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global news 2542 18-11-11: Noch eine Phase der Krise: Jetzt kämpfen die großen Länder der Welt um das Kapital zur Finanzierung ihrer  Schulden

Hier zum Text

14 Responses to 2542

  1. Georg Hausmann sagt:

    Ich verstehe das nicht. Da geistern Unmengen von „Kapital“ in Form von „Geld“ in der Welt herum. Dies Geld sucht „Rendite“. Woher soll denn das zusätzliche „Geld“ für die „Rendite“ kommen, wenn nicht aus der Notenpresse. Solange dies zusätzliche „Geld“ durch einen wie auch immer gearteten „Wert“ gedeckt ist, mag das eine Weile gut gehen. Doch der „Wert“ ändert sich ständig. Zuerst nach oben und dann kräftig nach unten.
    Und da will man mir einreden, das „Kapital“ sei knapp? Im Gegenteil, es ist viel zu viel davon da! Wie gesagt, ich verstehe das nicht.

    • globalnote sagt:

      Ich habe ausdrücklich von dem immer ängstlicher und damit immer knapper werdende Kapital gesprochen, also Kapital, das bereit ist Risiko einzugehen. Sehr viel Kapital verzichtet inzwischen auf Rendite und geht statt dessen auf Sicherheit.

  2. Georg Hausmann sagt:

    Wie gesagt, ich verstehe das nicht. „Ängstliches Kapital“? Kapital ist unmittelbar an eine „Macht“ gebunden, die die Verheissungen des Kapitals zu verwirklichen verspricht. Ist etwa das Vertrauen in diese Macht entschwunden? Das primäre Risiko, ein Stück Papier oder ein Blech in meisst runder Form für seine eigene Leistung zu akzeptieren ist wohl schon gross genug. Wo ist denn hier die Sicherheit? Dies System ist höchst asymmetrisch, der eine hat sein Vertrauen und ein Papier und der andere? Er hat die geschöpfte Leistung.

    • globalnote sagt:

      Finanzkapital ist immer wie ein „scheues Reh“. Da war nie und ist nie ein blindes Vertrauen in irgendeine mysteriöse „Macht“, und deswegen sind die Krisen so schlimm. Weiß nicht, wo Sie das mit der Macht herhaben?

  3. siwen sagt:

    „…. einige amerikanische Banken sehr stark in europäischen Staatsanleihen engagiert sind, angeblich mit Credit Default Swaps auf die Krisenländer von 500 Mrd $. “
    Ist das nicht ein Argument dafür, dass die USA den Euro erhalten wollen? Denn wenn der euro auseinanderfliegt, werden die us-amerikanischen Banken die CDS zu zahlen haben.
    Aber immer wird behauptet, dass die USA ein Interesse daran haben, dass der Euro kaputt geht.

    • globalnote sagt:

      Natürlich wollen die USA nicht die Europleite. Doch ein für ausländisches Kapital weniger attraktiver Euro ist ihnen schon recht. Deswegen sehen sie Deutschland als Zahlmeister.

  4. Gaby sagt:

    Hallo Herr Hausmann und Mitlesende,

    „Die Staatsschuld, d.h. die Veräußerung des Staats – ob despotisch, konstitutionell oder republikanisch – drückt der kapitalistischen Ära ihren Stempel auf. Der einzige Teil des sogenannten Nationalreichtums, der wirklich in den Gesamtbesitz der modernen Völker eingeht, ist ihre Staatsschuld. Daher ganz konsequent die moderne Doktrin, daß ein Volk umso reicher wird, je tiefer es sich verschuldet. Der öffentliche Kredit wird zum Credo des Kapitals.

