2762

global news 2762 12-09-12: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts hängt mutlos in der Luft jenseits der Realitäten

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30 Responses to 2762

  1. C,A,Wittke sagt:

    Der Schrecken nimmt jetzt erst mal kein Ende.

    Man kann denken, sie konnten nicht anders, das war das kleinere Übel, sie gaben ihr Bestes; oder aber man fühlt sich von den windigen, wachsweich gestreamten Erläuterungen des obersten deutschen Verfassungsrichters veräppelt; kompromittiert; vera***ht, wer das in Höflich nicht kapiert!

    Und so fühle ich mich auch. So müssen sich manche Großeltern auch gefühlt haben, wenngleich die Gewalt greifbarer war als sie es heute erscheint.

    caw

  2. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    ich fühle mich definitiv verars…… Hab mich seit heute Vormittag geärgert!!! Und seit diesem Interview, das mich sehr erbost hat, gucke ich auf Youtube Comics, um mich abzulenken. Ich kann echt nicht mehr!

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/interview-mit-thomas-straubhaar-der-esm-und-die-transferunion-a-855381.html

    Ist Euch aufgefallen, dass die Foreneinträge unter den Berichterstattungen zum ESM ganz schön heftig ausfallen? Da kriegt man Angst vor der Zukunft.

    Bisher ist mit der EU-Währungsunion alles schief gegangen, was nur schief gehen konnte. Und es kann noch sehr viel schlimmer kommen, da schließe ich mich Dr. Jahnkes Einschätzung an. Danke für Ihr Statement zum heutigen Urteil unserer Rotkäppchen.

    Bis denne,

    Gaby

  3. kato74 sagt:

    Es wird alles noch schlimmer kommen.

    Der Plan der EU war schon immer eine Umverteilung von unten nach oben.

    Wieso soll ein Zurück zur Kleinstaaterei ein Problem sein. Ja, das kleine Island ächzt unter der Last…Moment, Island? Sind das nicht diejenigen, die eine Arbeitslosenquote von 4 Komma irgendwas Prozent und ein Wirtschaftswachstum in gleicher Größenordnung haben? Komisch, wie das wohl geht.

    Klar, der internationale Kapitalist und Bankster will sich sowas nicht vorstellen, weil viele kleine Länder schwieriger zum steuern sind als ein riesiges Moloch.

    Aber der Mensch hat Grundbedürfnisse und die werden auch in kleinen Ländern befriedigt, wenn man nicht gerade Monsanto ins Land lässt (aber das ist eine andere Geschichte). Was soll schief gehen? Dass man zum Bauer mutiert? Nun, das eigene Getreide kann man „fressen“. Den TFT, die Smartphones, den Benz wohl nicht wirklich.

    Wenn von Griechenland offen die 6-Tage-Woche verlangt wird ist es nicht mehr so weit hin, bis das auch bei uns kommen wird. Wäre es da nicht besser, gleich für sich selbst zu arbeiten?

    Zumal nichts kleinstaatlicher ist als der Schwabe, dessen Nachbar das größere Haus und den größeren Daimler hat…

    • Mabuse sagt:

      Und wie haben die Isländer das geschafft? Indem die Mehrheit der Isländer sich ihrer Macht, die sie in einer repräsentativen parlamentarischen Demokratie haben, besonnen haben und ihre bisherigen Vertreter (=Politiker), die, wie in anderen Ländern, eine neoliberale Politik betrieben hatten, in die Wüste schickten! Und statt dessen per Kreuz in der Wahlkabine neue Vertreter (=Politiker) wählten, die nicht für eine neoliberale Politik standen! – Vielleicht ist es in den Euro-Mittelmeerländern bald auch so weit. Was hat die Mehrheit dort, die durch die neoliberale Politik immer stärker verarmt, noch groß zu verlieren?

