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global news 2536 10-11-11: So wird die Eurozone zertört: Deutschland (neben China) größter Falschspieler der Weltwirtschaft

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19 Responses to 2536

  1. …. diese Euro- Rettungsboote zerbröseln mit dem ersten Kontakt zu schwerem Wasser; und solch‘ Geschwätz, wie das des super intelliegenten Verheugen werden eine Kronzeugenregelung ob Vorsatz verbunden mit einem Höchstmaß an krimineller Energie in den Prozessen danach nicht zu lassen!

    Der Euro ist Geschichte, ich bleibe dabei auch wenn ich mich seit Jahren wiederhole. Im Grunde durfte er eine Währung im klassischen Sinne nie werden weshalb uns sein Siechtum und dann grandioses Scheitern weit zurückwerfen wird.

    caw

  2. puk sagt:

    Dieses ewige Inflationsgerede. Als wir die deutsche Einheit bekamen, bekamen wir zufolge des Umtauschs der Ost- in die Deutsche Mark einen Anstieg der Geldmenge um etwa 30% ohne danach in Inflation zu sinken. Das Geld, das die EZB herausgibt kann sie an anderer Stelle den Banken auch wieder nehmen. Das Schüren von Inflationsängsten ist eine deutsche Krankheit, deshalb auch diese unsäglichen Vorstellungen des Maastrichter Vertrages als Stabilitätspakt zum, wie wir jetzt erleben, Untergang. Und Schuldenbremsen zum weiteren Aushungern des Staates und Fortsetzung einer abwegigen und ruinösen Politik des „Gürtel-enger-schallens.

    • globalnote sagt:

      Ich weiß nicht, auf welche meiner Aussagen sich Ihr Kommentar bezieht. Im Übrigen ist „Inflation“ ein international üblicher technischer Begriff für Geldentwertung. Nur einige Deutsche reagieren da immer gleich hysterisch. Offensichtlich haben Sie mit diesem Begriff auch ein solches Problem. Immerhin verliert das Geld bei der derzeitigen Euro-Inflation in 5 Jahren fast ein Fünftel seines Wertes. Für Menschen, die für Ihr Alter angespart haben, ist das eine ganze Menge. Aber da sind Sie offensichtlich nicht betroffen.

      • puk sagt:

        Ja, aber nur, wenn ihre Einnahmen auf dem gleichen Niveau verharren und das ist nach aller Erfahrung nicht so. Ich wollte mit meinem Kommentar auf die Äußerung in der Überschrift Ihres Artikels nur darauf hinweisen, dass Ihr Hinweis auf die vermehrten Aufkäufe der Staatsanleihen durch die EZB eben nicht gleich Inflation bedeuten. Im Übrigen, die Lizenz zum Gelddrucken haben in unserem Geldsystem die privaten Geschäftsbanken. Sie können alles Geld, das sie in Form von Einlagen oder sogar Eigenkapital zur Verfügung haben, in Staatsanleihen investieren. Diese Staatsanleihen reichen sie als Sicherheit bei der Zentralbank ein und holen sich zum Leitzins frisches Geld, mit dem sie sich wiederum frische Staatsanleihen besorgen – und immer so weiter… usw.

      • globalnote sagt:

        Weder die Arbeitnehmereinkommen, noch gar die Renten sind der Inflationsrate gefolgt. Wer eine sichere Anlage seiner Ersparnisse sucht, z.B. Bundesanleihe, bekommt nicht viel mehr als 1 %! Und bei der EZB werden wir ja sehen, wohin das Gelddrucken führt, sollte sie wirklich die Schulden der Krisenländer monetarisieren, wie von vielen befürchtet wird, was dann dramatisch mehr wäre als das Ausleihen an Banken. Auf diese Eventualität bezog sich mein Bericht. Bitte sorgfältiger lesen

      • puk sagt:

        Wie man am Beispiel der Vereinigten Staaten sehen kann, hat die Fed ihre Bilanzen um Billionen von Dollar verlängert, ohne dass dieser rein finanzielle Maßnahmenwechsel eine inflationäre Auswirkung gehabt hätte. Insofern stimmt ihre Konklusion Geld drucken gleich Inflation nicht.

