1848

Gedanken zur Zeit 1848 03-09-10: BILD hinter Sarazzin

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50 Responses to 1848

  1. Detlef sagt:

    Dieser ganze Rummel um Sarrazin gleich einer einzigen „Hexenjagd“.
    Dieser Mann hat eine bestimmte, wenn auch sehr sarkastische und teilweise ironische Art, Probleme anzusprechen und ohne schöne Schleifchen direkt darauf aufmerksam zu machen.

    Ich bin bestimmt nicht mit allem einverstanden was Herr Sarrazin so los läßt, aber was hier praktiziert wird erinnert mich doch sehr stark an Zeiten die eigentlich NIE WIEDER kommen sollten.
    Natürlich überschreitet er damit Grenzen die durch diese Politik gezogen und bewacht werden, er vergreift sich im Ton, hat bestimmte Ansichten die schon sehr nahe an Rassenwahn grenzen, aber es gibt auch noch das Recht auf Meinungsfreiheit.

    Meinungsfreiheit im stillen Kämmerlein wo man nicht gehört wird ist aber keine Meinungsfreiheit!
    Zumal sollte man ihm die Möglichkeit geben sich dazu zu äußern, er scheint ein sehr impulsiver Mensch zu sein, dem auch mal Dinge herausrutschen die ganz anders gemeint sind, wie sie dann von der großen Masse aufgefasst werden.
    Da wird eine regelrechte Treibjagd veranstaltet.
    – Verfassungswidrige Anweisungen an die Bundesbank
    – Vorverurteilungen über die Medien, den Personenabschuss freigeben
    – Damit Gefügigmachung des Bundespräsidenten

    Da muß irgend jemand in den oberen Reihen aber sehr viel Angst vor einem Kritiker wie Sarrazin haben.
    Oder hat er ganz einfach zu tief im Sumpf dieser Lobby-Politik gewühlt und man hat nur darauf gewartet einen Grund zu finden um diesen „unliebsamen“ Menschen los zu werden?

    Wie gesagt, Sarrazin ist ein schwieriger Mensch mit vielen extremen Ansichten die zum Teil schon NS-Züge tragen, aber er spricht auch Dinge an, die der derzeitigen Bundesregierung garnicht recht sein dürften, da sie sich ausführlich mit dem jämmerlichen, volksfeindlichen Versagen dieser Regierung beschäftigen.

    • globalnote sagt:

      Hat mir eben jemand zugeschickt:

      „Drei Regeln hat in Wächtersbach (Main-Kinzig) der Allgemeinmediziner Dr. P. für eine Behandlung aufgestellt, sie ordentlich durchnummeriert und in und vor seiner Praxis aufgehängt: Erstens gelte in der Praxis ab sofort „ein striktes Verbot von Kopftüchern bei islamistischen Frauen und Mädchen“. Zweitens „werden Grundkenntnisse der deutschen Sprache zwingend vorrausgesetzt“. Und drittens werden „islamistische Familien mit mehr als 5 leiblichen Kindern … nicht behandelt!“ Gegenüber der „Gelnhäuser Neuen Zeitung“ (GNZ) begründet Dr. P. die Regeln damit, dass er mit Bitten stets auf Granit gestoßen sei. Es könne nicht sein, dass Patientinnen sich „zur Behandlung sieben Unterhosen ausziehen müssen“, deshalb habe er einige „Spielregeln“ aufgestellt. Mit den Regeln wolle er für einen reibungslosen Praxisablauf sorgen. Die hessischen Ärzteverbände sind entsetzt: Bei der Kassenärztlichen Vereinigung findet man Dr. P.s Aushang „absolut inakzeptabel“, wie Sprecherin Cornelia Kur zu hr-online sagt. Der Allgemeinmediziner habe damit „in hohem Maße gegen vertragsärztliche Pflichten“ verstoßen. Eine Stellungnahme ist angefordert, der erste Schritt zu einem möglichen Disziplinarverfahren. Dr. P. könnte seine Kassenzulassung verlieren. “

      Ist das nun auch nur eine Hexenjagd und Eingriff in die freie Meinungsäußerung, wenn diesem „ehrenwerten“ Deutschen die Kassenzulassung entzogen wird?

      • Gaby sagt:

        Guten Tag, Herr Dr. Jahnke und Mitlesende,

        als ich die „ordentlich durchnummerierte“ Anordnung des Allgemeinmediziners las, lief es mir eiskalt über den Rücken. Es ist keine Hexenjagd und kein Eingriff in die Meinungsfreiheit dieses Mediziners, wenn ihm die Kassenzulassung aufgrund seines Pamphletes entzogen werden sollte. Im Gegenteil: Es ist richtig!

        Ich erinnere an die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“; die moderne Form des Hippokratischen Eides. Die angehenden Mediziner schwören unter anderem:

        „Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung.

        Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegen bringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.“

        Gegen diesen Eid hat der Wächtersbacher Allgemeinmediziner eklatant zuwider gehandelt. Sein Fehlverhalten muss geahndet werden, allein schon, um keine potentiellen Nachahmer zu ermuntern, ähnliche Ausgrenzungen vorzunehmen.

        Man stelle sich nur vor: Heute werden Muslime ausgegrenzt, morgen die Juden und Polen, übermorgen die Südländer, dann arbeitslose Deutsche, darauf fettleibige Frauen aus der Mittelschicht und, und, und. Wo soll denn die Spirale der sozialen Ausgrenzung enden, wenn sie erst einmal angestoßen wurde?! Wir zerfleischen uns in letzter Konsequenz gegenseitig! Wehret den Anfängen!

        Ich habe nichts gegen eine allgemeingültige Zuwanderungspolitik, die bestimmte Regeln aufstellt, auf deren Erfüllung geachtet wird (siehe z. B. Dänemark). Aber ich habe etwas dagegen, wenn einzelne Bürger beginnen, ihre persönlichen, häufig illegalen Regeln im Umgang mit unseren ausländischen Mitbürgern öffentlich aufzustellen. Das muss von Anfang an unterbunden werden; das gilt auch für Sarrazin.

        Mit freundlichen Grüßen

        Gaby

  2. Heiner sagt:

    @detlef:
    Frage: gibt es denn Judengene für Sie, ja oder nein?
    MfG

    • Detlef sagt:

      Wie gesagt, Sarrazin ist ein Mann voller extremer Ansichten und Gegensätze die zum Teil schon NS-Züge tragen, mit denen ich auch absolut nicht übereinstimme, genauso wenig kann ich die Aussagen zu Hartz IV-Empfängern gut heißen, man kann nicht wegen 12% Sozialschmarotzern (Zahl ist nur angenommenes Beispiel) die den ganzen Tag an der Flasche hängen, alle anderen mit in diesen großen Topf schmeißen.

      Das gibt aber niemandem das Recht zur politischen Treibjagd zu blasen und seine Position so auszunutzen das bestimmte Kreise auf Grund dieser Position beeinflußt werden.

      Was immer wieder auffällt ist die Tatsache das sich jeder an dieser verachtungswürdigen Gen-Theorie aufhängt aber alle anderen Aussagen in den Hintergrund gerückt werden.

      Diese Theorie stammt übrigens nicht von Sarrazin, wie allgemein geglaubt wird. Ich hatte während meiner Jugendzeit die fragwürdige Ehre bei einem älteren Ehepaar, welches beide Weltkriege miterlebt hatte, die hauseigene Bibliothek benutzen zu dürfen.
      Dort befand sich auch ein Buch von 1937 in welchem diese Gen-Theorie sowie die körperlichen „Erkennungsmerkmale“ der Juden niedergeschrieben war. (zur Info, ich bin waschechter Ossi aber auch in der DDR waren diese Bücher bis zur Wende weit verbreitet und gut gehütetes Geheimnis der Eigentümer)

      Das heißt für mich das Sarrazin in bestimmten Hinsichten schon als sehr „braun“ einzustufen ist.

      Ist das schon Begründung genug für eine „Treibjagd“?
      Ich bin bestimmt alles andere als „braun“ aber ich traue mir zu das Recht auf Meinungsfreiheit und die Beschneidung dieses Rechtes zu erkennen.

      Was ist mit seinen Aussagen zum Thema Migration? Was ist mit seinen Aussagen zur korrupten Politik in diesem Land?
      Und damit steht er nicht alleine da, man denke nur an die verstorbene Jugendrichterin Kirsten Heisig.
      Hat man aus dem Fall Heisig gelernt und versucht nun auf andere Art und Weise unbequeme Zeitgenossen mundtot zu machen?

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/tod-von-kirsten-heisig-das-ende-der-selbstmordversion-teil-3-.html

      Ich will Sarrazin nicht in Schutz nehmen und distanziere mich auch von jeglichen menschenverachtenden Äußerungen, aber bevor man zur Treibjagd bläst sollte man auf andere Art und Weise versuchen Einfluß auf solche Menschen zu nehmen.
      Wo blieb diese Treibjagd bei den Äußerungen über H4-Empfänger?
      Der Auslöser war doch die öffentliche Anprangerung der total außer Kontrolle geratenen Migrationspolitik und diese (wohl mit Absicht geäußerte) Gen-Theorie brachte das Fass zum überlaufen.
      Ich glaube das Sarrazin damit einen ganz bestimmten Zweck verfolgte und man garantiert noch weiter und viel öfter von ihm hören wird.

