2880

global news 2880 15-03-13: Wir brauchen eine 5-Sterne-Bewegung gegen die bisherige Form von Euro-"Rettung" von links, keinen Professoren-Aufstand mehrheitlich von rechts und Offener Brief an Prof. Bernd Lucke von der "Alternative für Deutschland"

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24 Responses to 2880

  1. C.A.Wittke sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,

    als jemand, der immer gegen den Euro war und ihn immer gerne hätte sofort begraben muß ich Ihnen Recht geben; seine Abschaffung heute, weit nach zwölf, verbunden mit der Rückkehr zu nationalen Währungen gliche einem suizidalen Bungee-Sprung ohne Seil und jedes Netz. Wir sollten alle, inklusive Professoren oder andere Intelligenzen, uns das nicht wünschen, denn es würde Europa in diesem weit fortgeschrittenen Stadium der Zerstörung volkswirtschaftlicher Gefüge noch viel, viel weiter, mindestens um einige Jahrzehnte zurück und hinter alle Möglichkeiten der Gestaltung jeder klugen Zukunft werfen. Immerhin bedrohen uns alle noch ganz andere Herausforderungen human gesteuerter Unzulänglichkeiten.

    Die Strukturen industrieller Wertschöpfungsketten, insbesondere aber nicht nur solcher der PIIGS oder GIIPS Länder, Frankreich nicht weit weg davon, ganz aktuell auch die Niederlande, Belgien eh‘ und gar das UK ganz ohne Euro aber ganz-ganz vorne, sind zu großen Teilen stark beschädigt bzw. zerstört und nicht nur das: die einzelnen Scherbenhaufen sähen sich einem unbarmherzigen und stark verzerrten Wettbewerb gegenüber, den sie aus eigener Kraft und jeder für sich alleine niemals würden gewinnen können. Dabei erwiesen sich die gigantischen Schuldensummen ob in Alt-Euro oder in Neu-Papier als relativ harm- weil vollkommen wertlos.

    Wir wissen: der Euro und seine sich dem Wahn pseudo-freier Märkte bzw. egozentrischer Gewinnmaximierung hingebenden Akteure haben viel mehr Schaden angerichtet als „nur“ ein Kaufkraftwachsen verhindert oder „nur“ Arbeitslosigkeit aus Deutschland exportiert. Sie haben ganze Industriebranchen aus Europa ziehen lassen, know-how and know-who verschleudert, verschenkt und vernichtet. Denken wir u.a. an die Textil-, Schuh-, IT- und Spielzeugindustrien, Teile des Kfz- und Maschinenbaus, Schiene und Luft nicht minder und all‘ die damit verbundenen Arbeits- und Wertschöpfungspotentiale, die Volkswirtschaften mit weit mehr als 50% arbeits- und ausbildungslosen Jugendlichen und seit Jahrzehnten verfallenden Industriebrachen niemals in der Lage sein werden, zurückzuholen; eben: schon gar nicht alleine oder jeder für sich!

    Diesem Euro-Desaster zu entkommen bedürfte es nun mehr denn je was Sie eine 5-Sterne Bewegung nennen, einer europäisch solidarischen Gemeinschaftsleistung u.a. aus einem gescheiten Maß an Protektionismus gegenüber sich contra-global verhaltender Marktteilnehmer und einem gehörigen Maß an back-to-the-roots industrieller Wertschöpfung verbunden mit wahrer sozial-gesellschaftlicher Verantwortung von Kindern über Bildung bis Alter. So sehr ich mir solches wünsche, so klar ist doch, daß dies so ziemlich das negativ Reziproke der gegenwärtigen neoliberalen Ego-Orgie darstellt. Mit auch noch so vielen Grillos wird das nicht zu meistern sein was uns nicht nur die deutschen Wahlen mit ihren vollkommen falsch tickenden Röslers, Steinbrücks, Trittins und Merkels grausam vorführen werden. Gemeinsam entpuppen sie sich als Bombenleger.

    Das Europa vor unserem Europa war zerrissen: wir hätten daraus lernen und aus den aus Weltkriegsruinen wachsenden römischen Verträgen was machen sollen; stattdessen schauen wir zu wie dieselben im Unverstand, einem Mix aus Dummheit, Ignoranz und Egoismus, zur Farce gemacht werden.

    caw

  2. G. Perthen sagt:

    Bei allem Respekt und dem vollen Verständnis, dass Sie Ihren Namen nicht mit einer politischen, nicht Ihrer Überzeugung entsprechenden Richtung in Verbindung gebracht haben wollen, halte ich Ihre Argumentation für arg unpolitisch.