      • globalnote sagt:

        Die Diskussion mit Ihnen macht wirklich nicht den geringsten Sinn, da Sie immer wieder – auch jetzt – hin und her springen und nicht wirklich lesen, was ich schreibe. Ich habe nicht die Inflation für heute (!) befürchtet, sondern nach einiger Zeit. Es ist noch viel zu früh, um ein Urteil über die Inflation in USA zu fällen. Jedenfalls ist dort die Inflationsrate von Minuswerten in 2009 (verglichen mit Vorjahr in %) bis August 2011 schon auf 4,5 % gestiegen, was schon einen erheblichen Unterschied macht. Bei 5 % Inflation ist nach nur 13 Jahren das Geld nur noch die Hälfte wert.

        Und auch in der Eurozone ist die Inflation schon erheblich gestiegen. Es ist eine Binsenwahrheit, daß irgendwann die Geldmenge in Preisteuerung umschlägt, wenn die Notenbanken sie nicht schnell genug wieder einsammeln können (was bei solchen Mengen denkbar schwierig ist). Lassen Sie uns diese sinnlos gewordene Diskussion bitte jetzt einstellen.

    • caw sagt:

      Sorry, (a) wo ist da Gerede und (b) ein Gerede ist was ganz anderes .

      Dazu kommt, solange statistisch gewürfelte Inflationszahlen durch die Deflation unnötiger Massenartikel künstlich gedeckelt werden gehen nur diejenigen am Stock, die sich mehr als das tägliche Brot nicht leisten können aber müssen!

      Das sind ja nicht so viele!

      caw

  3. Jens sagt:

    Satire:
    Der Witz zur Euroeinführung damals, ich erinnere mich noch als wär es heute:
    „2002 ist Deutschland größer geworden – einige Spinner nennen es auch Europa.“
    Jetzt erst , dank Ihnen Herr Jahnke, habe ich den Witz verstanden.

    Spätere Generationen werden wehmutsvoll über diese großartige Zeit ,in der wir leben, sagen:
    „Sie waren die besten Exporteure der Welt.“
    Doch dann kamen die gemeinwohlorientierten Dolchstößler… 😉

    (Wie damals kamen sie aber leider nicht, sondern die eigene Großmannssucht scheiterte an den Fakten)

    Wie sich die Geschichte immerzu reimt

    • Gaby sagt:

      Guten Tag, Jens und Anwesende,

      hihi, ein wirklich treffender, irrlichterner Großdeutschlandwitz! Danke für die Veröffentlichung und Deine weiteren Zeilen regen zum Nachdenken an. Ja, die Geschichte wiederholt sich nicht ein zu eins, aber sie reimt sich mitunter auf historisch Gewesenem. Da hast Du vollkommen recht.

      Vorgestern lief im ZDF „Die Anstalt“. Am Ende der Sendung alpträumte Urban Priol vom ökonomischen Big Bang und raunte mit zitternder Stimme (sinngemäß): Da werden wir viele Obdachlose in den Straßen sehen, die Handkarren voller Gold hinter sich herziehen. Ich musste spontan Lachen wegen dieser extremen Gegensätze (Obdachlos und Gold), aber das ist ein treffendes Bild. Ebenso wie caws Euro-Rettungsboote, die, sofern überhaupt vorhanden, gar nicht seetauglich sind.

      Es war Mitte der 1990er Jahre, da sagte ein Arbeitskollege in die Frühstücksrunde: „Bald nähen wir Deutschen im Billiglohn T-Shirts für die Chinesen.“ Alles hat gelacht und gefeixt. Diese Vorstellung war damals nur allzu witzig und vollkommen abstrus. China? Wer ist China?! Selbstverständlich keine Konkurrenz für uns Deutsche!

      Und als es Ende der 1990er Jahre bei meinem Arbeitgeber anfing mit der „lean production“ und dem „outsourcing“ von einigen Abteilungen an Fremdfirmen, als per Straffung der internen Handlungsabläufe mal eben 400 Leute vor die Tür gesetzt wurden, sagte ein anderer Kollege: „Ab jetzt wird diese Firma niemals mehr zur Ruhe kommen. Die Soziale Marktwirtschaft ist zu Ende!“ Alles lachte und feixte, denn das, was er sagte, war für uns alle undenkbar. Wir hielten „lean production“ und „outsourcing“ für eine vorübergehende Laune der Geschäftsleitung, die sich bald wieder legt. Die Firma ist tatsächlich intern nie wieder zur sozialmarktwirtschaftlich gewohnten Ruhe gekommen. Ständig werden wir Mitarbeiter aufgeschreckt durch neue Restrukturierungsmaßnahmen und sind uns mittlerweile untereinander alle spinnefeind. Zeitarbeiter werden seit zwei Jahren nicht mehr freundlich und herzlich als Kollegen integriert, sondern jetzt von Anfang an als Konkurrenz der eigenen Existenz betrachtet. Da hat sich ein grundlegender Wertewandel der Deutschen vollzogen!

