darf die Linke die Prügel einstecken, man glaubt schon, die Linke Griechenlands sei schuld an dem Desaster.
    Wir wissen doch, wie Griechenland zum Euro kam, ein gewisser Herr Draghi war damals maßgeblich an den Manipulationen der griechischen Staatsbilanzen beteiligt, über Goldmann-Sachs.
    Egal, dieses Wissen rettet nicht den griechischen Staat.
    Und der Ausverkauf der staatlichen Infrastruktur verschiebt nur den Bankrott.
    Ich empfehle hier einen Artikel, der schon etwas älter ist, aber der rein auf Fakten basiert:

    http://www.attac.at/news/detailansicht/datum/2013/06/17/griechenland-rettung-77-prozent-flossen-in-finanzsektor.html
    Das angehängte PDF-Dokument ist hochinteressant, im Gegensatz zu den Ausführungen des Herrn Sinn, der unterschwellig „ den faulen Griechen und ihrer Linksregierung“ den schwarzen Peter zuschiebt, kommt ATTAC zu seriöseren Einschätzungen, Sinn betreibt mit den gleichen Zahlen nur Meinungsmache.
    Fakt ist, Griechenland war nie reif für den Euro, Ziel der ganzen Sache war das Einkassieren aller staatlichen Vermögenswerte, ein Raubzug, gut geplant, fast beendet.
    Andere EU-Länder hat das gleiche Schicksal getroffen.
    Und noch was. Deutschland mit seiner Niedriglohnpolitik, systematischer Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten und dem massiven Abbau sozialer Leistungen und Rentenkürzungen als Vorzeigeobjekt darzustellen, ist nicht in Ordnung.
    Die normale Bevölkerung in der EU verarmt immer mehr, und die oberen paar Prozent werden immer reicher.
    Das Infoportal liefert die Beweise dafür.
    Ich fasse mich kurz:
    Ich bin einer von denen, die von Anfang an das Infoportal als seriöse Quelle nutzen. Ich habe dadurch ein enormes Wissen erlangt, und, wichtig, ich habe gelernt, selbst zu recherchieren, da Sie ja nicht ewig weitermachen können.
    Ich denke, ich kann einschätzen, wie viel Arbeit Sie auf sich genommen haben, um den interessierten Menschen hochwertige Artikel mit unstrittigen Fakten zu liefern.
    Dafür mein großer Dank, nicht zu vergessen Ihre Bücher, ich habe nichts vergleichbares gefunden.
    Wie ich hörte, wollen Sie Ihre Seite abmelden.
    Ich verstehe das, irgendwann ist es genug, ich habe trotzdem eine Bitte:
    Könnten Sie nicht die Seite im Netz lassen, selbst Ihre ganz alten Artikel sind immer noch sehr wertvoll, ich greife immer gerne auf die von Ihnen veröffentlichten Daten, Fakten, Analysen zurück.
    Allerfreundlichste Grüße, Peter

    • globalnote sagt:

      Vielen Dank, Peter, für Ihre sehr freundlichen Abschiedsworte.

      Zum griechischen Drama: Die Mehrheit der griechischen Bevölkerung oder jedenfalls ein großer Teil davon hat nicht nur korrupte Regierungen gewählt, sondern auch selbst an Korruption und Steuervermeidung partizipiert. Fakt ist sicher, daß Griechenland nie reif für den Euro war, aber nicht nur seine Regierung sondern das ganze Volk da unbedingt hinein wollte und jetzt auch unbedingt drinnen bleiben will, freilich dabei auf Kosten der Rettungskredite, von denen es noch sehr viele Tranchen geben wird, so lange die Parlamente in W-Europa (und am Ende die Steuerzahler) mitspielen. Fakt ist auch, daß nicht nur die griechische Regierung, sondern auch ein großer Teil des Volkes viele Jahre lang unverantwortlich auf Kredit und über die Verhältnisse gelebt hat.
      Mir ging es mit dem Rundbrief nicht um eine Übernahme aller Argumente des Herrn Sinn, sondern um zwei Märchen, die die LINKE in Deutschland hier weitgehend unwidersprochen verbreitet und damit die griechische Linke, vor allem die extreme, ermuntert, den Grexit zu riskieren. Es wird die Zeit kommen, wo man der griechischen Regierung „game over“ wird signalisieren müssen, mit einem freundlichen Hinweis auf den Euro-Ausgang und mit der Zusage, dennoch weiter erhebliche Hilfen an das EU-Mitglied Griechenland zu zahlen. Meine Aussage zu den 34 % Hilfe für die ausländischen Banken ist belegt und nachprüfbar anders als die Behauptungen von Kipping et all.
      Zu Ihrer Bitte: Wegen der nicht unerheblichen Kosten kann ich die Webseite nicht dauerhaft am Netz lassen. Auch wird eine nicht aktualisierte Webseite in heutigen Zeiten schnell zum Ärgernis, vor allem bei denen, die sich nur durch-googeln. Ich plane derzeit eine pdf-Fassung der Wochenbriefe der letzten drei Jahre, die sich jeder als Reservoir herunter laden kann. Mein neues Buch, das ich zum absoluten Selbstkostenpreis anbieten werde, wird auch sehr aktuell sein und einen guten Überblick über die vielen Fehlentwicklungen liefern.
      Beste Grüße
      Joachim Jahnke

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