2534

global news 2534 07-11-11: Lohndrosselung: Bei mittlerem Angestellten seit 2000 real schon 155 Euro/Monat oder 1.860 Euro/Jahr weniger in der Tasche

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2 Responses to 2534

  1. Hajdy Do Bajdy sagt:

    Wenn man dieses Vergleicht mit der Diskussion in den USA, so wird in den USA weniger Produziert und die geringeren Löhne führen dazu, dass auch bei mehr Geld im Geldbeutel, dieses dann ausgegeben wird für billigere Waren aus China.

    In Bezug zur Lohndiskussion in der BRD würde ich sagen, dass hier auch die Tatsache eine Rolle spielt, dass die Produktionslinie eines Produktes von vielen Zulieferern aus der ganzen Welt zusammen hängt.

    Hier ist verständlich, dass die Konzerne sich international ausrichten. Jedoch die Politik hat keine Antwort darauf gefunden, wie man dies innenpolitisch lösen kann. Es ist klar, dass bei weltweit verteilter Produktionslinie dann die Frage der „gerechten“ Verteilung aufkommt. In Ländern der Dritten Welt ist dies einfach, wo dieses Problem von der Angehörigkeit zu einer Schicht geregelt wird. Bei der Verteilung der Vermögen, könnte man den Schluss zulassen, dass die BRD sich eben anpasst an die Verhältnisse in der Dritten Welt.
    Die soziale Absicherung in der BRD hängt ja nicht unbedingt vom Grundgesetz ab, sondern dahinter verbirgt sich oft die Hand der Lobbyisten, die die Leistungen zur Verfügung stellen, zu denen dann die „soziale Absicherung“ fließt.
    Ich denke, dass hier gerade die Weichenstellung für die weitere Entwicklung in der BRD liegt. Entweder können wir mit demokratischen Institutionen Einfluss nehmen, wie die Gelder optimal eingesetzt werden oder wir gehen in Richtung einer Bananenrepublik.
    Der Sinn eines Lohnes ist doch, dass wir selber bestimmen können, was wir damit machen. Der Lohn ist hier ein Element, der den Markt regelt. Hier liegt ja gerade die Gefahr von Hartz IV, welches ja grundlegend nicht schlecht ist. Mit Hartz IV kann eben sehr leicht eine Entwicklung stattfinden, wo das Element der freien Entscheidung verschwindet, da die Auswahlmöglichkeit verschwindet.

  2. Gaby sagt:

    Guten Tag in die Runde,

    es geht im Rahmen unserer neoklassischen Wirtschaftsordnung gar nicht um die Stärkung des Binnenmarktes, schließlich orakelt die reine neoliberale Lehre, dass das Angebot ganz automatisch seine Abnehmer findet. Je mehr produziert wird, desto mehr konsumieren wir. Ist doch logisch, oder etwa nicht? 😉

    Es geht vielmehr um den Abbau der unfreiwilligen Arbeitslosigkeit, obwohl die Protagonisten der neuklassischen Ökonomie eine dauerhafte Arbeitslosigkeit in einer freien Gesellschaft nicht für möglich halten. Nöö, die gibt es einfach nicht!!!

    Tritt sie aber doch ein, diese real existierende Arbeitslosigkeit, liegt es an staatlichen Marktbeschränkungen wie beispielsweise Zwangsabgaben für die Sozialkassen (Lohnnebenkosten), Unternehmersteuern, Mindestlöhnen und dem ganzen Teufelszeug völlig überflüssiger Vorschriften und die Gewerkschaften, diese elenden Bremsklötze freier Arbeitsmärkte, sollte man gleich ganz abschaffen und nie wieder zulassen.

    Nun ist sie aber da, die deutsche Arbeitslosigkeit und sie war auch all die Jahre zuvor existent und nicht nur in Deutschland, sondern global. Der neoklassische Ökonom diagnostiziert nun wortreich ein Marktungleichgewicht, resultierend aus den oben angeführten Beschränkungen. Idealtypischerweise muss der Preis für Arbeit sinken oder die Angebotsmenge arbeitssuchender Menschen verringert sich, indem sie sich buchstäblich in Luft auflöst. Da letzterer Vorschlag (noch) keine gesellschaftlich akzeptable Lösung ist, wird der moderne Ökonom vorschlagen, dass die Arbeit billiger werden muss und zwar nach folgender Formel: Ein Prozent weniger Lohn hat 0,5 bis 2 Prozent mehr Beschäftigung zur Folge. Das kann sich jeder leicht merken und, jetzt wird es kompliziert, diese Formel heißt „Elastizität der Arbeitsnachfrage“.

    Das bedeutet also, die kräftigen Lohnschrumpfungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass deutsche Politiker heute von der Vollbeschäftigung schwärmen, schließlich sind wir, rein statistisch, von 5 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2005 auf 2,9xx Millionen im Jahr 2011 gesunken. Und für uns Bürger bedeutet das, dass wir künftig noch weniger Entgelt in die Taschen kriegen und zwar so lange, bis die Vollbeschäftigung eingetreten ist bzw. sich der Arbeitsmarkt wieder im Gleichgewicht befindet und wann das ist, entscheiden die Unternehmer.

    Wir sollten also nicht jammern, schließlich dient unser Verzicht ja einem gesamtwirtschaftlich guten Zweck nach dem Motto: „Wachstum durch Sparen!“ Es muss uns erst viel schlechter gehen, damit es uns wieder besser geht. Das ist doch total einleuchtend, oder nicht? Und warum mir ob solch froher Botschaften der Gedanke „Diktatur des Kapitals“ in den Sinn kommt, ist mir ein Rätsel; bin wohl noch nicht genug gehirngeschrubbt. 😉

    Vorhin habe ich einen lustig-traurigen Beitrag der „taz“ aus dem Jahr 2005 gefunden, gelesen und wische mir jetzt noch die Lach- und Trauertränen aus den Augen. Die ultramodernen Ökonomen Prof. Sinn* und der Wirtschaftsweise Horst Siebert haben es darin so richtig krachen lassen. Von einem „institutionellen Bigbang“ ist die Rede, gar von einer deutschen „Kulturrevolution“ und die Autorin, Ulrike Herrmann, ahnte damals süffisant, dass es in Bälde zur Forderung eines „Urknalls auf dem Apfelmarkt“ kommen wird. Recht hat sie behalten, die Ulrike!

    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/03/17/a0210

    Bis denne,

    Gaby

    *Laut BILD ist Prof. Sinn der klügste Ökonom Deutschlands. Hmm, wie kommt es nur, dass ich Dr. Jahnke für wesentlich klüger und umsichtiger halte?

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