    Wenn eine Opposition, deren Aufgabe es naturgemäß ist, gangbare Alternativen zu entwickeln, total versagt und das Parlament einer Kanzlerin wie eine Volkskammer 2.0 in fast allen Fällen ohne Wenn und Aber zustimmt, dann ist jede neue Partei, solange sie die Demokratie nicht nur verbal bejaht und in den wesentlichen Fragen eine Alternative anbietet, ein Gewinn. Nur wenn die Regierenden und die auf die Beteiligung daran Hoffenden Angst um ihre austarierte Machtbalance haben müssen, besteht die Möglichkeit, dass sich in einem überschaubaren Zeitraum etwas ändert. Es ist sicher nicht zu erwarten, dass eine neu gegründete Partei demnächst mitregieren wird, aber wenn sie in den Bundestag käme, wäre sie eine weniger zu unterdrückende Stimme, die wichtige Aspekte der Euro-Poltik hörbar machen würde. Und sie würde vielleicht auf der anderen Seite des politischen Spektrums eine entsprechende Initiative auslösen, denn Die Linke mit ihrer unaufgearbeiteten DDR-Vergangenheit und ihren altbackenen Vorstellungen von Wirtschaft hat keine gangbaren Alternativen vorgeschlagen und wird es auch in Zukunft nicht.

    Auch wenn ich persönlich ganz anderer Meinung bin, ist mir persönlich eine Initiative ehemaliger CDU-ler lieber als ein populistischer, deutscher Haider oder Wilders.

    • carolus sagt:

      ist ja richtig,was sie sagen „aber wenn sie in den Bundestag käme, wäre sie eine weniger zu unterdrückende Stimme, die wichtige Aspekte der Euro-Poltik hörbar machen würde. Und sie würde vielleicht auf der anderen Seite des politischen Spektrums eine entsprechende Initiative auslösen, denn Die Linke mit ihrer unaufgearbeiteten DDR-Vergangenheit und ihren altbackenen Vorstellungen von Wirtschaft hat keine gangbaren Alternativen vorgeschlagen und wird es auch in Zukunft nicht.“

      aber lieber wähle ich die linke-auch wenn ich ihre europolitik ablehne-,die den armen wenigstens eine stimme gibt!in welcher partei wird dies sonst noch gemacht?welche bevölkerungsgruppe vertritt denn die wahlalternative2013 ?sicher nicht die niedriglöhner.

    • globalnote sagt:

      Das mag Ihnen unpolitisch vorkommen. Doch Politik muß logisch bleiben, und der Antritt der „Alternative für Deutschland“ mit einem erzkonservativen Programm ist es nicht. Denn ein Austritt Deutschlands mit dem für einige Jahre unvermeidlichen Abrutschen des deutschen Exports, vor allem gegenüber den stark abwertenden Ländern der Eurozone, verlangt nach einem Ausgleich durch mehr Binnennachfrage, der nur durch höher Löhne und Sozialleistungen zu haben ist, nicht aber durch Ablehnung von Mindestlöhnen etc., wovon vor allem die konservative Ecke der CDU/FDP träumt. Daher ist das überhaupt keine Alternative.

      Ein Ausstieg aus dem Euro ist außerdem solange total unrealistisch, wie alle bisher im Bundestag vertretenen Parteien dagegen sind und größe Mehrheiten in den Krisenländern auch.

      Was die „Alternative für Deutschland“ erreichen kann, ist den derzeitigen Regierungsparteien einige wenige Punkte zu rauben, wobei sie selbst an der 5 %-Hürde scheitern wird. Das kommt dann ausgerechnet mit SPD/Grüne den Parteien zugute, die noch mehr deutsche Interessen auf dem Euro-Altar opfern wollen.

      Heider/Wilders sind in Deutschland noch auf Jahre nicht angesagt, weil man sich hier noch an den Rechtsextremismus der NSDAP gut genug erinnert.