      http://www.taz.de/Debatte-Finanzkrise/!101198/

      Warum sind wir in Deutschland mehrheitlich solche Deppen?
      😦

      MfG

  4. carolus sagt:

    wenn ich mich so an zeiten erinnere wo D angeblich der kranke mann europas gewesen war,dann wünsche ich mir diese zeiten zurück.
    die verteilung war da noch eine andere sowie die währung und auch das BVG.
    wenn ich mir die grossspurige lobhudelei so durchlese,die herr gerhard schröder kürzlich im handelsblatt über sein 10 jähriges hartz jubiläum-gekleidet in eine hymne für herrn draghi- vom stapel gelassen hat,dann hat er seinem namen als genosse der (exportkonzern)bosse alle ehre gemacht.auch interessant ist seine seltsame schlussfolgerung,dass er mit seinen „reformen“ als lösungsblaupause dient für alle anderen EU-staaten,die jetzt probleme haben.

    http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-draghis-kluge-entscheidung-haelt-euro-zone-zusammen/7118894.html

  5. Sorry, ich sehe dies völlig anders!

    Kurz gesagt, das BVG hat meiner Meinung nach eindeutig festgelegt, wo rechtlich die Haftungsgrenze für D liegt. Wenn nun unterstellt wird, dass schlussendlich die zu erwartende Sachzwänge nicht hergeben, ist das erstmal ein Problem der ausführenden Staatsorgane, da diese die Möglichkeit haben rechtlich weitere Forderung abzulehnen. Man kann ja wohl nicht dem BVG anlasten, wenn u.U. dies unterbleibt. Wo kein Kläger da kein Richter, kann man da nur sagen.

    Andererseits hat das BVG ganz klar auf den Sachverhalt einer einstweiligen Verfügung verwiesen. Es dürfte sich soweit herum gesprochen haben, dass die Justizia nur sich eng an den entsprechenden Klagen zu orientieren hat und nicht darüber hinaus Urteile sozusagen auf Vorrat fällen kann, zumal noch ein Hauptverfahren ansteht.

    Hier wird wohl von der überwiegenden Mehrheit zu Unrecht erwartet, dass das BVG die Hausaufgaben der Regierung zu erldiegen hat!

    Das BVG hat lediglich auf die Einhaltung der aktuellen GG-Grundlage zu achten, nicht mehr und nicht weniger1

    • globalnote sagt:

      Der ESM ist der Türöffner für die unbegrenzte Staatenfinanzierung durch die EZB und damit eine unbegrenzte deutsche Haftung. Die Festschreibung der 190 Mrd Euro ist daher nur noch Theorie. Das hätte das BVerG berücksichtigen müssen. Hierzu war ein Eilantrag gestellt, den das BVerfG als Eilantrag abgelehnt hat. Die beiden Klagen hätten nicht getrennt werden dürfen. Mit der Entscheidung des BVerfG ist die Tür zu einer nicht mehr demokratisch kontrollierten Ausuferung der deutschen Haftung geöffnet worden. Das BVerG wird sie nicht mehr schließen können. Oder wollen Sie das anders sehen?

      • Sehe ich dennoch anders!

        Das BVG hat meiner Meinung völkerrechtlich eindeutig die Haftungsobergrenze festgelegt!

        Deswegen hat das BVG sehr wohl dem Eilantrag berücksichtigt!

        Alle anderen sicherlich nicht unberechtigten Anmerkungen, sind nicht GG-relevant.

        Ich denke hier sollten wir schon sehr genau und penibel unterscheiden.

      • globalnote sagt:

        Dann verstehen Sie nicht oder wollen nicht verstehen, was ich meine. Der Eilantrag von Gauweiler zum Zusammenhang mit der EZB wurde abgelehnt! Damit gibt es kein Zurück mehr. Die Schuldenunion kommt. Und natürlich traut sich das BVerG nicht an die EZB. Ich bin da durchaus penibel (zumal ich selbt Jurist bin). Nur mache ich mir auch nichts vor.

      • Gaby sagt:

        Ich teile Ihre Ausführungen vollumfänglich, Herr Dr. Jahnke.

        Gaby

      • Gaby sagt:

        Hi,

        ich bin deshalb mißtrauisch und glaube, dass Deutschland für sehr, sehr, sehr viel mehr als 190 Milliarden haften bzw. diese Summe auch zahlen muss, weil sich unsere Abgeordneten oft gar nicht auskennen in dem, was sie beschließen. Sie nicken einfach den Papierstapel ab, der ihnen zur Prüfung vorgelegt wird, weil die Sachkenntnis fehlt, weil die Zeit fehlt, sich in die Sache reinzuarbeiten, weil das Interesse fehlt und, und, und.