    Die öffentliche Schuld wird einer der energischsten Hebel der ursprünglichen Akkumulation. Wie mit dem Schlag der Wünschelrute begabt sie das unproduktive Geld mit Zeugungskraft und verwandelt es so in Kapital, ohne daß es dazu nötig wäre, sich der von industrieller und selbst wucherischer Anlage unzertrennlicher Mühwaltung und Gefahr auszusetzen. Staatsgläubiger geben in Wirklichkeit nichts, denn die geliehene Summe wird in öffentlich leicht übertragbare Schuldscheine verwandelt, die in ihren Händen fortfungieren, ganz, als wären sie ebenso viel Bargeld.

    Von ihrer Geburt an waren die mit nationalen Titeln aufgestutzten großen Banken nur Gesellschaften von Privatspekulanten, die sich den Regierungen an die Seite stellten und, dank den erhaltenen Privilegien, ihnen Geld vorzuschießen imstande waren. Daher hat die Akkumultation der Staatsschuld keinen unfehlbareren Gradmesser als das sukzessive Steigen der Aktien dieser Banken.

    Die Anleihen befähigen die Regierung, außerordentliche Ausgaben zu bestreiten, ohne daß der Steuerzahler es sofort fühlt, aber sie erfordern doch für die Folge erhöhte Steuern. Andererseits zwingt die durch Anhäufung nacheinander kontrahierter Schulden verursachte Steuererhöhung die Regierung, bei neuen außerordentlichen Ausgaben stets neue Anleihen aufzunehmen. In Holland, wo dies System zuerst inauguriert, hat daher der große Patriot de Witt es in seinen Maximen gefeiert als das beste System, um den Lohnarbeiter unterwürfig, frugal, fleißig und mit Arbeit überladen zu machen.

    Es zeigt sich daher auch, daß, sobald die Bourgeoisie Geld gesammelt hat, der Staat bei ihr betteln gehen muss und endlich von ihr geradezu an sich gekauft wird. Der Staat bleibt selbst nach diesem Ankauf immer noch geldbedürftig und dadurch von den Bourgeois abhängig, kann aber dennoch, wenn es das Interesse der Bourgeoisie erfordert, immer über mehr Mittel verfügen als andre, weniger entwickelte und daher weniger verschuldete Staaten.“*

    Diese Erkenntnis stammt nicht von mir, sondern von Karl Marx. Um das Kapital zu verstehen, sollten wir Marx lesen! Und um zu wissen, wie sich ein Staat aus den Fängen der erdrückenden Anleihen befreit, sollten wir John M. Keynes lesen. Der Staat darf nicht nur die kleinen Leute hart besteuern, sondern muss eine noch sehr viel höhere Besteuerung bei den Reichen durchsetzen, um auf diese Weise einen ausgleichenden Kapitalismus, einen Teilhabe-Kapitalismus zu erzeugen, von dem jeder Mensch einer Nation positive Vorteile für sein bisschen Leben ziehen kann.

    Bis denne,

    Gaby

    *Quelle: Das Kapital: Kritik der politischen Ökonomie, Erster Band, nach der vierten Auflage, 1890.

    • Georg Hausmann sagt:

      Danke für diese ausführliche Antwort. Ich bin jetzt etwas müde, habe ich doch die halbe Nacht versucht, eine vernünftige Version von Diana Ross „get out of my Life“, eigentlich heisst es „You keep me hanging on“ zu finden. Da ich ein „Tiger“ bin, finde ich es. Seit ich denken kann, über 50 Jahre also, suche ich, woher das „Geld“ kommt. Galbraith und viele andere gute Denker haben mir nichts dazu sagen können. Marx auch nicht, da ist das Geld immer schon als selbstverständlich da. Gegenwärtig versuche ich, Luhmann zu verstehen. Ein exzentrischer Aussenseiter namens Heinssohn lieferte bisher die tiefgehendste Darstellung. Daraus glaube ich zu erkennen, dass Geld eine völlig asymmetrische Konstruktion ist. Der eine glaubt an das Versprechen (mehr ist Geld nicht), der andere lacht sich darüber tot. Marx habe ich auch in meinem Bücherregal weiter nach vorne gestellt. Und habe die Werttlehre durchgearbeitet. Die ist so fürchterlich kompliziert. Das muss falsch sein. Alles was kompliziert ist, ist falsch. Das ist eine Erfahrung aus meiner Arbeit als Physiker. Marx hat es wohl selbst nicht verstanden. Nach der Wertlehre habe ich die drei Bücher wieder nach hinten gestellt. Oder mit Luhmann: Sinn ist eine potententes Mittel zur Reduktion von Komplexität. „Wert“ muss die Komplexität vermindern, sonst gibt dieser Begiff keinen „Sinn“. Wie ein Personal-Manager dereinst sagte,bin ich Tiger, suche weiter.
      boa noit GH.

