2517

global news 2517 20-10-11: Eurorettung: 10 Jahre 4-facher Soli oder 26 % MWSt? Wissen Sie was sie tun?

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4 Responses to 2517

  1. Heiner sagt:

    Zum 2. ?: nein!
    2517 gehört an sich in das Postfach jedes deutschen Bundestagsabgeordneten vor jeder erneuten Abstimmung über die €-Sklerose; damit niemand hinterher sagen kann: Wir haben von nichts gewusst, und niemand hat uns gewarnt!
    Noch was zum Thema:
    http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/kollektiver-staatsbankrott-droht-485268/
    MfG

  2. EuroTanic sagt:

    „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“ sagte schon richtigerweise Adorno. Unser gesamtes System gehört auf den Diskussionstisch. Mit Rettungssschirmen wird den Menschen nicht geholfen.

  3. Gaby sagt:

    Guten Tag in die Runde,

    @EuroTanic: Nichts gegen Adorno, aber was ist denn das richtige Leben im Falschen bzw. das falsche Leben im Richtigen und wie sähe das richtige Leben im Richtigen bzw. das Falsche im Falschen aus? Was ist Deine Meinung zu meinen Zweifeln, EuroTanic? Deine Meinung ist mir wichtig zu wissen.

    @An alle: Jürgen Habermas, der von der Dutschke-Studentenbewegung heftigst wegen seiner sozialdemokratischen Reformideen angegriffen wurde, hat es ein einziges Mal fertiggebracht, sein Gedankengut mit denen der 68er-Rebellen und meinen Gedanken in Einklang zu bringen, als er feststellte:

    „Zwischen Kapitalismus und Demokratie besteht ein unauflösliches Spannungsverhältnis; mit beiden konkurrieren nämlich zwei entgegengesetzte Prinzipien der gesellschaftlichen Integration um den Vorrang. Die beiden Imperative stoßen vor allem in der politischen Öffentlichkeit aufeinander.“

    Völlig Recht hat er, der Jürgen!

    Nun ist aber leider längst eingetreten, wovor uns Adorno, aber auch Erich Fromm stets gewarnt haben; viel zu viele Menschen der westlichen Hemisphäre sind innerhalb der kapitalistischen Kategorien kritiklose Konsumautomaten geworden.

    In meinem Alltag zeigt sich das, indem sich die wenigsten meiner Bekannten um die 50 Jahre und darüber um das tägliche politische wie wirtschaftliche Geschehen in der Bundesrepublik Deutschland kümmern. Sie leben noch immer im Geiste der heilen Sozialen Marktwirtschaft, haben ihre fetten Pfründe längst in niedrigzinsbringende, dafür aber vermeintlich sichere Anlagen der Sparkasse und Genossenschaftsbanken geparkt und hoffen auf Goldene Zeiten im Ruhestand bzw. befinden sich bereits im Ruhestand und leben sorglos von ihrer guten Rente bzw. Pension, die ich ihnen allen von Herzen gönne.

    Diese Menschen sind aber nicht dazu zu bewegen, sich mit Dr. Jahnkes Texten zu befassen, weil sie keine Lust haben, einem Weltuntergangs-Propheten ihr Interesse zu schenken. Zwar vertrauen sie nicht auf Gott, wie es die Amerikaner tun, aber sie vertrauen, wie es Dr. Jahnke in diesem Artikel skizziert, der Merkel-/Schäuble-Regierung. Die mir bekannte Volksmeinung ist: „Die ‚da oben‘ werden schon das Richtige tun, sie werden uns nicht hängen lassen!“

    Ich halte dagegen: Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass unsere gut situierten Politiker, je älter sie sind, je stärker wirtschaftlich unbekümmerter sie also denken dürfen, verantwortungsvoller dächten als die Generation 50 Plus. Folglich gibt es viele Gründe, Merkel und Schäuble scharf zu mißtrauen und nicht nur ihnen, sondern ihrer gesamten Gefolgschaft, der Abgeordneten des Bundestages. Guy Fawkes ist seit 1605 mit Sicherheit der einzige Mensch gewesen, der je ein Parlament mit ehrlicher Absicht betreten hat. Ich wähle bei der nächsten Bundestagswahl die Piratenpartei.

    Ich frage mich ernsthaft, wie meine Bekannten, privat und beruflich, durchweg zu diesem tiefen politischen Alltags-Vertrauen gelangen, wo doch noch gar nicht so lange her ist, dass ein Diktator unseren Altvorderen das Leben aus dem Leib sog und bis zuletzt am Endsieg festhielt, wohlwissend, dass er sein Volk skrupellos bis zum letzten Kind opfert und dieses Volk, vor allem die ideologisch verblendeten Kinder, bis zuletzt an die imaginäre Wunderwaffe glaubten.