        Schaut Euch dieses Video zum Beschluss des EFSF vom vorigen Jahr an. Der EFSF ist der Vorgänger vom jetzt durch das Bundesverfassungsgericht durchgewunkenem ESM. Da muss ich kotzen, wenn ich das Video sehe!

        Ja glaubt Ihr denn, glauben Sie, Herr Peter Henschel, unsere Abgeordneten würden besser Bescheid wissen oder ein Überschreiten der 190 Milliardengrenze Deutschlands Haftung im ESM verhindern, wenn es hart auf hart kommt? Mitnichten!

        Gaby

  6. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    es wird immer grausamer! Nächster Schocker: Kampf um die deutschen Spargroschen!

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sparkassen-und-volksbanken-kaempfen-gegen-bankenunion-a-855706.html#spCommentsBoxPager

    Jean-Claude Juncker hat einmal gesagt:

    „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

    Wundert es jemanden, wenn nach dieser Ankündigung die deutschen Spareinlagen in großem Stil aus dem Euro zu fliehen, in welcher Form auch immer?

    Gaby

  7. Heiner sagt:

    Der mögliche Weg zurück ist jetzt verschlossen!!
    : Darüber wird es keine Transparenz geben, keine Berechenbarkeit, und niemanden, der dazu zur Rechenschaft gezogen werden kann!!!:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/12/esm-spruch-von-karlsruhe-noch-kein-endsieg-auf-dem-weg-zur-schuldenunion/
    MfG

  8. peter sagt:

    Soviel ich aus den zahlreichen Tv-diskussionen zu der BVG Bewertung verstanden habe schliesst das Gericht nicht aus, dass es bei den 190 Mrd.Haftung bleiben muss.
    Wenn ein weiterer Bedarf entsteht müsste das deutsche Parlament eben neu und demokratisch darüber abstimmen.Allerdings, wie immer betont wird,verknüpft mit strengen Sparauflagen, genannt Reformen,mit denen angeblich die Defizite und die Wettbewerbsfähikeit als auch die Schuldenstände verringert werden sollen.

    Nur wer glaubt daran, dass man sich aus
    Rezessionen herrausparen kann??

    • carolus sagt:

      hallo peter,

      das zum thema wie ich das ganze in der öffentlichkeit verkaufe. siehe auch agenda 2010,die ja auch als die rettung des deutschen abendlandes verkauft wurde aber de facto eine massive umverteilung auf kosten der schwächsten bedeutet hat.
      die ezb wird natürlich immer bestreiten,dass sie mit ihren staatsanleiheankäufen von krisenstaaten staatsfinanzierung betreibt.es diene ja immer nur der eurorettung.und schon ist das bvg fein raus.die aufkäufe der staatsanleihen,und damit die inflationierung des euro durch die hintertür werden ermöglicht durch den esm mithilfe des zwischenschaltens des sekundärmarktes von dem die ezb aufkaufen kann und sich dem vorwurf einer direkten staatenfinanzierung entziehen kann.
      die 190 milliarden begrenzung ist makulatur.es kann doch mit schattenhaushalten umgangen werden,um diese 190milliarden nie zu überschreiten wie immer wieder im bundesdeutschen staatshaushalt vorexerziert wurde.
      ich traue diesen ganzen eurovögeln nicht mehr über den weg.

  9. Mabuse sagt:

    Das stand in der FTD:

    „Noch einmal hat das Gericht den Bundestag gestärkt. Wem die breite Mehrheit dort für die Rettungsschirme nicht passt, muss andere Parteien wählen. Das aber scheinen die Bürger nicht zu wollen. Ihnen reicht das Gefühl, dass Karlsruhe aufpasst.“

    http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:kommentar-zum-esm-urteil-karlsruher-albernheiten/70089532.html

    Ich stehe also mit meiner Meinung nicht alleine. 🙂

    MfG

  10. Für mich dreht es sich hierbei um eine reine Rechtssprechung und nicht daraum, was ich glaube oder nicht, was ich befürchte oder nicht, ob mehrere meiner Meinung sind oder nicht!

    Das BVG hat eindeutig und nachvollziehbar begründet warum es so entscheiden hat!

