2759

global news 2759 07-09-12: Mario macht doch nur, was er bei Goldman Sachs und der Banca d’Italia gelernt hat

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4 Responses to 2759

  1. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    na ja, Draghi macht das, was er von Blankfein gelernt hat: Er verrichtet Gottes Werk.

    Das klingt arrogant, blasphemisch, anmaßend und menschenverachtend, aber das ist nicht neu in der 500-jährigen Geschichte des Kapitalismus. Wer viel Geld hat oder verwaltet, fühlt sich dem Rest der Menschheit überlegen, gar von Gott auserwählt, noch mehr Geld zu machen, koste es an Menschenleben, was es wolle. Das hat mit der unseligen Verquickung des natürlichen Lebens mit den unnatürlichen Kategorien des Kapitalismus zu tun, die Thomas Hobbes mit seinem „Leviathan“ im 17. Jhr. angestoßen hat.

    Draghi hat den unbegrenzten (!) Aufkauf von kurzfristigen Staatsanleihen durch die EZB verkündet, auch von solchen, die Schrottwert besitzen. Darüber hinaus sei der Euro unumkehrbar, glaubt er. Das klingt alternativlos, also finanz-diktatorisch. In dieser Beziehung sehen sich Draghi und unsere Kanzlerin Merkel mental verbunden.

    Darüber hinaus habe ich gestern folgende Meldung gelesen: „Goldman Sachs: Verfassungsrichter in Karlsruhe werden dem ESM zustimmen“. Aha, Goldman Sachs verfügt also auch über hellseherische Fähigkeiten, vielleicht sogar über die schlagkräftigeren Argumente. „Schlagkräftig“ meine ich wörtlich!

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/09/07/goldman-sachs-verfassungsrichter-in-karlsruhe-werden-esm-zustimmen/

    Was mich gestern vollends innerlich zur Wut brachte, war das Börsen-Feuerwerk, das den Dax von einer Minute auf die andere recht munter nach oben hüpfen ließ, nachdem bekannt wurde, dass die EZB nun unbegrenzt siechende Staatsanleihen aufkauft. Das ist doch ein deutlicher Hinweis darauf, wem die Bazooka bzw. die Dicke Berta nützt. Nicht den einfachen Menschen schuldenüberbordender Länder, die ohne Mitleid immer weiter in die Armut getrieben werden, sondern den milliardenschweren Geldanlegern.

    Wenn ich eine superreiche Lebefrau wäre, würde ich jetzt massiv kurzfristige Staatsanleihen der EU-Schwachländer kaufen, hahaha! Die Zinsen von vier oder fünf Prozent sind ok und ich würde kurzfristig kein Risiko eingehen. Die EU-Bürger würden mir die Ausfälle der regulären Rückzahlung meines Geldes per EZB, also ihrer hart erarbeiteter Steuergelder erstatten. Besser kann es für einen Investor gar nicht laufen.

    Draghi verspricht, dass die EZB ihr Mandat nicht überschreiten wird, es also nur zur Stabilisierung der Zinsen in den Club Med-Ländern kommen wird, aber keinesfalls zu deren Staatsfinanzierung und der Wert des Euros stabil bleiben wird. Darüber hinaus gibt es keinen Zweifel, dass es zu einer galoppierenden Inflation kommt. Aber aus welchem Grund soll ich das glauben? Seit der Einführung des Euro wurden eine nach der anderen Maastricht-Stabilitätskriterien gebrochen. Wenn die Stabilitätskriterien, die einst vor allem die Deutsche Bundesbank ausgehandelt hat, unbequem wurden, wurden sie in aller Regel bequem gemacht. Die Maßgaben des Maastricht-Vertrags wurden ständig gebrochen, ständig wurde die rote Linie überschritten.

    Ich habe ein ganz übles Bauchgefühl. Ich kann Draghi nicht leiden. Ich glaube nicht daran, dass mein Erspartes sicher ist. Ich vertraue den Versprechen unserer führenden Politiker in Deutschland und Brüssel absolut nicht.

    Das ist meine Meinung zur gestrigen Entscheidung der EZB, künftig Anleihen im unbegrenzten Stil aufzukaufen. Das läuft auf Staatsfinanzierung hinaus und die noch relativ wirtschaftlich reichen und politisch stabilen Nordländer werden in Bälde ganz schlimm verarmen.

    Trotzdem wünsche ich Euch allen ein schönes Wochenende,

    Gaby

  2. carolus sagt:

    mario monti und jörg asmussen haben etwas gemeinsam.sie haben an derselben uni in italien(http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsuniversität_Luigi_Bocconi)studiert.
    und die gemeinsamkeiten von monti und draghi bei goldman sachs sind ja bekannt.so schliesst sich der kreis

  3. Heinz Göd sagt:

    Aus Draghi’s früherer Goldmann&Sachs-Zugehörigkeit könnte
    mensch ihm folgende Haltungen unterstellen:
    Haltung1: positiv
    Er kennt Goldmann&Sachs von Innen und kann in der EU den Begehrlichkeiten von Goldmann&Sachs entgegenhalten.
    Haltung2: negativ
    Er passt im Wesen zu Goldmann&Sachs – also skrupelloser Geldmensch – und ist möglicherweise ein ‚Trojanisches Pferd‘
    für die ‚Geschäfte‘ von Goldmann&Sachs.
    Wenn ich mir seine Miene auf den Pressefotos ansehe,
    so glaube ich eher an Haltung2.
    Die Frage für mich ist: Wer kann Draghi wirkungsvoll kontrollieren und gegebenfalls einbremsen ?

  4. Mabuse sagt:

    Wenn die Gesellschaften solche Zustände zulassen, dann müssen sich die Gesellschaften nicht wundern, wenn die Schuldenlast immer größer wird und schließlich nur noch mit einer „Bazooka“ in Schach zu halten sind:

    http://www.berliner-zeitung.de/finanzkrise/in-griechenland-anwaelte-druecken-sich-vor-dem-finanzamt,10808234,17213860.html

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