      Heute, Ende 2011, wundere ich mich, was wir alle für dumme Menschen gewesen sind, den ökonomischen Ernst der Lage nicht schon sehr viel früher erkannt zu haben. Die meisten von uns haben sich in der Sozialen Marktwirtschaft viel zu wohlig und gewohnt aufgehoben gefühlt. Es gab für uns nichts anderes als das sozial völlig abgesicherte Nachkriegsdeutschland, das der Fall der Mauer zerstörte.

      Aber jetzt, spätestens nach der Lektüre von Dr. Jahnkes Text zu diesem Thread, wissen bzw. ahnen wir alle, wie die globale Ökonomie läuft und jeder für sich kann politisch, ganz ohne Gewalt, eine Gegenstrategie entwickeln. Es beginnt damit, die aktuellen Texte Dr. Jahnkes auszudrucken und in den Pausenräumen der Mitarbeiter auszulegen. Sie werden gelesen, weil es Dr. Jahnke in besonderer Weise versteht, die Menschen gleich zu Beginn seiner Texte an seine Zeilen zu fesseln, so dass sie auch zu Ende gelesen werden. Steter Tropfen höhlt den Stein!

      Bis denne,

      Gaby

  4. Gaby sagt:

    Schönen guten Tag in die Runde,

    ich sehe in vorliegendem Beitrag Dr. Jahnkes eine bemerkenswert präzise Ultrakurzfassung seines Buches „Globalisierung: Legende und Wahrheit“. Wer nicht so recht Bescheid weiß, was Globalisierung im 21. Jhr. ist, lernt es jetzt, sofern er/sie es will.

    DANKE dafür!

    Mit herzlichen Grüßen

    Gaby

  5. carolus sagt:

    der cdu parteitag 2003 hat ja die neoliberale ära eingeläutet.jetzt soll es der neue parteitag richten.
    aber wie will frau merkel ihre rolle rückwärts siehe mindestlohn erklären?
    es passt doch in keinster weise in ihr damaliges für D als exportnation alternativlos erklärtes wirtschaftsprogramm.
    sie-die schweigende mehrheit der cdu!- will doch immer noch! nach unten offene löhne!sie wollen doch in wahrheit immer noch! chinesische verhältnisse!
    was soll dieses gerede vom mindestlohn!

    • Gaby sagt:

      Hallo, Carolus und Gäste,

      86 Prozent der Deutschen sind für Mindestlöhne, also ist das ein prima Wahlkampfthema für uns‘ Angie, auch wenn es den politisch Linken geklaut wurde – aber Ideenklau hat „kreative“ Politiker noch nie gestört. 😉

      Jedoch ist die CDU traditionell gegen Mindestlöhne, die FDP auch, die Arbeitgeber sowieso und der Koalitionsvertrag schließt den gesetzlichen Mindestlohn grundsätzlich aus. Das heißt, die Chancen schwinden zusehends, dass wir Deutschen einen flächendeckenden Mindestlohn bekommen und das sie in einen ziemlichen Fettnapf getreten ist, dämmert nun auch unsere Kanzlerin, drum redet sie nun von einer „allgemein verbindlichen Lohnuntergrenze in den Bereichen, in denen ein tarifvertraglich festgelegter Lohn nicht existiert“. Als ob das ihre Unbedachtheit korrigieren würde!!!

      Aber auch wenn das Projekt nun einen anderen Namen hat, tun sich neue Stolpersteine auf. Beispielsweise im Baugewerbe, im Elektrohandwerk und bei den Dachdeckern gelten Mindestlöhne zwischen 9,70 und 13 Euro. Was, wenn die Arbeitgeber ordentlich Druck machen und diese Löhne an die gesetzliche Lohnuntergrenze von beispielsweise 7,79 Euro/west anpassten? Und was passiert mit denjenigen Menschen, für die die Gewerkschaften in bestimmten Branchen bereits Tariflöhne von 7 Euro pro Stunde und weniger ausgehandelt haben? Werden diese Hungerlöhne angehoben? Und wer verhindert, dass sich nicht tarifgebundene Arbeitgeber Mini-Gewerkschaften suchen, um mit denen Löhne auszuhandeln, die unter der staatlichen Lohnuntergrenze liegen? Als Beispiel sei hier die höchst umstrittene Christliche Gewerkschaft genannt – ja, richtig gelesen: christlich!