      Durch Verbote und öffentliche Treibjagd-Veranstaltungen gegen solche Leute, erreicht man genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich zu erreichen beabsichtigt.

      • globalnote sagt:

        @Detlef,

        Laßt uns doch nicht mit Hinweisen auf Treibjagd, Meinungsfreiheit usw. den Vorwurf bagatellisieren, daß, nachdem durch deutsche amtliche Mörder im Namen Deutschlands Millionen von Juden fabrikmäßig umgebracht wurden, weil sie sehr oft einfach an anderen Nasen und Kopfformen (genetische Merkmale) identifiziert wurden und die Rasse, die auch nur der Genetik entspringt, zum Todesurteil führte, kein Deutscher in einem öffentlichen Amt von einem spezifischen Gen der Juden reden darf. So etwas disqualifiziert total für ein solches Amt, erst recht wenn es – wie bei der Bundesbank – interntional auffällt. Vorstandsmitglied der Bundesbank ist wahrscheinlich eines der bestbezahlten öffentlichen Ämter in Deutschland und verlangt daher besondere Vorsicht.

        Was mich erschreckt, ist die Reaktion sehr vieler Menschen in Deutschland, auch die Ihre, nämlich über diese schlimme Entgleisung bezogen auf das Gen der Juden hinwegzusehen, weil seine sonstige Kritik an der Bundesregierung in den Kram paßt.

        Wenn Sie sagen: „Diese Theorie stammt übrigens nicht von Sarrazin, wie allgemein geglaubt wird“, dann verstehe ich das überhaupt nicht. Wollen Sie Sarrazin damit entlasten, oder was soll der Hinweis denn sonst? Und natürlich ist allgemein bekannt, daß Sarrazin damit nur an die Ideologie des Dritten Reiches anknüpft und nicht eine eigene Theorie vertritt. Wer hat denn behauptet, daß er eine eigene Theorie entwickelt hätte?

        Ihre Solidarität mit Sarrazin – auch wenn Sie sich dann immer wieder zu distanzieren versuchen – in Ehren, doch sie ist völlig falsch am Platze. So falsch, wie Sarrazin im Bundesbankvorstand am Platze ist. Mit Treibjagd hat das gar nichts zu tun, sondern nur mit einem Geschichtsbewußtsein, aus dem deutsche Verantwortung wächst.

        Wenn Sie mal (wie ich) in Auschwitz/Birkenau oder in Yad Vashem in Israel gewesen wären, wo das Wannsee-Protokoll im Original ausliegt, hätten Sie sich bestimmt anders geäußert. In Wannsee wurde von deutschen Beamten aus verschiedenen Ministerien unter Vorsitz von Heydrich die Beseitigung der Juden beschlossen und in einem Protokoll festgehalten, bevor sich die Herren auf Einladung von Heydrich dann zu einem Imbiß zurückzogen, vielleicht bei einem Gläschen Seckt nach so viel Anstrengung. Ich bitte um Nachsicht für meine deutlichen Worte. Ich war an zu vielen Plätzen, wo Nazi-Greuel noch heute nachwirken und als Mahnmale zu recht konserviert sind. Leider war in der DDR kein Verantwortungsgefühl für diese schlimme deutsche Vergangenheit gepflegt worden, weil sich der kommunistische Staat eher als einer der Opfer des Dritten Reiches definierte, während die Bundesrepublik die Verantwortung annahm und Wiedergutmachung leistete und Brandt am Warschauer Ghetto niederkniete, was keiner der DDR-Bonzen jeh getan hätte.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

      • georgi sagt:

        Leider war in der DDR kein Verantwortungsgefühl für diese schlimme deutsche Vergangenheit gepflegt worden, weil sich der kommunistische Staat eher als einer der Opfer des Dritten Reiches definierte, während die Bundesrepublik die Verantwortung annahm und Wiedergutmachung leistete und Brandt am Warschauer Ghetto niederkniete, was keiner der DDR-Bonzen jeh getan hätte.

        Ich dachte, es hätte einen „staatlich verordneten“ Antifaschismus in der DDR gegeben. Der war wichtiger Bestandteil der Staatsdoktrin, denn der legitimierte die DDR, da Kommunisten von den Nazis verfolgt wurden. Der „Faschismus sei mit Stumpf und Stil in der DDR ausgerottet“, hieß es damals. Die Hinterlassenschaft der Nazi-Herrschaft, d.h. die Konzentrationslager Buchenwald, Ravensbrück, Sachsenhausen und andere wurden aufwendig erhalten, und waren Ziel von Klassenfahrten und Jugendstunden. Überhaupt nahm die Behandlung der 12 Jahre einen breiten Raum im Schulunterricht und in der öffentlichen Darstellung ein. Nie war in der DDR von einer „Mitschuld der Alliierten“ die Rede, auch nicht bei den alljährlich stattfindenden Kundgebungen am 13. Februar in Dresden. Die Grenzen der DDR zu Polen und der Tschechoslowakei waren ohne Wenn und Aber anerkannt. Davon machte man viel Aufhebens. Die Staatsgrenze zu Polen wurde zur Oder-Neiße-Friedensgrenze mythisiert. Alljährlich fand zum Gedenken an die schwierige Geschichte der Beziehung der Polen, Tschechoslowaken und Deutschen die Friedensfahrt statt, ein Radrennen, deren Streckenführung sich über alle drei Länder erstreckt. Über Flucht und Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg wurde allerdings geschwiegen. Jeder, der trotzdem den Mund aufmachte, wurde als „Revanchist“ gebrandmarkt. Das ging soweit, daß es verboten war, die früher zu Deutschland gehörenden Ortschaften und Landschaften mit ihren deutschen Namen zu benennen.

        Das wollte ich zur Information noch anführen.

  3. Heiner sagt:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,714558,00.html
    noch was zu Sarazin und seine kruden Thesen s.o.
    MfG

  4. ben65 sagt:

    Ich finde es verachtenswert, wenn jetzt ständig behauptet wird, dass dem Herrn S. die Meinungsfreiheit beschnitten wird.
    Er darf ja auch weiterhin seine Meinung sagen, es wird ihm ja nicht der Mund verboten.

    Allerdings muss ihm auch wie jedem Arbeitnehmer bewusst sein, dass die Meinungsfreiheit da ihre Grenzen hat, wenn er die Interessen seines Arbeitgebers mit Füßen tritt und ihm mit seinen öffentlichen Äußerungen schadet.
    Und das hat er mannifaltig mit Anlauf auf allen Kanälen getan.

    Zudem erwarte ich von einem Vorstand der Bundesbank, dass er seinen Job macht und nicht nebenher mit der Veröffentlichung seiner kruden Ideen Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache betreibt.
    Als Arbeitnehmer muss ich mir jeden kleinen Nebenjob vom Arbeitgeber freigeben lassen, um keinen Ärger zu bekommen.
    Warum sollen für Herrn S. andere Regeln gelten.

    Über den Inhalt seiner Aussagen schweige ich lieber, sie sind eine Diskussion nicht wert.

  5. hans-jürgen sagt:

    meinungsfreiheit hin oder her:
    herr sarrazin hat in erheblichem maße sein amt missbraucht, um seine persönliche und biologistische weltsicht sowie seine gefühle(!) publik machen zu können.
    sein weiteres leben wird überdies nicht gerade von armut gezeichnet sein!

    mfg hans-jürgen

    • Detlef sagt:

      @ hans-jürgen
      Bei aller Liebe, aber über Amtsmißbrauch darf sich wohl kein Politiker aufregen.

      @ ben65
      du sagst:
      als Arbeitnehmer muß ich mir jeden kleinen Nebenjob vom Arbeitgeber freigeben (genehmigen)lassen, um keinen Ärger zu bekommen.

      Vollkommen richtig, und wer das nicht macht hat mit einer fristlosen Kündigung zu rechnen.
      Wäre die Frage ob das nur bei gewissen Leuten gilt oder für Alle?
      Jeder Politiker dieser Bundesregierung und des Bundesrates hat so viele „Neben“-Beschäftigungen das man sich manchmal fragt ob sie überhaupt noch Zeit für die Ausübung ihres Haupt-Jobs haben.
      Es sollte allgemein verboten sein das Menschen mit einer solch hohen Verantwortung (und bei solchen Gehältern)noch andere Tätigkeiten ausüben.
      Wie kann ich eine demokratische und volksnahe Politik betreiben wenn diese im krassen Widerspruch zu meinen anderen Tätigkeiten steht?

      • globalnote sagt:

        @Detlef,

        Hier wird nicht einfach ein Amt mißbraucht, wie es vielleicht viele Andere auch tun, sondern mit einem verantwortungslosen Geltungstrieb dem deutschen Ansehen geschadet, weil es das schlimme Bild vom ewigen Nazi bestätigt, das im Ausland leicht aufzuwecken ist. Dort ist die Erinnerung an die deutschen Greuel noch sehr lebendig, während viele Deutsche das als belastend verdrängt haben, vielleicht auch Sarrazin. Sie meine vorherige Zuschrift.