    • Mabuse sagt:

      Zu der sogenannten „Alternative für Deutschland“ ist ein informativer Artikel in den NDS erschienen:

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=16524

      Es wird aufgezeigt, wer die Eltern/Taufpaten sind, ihre Ziele und ihre bisherigen politischen Bemühungen. Alles zusammen mit sehr vielen Links zum Weiterlesen und um die Angaben anhand von Fakten aus anderen Quellen zu überprüfen.

      Zu „Die Linke“ bezüglich ihrer Vorschläge zur Eurokrise habe ich seit Langem den Eindruck, dass diese gar nicht bekannt sind bei den Vielen, die dazu gleichwohl eine dezidierte, immer negative, Meinung haben! Dies scheint mir ihren Vorurteilen und der 4. Gewalt geschuldet zu sein, die, wie schon viele festgestellt haben, nur noch „Hofberichterstattung“ betreibt. Denn sonst wüsste man beispielsweise, dass Die Linke, im Gegensatz zu allen anderen Bundestagsparteien, ihre Zustimmung zu der bisher betriebenen Euro-Rettungspolitik, wie beispielsweise in der letzten Rettungspaket-Abstimmung, nicht gegeben hat. Und man wüsste, dass Die Linke von Beginn der Eurokrise an vehement gefordert hat, dass die Banken (genauer, deren Aktionäre) und Vermögenden (Anleihenhalter etc.), die bisher von der betriebenen Euro-Politik prima profitiert haben, jetzt in der Krise auch zur Begleichung der Kosten herangezogen werden sollen. Weiter müsste eine große, große Mehrheit der Linken beipflichten, in ihrer, auch von Beginn an erhobenen, vehementen Forderung, dass in den Krisenländern auch die dortigen Eliten und Vermögenden endlich über angemessene Steuern (Stichwort: starke Schultern …) an der Finanzierung ihres Gemeinwesens herangezogen werden sollen. Etwas, was die Troika und die Druck machende Merkel-Regierung nicht gerade, gelinde gesagt, stark verfolgt! Hierzu erinnere ich an die „deutsche-Mainstream-Empfehlung“ (Merkel, Schäuble und ihnen im Geiste Verwandte) an die Griechen vor deren letzter Wahl, gefälligst die Parteien wieder zu wählen (Nea Dimokratia und Pasok), die mit ihrer Klientel-und-Eliten-schonenden-Politik in den zurückliegenden Jahrzehnten den griechischen Staat an die Wand gefahren haben. In diese Wahl ist übrigens die Nea Dimokratia gegangen mit dem Versprechen, die Steuern für die Betuchteren zu senken!

      Tja, wenn schon „ehrliche Steuern“ eingeführt werden sollen, dann halt dafür sorgen, dass durch deren rechtzeitige Senkung auch weiterhin die auf der Sonnenseite stehen, die schon vorher dort standen. So gesehen ist es wiederum nicht verwunderlich, dass eine cdU/csU und fDP geführte Regierung und Oppositionspateien vom Schlage der Seeheimer-sPD und Neolibgrün und ihnen nahestehende Medien solche „Empfehlungen“ an die Griechen aussprachen oder, wie in Italien, den Italienern einen Monti statt eines Grillos „an’s Wählerherz legen“.

      Warum spricht man nicht endlich auch hier in Deutschland klar aus, was für viele immer deutlicher ist: Auch hier in Deutschland wird seit vielen Jahren immer ungenierter Klientelpolitik – für die Betuchteren – betrieben. Wir sind wie die Griechen und Italiener längst im Klientelstaat angekommen! Wir haben nicht die geringste Veranlassung, uns in dieser Hinsicht über Griechenland oder Italien zu mokieren. Eine Partei wie die „Alternative für Deutschland“ würde diese Klientelpolitik eher noch verschlimmern und vertiefen. Man schaue sich deren Forderungen an. – Alle! Nicht nur die zum Euro. – Wer solch einer Partei seine Stimme gibt, der profitiert entweder von dieser Klientelpolitik oder, dass dürfte dann die Mehrheit sein, hat seinen Kopf nur, um das Stroh nicht unter’m Arm tragen zu müssen. 🙂

      MfG

      Mabuse

      • globalnote sagt:

        Zur „Alternative für Deutschland“ und deren Programm oder Nicht-Programm habe ich mich ja deutlich genug geäußert. Dennoch liegen NDS falsch, wenn sie den Vergleich mit der Tea Party bringen oder von „Nationalchauvinismus“ schwafeln. Wo soll den solcher „Nationalchauvinismus“ sein, wenn man sich kritisch zur Eurorettung äußert, wozu bei der „Alternative für Deutschland“ auch der Vorwurf gehört, daß nur die Banken davon profitieren. Nein, in der Verteufelung Andersdenkender war NDS immer schon groß. Das hat jedoch der Linkspartei wenig geholfen.