    Deshalb ist für mich klar, wenn irgendeine Regierung gegen diese BVG-Rechtsauslegung verstößt, wäre dies ein klarer Grund zur Klage, wegen Verletzung unserer Grundgesetzes, basierend auf heutige Basis.

    In unserem GG ist allerdings auch der Passus enthalten, dass dieses geändert werden kann, durch entsprechende mehrheitliche Entscheidung.

    So sind nun mal unsere Spielregeln und ich finde das ist auch gut so!

    Wir können das BVG nicht dazu vergewaltigen die deutsche Regierungsarbeit zu übernehmen!

    • globalnote sagt:

      Wer will schon das BVerfG vergewaltigen? Das BVerG hat allerdings bisher weder entschieden noch begründet, ob die von Gauweiler wegen der neuen EZB-Politik vorgetragenen Verstöße gegen das GG zutreffen. Insoweit ist nur eine einstweilige Anordnung verweigert worden. Im Ergebnis aber kann das BVerfG gar nicht mehr von der Freigabe des ESM zurück, obwohl er als Türöffner für die unbegrenzte deutsche Haftung aus Anleihekäufen der EZB wirken wird. Das ist das Unbefriedigende an der Entscheidung. Es zeigt nur einmal mehr, daß man vom BVerG nicht erwarten sollte, daß es eine ausufernde deutsche Haftung bremst, auch wenn sie das GG verletzt, wenn es damit das Risiko eines Untergangs des Euro übernehmen müßte.

      Deswegen werden uns noch die Ohren schlackern, wenn Schuldenunion qua EZB/ESM und dann vielleicht auch noch Banken-Union (5 Billionen Euro zu versicherndes Depotvolumen = 2x die deutsche Jahreswirtschaftsleistung) zusammenkommen.

      • Es braucht auch, meiner Meinung, garnicht zurück in seinen Ausführungen!

        Das BVG hat klar und unmissverständlich sowie begründet aufgegeben, wo die Grenzen liegen.

        Demzufolge handelt es sich bei Überschreitungen dieser LInie um einen klaren GG-Verstoß, welcher beklagt werden kann!

        Somit hat dann ein Gauweiler, was dieser oder Gleichgesinnte sicherlich auch tun werden, die nächste Möglichkeit hierzu.

        Ich bin daher der Meinung, es ist hierbei noch garnichts verloren!

        Nochmals, ich teile sehr wohl die allgemeinen Bedenken und Entwicklungen. Dennoch müssen wir hier sehr penibel trennen, zwischen Rechtssprechung und Beurteilungen.

      • globalnote sagt:

        Korrektur:

        Schade, daß ich mich Ihnen gegenüber nicht verständlich machen kann und daß Sie mir immer wieder vorhalten, nicht penibel trennen zu können. Sie werden ja noch erleben, daß das BVerG bei in der Kombination von ESM und unbegrenzten EZB-Anleihekäufen weit über die 190 Mrd Euro ohne das deutsche Parlament hochlaufender Haftung nicht mehr einschreiten wird, weil es jetzt die Kugel hat rollen lassen. Aber beenden wir diese Diskussion, die nichts mehr bringen wird. Vielleicht kann ich Sie in der Zukunft einmal daran erinnern, was ich natürlich lieber nicht würde.

      • Gaby sagt:

        Lieber Herr Henschel und Mitlesende,

        Ihr Vertrauen in unsere Justiz und unsere freiheitlich demokratische Grundordnung in allen Ehren, aber die historische Erfahrung lehrt uns, dass der Kapitalismus nicht nur ständig schlimmer werdende Wirtschaftskrisen hervor bringt, sondern die Arbeiter und Angestellten im übertragenden Sinne seit dem 17. Jhr. längst zu Schafen mutiert sind: Entweder werden wir geschoren, also per Enteignung, Inflation und Währungsreform unseres Eigentums beraubt und/oder zur Schlachtbank, also in einen Krieg geführt.

        Vierzig Jahre deutsche Soziale Marktwirtschaft haben uns leider die bestialische Destruktivität des unregulierten, entzivilisierenden Kapitalismus vergessen lassen, so dass wir uns kaum vorstellen können, dass sich unsere Zukunft unter den gegebenen kapitalistischen Weichenstellungen genauso entwickeln wird, wie Griechenland uns heute ein Angst einflößendes Menetekel der inneren wie äußeren Zerrüttung ist.