        JJ

  6. Detlef sagt:

    Werter Herr Jahnke,
    ich war sehr wohl in Buchenwald, in Nordhausen im Lager Dora und auch in Auschwitz, alleine schon weil diese Geschichte ein Teil des Lebens meiner Eltern war.
    Das die DDR-Elite lieber am Grab der sowjetischen Gefallenen Kränze abgelegt hat ehe sie sich ihrer Vergangenheit aktiv bewußt geworden wäre ist schon richtig, aber die Greueltaten des Dritten Reiches und ihre massenmörderischen Auswüchse waren Pflichtlektüre und wichtigster Bestandteil des Geschichtsunterrichts. (Natürlich alles schön auf Sozialismus und Kommunismus zurecht geschnitten.)

    Ich wußte das ich mit meinem Kommentar wiedermal in ein Wespennest steche, wohl nicht zuletzt weil ich eine gewisse Ausdrucksart habe die sehr gerne missverstanden wird.
    Hier will niemand Sarrazin für seine Äußerungen in Schutz nehmen, das habe ich ja wohl (hoffentlich verständlich genug)zum Ausdruck gebracht.

    Ich neige aber dazu die Gesamtheit eines bestimmten Themas zu durchleuchten und nicht stur auf einem bestimmten Punkt kleben zu bleiben.
    Sarrazin hat Deutschland mit dieser Äußerung definitiv keinen Gefallen getan, er wird dafür von allen Seiten (Presse, Rundfunk, Frau Merkel etc.) massiv angegriffen ja man kann schon fast sagen „gejagt“. Die Meinung über Deutschland und das Ansehen Deutschlands wird dadurch (wiedermal) Schaden zugefügt.
    Das Ansehen Deutschlands ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr das Beste. Als Geldgeber Nr.1 bekommt Deutschland die besten Noten, aber dann hört es leider schon auf.
    Wer sich die Mühe macht und auch mal die schweizer, die englische und die finnische Presse verfolgt wird feststellen das man seit einigen Jahren schon nicht mehr so gut auf Deutschland zu sprechen ist. Und das liegt definitiv nicht an Sarrazin sondern an der immer schlimmer werdenden Innland-Politik die gegen das Volk und für den Kommerz gemacht wird.
    Man sollte nicht für möglich halten wie jeder politische Schritt, jede kleine Veränderung in Deutschland durch die ausländische Presse verfolgt wird.
    Wenn jeder, der dem deutschen Ansehen Schaden zufügt so öffentlich gesteinigt würde, müßten noch viel mehr Leute an den Pranger gestellt werden.
    Das Sarrazin mit seinen NS-Äußerungen da noch einen drauf setzt ist durch nichts zu entschuldigen, aber wie gesagt, ich neige dazu das gesamte Umfeld zu betrachten und nicht alles an einem Punkt fest zu machen.
    Ich bin mal auf die o.g. ausländische Presse zum Fall Abberufung von Sarrazin gespannt.

    • globalnote sagt:

      In der DDR lebten prozentual wahrscheinlich nicht weniger Menschen als in Westdeutschland, die an den Untaten des Dritten Reiches entweder aktiv teilgenommen hatten oder überzeugte Nazis gewesen waren. Die DDR hätte daher durchaus ihre historische Mitverantwortung anerkennen (siehe Kniefall Brandt) oder wenigstens eine symbolische Wiedergutmachung an Israel leisten sollen. Buchenwald und andere Gedenkstätten wurden erhalten, um auf ein Unrecht hinzuweisen, unter dem auch DDR-Bürger (vor allem Kommunisten) gelitten hatten, nicht aber, um eine historische Verantwortung zu akzeptieren. Wenn die Greueltaten des Dritten Reiches und ihre massenmörderischen Auswüchse Pflichtlektüre und wichtigster Bestandteil des Geschichtsunterrichts waren, so aus den gleichen Motiven. Auch konnte man dann umso besser auf einige Ex-Nazis im Staatsapparat der Bundesrepublik mit dem Finger zeigen (die, wie Globke, da natürlich nie hätten sein dürfen).

  7. Detlef sagt:

    Es geht schon loß.
    Kleiner Ausschnitt gefällig?

    Den Ton und die Richtung gab die Kanzlerin vor, als sie durch ihren Regierungssprecher erklären ließ, sie fände das Buch „verletzend und polemisch” und „überhaupt nicht hilfreich”, um „bei der Integration voranzukommen”. Es war das erste Mal seit Ludwig Erhard, der in den Flegeljahren der Bundesrepublik Intellektuelle als „Pinscher, Uhus und Banausen” bezeichnet hatte, dass ein amtierender Kanzler bzw. eine Kanzlerin sich ein literarisches Urteil erlaubt hatte – nicht als Privatperson bei einem Besuch der Frankfurter Buchmesse, sondern ex Cathedra. Und es war das erste Mal, dass ihr niemand widersprach, so als gehöre es zum Amt der Kanzlerin, Bücher danach zu beurteilen, ob sie bei der Durchsetzung der Regierungspolitik hilfreich wären oder nicht. Wäre dies der Maßstab, müsste man mindestens 99 Prozent der jährlichen Buchproduktion gleich nach dem Erscheinen einstampfen.

    Und als gäbe es in Deutschland wieder eine Reichsschrifttumskammer, die für Sprachregelung zuständig wäre, wurde die Floskel „nicht hilfreich” inzwischen einige Tausend Mal wiederholt: von andern Politikern, Kommentatoren und den Linienrichtern der „Political Correctness”. Die Interviews, die mit dem Verfasser des „wenig hilfreichen” Buches gemacht werden, gleichen Verhören, wobei das abschließende Urteil von vornherein feststeht: wenig hilfreich, kontraproduktiv, der Integration abträglich und dem deutschen Ansehen im Ausland nicht bekömmlich. Allesamt Kriterien, mit denen autoritäre und totalitäre Regimes ihre Kritiker stillzulegen versuchen. Der Gedanke, dass eine Demokratie vor allem von „falschen” Meinungen lebt, die eine Diskussion befördern, ist im Abgrund der kollektiven Empörung verschwunden.

    Während die Deutschen sich in ihrem Sündenstolz, für das größte Verbrechen des 20. Jahrhunderts, den Holocaust, verantwortlich zu sein, gemütlich eingerichtet haben, reagieren sie wie Allergiker auf Katzenhaare, wenn es um Fehlleistungen in der Gegenwart geht. Hier gilt der Grundsatz, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Diejenigen, die über Sarrazin herfallen, tun es nicht, weil er mit seinen Thesen daneben liegt, sondern weil er im Prinzip Recht hat. Es sagt kaum etwas, das nicht schon bekannt wäre, er fasst nur viele Einzeldaten zu einer Lieferung zusammen. Und so genau wollen es die Anwälte des Status quo nicht wissen, denn dann müssten sie sich fragen, warum sie bis jetzt geschwiegen oder sich hinter Euphemismen wie „Bürger mit Migrationshintergrund” oder „bildungsferne Schichten” versteckt haben. Das kollektive Verlangen, Sarrazin zum Schweigen zu bringen, hat auch eine nach innen gerichtete Funktion: Die eigenen Zweifel sollen unterdrückt werden. Sarrazin ist der klassische Sündenbock. Er wird mit den Sünden der Gesellschaft beladen und in die Wüste hinaus gejagt. Wir erleben ein archaisches Ritual im High-Tech-Format. Die Selbstgerechten aller Klassen und Fraktionen treten zur virtuellen Steinigung an.

    Der Autor ist Reporter beim Spiegel. Den vorliegenden Text schrieb er für die Schweizer „Weltwoche“

    Ob das dem Ansehen Deutschlands gut tut?

    • georgi sagt:

      Hallo Detlef!

      Dieses ganze Gerede von „Meinungsdiktatur“ ist nichts als ein simpler Bauerntrick, damit sich die Leute nicht auf vernünftige Argumente einlassen. Kann man denn von der Unterdrückung einer Meinung reden, die in allen Zeitungen seit Jahren jedem aufgetischt wird, ganz gleich, ob er die „Wahrheit“ hören will oder nicht? Kritikern wird dann ganz einfach mal die „Angst“ vor der „totalitären Gesinnungsdiktatur“ unterstellt. Jetzt findet ausgerechnet die BILD-Zeitung den Mut, die „Wahrheit“ auszusprechen, als bestimme nicht gerade diese Zeitung, was in unserer Republik für Wahrheit gelten soll. Kritisiert Frau Stern, daß ihre Statistiken falsch zitiert werden, dann heißt es, sie habe „Angst“ vor dem „linken Meinungskartell“. Desgleichen geschieht mit jemandem, der Fehler, Tendenz nachweist oder der Sarrazins Aussagen für dumm und zynisch hält.

  8. georgi sagt:

    Der Skandal besteht ja gar nicht darin, daß ein verwirrter Zyniker dummes Zeug daherschwatzt sondern, daß die wichtigen Medienanstalten – BILD, SPIEGEL, ARD/ZDF, ein „angesehener“ Verlag etc. – für Sarrazins wirre Zeug massiv in konzertierter Art Schleichwerbung betreibt und mit üblen Bauerntrcks („politisch inkorrekt“, „man darf ja nichts sagen“ etc.) das dumme Volk indoktriniert. Dumm ist nur, daß das Publikum den Rauswurf Sarrazins irrtümlicherweise nicht auf seine Bemerkung zu den Juden bezieht, sondern meint, daß Sarrazin in einer von vor „Musels einknickenden Gutmenschen“ betriebenen „Treibjagd“ den Kürzeren gezogen zu haben. In diesem Sinne besteht auch kein Widerspruch der gewohnten Haltung der BILD-Zeitung den Juden und Israel gegenüber.