        Die Linkspartei (und NDS) hat nie begriffen, was Globalisierung eigentlich bedeutet, die mit der Eurokrise eng zusammengehört. Diese Partei ist genaus blind für die Risiken, die erst auf Deutschland zukommen werden, wie CDU/CSU/FDP/Grüne. Die Finanzierung der Banken qua Eurorettung ist nur ein Teil des Problems. Wer die gesamte Krise darauf verkürzen will, läuft ideologisch blind in die falsche Richtung. Dazu gehört vor allem, daß hier Länder zusammengespannt wurden, die nie in eine Währung gefercht hätten sollen (scheint der Linkspartei/NDS noch nicht aufgegangen zu sein) und daß China mit seiner dumpenden Exportoffensive in erster Linie zum Niedergang der klassischen Exportstruktur der meisten heutigen Krisenländer beigetragen hat (statistisch leicht nachweisbar).

      • Mabuse sagt:

        Wieso sollte es der „Linkspartei auch helfen“, wenn die „NDS Andersdenkende verteufelt“? Die NDS ist doch kein Teil, keine Unterorganisation der „Linkspartei“ Die Linke. Sie sind meines Wissens noch nicht einmal personell miteinander verflochten. Keiner der Macher der NDS ist ein Funktionär in der „Linkspartei“ Die Linke.

        Etwas, was – wie Sie meinen – die NDS begehen, „Verteufelung Andersdenkender“, kann man dann doch nicht der „Linkspartei“ vorwerfen. (Oder meinen Sie mit „Linkspartei“ nicht Die Linke?) Wenn ich mich beispielsweise nationalchauvinistisch über Die Griechen äußern würde, indem ich sagte, dass sie fauler als Die Deutschen seien, dass ihre Arbeitsauffassung eher einem Urlaub im „Club Med“ entspäche, und ich mich gleichzeitig als Fan Ihres Infoportals outete, dann kann man Ihnen doch nicht Chauvinismus vorwerfen. Das wäre doch unredlich. Oder?

        Zu Ihrem Zweiten Abschnitt: Meiner Meinung nach hat gerade die „Linkspartei“ Die Linke im Gegensatz zu cdU/csU/fDP/sPD/Neolibgrün die Gefahren für Deutschland, genauer, für die vielen Millionen normalen deutschen Steuerzahler gesehen und auch in den Debatten um die Eurorettungspolitik immer wieder angeführt, die die Rettungsschirme durch die Merkel-Regierung für den „normalen Michel“ zukünftig bedeuten würde. Man lese dazu noch einmal die Debattenbeiträge von Gysi, Lafontaine, etc. Und sie sahen nicht nur die Gefahren für die normalen deutschen Bürger. Sie wiesen auch darauf hin, was diese Merkelsche Art der Rettung für den normalen Griechen, den normalen Spanier, Italiener bedeuten würde; lange bevor es sichtbar wurde. Dies alles schon zu einer Zeit, als nicht nur im deutschen Boulevard noch nationalchauvinistisch über faule Griechen, die nun an unser sauer verdienstes Geld wollten, geschmutzfinkt und im Fernsehen gegeifert wurde.

        Ebenso kritisierte „Die Linke“, als erste und lange Zeit einzige Partei, schon vor etlichen Jahren, Jahre vor Ausbruch der Krise, dass bei einer einheitlichen Währung die deutsche massive Förderung des Exportes mittels Lohn- und Sozialdumping zwangsläufig zu Verwerfungen im Euroraum führen müsse, dass damit bestenfalls eine Abwärtsspirale in der Lohn- und Sozialpolitik nach unten in Gang gesetzt würde. Statt dieser einseitig exportorientierten Politik forderte die „Linkspartei“ immer wieder, auf diese schädliche Politik zu verzichten und über höhere Löhne und Sozialtransfers die Binnenwirtschaft zu stärken. – Alle anderen Parteien jauchzten zu der Zeit noch im Freudentaumel über die Exportweltmeisterschaft, von der nur die eh schon Vermögenden und Besser- und Bestverdienenden profitierten. (Dafür aber richtig, wie es u.a. Sie mit entsprechenden „Vermögens-Grafiken“ immer wieder aufzeigen.) Jetzt haben wir den Salat! 😐