        Ein Kapitalismus mit menschlichem Antlitz ist nur zu erreichen, wenn der Gesetzgeber harte Regularien in die zerstörerischen Wirkweisen einzieht, deren rote Linien niemals erweitert oder gar überschritten werden dürfen. Von dieser politischen wie juristischen Vernunft ist im 21. Jhr., im nationalen wie globalen Maßstab, weit und breit nichts zu bemerken, so dass ich mit Fug und Recht das Schlimmste für uns, unsere Kinder und Enkel befürchte. Vor der ökonomischen Katastrophe, die sich am Horizont abzeichnet, schützen uns die windelweich dehnbaren Ja-Aber-Urteile unserer Verfassungswächter in keinster Weise. Das ist meine Meinung.

        Ich wünsche Euch ein schönes Wochende,

        Gaby

  11. Sehr geehrte Gaby warum so pessimistisch?

    Warten wir es doch mal ab, was sich nun tatsächlich ergibt bzw. kann ich desweiteren nur die aktuelle Ausgabe der FAZ-Sonntag empfehlen, mit dem Beitrag von Paul Kirchhof, wo tendenziell auch in meine bisherige Argumentation zielt.

    Natürlich gibt es keine Garantie hierfür, diese hatten wir aber noch nie, in unserer Zeitgeschichte!

  12. Heinz Göd sagt:

    Wenn ich mir gegenüber ehrlich bin, so bin ich mir nicht sicher, ob ich als VerfassungsRichter den Mut gehabt hätte,
    den ESM zu kippen. Hinter dem ESM stehen die Interessen des GroßKapitals – und das kann sehr unangenehm reagieren, wenn mensch sich ihm entgegeenstellt. Zudem ist die Entscheidung ‚ESM nein oder ja‘ eine Wahl zwischen ‚Pest oder Cholera‘,
    denn der €uro wird höchstwahrscheinlich so oder so nicht überleben, nur die Art des Sterbens wird verschieden sein.
    Der €uro ist eine offensichtliche Fehlkonstruktion, denn er führt unausweichlich zur dauerhaften Transfer-Union – und die ist auf Dauer in Europa nicht zu halten.
    Auch alle anderen Währungen sind eine Fehlkonstruktion,
    also das ganze FinanzSystem.
    Das ist schon seit mindestens 3000 Jahren bekannt. Das Problem wurde so ca. alle 70 bis 100 Jahre mittels Krieg gelöst. Das war für die Betroffenen unangenehm und bisweilen tödlich,
    aber für die Menschheit insgesamt belanglos.
    Seit 1945 haben wir die Atombombe und ein Weltkrieg ist für die Menschheit nicht mehr belanglos.
    Die Weltwirtschaft ist schon seit 40 Jahren instabil,
    die USA schon seit 20 Jahren unter Wasser – von dort kommen nur noch ‚Bubbles‘ und es ist nicht abzusehen, dass noch etwas anderes kommen könnte. Der Petro$ ist für die USA noch ein Röhrchen an die WasserOberFläche. Die Länder Irak, Lybien, Syrien, Iran wollten neben dem Petro$ auch noch den Petro€ und der Kriegszug der USA folgt auffallenderweise dieser Spur. Ein Krieg gegen den Iran könnte sich durchaus zu einem Weltkrieg ausweiten – und das alles zum Teil auch wegen eines antiken FinanzSystems.
    Chip, Computer und weltweite Vernetzung ermöglichen neuzeitliche FinanzSysteme. In den InternetForen wird das auch bereits angesprochen, Ideen dazu gibt es ebenfalls schon.
    Wir erleben jetzt wahrscheinlich den Übergang in ein neues Zeitalter der MenschheitsGeschichte….

  13. Gaby sagt:

    Guten Abend, Herr Göd und Mitlesende,

    ich halte die Erfindung des Geldes für eine gute Sache, erleichtert es doch den Tausch von benötigten Dingen und den Handel zwischen den Völkern seit ca. 5.000 Jahren. Seit der Erfindung des Geldes wird auf seine Ausleihe Zins erhoben, in der Antike gar um die 30 Prozent und die Verleiher waren ursprünglich, man höre und staune, Tempelpriester. Noch bis ins 20. Jhr. hinein sahen unsere modernen Banken mehrheitlich aus wie Tempel.

