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13-10-14: Deutschland muesste den Euro verlassen, um ihn zu retten

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2 Responses to 3185

  1. xx sagt:

    Wie immer, so auch diesmal herzlichen Dank für Ihre aufschlußreichen Analysen zur Eurokrise. Ich kann Ihnen auf der Modellebene völlig folgen, allein: warum sollte Deutschland eine Währung retten wollen, der es gar nicht mehr angehört? Es müßte wahrscheinlich von dem ganzen Rest rausgeworfen werden, anders kann ich mir dieses Szenario in der praktischen Umsetzung nicht vorstellen. Und was da die mit Merkel verschworenenNordeuro-Länder wie Österreich, Finnland, die Balten und die Niederlande machen würden? Setzen Sie da nicht übermenschliche Qualitäten unserer Politiker voraus? Die Erfahrung sagt, dass Systeme meistens sehenden oder wenigstens blinzelnden Auges in ihren Untergang rennen. Und hinterher muss wieder „der Prolet der Gehherda sein“ (Bert Brecht, Flüchtlingsgespräche). Wie er es ja jetzt auch ist.

    • globalnote sagt:

      Es geht mir nicht um ein Modell sondern um die ziemlich schreckliche und sich perpetuierende Krise (siehe meinen kommenden Wochenbrief). Was ich unterstelle, sind nicht übermenschliche Qualitäten der Politiker sondern einen übermenschlichen Druck der Krise, nachdem sie sich über fünf Jahre oder ähnliche Zeiträume weiter ausgewachsen hat, und die sicher sehr späte Erkenntnis der deutschen Politik, daß ein Austritt Deutschland noch weit besser, auch für Deutschland ist, als eine Dauerkrise mit entsprechendem Zulauf zu extremen Parteien und am Ende einem ungeordneten Bruch der Eurozone bei einer zahnlos gewordenen EZB, gegen die es eine gewaltige Spekulationsflut geben würde.

      Die nicht unbedeutenden Vorteile für Deutschland habe ich aufgelistet. Auch wird in Frankreich und anderen Ländern die Erkenntnis weiter wachsen, daß die deutsche Mitgliedschaft im Euro nicht die Lösung sondern das eigentliche Problem ist. Gabriel scheint ja wegen Frankreich (wie verhindert man Marine?) schon sehr nervös geworden zu sein. Im Ergebnis könnte es natürlich auch zu einer DM-Zone (oder Euro-Nord) mit Österreich, Finnland, den Balten und den Niederlande und sicher Dänemark oder einigen von ihnen kommen, die es ja schon mal unter der Regentschaft der Bundesbank gab.

      Habe gerade mit französischen Linksintellektuellen diskutiert. Die meinen, daß wenn Marine durch den ersten Wahlgang kommt, sie nicht wieder Sarkozy oder einen anderen konservativen Kandidaten unterstützen sondern sich enthalten werden. Das letzte Mal unter Chirac sei ihnen die Unterstützung gegen Le Pen nicht gedankt worden. So werden auch viele andere Sozialisten denken und eher den Weg für Marine freimachen, wobei natürlich der Front National im Parlament noch keine Mehrheit hätte sondern eine Cohabitation notwendig würde. Doch unter dem Druck der Straße könnte uns Frankreich vor die Alternative stellen, selbst auszusteigen oder eine Zerstörung der gesamten Eurozone durch Ausstieg Frankreichs zu verantworten. Derzeit wandern viele Arbeiter direkt von den Sozialisten zum FN durch wie weiland im Deutschen Reich. Die Stimmung in Frankreich heizt sich derzeit stark auf. In der Nähe unserer kleinen Absteige in Südfrankreich hat gerade Le Pen Vater ein neues grosses Büro eröffnet. Man sieht viele Geschäftsschliessungen und auch einige Restaurants machen zu. Die Mentalität der Franzosen ist viel weniger berechenbar als die der Neu-Deutschen in ihrem eingebildeten Paradis.

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