        Hinsichtlich China kann ich mich an kein Statement eines namhaften Politikers der „Linkspartei“ Die Linke erinnern, die die dortige Ausbeutung der Bevölkerung zwecks „brummenden Exportes“ gutheißt. Ich würde mich sehr wundern, wenn Gysi, Lafontaine oder Wagenknecht, etc. so etwas nicht stante pede verurteilen würden. Folglich kann man Chinas Dumping wohl kaum der „Linkspartei“ vorwerfen.

        MfG

        Mabuse

      • globalnote sagt:

        NDS versucht regelmäßig “Die Linke” nach Kräften zu unterstützen. Gysi, Lafontaine, Wagenknecht und Flassbeck werden in den Himmel gehoben. Die beiden Herausgeber sind längst von der SPD, der sie ihre Beamtenkarrieren verdankten, nach links weggedriftet.

        Daß NDS/Linkspartei die Ausbeutung in China nicht gutheißt, reicht doch nicht. Die Ausbeutung muß kritisiert werden, ebenso wie das Dumping. Das aber ist für NDS/Linke ein totales Tabu. Warum wohl?

  3. Günter Schmidt sagt:

    Hallo Mabuse,

    zu deinem Abschlusssatz:

    Wer solch einer Partei seine Stimme gibt, der profitiert entweder von dieser Klientelpolitik oder, dass dürfte dann die Mehrheit sein, hat seinen Kopf nur, um das Stroh nicht unter’m Arm tragen zu müssen.

    Nur so viel:

    Wie abgehoben muss Einer sein der so was von sich gibt und damit
    zum Ausdruck bringt das er alle Andersdenkende für armselige
    Idioten hält.

    Einfach nicht zu fassen.

    • Mabuse sagt:

      Hallo Günter,

      habe ich doch gar nicht! Ich „halte alle Andersdenkenden doch nicht für armselige Idioten“ – wie Du mir unterstellst.

      Du hast zwar meinen Satz zwar richtig zitiert, aber wohl nicht gelesen. Ich halte nur die für „Strohköpfe“, die die „Alternative für Deutschland“ ihre Stimme gäben, ohne dass sie von deren Politik profitierten. Dies wäre allerdings, so sehe ich das, die Mehrheit der Wähler der neuen Partei. Vielleicht 70-80 % der Stimmen, die die AfD erhielte, wenn sie zur Wahl antreten würde. 70-80% von 1 oder 2% aller abgegebenen Stimmen, wieviele „Strohköpfe“ wären das wohl?

      Abseits von den Zahlen, wie soll ich jemanden bezeichnen, der eine Partei wählt, deren zu erwartende Politik ihm selbst bestenfalls keine Vorteile, eher aber höchstwahrscheinlich schadete? Schlaukopf?

      Wie würdest Du so jemanden bezeichnen? „Nützlicher Idiot“, der nicht nachdenkt und so dessen Stimme durch das „Euro-raus-Gequatsche“ für die AfD eingefangen wurde?

      Wäre das denn „einfacher zu fassen“?

  4. Günter Schmidt sagt:

    Hab noch was vergessen lieber Mabuse:

    Schau Dir doch mal die Leute an die nach deiner Meinung :

    „dass dürfte dann die Mehrheit sein, hat seinen Kopf nur, um das Stroh nicht unter’m Arm tragen zu müssen.„

    seit Gestern im Netz

    • globalnote sagt:

      Nein, die sind sicher keine Nationalchauvinisten wie NDS in typisch arroganter Manier meint (ich bestreite ohne den NDS besondere Kompetenz in Sachen Euro, wie überhaupt in Sachen Volkswirtschaft).

      • Mabuse sagt:

        Tja, nach diesem Ritterschlag für die Initiatoren der neuen Partei und dem vernichtenden Rundumschlag für die NDS müssen wir anderen unwissenden Kleingeister, muß ich mich vor Ihnen, dem großen Volkswirtschaftler, in aller Demut verneigen und verstummen.