      • globalnote sagt:

        Die Suche nach dem Ursprung des Geldes ist wie die Suche nach dem heiligen Gral. Sie bringt nichts. Aber man kann darüber Bücher schreiben. Das Problem ist, daß es nicht „ein“ Geld gibt, sondern sehr verschiedene Formen von Geld und daß das, war normale Menschen als „Geld“ verstehen, nur etwa 1 % der Gesamtliquidität ausmacht. M3-Geld, das noch einigermaßen „echt“ ist, kommt auf weitere 9 % und wird von den Notenbanken als Indikator für deren Geldpolitik benutzt. Es besteht in der Definition der Bundesbank aus Bargeldumlauf, Sichteinlagen, Termineinlagen bis zu 4 Jahren Fälligkeit und Spareinlagen mit gesetzlicher dreimonatiger Kündigungsfrist. Der Rest von 90 % sind meist geldschöpfende Anleihen und vor allem Wett-Geld in Form der unendlich vielen Derivate, mit denen über den Tisch oder an den Terminbörsen auf alles Mögliche gewettet wird. Das Problem ist die zunehmend ungleiche Einkommensverteilung innerhalb dieser Spitze von 1 % bis 10 %, auf der das gesamte Geldsystem wie eine umgekippte Pyramide steht,. Sie macht das Gesamtsystem extrem labil macht und beschwört immer neue Krisen herauf. Denn da wird ein kleiner Teil der Weltbevölkerung immer reicher und kann sein hohes Einkommen nur noch in sehr geringem Umfang selbst konsumieren und damit in die Realwirtschaft zurückschleusen. Den immer größeren Rest setzen reiche Einzelpersonen und Unternehmen an den Finanzmärkten zur weiteren rein spekulativen Mehrung ein.

      • Georg Hausmann sagt:

        „Diese massive Liquidität, die etwa 80 % der Gesamtliquidität ausmacht, kann gar nicht in den Wirtschaftskreislauf zurückgebracht werden, da sie künstlich entsteht und mit dem Wirtschaftskreislauf nur sehr wenig zu tun hat (eine Art Casino).“

        Vermutlich habe ich dies nicht deutlich genug ausgedrückt: Die nicht dem essentiell wirksamen, also lebensnotwendigen Geldversprechen zugehörigen Mittel sind vergleichsweise unbedeutend. Für die wirtschaftenden Inividuen sind sie jedoch äusserst bedeutend.

        Auch diese Asymmetrie ist längst bekannt . Wie auch die bereits erwähnte Asymmetrie, das der Geber des Versprechens stets eine Option zu Bruch des Versprechens hat, der Nehmer des Versprechens hat keine Option.

      • globalnote sagt:

        Leider verstehe ich nicht, was Sie meinen, wenn Sie sagen, die nicht dem essentiell wirksamen lebensnotwendigen Geldversprechen zugehörigen Mittel seien für die wirtschaftenden Individuen äußerst bedeutend? Meinen Sie hier die Finanzwetten, die das Gros jenseits M1+M3+Anleihen darstellen? Und in welcher Weise sollen sie äußerst bedeutend sein?