    Es gibt heute noch Leute, meine uralten Nachbarn beispielsweise, die schwärmen davon, wie gut es Hitler mit den Deutschen gemeint hat und dann kommt das Argument mit den Autobahnen, das Argument mit den Arbeitslagern …, ich drehe mich seit 26 Jahren, so lange lebe ich hier im Eigenheim, sofort auf dem Absatz um und verschwinde hinter meiner Haustür.

    Vor 26 Jahren redete ich noch gegen meine Nachbarn – gab die Rede aber schnell auf, denn die Alten sind unbelehrbar, wie einst meine Eltern, Überlebende des 2. Weltkriegs, die mich aus dem Haus schmissen, nur, weil ich in 1980, als ich das erste Mal wählen durfte, die Grünen wählte. Meine konservativen Eltern schmissen mich „die höhere Tochter“ aus dem Haus, weil sie es nicht vertrugen, dass ich nicht CDU, sondern die Grünen wählte. Das war ein fundamental extremistischer Vorgang meiner konservativen Familie, der sich heute unter Jugendlichen vielleicht nicht mehr abspielt. Ich weiß es nicht!

    Für mich war es damals ein Schock, für meine politische Überzeugung mein Elternhaus als 18jährige zu verlieren, aber die Soziale Marktwirtschaft fing mich auf und ermöglichte mir eine Zukunft, in der ich heute noch erfolgreich lebe. Damals ließ der deutsche Staat kein Kind ins Nichts fallen, das sein Elternhaus aus ideologischem Zwist heraus von jetzt auf gleich vermissen musste.

    Natürlich habe ich in der uralten, wurstig-fetten, ständig nach Bier stinkenden Nachbarschaft meines Eigenheims den Ruf des „schamlosen Mannweibs“ weg, allein schon, weil ich nicht nur ein scharfes Maul besitze, keine Kinder habe und arbeiten gehe. Für die Zweite-Weltkriegs-Überlebenden meiner Nachbarschaft bin ich ein Alien, also eine Frau, die im Geiste der verhassten Emanzen und des Feminismus groß wurde, folglich keine richtige Frau bin und das ist grundsätzlich des Teufels, auch noch im 21. Jhr.

    Aber was einst, vor mehr als 60 Jahren passierte, passiert jetzt wieder, wenn auch unblutiger. Wieder werden wir Deutschen von unseren Politikern für einen höheren Zweck, dieses Mal zum „Frieden Europas“, dazu benutzt, in kapitalistisch kriegerischer Weise persönliche Opfer zu bringen und an den unbedingten Endsieg zu glauben, also daran, dass der Euro unser aller Zukunft ist, uns eines Tages viel, viel Wohlstand bringt, wenn wir jetzt nur genug unserer Lebensentwürfe, unserer Hoffnungen und Wünsche opfern, so schmerzhaft sie auch für jeden Deutschen sein mögen.

    Dieses Bangen und Wehe betrifft aber nicht die Ignoranten, die ihre Schäfchen längst im Trockenen haben, sondern die deutschen, die europäischen Jugendlichen, die gar nichts haben und die die Kapitalisten auch nicht in Arbeit und Lohn nehmen wollen, weil sie angeblich nicht effizient genug per Elternhaus und Schule zugerichtet wurden; weil sie schlimmstenfalls und entsetzterweise noch fähig sind, eine eigene Meinung, eine eigene Denke haben, aber heute deshalb in das kapitalistische Leere fallen, wohin gegen ich damals von der Sozialen Marktwirtwirtschaft aufgefangen wurde, trotz aller meiner Kriktik an dieser Gesellschaft und eigen denkendem Kopf.

    Meine Güte, wie schlimm ist es heutzutage, Achselschweiß zu haben, gar mal aufs Klo zu müssen oder Hunger zu haben im Arbeitsprozess! Menschlichkeit akzeptieren die neoliberalen Kapitalisten des 21. Jhr. ebenso wenig, wie die des 19. Jhr. Als Reflektion meiner Rede möge jeder Zweifler Friedrich Engels Werk „Die Lage der englischen Arbeiter“ gelten. Ich esse noch immer an meinem Arbeitsplatz mein Frühstück und die Jungen gucken mir neidisch zu – niemand traut sich in den neoliberal gewandelten Arbeitsräumen meines Arbeitgebers zu Essen, auch der Kantinengang ist tabu. Hunger ist angesagt, um erfolgreich zu sein.