    Krieg wird nicht deswegen geführt, weil Geld existiert, sondern meistens deswegen, weil ein Volk etwas besitzt, was das andere begehrt oder ihm essentiell fehlt. Kriegsführung kostet aber viel Geld, so dass im Grunde alle Kaiser, Könige etc. pp. der Versuchung erlagen, aus der vorhandenen Geldmenge mehr Geld zu machen, indem der ursprüngliche Metallwert durch simple Metalllegierungen verwässert wurde, das Geld inflationierte. Geld ist kein Kriegsgrund, aber Krieg inflationiert den Geldwert, weshalb es bisher gut 800 mal in der Geschichte der Menschheit zu Staatsbankrotten kam, das antike Rom inbegriffen und auch die schrecklichen deutschen Inflationen Anfang bis Mitte des 20. Jhr.

    Wir modernen Leute neigen dazu, dem Geld in historischer Hinsicht generell viel zu viel Bedeutung zukommen zu lassen (Stichwort: Youtube – Fabian erklärt uns das Geld). Vor dem 17. Jhr. spielte Geld für den Großteil der agrarisch geprägten Bevölkerungen dieser Welt nur eine marginale Rolle, denn die Menschen waren weitgehend Selbstversorger. Erst als die ersten zarten Pflänzchen des Kapitalismus zu entstehen begannen (Hanse, Fugger, italienische Seidenweberei) und bald darauf die europäischen Landreformen folgten, die die ehemals autarken Selbstversorger mit einem Federstrich ihrer Produktionsmittel und Wohnstatt enteigneten und sie massenhaft als Proletarier in die Manufakturen der ersten Kapitalisten spülten, begann das Geld den Stellenwert einzunehmen, den es heute für uns hat (Stichwort: Schafe fressen Menschen).

    Wieso ist der Okzident im kapitalistischen, technischen, humanistischen und demokratischen Sinne eigentlich besser entwickelt als der Orient oder Asien? Liegt es an den differenten Genen der Völker, liegt es an den verschiedenen Kulturen oder Religionen? Nein, es liegt daran, dass die westlichen Kapitalisten, allen voran die Protestanten, ihre Profite seit dem 17. Jhr. in ihre eigenen Unternehmungen reinvestierten, sie also vergrößerten und jedem talentierten Proletarier per geliehenem Geld die Möglichkeit gaben, seine innovativen Ideen in real erbringenden Profit umzusetzen (Stichwort: ‚Spekulation‘ und der Slogan ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär‘).

    Ein neues Zeitalter der Geschichte der Menschheit, Herr Göd, kann in meinen Augen nur die Überwindung des Kapitalismus sein, eine Wirtschaftsform, die ich für die bösartigste aber technisch innovativste in der gesamten Menschheitsgeschichte halte. Geld als Tauschmittel wird uns Menschen immer erhalten bleiben, egal, wie wir uns künftig entwickeln. Wir sollten uns unsere Innovationskraft zugunsten der gesamten Menschheit erhalten und sie ausbauen, aber bitte außerhalb des Korsetts der Kategorien des Kapitalismus (= abstrakte Arbeit, Lohn, Preis, Profit). Ob das klappt, weiß ich nicht. Marx wusste das auch nicht. Der real gelebte und gescheiterte Kommunismus und Sozialismus ist nicht das, was Karl Marx unter der Überwindung des Kapitalismus verstand und ich sehe das genauso.

    Bitte verzeiht meine holzschnittartige Beschreibung unserer Historie, aber hier ist kein Platz für Ausschweifungen.