        Mabuse

      • globalnote sagt:

        Die Ironie können Sie sich sparen. Ich finde es immer schade, wenn Teilnehmer dieser Diskussionsrunde persönlich werden, was eigentlich nur Schwäche in den Sachargumenten andeutet. Wie soll ich einen Ritterschlag vorgenommen haben, wenn ich gerade meinen Austritt aus der Vorläufergruppierung erklärt und mich sehr deutlich mit Sachargumenten von der „Alternative für Deutschland“ distanziert habe? Warum reagieren Sie so empfindlich auf Kritik an NDS oder Linke, sind dies unanfechtbare Autoritäten? Warum machen Sie sich über meine volkswirtschaftliche Analyse lustig, während Sie sie im Infoportal suchen?

  5. Günter Schmidt sagt:

    Da sag ich nur:

    Keiner hat die Wahrheit gepachtet.

  6. Peter sagt:

    Da es zum Eurobrief 52 keine Kommentarfunktion gibt, möchte ich an dieser Stelle auf die Absonderungen eines gewissen Flassbeck aufmerksam machen.
    Hier der Link:
    http://www.flassbeck-economics.de/zypern-ist-systemrelevant-so-wie-alle-anderen-lander-der-europaischen-wahrungsunion-auch/2/
    wenn ich diesen Flassbeck richtig verstehe, platzt die Eurozone auseinander, wenn Zyperns Banken nicht gerettet werden.
    Ein böser Mensch würde behaupten, man rettet das russische Mafiageld, weil die Russenmafia Druck macht, und außerdem, weil Zypern noch einiges an Tafelsilber in Staatsbesitz hat, und die „Anleger“ sich die staatliche Infrastruktur unter den Nagel reißen wollen, da stört eine Staatspleite nur.
    Tja, die Büttel von Goldmann Sachs machen einen guten Job für ihren wahren Herrn.

  7. C.A.Wittke sagt:

    Eine Wahrheit kann erst verstehen, wer reif für sie ist.

    Quo vadis €-land?

    Nach Zypern ist endgültig nach Vertrauen in Geld und gar Politik.

    Wer glaubt schon den gebellten Beteuerungen der Akteure, Zypern komme in den anderen €-Ländern nicht vor? Nur grobe Schlächter bedienen sich grober Methoden und demokratische Strukturen sind flüchtig.

    Die Schleusen sind geöffnet, der circulos virtuosis wurde angestoßen: wer kann wird sein Geld abheben, vornehmlich viele, viele Kleine; mit Zins ist eh‘ nix, so werden sie endgültig in die Parallelwelten flüchten während die Großen abziehen werden, was geht, um danach ihre Geschäfte (wo)anders zu machen. Oft werden ein oder zwei TANs reichen, um die Beträge auf irgendein bestehendes Konto außerhalb €-lands zu transferieren; da aber Kleinvieh viel Mist macht und Große noch mehr werden die Banken die entstehenden Löcher mittels neuer Spritzen der EZB bzw. der Rettungsfonds stopfen müssen, das geht aber ja schon automatisch, kostet nichts und erlaubt hernach freies Aufzocken.

    Mal schauen, was Pfund, Franken und Dollar am Montag folgende machen, wenn man sie denn läßt; der deutsche Export brauchts.

    Dann werden Kapitalverkehrsverbote und engste Kontrollen folgen, Bargeld- und Abhebeverbote; die BIPs aller Euroländer werden stürzen, wer investiert schon wo Willkür herrscht und mehr davon droht; das Spielfeld ist der Globus, und nach dem Euro wird alles und jeder viel billiger zu haben sein.

    caw

  8. G. Perthen sagt:

    Erlauben sie mir, dass ich noch einmal die Diskussion kurz kommentiere:

    Den Protagonisten der AD den Sachverstand abzusprechen, geht doch etwas weit: Prof. Starbatty hatte in Verbindung mit anderen Sachverständigen bei seiner ersten Klage vor dem Bundesverfassungsgericht genau das dann eingetretene Szenario skizziert. Wie ich aus eigener Anschauung in seinen Vorlesungen bezeugen kann, ist er ein Europafreund und von der Sorge umgetrieben, dass die Probleme um den Euro das Einigungswerk Europäische Union ruinieren könnten. Er vertritt die Überzeugung, dass das „Wasser nun mal nicht bergauf fließt“, also ökonomische Gesetzmäßigkeiten existieren, über die man sich nicht mit purem politischen Willen hinweg setzen kann. Im Übrigen ist er ein Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne von Alfred Müller-Armack. Wie aus dem verlinkten Video in seiner Antwort auf eine Zuschauerfrage hervorgeht, ist er sich sehr wohl bewußt, dass bereits Fakten geschaffen worden sind und eine Rückabwicklung des Euro so einfach nicht möglich sein wird, sondern nur weiterer Schaden verhindert werden muss. Die Alternative für Deutschland in die äußere rechte Ecke zu stellen, kann ich nur für eine, leider sehr probate Abwehrreaktion der derzeitigen Machtkonstellation aus CDU/CSU/SPD/GRÜNEN und der Leitmedien halten.