        Die Nehmer des Geldversprechens haben doch auch die Option, nicht zu zahlen. Deswegen sind die Subprime Hypotheken in USA angebrannt und haben die ganze Finanzwelt vergiftet. Was soll hier die angebliche Asymetrie?

        Wir werden in diesem Forum keine lange Diskussion über Geldtheorien führen können. Dazu ist dieses Medium einfach nicht geeignet und fehlt auch den meisten Menschen sowohl der Hintergrund wie auch die Zeit. Ich beispielsweise habe wenig Interesse und Zeit, die von Ihnen zitierten für mich obskuren Quellen zu lesen, wie Luhmann oder Heinssohn.

  5. Lionheart sagt:

    Kapital, Geld, Schulden. Ein paar Infos dazu.

    Die meisten Menschen betrachten heutzutage Kapital (Geldvermögen) als Geld.
    Das ist aber falsch. Es gibt viel mehr Geldvermögen (Ansprüche auf Geld) und
    viel mehr Schulden als Geld.

    Ich versuche mal in einer Kurzerklärung den Unterschied und den skandalösen Zusammenhang zu erklären.
    Zugehörige Links setze ich unter den Text.

    Erstmal die wichtigsten Merkmale des Geldes (gesetzlich):
    Nur Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel.
    Nur Bargeld kann zur Tilgung einer Geldschuld verwendet werden.

    Anmerkung:
    Nichtbanken können auch mit Giralgeld in Form von Sichtguthaben
    (Anspruch auf sofortige Bargeldauszahlung) bezahlen oder Schulden
    bei der Bank tilgen. Banken können das untereinander nicht,
    sie brauchen dafür Bargeld oder Zentralbankgeldguthaben.

    Geld als Zahlungs- und Schuldentilgungsmittel.
    Einfaches Beispiel mit 2 Möglichkeiten aus der Sicht der Nichtbanken:
    Ein Bürger hat sein Girokonto um 1000 Euro überzogen. Er ist also
    in Höhe von 1000 Euro bei der Bank in der Schuld.
    1.) Der Bürger bekommt 1000 Euro Bargeld irgendwo her und zahlt dieses Geld auf sein Girokonto ein. Die Schuld ist getilgt und dem Bürger steht dieses Geld nun nicht mehr als Zahlungsmittel
    zur Verfügung.
    2.) Der Bürger bekommt 2000 Euro Lohn von seinem Arbeitgeber auf sein
    Girokonto überwiesen. 1000 Euro Schuld werden automatisch von dem
    Lohngeld getilgt und er hat anschließend noch 1000 Euro Sichtguthaben auf
    seinem Girokonto.

    Bezahlen oder Schulden bei einer Bank tilgen, können Nichtbanken also nur mit Bargeld
    oder mit Giralgeld in Form von Sichtgutaben (Girokonto).
    Die diesbezüglich vorhandene Geldmenge nennt man M1 Geldmenge.
    Alles andere ist kein Geld, welches zur Schuldentilgung oder zum Bezahlen
    irgendwelcher Leistungen in nennenswerter Menge abrufbereit zur Verfügung steht.

    Die aktuell in Deutschland vorhandene Geldmenge (M1) beträgt laut Bundesbank
    ca. 1,3 Billionen Euro. (Link 1)
    Es gibt also ca. 1,3 Billionen Euro (M1) in Deutschland, die man zur Schuldentilgung oder
    zum Bezahlen verwenden kann.

    Geldvermögen:
    Zum Geldvermögen zählt man zusätzlich noch andere Vermögen wie:
    Spareinlagen, Sparbriefe, festverzinsliche Wertpapiere, Termingelder,
    Ansprüche gegen Versicherungen wie z. B. Kapitallebensversicherungen u.a.
    Das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte betrug Ende des Jahres 2009
    laut Bundesbank, 4672 Milliarden Euro, also ca. 4,7 Billionen Euro.
    (Quelle: Fach- /Lehrbuch „Kompaktwissen Bankbetriebslehre“ von Ettmann, Wolff, Wurm)

    Den aktuellen Stand kann man unter Link 2 nachlesen.