      Ich denke, Frau Merkel wird sich mit diesem Thema die Finger verbrennen, weil schlichtweg nicht zu Ende gedacht. Besser wäre ein einheitlicher, flächendeckender Mindestlohn, an dem es nix zu rütteln und zu deuteln gibt. Aber davon sind wir weit entfernt, weil die deutsche Politik von jeher dazu neigt, Sonderwege zu beschreiten, deren Sinnhaftigkeit sich gewöhnlichen Bürgern und auch uns befreundete Nationen mitunter nicht erschließt.

      Übrigens: Es war nicht die CDU, die die neoliberale Ära einläutete, sondern die „geistig-moralische Wende“ wurde von Hans Tietmeyer ausgearbeitet und am 9. Sept. 1982 durch Otto Graf Lambsdorff (FPD) Bundeskanzler Helmut Schmidt vorgelegt. Diese Ausarbeitung wird „Lambsdorff-Papier“, „Scheidungspapier“ oder „Manifest der Sezession“ genannt. Am 1. Okt. 1982 wurde Helmut Schmidt per konstruktivem Mißtrauensvotum abgesetzt und Helmut Kohl unser Kanzler, der die ersten Schritte dieses Papieres umsetzte.

      Hier ein Link zu diesem republikerschütternden Manifest. Ab Kapitel V wird es für uns Bundesbürger interessant und ab da fällt es uns wie Schuppen von den Augen! Huch, unsere Eliten wussten ja bereits im Herbst 1982, wie unser deutscher Alltag heute aussehen wird. Na, wenn das keine von langer Hand absichtlich eingefädelte Weitsicht ist!

      http://www.hans-tietmeyer.de/lambsdorffpapiervom9september1982i.html

      http://www.hans-tietmeyer.de/lambsdorffpapiervom9september1982v.html

      Bis denne,

      Gaby

  6. Heiner sagt:

    40% Wahrscheinlichkeit ist unter realer momentaner Betrachtung zur Vermeidung des Eisbergs zu wenig!
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/die-ezb-muss-sehr-radikale-dinge-tun/5825146.html
    MfG

  7. Heiner sagt:

    Die letzte Nachricht vom BdI zum Export; bleibt wohl nur noch die Hoffnung auf den Absatzmarkt des anderen Falschspielers in Fernost!
    http://web.de/magazine/finanzen/wirtschaft/14133118-bdi-rechnet-mit-rueckgang-bei-deutschen-exporten.html
    MFG

    • Gaby sagt:

      Hallo, Heiner und Mitlesende,

      Danke für den Link. Vielleicht begreifen unsere Politiker und ihre sie beratenden Ökonomen endlich, dass es kein Wachstum durch Sparen gibt. Das funktioniert lediglich in einem Privathaushalt, aber nicht in eng miteinander vernetzten Volkswirtschaften.

      Ich glaube, China ist für uns keine Rettung, sondern uns Deutschen wird bei der innigen chinesischen Umarmung ganz schnell die Luft ausgehen. Die Chinesen wollen in erster Linie unser Knowhow und auf keinen Fall den Status eines Entwicklungslandes verlieren, weil ihnen dieser Status in jeder Beziehung Vorteile verschafft. Es gibt für uns derzeit nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir verzichten auf den chinesischen Wachstumsmarkt oder wir unterwerfen uns chinesischen Bedingungen. In Zeiten, wo der US-Markt schwächelt und Europa vor lauter Sparprogrammen stöhnt und ächzt, gibt es nur die Wahl zwischen China und Tod. Neoliberaler Kapitalismus ist, so schlimm es klingt, wie ein Pakt mit dem Teufel und der Teufel gewinnt immer.

      Ich fordere, künftig von gut ausgebildeten Handelspolitikern regiert zu werden und nicht von diesen albernen Polit-Kaspern, die zwar salbungsvolle Worte sprechen und immer optimistisch sind, aber den neoliberalen Kapitalismus nicht verstehen und ihre Völker deshalb skrupellos in ökonomische Messer laufen lassen. Handelspolitikern wäre es ein Leichtes, China mit harter Hand auf Linie zu bringen, also die Bedingungen einer relativ fairen Marktwirtschaft zu diktieren und die Exportwut bzw. die Exportnot des eigenen Landes innen- wie außenökonomisch ausgeglichener zu gestalten.