    Man kann mit ihm übereinstimmen oder auch nicht, aber das Einbringen von Alternativen auf diesem Niveau hätte es dem Wähler auch in der Vergangenheit ermöglicht, seine abweichende Auffassung politisch wirksam durch sein Abstimmungsverhalten auszudrücken.

    Aber wie aus den bisherigen Äußerungen in diesem Thread hervorgeht, ist bei der Beurteilung der aktuellen Situation das Festhalten an der eigenen richtigen Lehre wichtiger als die Einschätzung der politischen Bedeutung sich bildendender Gruppierungen.

    Die eigenen Überzeugungen in allen Ehren, und auch das Ansinnen, bei einer Wahl aus taktischen Gründen für eine Gruppierung zu stimmen, die in wesentlichen Punkten nicht mit der eigenen Weltanschauung übereinstimmt, ist vielleicht etwas viel verlangt, aber den Bürgern, die eine andere Ansicht vertreten blinden Egoismus oder „Stroh im Kopf“ zu unterstellen, ist alles andere als demokratisch.

    • globalnote sagt:

      Soweit Sie mich ansprechen. Ich habe den Vertretern der AD nicht den wirtschaftlichen Sachverstand abgesprochen, nur das die meisten der jetzt revoltierenden Professoren sich hätten sehr viel früher mit ihrer Eurokritik melden sollen. Das gilt natürlich nicht für Statbatty und einige andere. Letztere habe ich auch nicht in die rechte Ecke der CDU geordnet. Aber in der AD gibt es viel zu viele mit der CDU Unzufriedene. Die Vorgängerin „Wahlinitiative 2013“ wendet sich ausschließlich an unzufriedene CDU-Anhänger und kommt dann mit den sozialpolitischen Forderungen vom rechten Rand. Ich würde meine Überzeugungen verleugnen müssen, wollte ich diese Truppe wählen. Zudem wird sie wahrscheinlich nicht über die 5 % kommen und damit SPD/Grüne an die Regierung bringen, die erst recht Euro-blind sind.

      Wie man ohne gesetztlichen Mindestlohn aus dem Euro aussteigen will, ist mir außerdem ein Rätsel, weil man mit mindestens zeitweise sehr viel weniger Export erst recht eine viel stärkere Massenkaufkraft für die Binnenkonjunktur braucht. Ich vermute, daß sich die AD bei der Spezifisierung ihrer sozialpolitischen Position auseinander dividieren wird. Aber das kann man einer Partei für den Bundestag nicht ersparen. Es wäre dann das Problem, unter dem derzeit die Piraten leiden.

      • G. Perthen sagt:

        Danke für die Antwort.

        Bei jeder Parteigründung scheinen sich sehr unterschiedliche Menschen mit ihren Ideen zusammenzufinden und dann folgt i. A. eine Phase inhaltlicher Klärung. Insofern halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass der volkswirtschaftliche Sachverstand sich noch vor der Wahl durchsetzen kann. Auch kann ich in diesem frühen Stadium noch nicht sehen, wie sich bei der AD die Interessen der Großindustrie, die naturgemäß den Druck auf die Löhne aufrecht erhalten wollen, und des Mittelstands, der der Logik nach an einer höheren Binnenkaufkraft interessiert sein sollte, ausbalancieren. Aber es ja noch einige Zeit bis zur Wahl.

        Bei den genannten weniger als 5% bin ich mir nicht so sicher, wenn man bedenkt, wie bei den Piraten kurzfristig eine überraschend hohe Zustimmung zu verzeichnen war. Dass sich die AD so gründlich zerlegt wie die Piraten nehme ich angesichts des Alters und der Lebenserfahrung der Protagonisten nicht an.

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