    Gesamtverschuldung des deutschen Volkes.
    Die Gesamtverschuldung setzt sich zusammen aus Staats-, Unternehmens-, und
    Privatverschuldung.
    Die Staatsverschuldung beträgt ca. 2 Billionen Euro.
    Die Verschuldung der Privat- und Unternhmenshaushalte liegt, grob geschätzt, bei
    ca. 2,4 Billionen Euro.
    Nähere Infos unter Link 3:
    Die Gesamtverschuldung des deutschen Volkes (Nichtbanken) beträgt also
    ungefähr 4, 5 Billionen Euro. Das Gesamtvermögen beträgt ca. 4,8 Billionen
    Euro (inclusive Gelmenge M1)
    Die Geldmenge die zur Schuldentilgung zur Verfügung steht beträgt aber nur
    ca. 1,3 Billionen Euro.

    Wie kommt das ?
    Hierzu möchte ich ein einfaches Beispiel aus dem Alltag erzählen, um einen
    Vorgang darzsutellen, der in den letzten Jahrzehnten ähnlich schon millionenfach
    mit größeren und kleineren Geldbeträgen stattgefunden hat.

    Ein Unternehmer hat am Monatsende 150.000 Euro Gewinn mit seinem Unternehmen
    gemacht und zahlt diesen Gewinn aus sein Sparkonto ein. Nun hat die Bank
    150.000 Euro längerfristig zur Verfügung (Kündigungsfrist Sparvertrag).
    Einen Tag später kommt ein Ehepaar zur Bank und bittet um einen 150.000 Euro Kredit
    um einer wohlhabenden Person ein gebrauchtes Haus abzukaufen.
    Der Kreditvertrag kommt zustande und das Ehepaar kauft das Haus der wohlhabenden
    Person. Die wohlhabende Person zahlt das Geld ebenfalls auf ein Sparkonto
    bei einer Bank ein.

    Zwischenstand:
    Der Unternehmer hat 150.000 Euro Geldvermögen (Anspruch) bei der Bank.
    Das Geld ist aber wieder verliehen und befindet sich nicht mehr bei der Bank.
    Der Geldanspruch des Unternehmers ist also nicht mehr mit Geld (M1) hinterlegt.

    Das Ehepaar hat nun 150.000 Euro Schulden.

    Die wohlhabende Person hat ebenfalls 150.000 Euro Geldvermögen (Sparbuch)
    bei der Bank und das Geld (M1) befindet sich noch bei der Bank.

    Weiter mit dem Beispiel:
    Tags später kommt ein Bäcker zu der Bank, bei der die 150.000 Euro von
    der wohlhabenden Person auf’s Sparkonto eingezahlt wurden.
    Der Bäcker braucht einen Kredit über 150.000 Euro, um seine Bäckerei
    mit modernen Geräten auszustatten. Der Bäcker bekommt das Geld (M1)
    und kann die neuen modernen Geräte kaufen.
    Nun hat der Bäcker auch 150.000 Euro Schulden bei der Bank.

    Zwischenstand:
    Geldmenge insgesamt 150.000 Euro (M1).
    Schulden insgesamt 300.000 Euro (Bäcker und Ehepaar)
    Geldvermögen (Spareinlagen, die gar nicht mehr als Geld (M1) bei der Bank
    hinterlegt sind), betragen insgesamt 300.000 Euro.

