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06-10-14: Warum die Krise sich selbst perpetuiert und was dagegen zu tun ist

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8 Responses to 3181

  1. Andreas Gehrmann sagt:

    Hallo Herr Jahnke, vielen Dank für Ihre Artikel (auch bei DWN)!!
    Ich habe da eine Nachfrage:
    Sie schreiben von der Verschuldung der Welt.
    So weit ich das verstanden habe, kann die Welt ja nicht verschuldet sein, weil den Schulden ja entsprechende Forderungen gegenüber stehen.
    Wenn wir eine Schuldenkrise haben, dann müssen wir doch im Umkehrschluss ebenfalls eine Guthabenkrise haben?
    LG A. Gehrmann

    • globalnote sagt:

      Hier sind bewusst nur die Schulden dargestellt. Natuerlich gibt es in gleicher Hoehe auch Forderungen. Leider aber sind Schulden und Forderungen nicht in den gleichen Haenden. Das ist das Problem der Verschuldung.

  2. Ulrich Matthaei sagt:

    Hallo, Herr Jahnke!
    Ich frage mich, ob dieses System überhaupt einer Lösung nähergebracht werden kann oder ob nicht ein Systemwechsel die einzige Lösung im Sinne der Allgemeinheit wäre: ein Geldsystem mit einem negativen Zins, der das Geld ebenso unter Angebotszwang stellt wie Waren und Arbeitsleistung. Denn so wie „jetzt“ ist dieses System ja immanent asozial, weil es immer die Vermögenden begünstigt und die Allgemeinheit ausnimmt. Sie wissen, dass Silvio Gesell diese Idee aufgeschrieben hat als „Der dritte Weg“. Wie ist Ihre Meinung dazu?
    Beste Grüße, U.Matthaei

    • globalnote sagt:

      Bei negativem Zins werden die kleinen Sparer bestraft, während die Vermögenden noch mehr in spekulative Anlagen außerhalb der Banken ausweichen, die dann erst recht profitabel sind. Außerdem ist ein solches System politisch total irreal. Eher wäre es möglich, den Banken die Kreditschöpfung zu entziehen, was sogar ein Arbeitspapier des IWF für möglich hält.

      • Ulrich Matthaei sagt:

        Mal abgesehen von der jetzigen politischen Umsetzbarkeit:
        Und wenn diese spekulativen Anlagen außerhalb der Banken auch möglicherweise lukrativ wären – sie wären auch außerhalb staatlicher Absicherung und würden so die Kleinsparer nicht nochmals schröpfen können.
        Den Banken die Kreditschöpfung zu entziehen und wieder in staatliche Obhut zu legen, um so politisch gewollte Entwicklungen (weitsichtiger als die kurzfristige Profitgier) zu finanzieren, trifft einen Kern der Forderungen von Lyndon LaRouche.
        Ist es nicht schlicht und einfach völlig irre, wie sich der auch von Ihnen so bezeichnete Turbo-Kapitalismus gebärdet und die Lebensgrundlagen zerstört? Welche menschlichen (oder höheren) Werte werden denn damit noch gefördert? So kann man durchaus eine Argumentation verstehen, die dies als gottlos bezeichnet – jedoch ist Gewalt dagegen ganz gewiss kein besserer Weg!

      • globalnote sagt:

        Die politische Umsetzbarkeit ist immer entscheidend. Alles Andere ist l’art pour l’art.

        Die Spekulation grassiert doch jetzt schon wieder (sogar ohne die von Ihnen gewünschten unsozialen Negativzinsen auf Bankkonten).

        Ich kann nur wiederholen: Die Menschheit in ihrer Mehrheit ist immer noch lernfähig. Leider braucht es dafür – jedenfalls in Deutschland – verlorene Weltkriege oder große Krisen. Eine solche haben wir derzeit. Wer sein demokratisches Wahlrecht verspielt, dem ist leider nicht zu helfen.

        Der Kapitalismus in seiner bisherigen Form existiert eigentlich nur noch in den demokratischen Gesellschaften, weil sich immer noch Mehrheiten auf der Gewinnerseite sehen und daher für die notwendigen Reparaturen Richtung Soziale Marktwirtschaft derzeit noch nicht zu gewinnen sind, jedenfalls in Deutschland.

  3. aristo sagt:

    Die sich nun für lange Zeiten selbst perpetuierende Krise wird sich nur unterbrechen lassen, wenn überall in den alten Industrieländern die Mindestlöhne massiv erhöht werden und bei den Normallöhnen durch Steuersenkungen für Auftrieb gesorgt wird, der durch Steuererhöhungen bei den hohen Einkommen zu finanzieren wäre.

    Völlig richtig. Das wird aber leider nicht passieren, weil der politische Einfluß der „Elite“ zu mächtig ist.

    • globalnote sagt:

      Ich habe doch nicht behauptet, dass das jetzt passiert. Aber waerten wir doch mal ab, was nach weiteren 5 bis 10 Jahren Krise los ist, wenn nicht in Deutschland dann anderswo. Das war mein Punkt.

      Eine solche Veraenderung ist jedenfall wahrscheinlicher als die Abschaffung des Geldes in seiner bisherigen Form, von der hier einige traeumen. Immerhin hat sich die Bundesregierung einen zarten Ruck Richtung Mindestlohn gegeben, der auch nicht sehr wahrscheinlich war. Letztlich sehen die herrschenden Eliten durchaus noch dem Volk aufs Maul. Frau Merkel hat eine besondere Liebe fuer Meinungsumfragen, warum wohl. Entscheidender ist daher, ob das Volk dazu lernt. Genau das muessen kritische Webseiten (wie diese) untersttuetzen. Nur aus diesem Grund publiziere ich auch auf DWN, die eine groessere Verbreitung haben.

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