  9. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    das DVA-Verlagshaus hat die ersten 40 Seiten des umstrittenen Buches online veröffentlicht.

    http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?coverMode=N&mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false&edi=296641#tabbox

    Ab Buchseite 14 erklärt uns Herr Sarrazin unsere gegenwärtige Wirtschaft. Da heißt es beispielsweise:

    „Die soziale Marktwirtschaft war das große Versprechen, das letztlich das ganze Volk hinter dem Wiederaufbau vereinte: Alle sollten einen fairen Anteil am gemeinsam Erwirtschafteten bekommen, alle sollten vor Hunger, Kälte und drückender Armut geschützt sein, wer arbeiten wollte, sollte auch Arbeit finden. Dieses Versprechen wurde eingelöst, und wie!“

    Nun folgen statistische Zahlen und es geht weiter:

    „Das Staatswesen und die Gesellschaftsordnung erreichten in der Bundesrepublik um 1960 einen Legitimationsgrad und Akzeptanz wie niemals in den 150 Jahren zuvor und niemals danach. Die SPD hatte im Godesberger Programm 1959 die Konsequenzen daraus gezogen und Frieden mit dem zur „sozialen Marktwirtschaft“ gezähmten Kapitalismus gemacht. Doch die Idylle währte nur kurz.“

    Nun folgt eine Aufstellung gesellschaftlicher und ökonomischer Ereignisse, die unsere soziale Marktwirtschaft zu erschüttern begannen. In meinen Augen liest sich das alles relativ (!) korrekt und endet wie folgt:

    „1989 bis 1991 veränderten der Zusammenbruch des Ostblocks und die Auflösung der Sowjetunion die politische und ökonomische Weltkarte radikal. Die Übernahme der Marktwirtschaft im ehemaligen Ostblock, vor allem aber die Übernahme der Marktwirtschaft in China und Südostasien leiteten eine starke und noch anhaltende Veränderung der Gewichtsverteilung in der Weltwirtschaft ein. Dies stellte das deutsche Versprechen der „sozialen Marktwirtschaft“ so nachhaltig in Frage wie keine Entwicklung zuvor. Ob es weiterhin eingehalten werden kann, ist fraglich.“

    Soweit ist in meinen Augen alles historisch richtig, wenn auch nicht fachlich. Aber jetzt beginnen die wahren intellektuellen Entgleisungen:

    „Globalisierung und Marktwirtschaft bedeuten letztlich, dass in allen marktwirtschaftlich verfassten Ländern, die ergänzend die nötigen öffentlichen Güter in Bildung und Infrastruktur bereit stellen, vergleichbare Arbeit auch vergleichbar entlohnt wird. […] Es ist ganz folgerichtig, dass die realen Stundenlöhne in Deutschland – genau wie beispielsweise in den USA und in Italien – heute nicht höher sind als 1990. Sie werden auch nicht mehr steigen, bis Staaten wie China, Indien und Thailand das westliche Lohnniveau erreicht haben. Diese Entwicklung trifft Deutschland in einer Phase, in der seine Kraft aus ganz anderen Gründen erlahmt und auch davon handelt dieses Buch.

    – Um die seit 40 Jahren eingetretenen demografischen Verschiebungen und generativen Verhaltensänderungen sowie deren Weiterwirken in die Zukunft.

    – Um die in unserem Sozialsystem liegenden Anreize, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – oder dies eben nicht zu tun.

    – Um die Qualität, die Struktur und den kulturellen Hintergrund der Migranten in Deutschland.“

    Sarrazin geht während seines Geschwurbels also nicht auf die naheliegenden Lösungen unserer wirtschaftlichen Probleme ein, sondern lenkt von diesen Problemen ab, indem er Sündenböcke findet. Zu diesen Sündenböcken gehört aber nicht nur ein Teil unserer ausländischen Mitbürger, sondern auch derjenige Teil der Deutschen, der von diesem Wirtschaftssystem ausgespuckt wurde und seither in Hartz-IV verharrt. Das sollte denjenigen Menschen, die Sarrazin heute so unbeirrt zujubeln, mehr als bewusst sein!!!

    Sarrazin ist ein Hohepriester des Neoliberalismus und sieht Deutschland in seiner Existenz gefährdet, weil hier angeblich so viele faule, dumme und arbeitsunwillige Menschen leben, nicht aber, weil die elitäre Polit-Klasse eine haarsträubende Wirtschaftspolitik betreibt.

    Das Versprühen rassistischen, gar antisemitischen Gifts, das in letzter Konsequenz auch die eigene Bevölkerung miteinschließt, ist für mich eine ganz und gar unakzeptable Ablenkung von unseren ökonomischen Problemen, gerade so, wie sie einst Thomas Robert Malthus betrieb. Ich bin davon überzeugt, dass Sarrazin es besser weiß, uns aber die wahren Ursachen unserer wirtschaftlichen Misere absichtlich verschweigt und uns ebenso absichtlich in ein Dickicht von Lügen, Vorurteilen, gar Fremdenhass führt, das latent von politisch stark rechtsgerichteten Zeitgenossen besiedelt ist. Sarrazin macht Eugenik und Schädelvermessung wieder hoffähig und stärkt somit unsere Bereitschaft, weitere Einschnitte in die Sozialsysteme zu dulden.

    Den gleichen Vorwurf mache ich unseren (Qualitäts)medien und Talkshows, die in den letzten zwei Wochen auf nichts anderem rumritten, als der Frage, ob sich Ausländer in gewünschtem Maße in unsere Gesellschaft integrieren oder nicht, statt darauf aufmerksam zu machen, wer die Verursacher sogenannter „Parallelgesellschaften“ sind. Zum einen die Wirtschaft, die ab den späten 1950er Jahren nur an der Ausbeutung ausländischer Billigstarbeitskräfte interessiert war und zum anderen die Politik, die anstrengungslos hoffte und betete, dass die Ausländer eines Tages von ganz alleine wieder in ihre Heimat zurück kehren.

    Solange es Deutschland wirtschaftlich gut ging, stellte sich nicht die Frage, ob Arbeitslose und schlecht integrierte Ausländer unsere Sozialsysteme bzw. die gesamte Wirtschaft belasten und obendrein doof sind. Diese Betrachtungsweise stellt sich erst seit ca. dem Jahr 2000 ein. Müntefering, Clement, Koch und Westerwelle waren die ersten Politiker, die so ein dummes, volksverhetzendes Zeug schwafelten. Sarrazin setzt mit aller Polemik noch einen drauf und bringt sogar Juden- und Baskengene in die Diskussion ein. Das alles ist unerträglich dumm!!!

    Ich befürworte, dass Sarrazin aus dem Vorstand der Bundesbank entfernt wird und er seine SPD-Parteimitgliedschaft verliert. Im übrigen schließe ich mich Dr. Jahnkes geäußerten Einschätzungen an.

    Schönen Samstag,

    Gaby

  10. HandaufsHerz sagt:

    In Frankreich findet ebenfalls eine Debatte gegen „Minderheiten“ statt und eine Verbindung zwischen Immigration und Kriminalität konstruiert.

    In Bezug auf die Meinungsmache von Sarrazin, Bild und WeltOnline übernehme ich einen Teil des Wortlauts eines Aufrufs von 50 Organisationen, ohne Kommentar, weil die Aussagen den Nagel auf den Kopf treffen.

    Ein gemeinsamer Aufruf von fünfzig Organisationen

    …“ Innerhalb weniger Tage sind die höchsten Autoritäten des Staates von der Ausbeutung von Vorurteilen gegen die Roma übergegangen zur offiziell verkündeten Verbindung zwischen Immigration und Kriminalität, dann zur in-Fragestellung der französischen Staatsbürgerschaft in Ausdrücken, wie sie seit 1945 nicht mehr gehört wurden.

    Was bei diesen Schritten am Werk ist,

    verdankt sich einer Logik sozialer Spaltung,

    was mit ernsten Gefahren verbunden ist.

    Es handelt sich nicht mehr um eine legitime Debatte in einer Demokratie über die Art, die republikanische Sicherheit zu wahren, sondern um den Willen, Millionen von Menschen als von vornherein gefährlich zu bezeichnen auf Grund ihrer Herkunft oder ihrer sozialen Situation. Welche Legitimität auch immer durch eine Wahl verliehen wird, so hat kein verantwortlicher Politiker das Mandat erhalten, die elementarsten Prinzipien zu verletzen, auf denen die Republik aufgebaut ist.

    Weil uns die überschrittene Schwelle um unser aller Zukunft willen beunruhigt, wollen wir, Bürgerinitiativen, Gewerkschaften und politische Organisationen unterschiedlicher Couleur, die aber gemeinsam die Verpflichtung haben gegenüber den grundlegenden Prinzipien der säkularen, demokratischen und sozialen Republik, mit aller Kraft daran erinnern, dass der erste Artikel der Verfassung „die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz garantiert, ohne Unterschied der Herkunft, der Rasse oder Religion“, und dass alle Vorschläge, die gegen diese grundlegende Regel der Demokratie verstoßen, einen Angriff auf den sozialen Frieden darstellen.“ …

    Diesen Worten schließe ich mich an.

    http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=1167

    Grüße
    HaH

  11. Detlef sagt:

    Sarrazin hatte in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ zunächst in Deutschland lebende Migranten als ungebildet angegriffen und die vermeintliche Vererbung von Intelligenz beschrieben. In späteren Aussagen hatte er zudem über Gene von Juden gesprochen. (Im Zusammenhang mit vererblicher Intelligenz und der daraus resultierende Masse an hochgebildeten Juden.)