    Und weil ich aus leidvoller persönlicher Erfahrung heraus spreche, behaupte ich an dieser Stelle halb belustigt, halb entsetzt, indem ich Habermas Worte ironisiere:

    „Zwischen Kapitalismus und dem ökonomischen Volks-Des-Interesse der Generation 50 Plus der westlichen Hemisphäre gibt es kein Spannungsverhältnis, sondern zwei Prinzipien, die miteinander Hand in Hand gehen. Die beiden Imperative verheiraten sich vor allem in der politischen Öffentlichkeit; jedenfalls so lange, wie der deutsche Staat sich nicht ereifert, die Renten und Pensionen so scharf zu beschneiden wie in Griechenland.“

    Schlimmer kann sich die deutsche Generation 50 Plus zum Schaden der Jungen nicht an den Kapitalismus verraten!!

    Große Hoffnung machen mir die jungen Menschen, also diejenigen, die das Internet als Kommunikations- und Protestmittel benutzen, die sich nicht zu bequem sind, sich in die komplizierte Materie der Ökonomie einzulesen, die begreifen, was Kapitalismus, was Soziale Marktwirtschaft, was Neoliberalismus bedeutet, die verstanden haben, dass sie sich nicht auf unsere Politiker verlassen dürfen, sondern die Demokratie selbst in die Hand nehmen müssen, auch wenn sie dabei zwangsläufig kapitale Verwertungsinteressen unterlaufen bzw. boykottieren, ohne Menschen zu schaden.

    Ja, ich sympathisiere mit Anonymous, der Occupy-Bewegung, spende der kostenlosen Wikipedia seit Jahren Geld, befürworte Wikileaks und alle anderen virtuellen Plattformen, die die Menschen wachrütteln, aber an allererster Stelle der täglichen bzw. wöchentlichen Information steht mir immer Dr. Jahnkes Infoportal, weil Dr. Jahnke nicht nur seine eigene und die seiner männlichen Geschlechtsgenossenen, sondern auch die der Frauen ernst nimmt.

    Viele Grüße

    Gaby

  4. Der Euro ist unhalt- und rettbar!

    Im Falle Griechenlands, wie im übrigen in vielen anderen, ist das, was Austerität sein soll, nichts anderes, als die Zerschlagung der Grundlage des originären Wirtschaftens des jeweiligen Landes bis dato. Natürlich gehörte da was korrigiert, aber irgend eine Wirtschaft damit gesunden zu wollen, daß man ihr die Liquidität abdreht, die Arbeitslosigkeit mal schnell verdoppelt bzw. verdreifacht und die Kosten und Abgaben drastisch nach oben reißt, gleicht einem Totschlag bzw. suizidalem Tun da, wo man auf Weigel oder Kohl komm raus eine gemeinsame Währung erzwingen will.

    Dazu kommt dieses dämliche Geschwätz von wegen „die Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen“ zu wollen: Wie und womit denn? Wann war Griechenland nach dem Altertum jemals wirklich wettbewerbsfähig? Oder Portugal; in der Tat auch Italien, Spanien…? Zu Zeiten des EWS war noch mustergleich erkannt worden, daß einzelne Wirtschaftszonen immer wieder einer Anpassung bedurften, was in Form von Abwertungen der betrioffenen Währung(en) geschah. Derartige Ventile sind mit Einführung des Euro ohne jeglichen Ersatz abgeschafft worden; ergo, auch der größte Schuldenschnitt wird nichts an der Tatsache ändern, daß Deutschland Autos und Maschinen baut, während andere schöne Strände haben, wunderbare Oliven ernten und schöne Schafe züchten. Was soll auch daran falsch sein? Aber, was daran könnte eine wirkliche, währungstechnisch kompatible Wettbewerbsfähigkeit begründen?

    Auch mit noch so vielen Tricks, Hebeln, Lügen, Verstößen und anderen Dummheiten ist der Euro nicht haltbar; ein Nord bzw. Süd-Euro mag darstellbar sein, funktionsfähig werden sie kaum sein, es sein denn, Deutschland nennte seine neue DM aus irgendwelchen historisch verklärten Gründen wieder Euro, denn auch im Verbund mit Frankreich funktionierte aus heutiger Sicht keine Währungsunion.

    Natürlich will Deutschland sich am liebsten im status quo vergraben; fällt der Euro, stirbt seine Wettbewerbsfähigkeit den sudden death: Widerbelebung lang- und schwierig. Darf er nicht sterben und fällt damit noch tiefer ins Koma, so ist eben der Verfall in Raten programmiert.

    Ceterum censeo, daß über allem natürlich das Damoklesschwert einer verfehlten bzw. versagenden globalen Wirtschaftspolitik, kurz der Globalisierung, schwebt; die hat es einem Teilnehmer erlaubt, sich mit Hilfe eigenen Papiergeldes, eigener Regeln und ausschließlich egozentrisch gesetzten Zielen an so genannten freien Märkten zu bereichern. Frei sind die schon, aber auch vorsätzlich dumm und dämlich.

    caw

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