    An diesem kleinen Beispiel konnten wir sehen, wie aus 150.000 Euro Geld (M1)
    300.000 Euro Geldvermögen und 300.000 Euro Schulden wurden.
    Es stehen also nur 150.000 Euro Geld (M1) den Kreditnehmern zur Verfügung um
    300.000 Euro Schulden zu tilgen. Sollte die Firma, die dem Bäcker die modernen
    Geräte verkauft hat, ebenfalls die 150.000 Euro in die Kapitalanlage stecken, dann
    befindet sich das Geld, wofür die Kreditnehmer verschuldet sind, auch nicht mehr
    im Markt. Also müssen die Kreditnehmer Geld zur Schuldentilgung verwenden,
    wofür sich andere Menschen verschuldet haben. Geld kommt nur durch Kredit in den Markt.
    Wie gesagt, haben solche Vorgänge millionenfach in den vergangenen Jahrzehnten
    stattgefunden und dafür gesorgt, daß die Verschuldung des Volkes und die
    Vermögen der Wohlhabenden im Verhältnis zur wirklich vohandenen Geldmenge(M1)
    um ein Vielfaches gestiegen sind.
    Wir müssen auch bedenken, daß ein verschuldeter Verbraucher eine geringere Kaufkraft
    hat, als ein Verbraucher, der sein gesamtes monatliches Einkommen zum Leben zur
    Verfügung hat. Solange es mehr Verbraucher gibt die sich verschulden, um das Geld
    welches z.B. durch Sparen dem Verbrauchermarkt entzogen wird, wieder dem
    Verbrauchermarkt zuzuführen, funktioniert das System noch. Sollte das Volk aber
    so hoch verschuldet sein, daß es nicht mehr in der Lage ist, das Geld, welches durch
    Gewinne dem Markt entzogen wurde und in der Kapitalanlage landet, wieder durch
    Kreditaufnahme dem Markt zuzuführen, dann beginnt die Wirtschaft zusammenzubrechen.
    Es fehlt überall Geld.
    Das ist genau das, was wir gerade erleben. Die Geldmenge (M1), die vom Verbraucher
    durch Kreditaufnahme in den Markt zurückkommt, geht stark zurück. (Link 4)
    Das Volk ist mittlerweile zu hoch verschuldet oder schon insolvent.
    Kreditwürdigkeit geht beim Verbraucher immer weiter zurück.
    Ersatzweise muß die Regierung deutlich die Staatsverschuldung erhöhen,
    damit die Kaufkraft nicht zu schnell wegbricht.
    Das ist aber keine Lösung.
    Wenn in unserem jetzigen System nicht bald jemand dafür sorgt,
    daß die Geldvermögen wieder in den Markt kommen,damit die Menschen
    wieder Kaufkraft(Menge) und Schuldentilgungsmittel bekommen, dann bricht alles zusammen.

    Ich hoffe, meine Kurzerklärung war verständlich und die Ursache der Überschuldung
    im Verhältnis zur vorhandenen Geldmenge (Schuldentilgungsmittel M1) ist deutlich
    geworden.

    Link1
    Geldvermögen pro Haushalt, mit ca. 39 Millionen
    Haushalten in Deutschland multiplizieren.

    http://www.kiwifo.de/28.10.2011.htm

    Näher Infos dazu hier:
    http://www.kiwifo.de/html/60_jahre.htm

    Link2:
    http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=&func=list&tr=www_v39_phgv

    Link3:
    http://www.bankenverband.de/service/statistik-service/banken/index_html

    Link4
    http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?first=1&func=row&tr=TVS301J&showGraph=1

    • globalnote sagt:

      Glücklicherweise stimmt es nicht, daß allein das Verhältnis von Gesamtliquidität zu M1 die Überschuldung anzeigt und daß, wenn die Geldvermögen nicht bald wieder in den Markt kommen, damit die Menschen wieder Kaufkraft(Menge) und Schuldentilgungsmittel bekommen, „Alles“ zusammenbricht. Hier sollten wir sehr vorsichtig sein, bevor wir mit Weltuntergangsszenarien Hysterie schüren, was viele Webseiten gerne tun und dann ihre Dienste beim Kauf von Edelmetallen anbieten.