    Wenn man dem unteren Bericht Glauben schenken darf,
    scheint es fast so, das ein ganzer Teil der Juden die in Deutschland leben mit diesem Thema vorurteilsfreier und tolleranter umgehen wie die deutsche Gesellschaft selber.

    Sollte man sich doch mal darüber Gedanken machen, oder?

    Tolleranz ist keine Einbahnstraße! Hat sich auch nur einer so darüber echoviert als Herr Kramer der Meinung war er müsse einige Leute öffentlich mit Nazi’s, Faschisten und Hitler vergleichen? Nein, wie käme man auch dazu?
    Wurde da jemals gefordert das Herr Kramer all seiner Ämter enthoben werden soll weil er dem Ansehen Deutschlands schade?
    Wo war die lautstarke Forderung nach Enthebung aller Positionen des Herrn Friedmann als man diesen total zugedröhnt und mit Prostituierten bei Sexorgien ertappt hat?
    Das traut sich garniemand mehr weil man sofort Angst haben muß als Nazi abgestempelt zu werden.
    Die dürfen dem Ansehen Deutschlands Schaden zufügen?
    Warum?

    Es ist nur kurios das prominente Juden sich bei derartigen Meinungen und Äußerungen gegen ihre eigenen Leute stellen.
    Dieses ewige Schuldgefühl das man von klein auf eingetrichtert bekommt müßte mal langsam in ein Ewiges Gedenken umgewandelt werden damit so etwas nie wieder passiert.
    Es kann kaum angehen das sich zig Generationen in ewiger Demut schuldig fühlen müssen obwohl sie zum Zeitpunkt dieser schrecklichen Ereignisse nicht einmal existierten!
    Das Gedenken an die vielen Opfer und die nötige Vorsicht das sich so etwas nicht noch einmal wiederholt ist unser aller Pflicht und wird es auch immer bleiben, aber ewiges, demütiges Schuldgefühl?

    Bevor es nun zum eigentlichen Bericht geht, noch eine kleine Anmerkung am Rande.
    Es macht immer mehr den Anschein das gewisse Leute mit aller Gewalt verhindern wollen das dieses doch so sehr geliebte Schuldgefühl einem Wachsamen Gedenken weichen muß. Anders kann man sich langsam nicht mehr erklären warum jede Bemerkung, die im Zusammenhang mit Juden gemacht wird, sofort mit einem Vergleich zum dritten Reich kommentiert wird. Beispiel?
    – „Verbände werfen EU-Kommissar „Judenhetze“ vor“
    Jüdische Verbände haben die antisemitischen Äußerungen des EU-Kommissars De Gucht scharf verurteilt. Dieser fühlt sich missverstanden.
    De Gucht hatte im flämischen Rundfunk VRT über den Nahostkonflikt gesprochen. Es gebe einen „Glauben bei der Mehrzahl der Juden, dass sie Recht haben“, sagte er auf Niederländisch. Es sei schwierig, gegen diesen Glauben „mit rationalen Argumenten zu kämpfen“.

    Unklar war, ob sich De Gucht damit nur auf die außerhalb Israels lebenden Juden bezog, über die er zuvor gesprochen hatte. Über die jüdische Interessenvertretung in Washington urteilte der Handelskommissar, dass man ihren Einfluss auf die US-Politik nicht unterschätzen dürfe: „Es ist die bestorganisierte Lobby dort.“ –

    De Gucht (Belgien) hat sich sogar dafür entschuldigt und versucht diese Mißverständnisse aufzuklären, das interessiert nur keinen.
    Wann ist es wieder so weit das man das Wort Jude garnicht mehr nennen darf ohne gleich als Nazi oder Rechtsradikaler abgestempelt zu werden?

    Bericht:
    Fall Sarrazin: Prominente Juden pro Meinungsfreiheit

    Jüdische Schriftsteller und Wissenschaftler protestieren gegen linke Gesinnungsdiktatur

    Die politisch sicherlich robusten Äußerungen Thilo Sarrazins über mangelnde Integration von Türken und Arabern sowie ähnliche Probleme haben das rote Meinungskartell in seine gern zelebrierte Empörungshysterie versetzt.

    Das bleibt immer häufiger nicht ohne handfeste Folgen für Opfer der Gesinnungsdiktatur in Deutschland – auch Bundesbankvorständler Sarrazin wurde weitgehend entmachtet, wobei ihm sein SPD-Parteibuch durchaus nichts nützt – auch „Genossen“ haben mittlerweile vor der veröffentlichten Meinung strammzustehen und ohne Wenn und Aber zu spuren.

    Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert zwar Meinungsfreiheit, dient aber zunehmend nur noch für Sonntagsreden und als Stoff für schulische Sozialkunde. Wie anders soll man sich sonst die Entrüstungs-Eskalationen erklären, die immer dann unsere Republik ergreifen bzw. um sich greifen, wenn jemand es wagt, sich ohne Mithilfe von Antifa und Cem Özdemir seines eigenen Verstandes zu bedienen – frei nach Kant und ohne Zensurschere im Kopf.

    Wer die Meinungsfreiheit Sarrazins verteidigt, stimmt nicht automatisch all seinen Äußerungen zu, die zum Teil polemisch formuliert, zum Teil auch inhaltlich nicht hieb- und stichfest sind, etwa hinsichtlich seiner Kosovo-Bemerkung oder familienpolitischer Details.

    Doch in seinen Kernaussagen hat Sarrazin bestehenden Konfliktstoff zutreffend dargestellt, über den hierzulande kaum noch öffentlich diskutiert werden darf, wodurch die realen Probleme nicht beseitigt, sondern durch Verdrängung und Lösungsverweigerung vergrößert werden, was mittelfristig noch zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen kann.

    Leider ist neben der unvermeidlichen linken Jagdgesellschaft auch Stephen Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, mit billiger Polemik und absurden Hitler-Vergleichen aufgefallen, obwohl er sich im Interesse der politischen Kultur und insbesondere auch der Juden lieber mehr zurückhalten sollte, zumal seine Kommentare nicht selten durch peinliche Dreistigkeit auffallen.

    Jene Juden (und es sind die meisten), die mit dieser stickigen roten Meinungsdiktatur hierzulande nichts am Hut haben, fühlen sich von Kramers Entgleisungen keineswegs vertreten. Einige Promis probten gottlob den Aufstand, darunter Ernst Cramer, seit Jahrzehnten geschätzt als Kommentator der „Welt“ und anderer Zeitungen.

    Auch andere Juden brachen eine Lanze für Sarrazins Meinungsfreiheit, unter ihnen der „querdenkende“ Schriftsteller Henryk Broder, der eindeutig erklärte, daß Sarrazin auch inhaltlich weitgehend im Recht sei, da vor allem die Einwanderung von Türken und Arabern zu großen gesellschaftlichen Problemen führe.

    Ähnlich Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Buchautor und Historiker aus München: auch er hat Tacheles geredet, die Meinungsfreiheit entschieden verteidigt, handfeste Konfliktfelder benannt und überdies öffentlich erklärt, daß er sich als Jude „schämt“ für das, was Kramer nicht zum ersten Mal an politischem Unsinn losläßt. Daher fordert er die Zentralrats-Vorsitzende Charlotte Knobloch auf, nicht länger „wegzusehen“, wenn ihr Generalsekretär sich vergaloppiert.

    Auch Ralph Giordano, Verfasser des seinerzeit vieldiskutierten Buches „Die zweite Schuld oder Von der Last, Deutscher zu sein“, dürfte kaum im Ruf rechtsradikalen Gedankenguts stehen. Der jüdische Autor verteidigt Sarrazin in der Sache, wobei er freilich zu Recht bemängelt, daß dieser sich im Ton vergriffen habe. Klar sei aber, so Giordano: «Sarrazin beschreibt die Wirklichkeit so, wie sie ist – und nicht, wie seit vielen Jahren von der politischen Korrektheit dargestellt. Der Sozialstaat wird nicht fertig mit Problemen, die er selbst geschaffen hat.“

    Der jüdische Protest gegen den Zentralrats-Generalsekretär hat dazu geführt, daß Kramer seinen Hitler-Vergleich öffentlich zurücknahm und in dieser Causa kleinere Brötchen backt, wenngleich er weiter mit der Rassismus-Keule um sich wirft. Dennoch ist dies ein erster Erfolg des bewundernswerten geistigen Aufstands jüdischer Schriftsteller und Wissenschaftler pro Meinungsfreiheit und gegen linke Gesinnungstyrannei in unserem Land.

    Felizitas Küble
    Vorsitzende des Christoferuswerks eV.

  12. ben sagt:

    Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wieviel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen.
    (Albert Einstein, dt.-am. Wissenschaftler, 1879-1955)

    @detlef
    Hier geht es um Herrn S. und s e i n e Weltanschauungen. Wenn er eine solche hat wie veröffentlicht, ist das traurig und sein Problem. Dann gehört es jedoch zu der mir zustehenden Meinungsfreiheit zu sagen, dass er geistig ein paar Jahrhunderte zurückgeblieben ist und ich freue mich, dass viele Menschen das ähnlich sehen und sich entsprechende äußern.
    Der von der Bild erfundene Klartextpolitiker hat auch klare Antworten verdient; das ist man ihm schuldig.
    Was Sie hier mit Ihren Ergüssen erreichen wollen – keine Ahnung, denn Sie gehen hier ständig zwei Schritte vor und wieder einen zurück(oder was es jetzt umgekehrt?)

