1983

Gedanken zur Zeit 1983 24-11-11: Jetzt müssen die Deutschen auslöffeln, was sie sich mit dem Euro und ihrer Exportwut eingebrockt haben

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9 Responses to 1983

  1. Christoph sagt:

    Ups Hr. Dr. Jahnke,
    säkseln Sie etwa gegen angeln?
    Oder umgekehrt oder wie?
    LG Christoph.
    PS Ist doch bedingungslos gut, was über’n Teich zu uns kommt….
    PPS Insellösungen wird jeder für sich finden müssen.

  2. Markus sagt:

    Ergänzend bzw. kontrastierend der linke Ökonom Rudolf Hickel:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1611100/

    • globalnote sagt:

      Da ist nicht viel links bei diesem Ökonomen, wenn er Eurobonds ständig vor sich hinbetet und nicht verstehen will, daß die Schuldengemeinschaft in Deutschland von den kleinen Leuten bezahlt wird, während die deutsche Exportindustrie Dank Eurobonds weiter ihre verschuldeten Märkte behält und Profit macht. Was ist da eigentlich links? Die Vertreter der Eurobonds sollten mal erklären, wer dann genau in Deutschland für die Schulden der anderen Euroländer aufkommen soll. DA müßte doch erst einmal das Steuersystem geändert werden, hat man das vergessen? Und sie sollten die Verantwortung übernehmen, wenn sich die Deutschen nach Schuldengemeinschaft noch mehr mit Grausen vom Euro abwenden. Sinn macht in meinem Verständnis nur eine Zwangsanleihe bei den Wohlhabenden, um Bares zur Rettung auf den Tisch zu bringen (siehe mein heutiger Rundbrief).

      Alles Andere ist das typische Gefasel von links, zumal von Menschen, wie Hickel, die nicht besonders viel Erfahrung mit der Arbeit von Finanzmärkten haben. Derzeit steigen die Zinsen auch für AAA ohnehin so stark, daß Eurobonds schon deshalb uninteressant werden dürften. Auch bezweifeln viele Professionelle, daß es ausreichend Nachfrage nach Eurobonds geben würde, zumal wenn auch noch Frankreichs AAA ausscheiden sollte, was ziemlich wahrscheinlich ist. Dann läuft das Ganze auf die Notenpresse der EZB hinaus und die Verbraucher zahlen die Zeche über die Inflation = die am Wenigsten soziale Lösung.

  3. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    politisch links bedeutet mir, auf der Seite der ökonomisch wie sozial Schwachen zu stehen. Folglich kann die Einführung von Eurobonds, deren Bürgschaft in erster Linie die eh schon Benachteiligten unserer Gesellschaft treffen wird, weder politisch links, noch sozial sein.

    Aus diesem und noch einigen anderen Gründen lehne ich Eurobonds strikt ab.

    Viele Grüße

    Gaby

  4. langweiler sagt:

    Ich frage mich was soll so ein Bericht. Gesehen gestern in Report
    Strafe muss sein: Das Europaparlament will, dass exportstarke Länder künftig zur Kasse gebeten werden. Denn wer Überschüsse produziert, so die Logik, zwingt die anderen Mitgliedstaaten ins Defizit und schwächt die Eurozone. Deutsche Wirtschaftsverbände schlagen Alarm. Und auch der deutsche Finanzminister kämpft um Deutschlands Exporte.

    http://blog.br-online.de/report-muenchen/2011/4405/eu-parlament-strafen-wegen-exporterfolgen.html

    • globalnote sagt:

      Wir sind nach China zum größten Störenfried der internationalen Wirtschaftsordnung aufgestiegen. Mit wuchernden Niedriglöhnen und Verweigerung flächendreckender Mindestlöhne klauen wir anderswo Arbeitsplätze und exportieren auf Kredit an Länder, die dafür kein Geld haben. Das muß endlich aufhören, indem auch in Deutschland angemessene Löhne gezahlt werden. Seit 2000 haben wir die niedrigste Reallohnentwicklung. Die gedrosselte Massenkaufkraft bedeutet auch weniger Importe und bei den Importen eine sehr einseitige Orientierung auf China-Schnäppchen, was unseren Europartnern Exporte nach Deutschland erschwert und zu den deutschen Handelsbilanzüberschüssen beiträgt. Außerdem war die drastische Anhebung der MWSt auch in dieser Hinsicht ein schwerer Fehler, weil sie die Importe (nicht aber die Exporte) traf; statt dessen hätten direkte Steuern angehoben werden müssen und hätte kein Abbau von Vermögenssteuer und Spitzensteuersatz stattfinden dürfen. Das war alles Falschspiel im Interesse der deutschen Exportkonzerne und zur kurzfristigen Aufhübschung der Arbeitsmarktzahlen für den innenpolitischen Gebrauch.

  5. Gaby sagt:

    Hallo langweiler und Mitdiskutanten,

    zwar ist der Film darauf ausgelegt, Deutschland in ein besseres Licht zu rücken, als es seine exportwütigen Politiker und Industriellen verdienen, aber immerhin kamen die Herren Gerald Häffner und Udo Bullmann zu Wort und was sie gesagt haben, ist nicht nur richtig, sondern bildet ein Gegengewicht zu all der Exportpropaganda, wie sie auch von Prof.
    (Un)Sinn betrieben wird.

    Dr. Jahnkes Ausführungen möchte ich noch etwas hinzu fügen: Gesunde Volkswirtschaften haben einen starken Binnenmarkt, sind also nicht in dem hohen Maße von Exporten abhängig, wie das ökonomisch kranke Deutschland. Die ideale Formel lautet: 70 % der produzierten Waren werden im Inland verkonsumiert, 30 % werden exportiert. Deutschland exportiert mittlerweile um die 50 % seiner Güter mit steigender Tendenz. Wären die Deutschen hingegen per fairer Löhne/Gehälter finanziell besser ausgestattet und könnten sie ruhigen Gewissens in eine sichere ökonomische Zukunft blicken, unterläge unsere Industrie nicht diesem enormen Exportdruck, der die Ökonomien unserer Nachbarn regelrecht zermalmt.

    Die deutsche und die chinesische Wirtschaftspolitik sind ärgerliche Störfeuer im globalen Handel und nicht umsonst wird Deutschland von einigen Ökonomen seit Jahren als das „China in Europa“ beschimpft. Wie bösartig der Unfug ist, den Export zu favorisieren und die Binnennachfrage eintrocknen zu lassen, werden wir alle zu spüren bekommen, wenn sich die Nachfrage nach deutschen Waren merklich abkühlt. Mein exportsüchtiger Arbeitgeber funkt bereits wieder S.O.S., weil die Nachfrage seit zwei Monaten harsch eingeknickt ist. Die Auftragslage für 2012 ist sehr verhalten und es wird schon wieder über Kurzarbeit nachgedacht.

    Schönen Tag noch,

    Gaby

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