      Die Gesamtliquidität war immer wesentlich größer als M1 und muß es auch sein, ohne daß damit eine automatische Überschuldung mit katastrophalen Konsequenzen verbunden ist. Denn erstens wird die Liquidität M1 nur über die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wirksam. Man muß also die Umlaufgeschwindigkeit mitberücksichtigen. Bei geringerer Umlaufgeschwindigkeit in Rezessionszeiten ist M1 weniger wirksam. Vor allem zählt in der Gesamtliquidität die Geldschöpfung der Banken und anderen Finanzinstitutionen, die für viele Formen von Derivativ-Wetten vorgenommen wird. Wenn solche Wetten in die Hosen gehen, leiden in der Regel nur die an den Wetten Beteiligten, es sei denn, daß ausnahmsweise systemrelevante Banken in die Pleite gehen, wie nach der Lehman-Krise, und der Steuerzahler retten muß. Da bricht dennoch nicht „Alles“ zusammen, wie Sie schreiben. Allerdings sollten Derivative nach Lehman unter strenge Kontrolle kommen und nur noch transparent über die Börsen gehandelt werden.

      Diese massive Liquidität, die etwa 80 % der Gesamtliquidität ausmacht, kann gar nicht in den Wirtschaftskreislauf zurückgebracht werden, da sie künstlich entsteht und mit dem Wirtschaftskreislauf nur sehr wenig zu tun hat (eine Art Casino). Dann gibt es aber noch die 20 % (M1+M3 und Anleihen), bei denen eine gerechtere Einkommensverteilung und Steuerpolitik dafür sorgen könnte, daß weniger in der Spekulation verschwindet, z.B. in Anleihen investiert wird.

      Davon zu unterscheiden ist der Schuldenüberhang, wenn ganze Staaten oder private Akteure (Unternehmen und Haushalte) überschuldet sind. Staaten können immer auf drei Wegen aus der Überschuldung kommen: Umschuldung mit Schuldenschnitt, Finanzierung durch höhere Steuern und geringere Ausgaben oder Inflationierung durch die Notenbank. Die am meisten überschuldeten großen Länder, nämlich USA und Großbritannien, haben sich auf das Gelddrucken verlegt, was die Schulden über die Inflation abträgt und daher nicht zum Zusammenbruch des Geldsystems führt. In der Eurozone ist dies schwierig, weil die EZB eigentlich Staaten nicht finanzieren darf, auch wenn sie seit einigen Monaten damit begonnen hat: außerdem drucken derzeit die Notenbanken der Eurokrisenländer in großem Umfang Euros. Das hier „Alles“ zusammenbrechen muß, also auch Deutschland, sehe ich daher nicht.

      Die Unternehmen sind derzeit im historischen Vergleich nicht besonders hoch verschuldet.

      Bei den Schulden der Privathaushalte handelt es sich schließlich primär um landesinterne Überschuldung, bei der den Schulden der Einen die Forderungen der Anderen gegenüberstehen. Hier kommt es in der Regel bei Überschuldung zu Privatkonkursen, die in allen Rechtsordnungen vorgesehen sind und mal mehr, mal weniger zahlreich stattfinden (in Deutschland derzeit eher weniger). Sie lassen aber nicht die Geldordnung insgesamt zusammenbrechen. Eine Ausnahme waren die amerikanischen Hypothekenschulden, weil die international gehandelt wurden und am Ende Banken in Gefahr brachten. Aber auch deswegen ist nicht „Alles“ zusammengebrochen.

      Man sollte wirklich die Komponenten der Gesamtliquidität auseinanderhalten und – bei allen Problemen, über die auch ich immer wieder drastisch berichte – nicht gleich den großen Untergang an die Wand malen.

  6. Gekis sagt:

    Geld aus Luft – der Kreditschwindel
    Prof.Hörmann

    http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_H%C3%B6rmann

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