  13. HandaufsHerz sagt:

    @ Detlef,

    es soll das Volk gegeneinander aufgewiegelt werden um von den wirklichen Verursachern der Krise abzulenken.
    Die von den Neoliberalen neugeschaffene Unterschicht hat bestimmt keine Schuld an der Krise. Aber die Entscheider schon!!!
    Leute wie Sarrazin, müssen bestimmt keine finanziellen Einbußen hinnehmen, im Gegenteil. Jetzt aber soll das Volk aufgehetzt werden damit keine Solidarität entsteht. Niemand hat Sarrazin in seinen Persönlichkeitsrechten angegriffen, aber Sarrazin hingegen hat den ImmigrantInnen ihr Recht auf freie persönliche Entfaltung im Rahmen der bundesrepublikanischen Gesetze abgesprochen.
    Zuerst werden per Lohndumping und Änderung der Arbeitsrechte zu Ungunsten von ArbeitnehmerInnen und Arbeitsplätze abgebaut und es wird Arbeitslosigkeit geschaffen um anschließend auch noch mittels unmoralischem Druck die letzten Grundrechte derer, die man am Wohlstand nicht teilhaben lassen möchte, zu erodieren.
    Niemand hat das Recht zu diffamieren, aber falsche Informationen zu streuen. Ich interpretiere das Fehlverhalten von Sarrazin so: Als Bundesbankvorsitzender hat er wohl einen Einblick auf das kommende Marktgeschehen und wahrscheinlich sieht es nicht so gut aus, wie man das Volk glauben machen will. Also muss man das Volk auseinander dividieren und den Sündenbock bei denen suchen, die sich nicht wehren können/dürfen.
    Das ist die Logik des Spaltens und am Ende die Logik der Kriegstreiberei.
    Giordano, den sie hier zitieren, habe ich auch bei Illner erlebt. Er hat ja sogar jedwede wissenschaftlich Erkenntnis abgestritten, also, wie sollte dann Sarrazin’s Buch einen wissenschaftlichen Anspruch haben?
    Wer falsche, bzw. längst widerlegte Thesen verbreitet und sich auf Zahlen beruft, die nicht dem neuesten Stand entsprechen, der klärt nicht auf, der versucht nur Meinung zu machen.
    Falschinformationen verbreiten ist kein Recht, sondern ein Unrecht. Wer das, mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung verwechselt, der irrt.
    Die Irreführung wird kritisiert, aber nicht die Rechte von Herrn Sarrazin.
    Wohingegen Sarrazin die Grundrechte angreift.

    Giordano:
    „Sarrazin beschreibt die Wirklichkeit, wie sie ist“.

    Dann soll er sie positiv verändern, anstatt den Status quo zu zementieren und festzuschreiben.
    Die Menschen, die im sozialen Bereich tätig sind, sehen die Situation weitaus differenzierter.

    Giordano trägt nichts zur Integration der muslimischen Bevölkerung bei, weil es nicht seinem Interessensspektrum entspricht.

    Und noch folgende Frage: Wird das Bestehen auf der Wahrung der Grundgesetze jetzt schon als linke Gesinnungstyrannei bezeichnet?

    Da hat wohl im rechten, neoliberalen Spektrum eine Axenverschiebung der Verhältnismäßigkeiten stattgefunden in Bezug auf das ethische Werteverständnis!

    Grüße
    HaH

  14. Detlef sagt:

    Hallo HaH
    Dieser Artikel stammt (wie unten angegeben) von Frau Küble, Vorsitzende des Christopheruswerks e.V.
    In wieweit diese, in Anbetracht ihrer Tätigkeit, dem rechten, neoliberalen Spektrum angehört, kann ich nicht beurteilen.

    Es ist schon bemerkenswert was allein die Bezeichnung Jude (als Angehöriger einer Volksgruppe) für Tumulte auslösen kann, zumal
    der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, selber sagte, „es sei seit langem bekannt, dass die meisten Angehörigen einer Volksgruppe einen gemeinsamen geografischen oder genetischen Ursprung haben“.
    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

    Also was ein Herr Kramer sagt dürfen andere noch lange nicht?
    Die Tatsache ist doch das Sarrazin von einem Reporter gezielt in diese Richtung gelenkt wurde.
    Ausschnitt:
    Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden“, sagte Sarrazin der „Welt am Sonntag“ und der „Berliner Morgenpost“.
    (Anmerkung:
    Man vergleiche mit dem o.g. Satz des Herrn Kramer.)

    – – – jetzt kommts! – – –
    Dieses Zitat fiel, nachdem Sarrazin im Gespräch mit den Zeitungen gefragt wurde, ob es eine genetische Identität gibt.
    – – – – – – – – – – – – –
    Zuvor hatte der ehemalige Berliner Finanzsenator gesagt, die kulturelle Eigenart der Völker sei keine Legende, sondern bestimme die Wirklichkeit Europas.
    (oder auf deutsch: Andere Länder, andere Sitten – da ist ja wohl nichts verwerfliches dran, oder?)

    Man kann sehr viel in einen Satz oder auch in ein Wort hinein interpretieren, wenn man nur genug böses Gedankengut mit sich herum trägt!

    Ich möchte mal eine Frage in den Raum stellen.
    Wäre die Welle der Entrüstung auch nur halb so hoch aufgeschäumt wenn es um Deutsche, Holländer, Mexicaner oder Portugiesen gegangen wäre?

    Was das Thema Migration angeht, braucht man ja nur etwas genauer die seit zwei Tagen laufenden Nachrichten zu verfolgen in denen Frau Merkel plötzlich feststellt das man Migranten stärker fördern müsse, das Migranten sich an unsere Gesetze zu halten haben, das Migranten sich mit unserer Kultur vertraut machen sollen und das Migranten selbstverständlich Deutsch zu lernen haben.
    Die neusten Überlegungen gehen soweit das zukünftige Migranten eine Art Vertrag bekommen sollen in welchem gewisse Grundforderungen festgehalten werden. Sollten sie sich nicht daran halten . . .
    Aber eben alles erst seit dieser Debatte um Sarrazin.
    Sollte uns das zu denken geben???

    • globalnote sagt:

      Wenn Sie nun auch noch sagen müssen: „Es ist schon bemerkenswert was allein die Bezeichnung Jude (als Angehöriger einer Volksgruppe) für Tumulte auslösen kann, zumal der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, selber sagte, „es sei seit langem bekannt, dass die meisten Angehörigen einer Volksgruppe einen gemeinsamen geografischen oder genetischen Ursprung haben“, dann wollen Sie offensichtlich nicht den schrecklichen historischen Hintergrund begreifen, weswegen es einen großen Unterschied macht, ob solche Worte aus deutschem oder jüdischem Munde kommen.

      Diese ganze Diskussion wird nun wirklich langsam total sinnlos. Sie wiederholen ständig Ihre Thesen mit denen Sie Sarrazin in Schutz nehmen. Warum eigentlich, ist mir trotz Ihrer zahlreichen Zuschriften nicht klar geworden. Wenn Sie sich unbedingt mit Leuten wie Sarrazin liieren wollen, werden Sie noch im rechts-konservativem Sumpf landen. Aber wahrscheinlich werden Sie sich in Ihrer üblichen Sprungprozession jetzt wieder total mißverstanden fühlen und betonen, daß Sie gar nicht auf Sarrazins Linie sind.

  15. Gaby sagt:

    Schönen guten Abend, in die Runde,

    Gisela hat mir mit ihrem Beitrag, den ich mittrage, die Initialzündung gegeben, mal eben daran zu erinnern, wie die Meinungsfreiheit in unserer Verfassung geregelt ist. Was steht denn eigentlich im Artikel 5 des Grundgesetzes, das manche unter uns so gerne missbrauchen, wenn sie Meinungsfreiheit meinen, aber in Wirklichkeit Volksverhetzung betreiben. Ganz im Gegensatz zu ihrer Auslegung ist die Meinungsfreiheit kein endlos dehnbarer Begriff, sondern hat rechts und links starke Leitplanken. Wer da per Hitzköpfigkeit reinrast, hat den Schaden selbst zu tragen.

    Artikel 5

    1. Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

    2. Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

    3. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

    Das, was in diesem Forum wenige Mitdiskutanten unter Meinungsfreiheit verstehen, gleicht der Barbarei, hat also nichts mit unserer Verfassung zu tun.

    Der wichtigste Artikel unserer Verfassung ist Artikel 1:

    1. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.

    2. Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    3. Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

    Im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern (Dänemarks Einwanderbestimmungen kenne ich ziemlich genau; da werden auch die kulturell nahestehenden Deutschen hart (!) in die Pflicht genommen), hat die Bundesrepublik keine verbindlichen Integrationsgesetze, denen unsere aus dem Ausland zugezogenen Mitbürger folgen müssen.