    Schönen Abend und alles Gute für Euch alle,

    Gaby

    • Heinz Göd sagt:

      Werte Frau Gaby,

      Danke für Ihre geschichtlichen Ausführungen. Wir stimmen da in unserer Ansicht weitgehend überein, auch darin, dass Geld die technische Entwicklung beschleunigt hat.
      Meine Beobachtung der Wirtschaft seit 1973 ergab,
      dass das derzeitige System wachsen(=zunehmen) muss,
      ohne Wachstum läuft das System nicht.
      Auf einer endlichen Welt kann aber die Wirtschaft nicht immerfort wachsen.
      Mein LösungsVorschlag ist bekannt.
      Es gibt noch mehrere, habe ich ja des öfteren verlinkt.
      Natürlich ergibt das einen anderen Lebensstil,
      den werden wir aber ohnedies brauchen, siehe

      Mit freundlichen Grüßen
      Heinz Göd

      • Gaby sagt:

        Lieber Herr Göd und Mitlesende,

        ich möchte noch etwas zu Ihren goldrichtigen Beobachtungen hinzusetzen:

        Das stete Wachstum ist ein Grundpfeiler der in Beton gegossenen Irrationalität des Kapitalismus, allerdings ist damit nicht das Wachstum zum Wohle der Menschen gemeint, sondern das Wachsen des Profits in der Hand des Kapitalisten.

        Lange Zeit waren die Kapitalisten darauf angewiesen, das Wachstum ihres Profits in der Realwirtschaft zu generieren – ein mühseliges, frustrierendes Geschäft! Aber Dank Mikroelektronik (dritte industrielle Revolution) findet die wunderbare Profitvermehrung seit ca. Mitte der 1970er Jahre mehr und mehr in der sogenannten Finanzwelt statt, einem virtuellen, weltumspannenden Raum, der sich längst von der Realwirtschaft abgekoppelt hat.

        Beziffert sich reales Güterwachstum in guten (!) Jahren um die drei Prozent, schmeißt der digitale Finanzhimmel mit Renditen nur so um sich – 25 % und mehr waren jahrelang kein Problem plus unverschämt hoher Boni und noch unverschämt destruktiverer Finanzcrashs, die seit den 1970er Jahren in immer kürzeren Abständen immer heftiger auf uns alle eindreschen.

        Ich wünsche mir eine Wirtschaftsform, die sich an die mittelalterliche Kaufmannsethik (< 16. Jhr.) anlehnt, gerne auch mit Zünften, schließlich haben sie den Konkurrenzdruck erst gar nicht entstehen lassen und dafür gesorgt, dass niemand den anderen übervorteilt oder seinen Kunden Ramsch andreht.

        Geld diente vor dem 16. Jhr. den Menschen. Seit dem 16./17. Jhr. ist das Geld ein hirnloser Selbstzweck geworden, den es zu vermehren gilt, koste es so viele Menschenleben und Umweltschäden wie es wolle.

        Wie entsetzlich geisteskrank meines Erachtens unsere modernen Zeiten sind, lässt sich erahnen, wenn man sich eine Weile mit Jakob Fugger (1459 – 1525 n. Chr.), Sproß einer spätmittelalterlichen Handelsfamilie (Textil-Verleger), beschäftigt.

        Der "entartete" deutsche Jakob war Verfechter all dessen, was wir heute Ökonomie nennen. Er ließ Menschen im großen Stil für sich arbeiten, zahlte knappe Löhne, reinvestierte sein Kapital, schaute sich von den Venezianern die doppelte Buchführung ab, entwickelte sich nicht nur zum reichsten Menschen seiner Zeit, sondern auch zum Kreditgeber (inkl. der damals ungeheuerlichen Zinseszins-Forderungen!!!) und wurde zum korrupten Königsmacher. Jakob vermischte die Ökonomie schamlos mit der Politik, gerade so, wie wir das heute kennen und beklagen. Seinen Zeitgenossen war er wegen seines unverschämt ausgeprägten Profitdenkens und seiner zielgerichteten Expansionslust ziemlich unheimlich, galt gar vom Teufel besessen, denn Jakob hielt sich nicht mehr an die mittelalterlich-christlichen Wertevorstellungen. Das Geldvermehren wurde sein Gott, womit er sich nicht nur den Unmut seiner Zeitgenossen zuzog, sondern auch den seiner im mittelalterlichen Denken verhafteten Ehefrau, mit der er zeitlebens keinen Sex hatte, weil sein kaltes Herz nicht lieben, sondern nur Geld vermehren konnte.

        Jakob Fugger war ein sehr einflussreicher Wegbereiter und Vorbild dessen, was wir heute Kapitalismus nennen.