      Bis denne,

      Gaby

      • Heiner sagt:

        Gaby: es ist zu spät : Handelspolitiker hätten ein leichtes Spiel dieses Land auf irgendeinen Kurs zu bringen; der Kurs wird vom Gorilla selbst bestimmt; und kein anderes Land auf der Welt wird die geschickten Akteure daran hindern(können sowieso nicht)eher irgendwann betteln!!

        MfG

      • Gaby sagt:

        Guten Tag Heiner und Mitlesende,

        ich meine, dass das, was Du mir erwidert hast, nur eingeschränkt Gültigkeit hat und zwar aus folgenden Gründen:

        Wenn sich im Kühlregal eines deutschen Supermarkts eine deutsche und eine chinesische Krabbe treffen, können wir Verbraucher ziemlich sicher sein, dass die chinesische Krabbe den europäischen Verbrauchervorschriften entspricht. Das gleiche gilt für alle Waren, die aus China importiert werden. Sie müssen europäischen Standards genügen, sonst gibt es sofort was auf die Finger, wie wir kürzlich erleben konnten, als uns die Chinesen vergiftetes Spielzeug schickten. Das heißt, es funktioniert politischerseits sehr wohl, die Chinesen & Co. „auf Linie“ zu bringen.

        Aber es gibt zwei Faktoren im Produktionsprozess, da greifen die westlichen Standards überhaupt nicht und zwar bei der Ausbeutung der chinesischen Arbeitskraft und der Ausbeutung bzw. Verslumung der chinesischen Umwelt. An dieser Stelle gebe ich Dir recht, Heiner. Hier dirigiert vordergründig der „Gorilla“ die globale Marschrichtung. Aber warum ist das so?

        Der Grund ist schlicht und einfach der Preis der Waren. Gerade wir Deutschen sind wahre Schnäppchenjäger. Wenn wir die Wahl haben, zwischen einem hochpreisigen Made-in-Germany-Produkt und einem preiswerteren, gleichwertigem Made-in-China-Produkt, werden wir das chinesische Zeugs kaufen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, dass das deutsche Produkt deshalb teurer ist, weil unsere Arbeiter besser entlohnt werden, Deutschland umfangreiche soziale Netze unterhält und in Deutschland ein recht penibler Umweltschutz finanziert werden muss. Wenn wir uns also für das chinesische Produkt entscheiden, zerstören wir gleichzeitig wieder ein Stückchen unserer Sozialen Marktwirtschaft und sorgen dafür, dass die deutschen Löhne schrumpfen. Wir signalisieren mit dem Kauf des chinesischen Produktes, dass uns auskömmliche Löhne und eine gesunde Umwelt im Grunde schei..egal sind.

        So, und nun kommt meine Idee des „Handelspolitikers“ ins Spiel. Wir brauchen politische Führungskräfte, denen vollumfänglich klar ist, wie desaströs die Mechanismen der neoliberalen Globalisierung funktionieren. Ebenso, wie bereits jetzt darauf geachtet wird, dass wir von den Chinesen nicht vergiftet werden, so muss es selbstverständlich werden, dass in allen Schwellen- und Entwicklungsländern darauf geachtet wird, dass Mindeststandards in Sachen Menschenrechte, Löhne und Umweltschutz eingehalten werden. Und wenn das nicht passiert, muss es Strafen und Sanktionen hageln, dass es nur so kracht und richtig weh tut.

        Dass diese meine Forderungen von unseren Berufspolitikern nicht erfüllt werden, ist mir klar, denn die stehen viel zu sehr unter dem Einfluss der Wirtschaftsbosse und Lobbyisten. Wir brauchen also einen völlig neuen demokratischen Politikertyp – solche mit Rückgrat, Mut, Durchsetzungsvermögen und Weitsicht. So stelle ich mir einen Handelspolitiker vor. Mitunter funktioniert es nämlich nicht mit der demokratischen Willensbildung der westlichen Völker – beim Preis der Waren versagt unser Verstand. Da muss uns Verbrauchern und den aufstrebenden Industrieländern per Politik der richtige ökonomische Weg gewiesen werden. Es ist längst nicht zu spät!

        Bis denne

        Gaby

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