    Folglich dürfen sie ganz legal nach ihrer Fasson leben, auch verschleiert und in der Gemeinschaft vieler Familien gleicher Kultur in einem Konglomerat ebenbürtiger Familien leben = Parallelgesellschaften. Das ist in der Bundesrepublik legal – in Dänemark ist das verboten; wurde von Anfang an per Gesetz vereitelt. Fazit: Dänemark hat offensichtlich vernünftigere Politiker als die Deutschen.

    Vor zwei Beiträgen habe ich bereits darauf hingewiesen, dass die schlechte Integration mancher, ausdrücklich mancher, Ausländer nicht ihre eigene Schuld ist, sondern der Profitgier unserer Kapitalisten geschuldet ist und der Untätigkeit unserer Politiker, die in den 1950/60er Jahren hofften, dass die Ausländer wieder in ihre Heimat zurück kehren, nachdem sie sch in Deutschland das Geld für ein Häuschen in Anatolien etc. zusammen gespart hätten. Dieser Wunschtraum ist kaum in Erfüllung gegangen, die Ausländer blieben in Deutschland, holten ihre Familien herein und unsere Politiker und Wirtschaftsbosse sahen tatenlos zu.

    Nun aber davon zu sprechen, dass Ausländer weniger Intelligenz haben als die Deutschen, die Deutschen sogar dümmer machen, als die Deutschen von sich aus sind, ist schlichtweg ehrabschneidend, also eine Beleidigung sonder gleichen. Das verträgt sich weder mit der deutschen Auffassung der Würde des Menschen noch mit der Meinungsfreiheit, wie Sarrazin sie als Bundesbanker ziemlich überdehnt, so dass er uns im Ausland unmöglich macht.

    Wenn Ihr, wie ich, die ersten 40 Online-Seiten, die der Buchverlag Sarrazins veröffentlichte, bis zum letzten Satz durchlest, werdet Ihr erfahren, dass Sarrazin schreibt, dass die Menschen in Baden-Württemberg mehr Intelligenz besitzen als die in der Uckermark; Sarrazin zieht ganz klar eine Trennungslinie zwischen Ossis und Wessis. Ich nenne die Textseite ganz bewusst nicht, um Euch aufzufordern, Euch durch das langweilige Stammtisch-Gequatsche eines Sarrazins selbst hindurch zu quälen.

    Für die Anhänger der NPD ist dieses Buch im Nachhinein keine Bibel; für den deutschen Mittelstand eine echte Schlaftablette. Trotzdem wird gerade die 3. Auflage gedruckt, wo die erste Auflage mal eben über die Ladentheke ging und sollte sich die 3. Auflage verkaufen, verzeichnet Sarrazin einen Reingewinn von 160.000 Euro Tantiemen. Das Buch, das wirklich sehr langweilig zu lesen ist, konnte nur Aufsehen erregen, weil sich unsere Medien völlig überzogen erregten.

    Hier noch mal der Link auf die veröffentlichten Sarrazin-Ergüsse der ersten 40 Seiten:

    http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?coverMode=N&mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false&edi=296641#tabbox

    Wohl dem, der kein Sarrazin-Gen in sich trägt. So einen Dummquatsch, wie dieser Elite-Profi-Dummquark-Geier propagiert, gab es wohl seit Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr in deutschen Landesgrenzen.

    Gaby

  16. HandaufsHerz sagt:

    @ Detlef,

    vor Kurzem habe ich erfahren, dass die Menschen zu 99,9% das gleiche Genmaterial haben und nur 0,1% unterschiedliche Gene, die sich an die jeweils unterschiedliche Umwelt angepasst haben.
    Wenn man jetzt in eine andere Umwelt kommt, so beginnen die Gene schon in der zweiten Generation sich an die neue Umwelt anzupassen.
    In Anbetracht der Tatsache, dass der Mensch viel mehr gemeinsames Genmaterial hat als unterschiedliches -, wäre es doch sinnvoller, sich auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen und sich gegenseitig aus Notsituationen zu helfen.
    Das würde auf jeden Fall die Gemeinschaft und die Integration fördern. Das gilt aber für Alle, auch für Sarrazin und Giordano und alle Menschen in einer Gesellschaft.

    Aber jetzt dieses Tohuwabohu zu veranstalten, das im Prinzip nur die eine Seite gegen die andere hetzt, trägt ja nichts, aber auch gar nichts zur Lösung des von Sarrazin beschworenen Problems bei.

    Es geht um Lösungen und nicht um Problematisierung, denn das Integrationsproblem wird nicht durch verschärfte restriktive Maßnahmen zum Positiven verändert. Die Verantwortung wird nur auf andere Bereiche, z.B. auf den Kriminalitätsbereich verschoben und ist damit nicht aufgehoben. Das Motto: Aus den Augen – aus dem Sinn, funktioniert nicht bei ungelösten sozialen Aufgaben.
    Der ganze soziale Bereich wurde unter der letzten Regierung sträflich vernachlässigt und finanziell ausgeblutet. Bildung, Erziehung, oder Ausbildung geht nun mal nicht ohne Investitionen und ohne Vorbilder.
    Leute wie Sarrazin und Giordano sind überhaupt nicht an einer Integration interessiert, weil ihnen die soziale Verantwortung fehlt.
    Ich jedenfalls, rate jedem davon ab, sich an solchen Leuten zu desorientieren.

    Grüße
    HaH

  17. Detlef sagt:

    Sehen sie Herr Jahnke, genau das meinte ich mit dem Satz:

    Man kann sehr viel in einen Satz oder auch in ein Wort hinein interpretieren, wenn man nur genug böses Gedankengut mit sich herum trägt!

    Diese Unterstellung das ich nicht den historischen Hintergrund begreifen will verbitte ich mir, aber das hatten wir ja schon mal, wer sich das Recht heraus nimmt ein bisschen weiter zu denken und nicht nur auf einem Punkt kleben zu bleiben, der hat damit zu rechnen das er von ihnen die tollsten Unterstellungen vor den Hals geknallt bekommt.
    Alt-SED-ler war ich ja schon, was bin ich als nächstes? Nazi oder Rechtsradikaler?
    Wieso macht es einen Unterschied wer diese Äußerungen von sich läßt?
    Kommen sie mal langsam aus dem tiefen Loch der „Ewigen Schuld“ heraus.
    Herr Kramer darf jeden nach belieben mit den Nazi’s und mit Hitler vergleichen, Herr Kramer darf selber von einem genetischen Ursprung sprechen, das ist normal.
    Sobald jemand durch die geschickte Taktik eines Reporters in diese Richtung getrieben wird und aus lauter Dummheit oder Arroganz sich darauf einläßt ist er ein Nazi der das Dritte Reich wieder aufbauen will?
    Wenn man Sarrazin zu diesem Thema über die Balten und die Roma befragt hätte, wäre garantiert die gleiche Antwort gekommen, nur da hätte es kein Schwein interessiert.

    Nun kommen sie aber mal runter, das ihnen meine Meinung nicht passt war mir von Anfang an klar, das gibt ihnen aber nicht das Recht mich ständig persönlich anzugreifen!
    Oder haben sie vor die nächste Treibjagd, diesmal auf mich, zu eröffnen?
    Was sie alles aus den Worten eines Sarrazin herauslesen oder sich zusammendichten ist doch ihre Sache, deshalb muß ich noch lange nicht verpflichtet sein mich ihrer Meinung anzuschließen.
    Ich glaube das ich wesentlich intensiver mit dem Thema konfrontiert wurde wie sie, der Besuch in Buchenwald war zum Beispiel für jeden Pflicht, der die Jugendweihe vor sich hatte, das ständige Auseinandersetzen mit den Gräueltaten des Dritten Reiches war das A und O im sozialistischen Bildungssystem, da wollen sie mir vorwerfen das ich den schrecklichen Hintergrund nicht begreife?
    Das einzige was ich hieraus erkennen kann ist doch wohl die Tatsache das man Menschen, die zu diesem Zeitpunkt garnicht existent waren, ständig ein Schuldgefühl vermitteln will obwohl diese Menschen auf Grund des Nicht-Vorhandenseins garnichts dagegen unternehmen konnten.
    Wenn man dies alles ungeschehen machen könnte wäre ich der erste der Hier brüllt, aber es geht nun mal leider nicht, muß ich mir deswegen mein ganzes Leben lang eine Schuld zuschieben lassen? Wir können verhindern das so etwas nochmal passiert, aber all das vermittelte Schuldgefühl und die vielen tollen Zahlungen die da geleistet werden machen das Geschehene nicht wieder ungeschehen!
    Wieviele Jahrhunderte sollen denn noch ins Land gehen bis man uns erlaubt nicht mehr die Schuld auf uns zu nehmen, für Dinge die wir garnicht verhindern konnten weil wir zu diesem Zeitpunkt garnicht existierten?
    Müssen wir jetzt ein Leben lang jedes Wort auf die Goldwaage legen nur damit sich ein Herr Kramer oder wer auch immer nicht auf den Schlips getreten fühlt?

    Wenn ihre hochgelobte Meinungsfreiheit darin besteht das sie jeden persönlich angreifen der nicht ihrer Meinung ist dann wäre es besser sie würden gleich vorher darauf hinweisen, bevor sich Leute mit anderen Ansichten hier anmelden!

    • globalnote sagt:

      Sie sind in meinem Verständnis leider diskussionsunfähig. Ich werde mir nicht mehr die Zeit nehmen, diese Diskussion mit Ihnen fortzusetzen. Es macht einfach keinen Sinn!