        Merkwürdigerweise hat sich Jakob nie auf das protestantische Arbeitsethos, das zu seiner Zeit entstand, eingelassen. Historiker rätseln noch heute, warum das nicht geschehen ist und wundern sich, warum Jakob Fugger in Augsburg einen Stadtteil errichten ließ, der alle nicht selbstverschuldeten Armen in diesen Stadtteil aufnahm. Der Mietzins war ein Gulden pro Jahr und das nur deshalb, weil Jakob Fugger nicht wollte, dass sich die Ärmsten der Armen alimentiert, also entwürdigt fühlen.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Fuggerei

        Der Jakob, so grausam geldgierig er sich seinen Zeitgenossen zeigte, war trotzdem nicht gänzlich losgelöst vom mittelalterlichen Moral- und Ethik-Denken. Ackermann, bis vor kurzem Deutsche Bank-Chef, hätte es gut gestanden, in einem Stadtteil von Frankfurt ein Armendorf auf völlig eigene, also private Kosten zu errichten. Hat er aber nicht!!!!

        Das zeigt den vollkommenen Bruch vom Mittelalter zur Moderne.

        Wohlstand für alle Menschen, davon bin ich überzeugt, kann realisiert werden, aber nicht innerhalb der Kategorien des Kapitalismus, sofern mittelalterlicher Verstand, Einsicht und Vernunft fehlen. In dieser Gewissheit gehe ich mit Ihnen Hand in Hand, Herr Göd.

        Mich würde sehr freuen, wenn sich ganz viele Menschen für unsere deutsche Geschichte jenseits des Nazi-Terrors, jenseits des geklitterten Schulstoffs unserer Kinder interessieren würden, aber bitte nicht per populistischer Romanform, wie es derzeit per endloser Liebesgeschichten modern ist, sondern sachlich fundiert. "Die Wanderhure" und alle ihre Ableger zeigen uns kein realistisches Geschichtsbild, sondern nur Geschichtsklitterung á la Hollywood und Adenauer.

        Bis denne,

        Gaby

  14. peter sagt:

    Eine Bemerkung aus der heutigen Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel lautete,dass Sie zutiefst davon überzeugt sei, dass sich die Krisenländer hinsichtlich der Lohnstückkosten an Deutschland azupassen hätten und es dabei keinen Ausgleich gäbe,weil ansonsten unsere Exporte darunter zu leiden hätten.
    Nach deutschem Lohndrückerwesen soll also weiterhin ganz Europa genesen.Das kann nicht funktionieren und wird nur dazu führen dass die Eurozone auseinanderfliegt!

  15. Mabuse sagt:

    Im Endeffekt retten die Steuerzahler der Geberländer solche Banken – und damit die Vermögen der Aktionäre und Anleihezeichner – wie die Deutsche Bank. Oder glaubt hier jemand, dass diese Bank nicht in den Euro-Mittelmeeranrainerstaaten engagiert ist, dass sie nicht kräftig bei den Spekulationen mittels Staatsanleihen, CDS, etc. kräftig mitrührt?

    Was das für eine Bank ist, konnte man sehr gut in der gestrigen Dokumentation über Schrottimmobilien sehen, in der gezeigt wurde, dass gerade auch die Deutsche Bank bei diesen „Geschäften“ kräftig mitrührt und seinen Schnitt macht.

    http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=FA93812D1C9E01B35DE45146415B56BC

    Für solche Banken müssen die Masse der nicht vermögenden Deutschen mit ihren Steuern einstehen. Unglaublich, aber das ist die Politik hier in unserem Lande, neoliberale Politik, Umverteilung von Unten nach Oben, seit vielen Jahren betrieben von cDU/csU, sPD, fDP und den Grünen. Jetzt, in der Krise treten die Auswirkungen diese Politik immer deutlicher zutage. Werden die Deutschen endlich gescheit? Oder ist der Michel so sehr durch „Brot und Spiele“ abgestumpft und verblödet, dass er seine Macht als Souverän („Wir sind das Volk!“) nicht mehr wahrnimmt?

    MfG

  16. Gaby sagt:

    Wir haben es schon lange geahnt!

    Der Euro ist Baumwolle und von Alchemisten umzingelt. Schaut Euch mal die bemerkenswerte Rede von Jens Weidmann an.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/18/weidmann-papiergeld-staatsfinanzierung-inflation/

    Bis denne,

    Gaby

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