  18. ben sagt:

    Detlef ist genau so ein Spalter wie Herr S., er schwurbelt mit vielen Worten hin und her rum, weil er sich weniger angreifbar machen will.
    Wenn es darum geht, notwendige Diskussionsthemen anzustoßen, sollte man dazu keine menschenverachtende Theorien ausstoßen und soziale Gruppen gegeneinander ausspielen; zivilisierten Menschen stehen da andere Mittel zur Verfügung.

    Menschen wie Herr S. sind asoziale Wesen, die nicht das Gemeinwohl im Focus haben, sondern die Spaltung einer Gesellschaft vorantreiben, in der alle in nützliche und nicht nützliche Gruppen unterteilt werden, anstatt sich nur einmal über ihre eigene Nutzlosigkeit Gedanken zu machen.
    Wer solchen Leuten auf den Leim geht, sollte einfach mal darüber nachdenken, auf welchen Zug er da aufgesprungen ist., denn wenn man selbst plötzlich in einer unnützen Gruppe einsortiert wird, ist es zu spät dafür…

  19. Detlef sagt:

    Hallo ben
    Wo bitte schön hat Sarrazin menschenverachtende Theorien ausgestoßen? Haben sie überhaupt genau mitbekommen wie es zu der Äußerung Sarrazins gekommen ist oder gehören sie auch zu den Menschen die nur Bruchstücke aufschnappen und sofort alles so verdrehen wie es gerade der Masse entspricht?
    Es besteht immer noch ein kleiner, aber feiner Unterschied zwischen dem was gesagt und geschrieben wird, und dem was engstirnige Menschen, die zu faul sind sich näher damit zu befassen, daraus machen und hineininterpretieren!
    Über die Art und Weise des Sarrazin kann man sich streiten, aber man sollte doch nicht sofort zur großen Hexenverbrennung schreiten!

    Wieso wird man plötzlich in Berlin munter und versucht doch mal ernsthaft darüber nachzudenken?
    Nur wegen der Wählerstimmen???

    Ausschnitt aus einem Bericht zur Einwanderungsdebatte:
    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Thilo Sarrazin hat mit seinen Aussagen viele provoziert und Politiker scheinbar motiviert. Selten gab es so viele Vorschläge, wie Zuwanderer besser in Deutschland integriert werden können.
    Die Debatte um die Integration von Einwanderern war in den vergangenen Tagen insbesondere durch umstrittene Äußerungen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin angestoßen worden.
    Sarrazin wurde daraufhin aus dem Vorstand der Bundesbank abberufen.

    Kanzlerin für Druck auf Integrationsverweigerer
    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Wer sich der Integration verweigert, soll künftig mit Konsequenzen rechnen müssen.
    Sie kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen Integrationsverweigerer an: „Verpflichtung heißt Verpflichtung und muss eingehalten werden. Unsere Ämter sollten das noch stärker überprüfen. Es gibt Sanktionen und die müssen greifen. Strenge ist wichtig. Und dazu gehört, dass wir die Probleme beim Namen nennen, das bedeutet: Integration heißt Rechte und Pflichten. Sie ist ein Geben und Nehmen.“
    Außerdem kündigte sie individuelle Vereinbarungen mit Migranten an: „Wir arbeiten daran, mit allen Neuzuwanderern Integrationsvereinbarungen zu schließen.“ Die in Deutschland lebenden Zuwanderer forderte Merkel dazu auf, sich der Gesellschaft anzupassen. „Wir können von denjenigen, die hierher kommen, erwarten, dass sie sich in unsere Gesellschaft integrieren, dass sie unsere Sprache lernen. Dass Männer ihren Frauen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, dass Mädchen an Klassenfahrten und am Sportunterricht teilnehmen dürfen.“
    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Wenn das alles so falsch und einem wirren Kopf entsprungen ist, wieso dann plötzlich diese betriebsame Eile in Berlin? Plötzlich stellt jeder kleine Kommunakpolitiker fest das da vielleicht was dran sein könnte und das man das Thema Integration zu lange hat schleifen lassen.
    Es werden sogar schon die nächsten Schuldigen gesucht, diesmal sind es Schröder und Co. die öffentlich zur Steinigung geführt werden sollen.

    Zitat aus der o.g. Debatte:
    Angela Merkel lässt in der Integrationsdebatte kein gutes Haar an der rot-grünen Regierungspolitik. Dem Kabinett unter Gerhard Schröder wirft sie „Multi-Kulti-Träumerei“ vor.
    – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Mal sehen wie es weiter geht und wer als nächstes dran ist.
    Kriegt eigentlich noch jemand mit was in diesem Land gerade ab geht oder ist man zu sehr damit beschäftigt
    für alle Querdenker einen möglichst großen Scheiterhaufen zu errichten?
    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Nun noch ein paar eigene Gedanken zur Gen-Theorie, die so, wie sie hier hochgeschaukelt wird, nie im Raum stand!

    Wer ein 500 Seiten Buch wegen einem Satz ignoriert, der übrigens nicht wertend ist sondern lediglich eine Art Zitat, der hat einfach nur keine Argumente.
    Sarrazin hat nichts selbst erfunden, er bezieht sich auf eine Studie die behauptet „50 bis 80% IQ sind vererbbar“, wer damit nicht einverstanden ist, kann gerne eine Gegenstudie starten und sich mit den Verfassern der Studie streiten.
    Wenn eine Wissenschaftliche Studie veröffentlicht ist, darf diese doch wohl zitiert werden?
    Diese Studie wurde im übrigen auch nicht von Sarrazin erstellt oder verfasst.
    Das gleiche gilt für die „Judengene“.
    Er hat lediglich auf eine Frage eines Reporters geantwortet, welcher gezielt danach gefragt hat! Ursprung war die sehr hohe prozentuale Rate an hochausgebildeten Juden in Deutschland.
    Ist es wirklich eine Beschimpfung wenn jemand ihr Kind für seine Schläue lobt und feststellt das liegt wohl an den Genen?
    Wohl kaum, es wird erst dazu gemacht wenn gewisse Leute gewisse Dinge hineininterpretieren!

    Dass gewisse Gruppen gewisse Gene teilen ist doch fakt, oder? Alle Volksgruppen, Asiaten, Europäer, Afrikaner usw., haben wohl offensichtlich ein gemeinsames Gen, welches das Aussehen bestimmt. Andere Gruppen ebenso.
    Selbst der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, sagte, es sei seit langem bekannt, dass die meisten Angehörigen einer Volksgruppe einen gemeinsamen geografischen oder genetischen Ursprung haben.

    Und nun schauen sie mal auf die letzten Tage und was systematisch daraus gemacht wurde!
    Ich frage mich, warum? Nur weil es ein Deutscher gesagt hat? Oder weil man sehr gerne erst mal das Böse sucht und wenn man es nicht findet, dann eben hinein interpretiert!
    Was da alles hineininterpretiert wurde und noch wird ist für so aufgeschlossene, zivilisierte und weltoffene Menschen, wie es die Deutschen nun mal gerne sein wollen, unterste Schublade!
    Wenn ich in ihren Augen ein Spalter bin, nur weil ich die Frechheit besitze nicht sofort mit dem Rudel zu heulen und mich weigere sofort die Beute zu zerreisen, bitte schön, damit kann ich leben, ich lasse mir aber nicht das Recht nehmen in alle Richtungen zu fokusieren. Es gibt nun mal noch mehr wie nur schwarz und weis, und wenn hundert Mann schreien schwarz ist in, muß ich noch lange nicht der selben Ansicht sein.
    Es wird nicht versucht sich damit auseinander zu setzen, dann doch lieber gleich die Inquisition!
    Einer brüllt „Das ist schlecht“ und schon wird in Massenhysterie gebrüllt, „Der muß weg“!
    Wie soll das weiter gehen?
    Als nächstes kommt dann, „Sperrt ihn ein“!
    Irgendwann brüllen die ganz Radikalen, „Bringt ihn um“!
    Fällt ihnen etwas auf?
    Was hier ein paar ganz „helle“ Köpfe Sarrazin vorwerfen, wird seit Tagen live praktiziert.
    Soviel zum Thema „zivilisierten Menschen stehen da andere Mittel zur Verfügung“.
    Ich weigere mich einfach diese Art der Menschenjagd mit zu machen, jeder glaubt hier er habe den Stein der Weisen gefunden, er wisse genau wer was wie gemeint hat, und habe deswegen das Recht als erster den Scheiterhaufen zu entzünden.
    Jeder interpretiert das Gesagte wie es ihm gerade in die Gesinnung passt ohne darüber nachzudenken was damit ausgelöst werden kann.
    Ist das die zivilisierte Gesellschaft die sie meinen?

  20. georgi sagt:

    Eine ganz ähnliche Diskussion gibt es hier mit noch mehr dummen und klugen Kommentaren als hier.

    Bezüglich Imageverlust wegen „Juden-Gens“: Kommentar #27 von mh (Detlef-Wiedergänger) finde ich bemerkenswert:

    in israel begrüßt man sarrazins aussagen übrigens. das entspricht dort der gängigen meinung. das aber nur als wertungsfreie information.

    Antwort in Kommentar #37 hierzu:

    “in israel begrüßt man sarrazins aussagen übrigens” wie überaschend …

  21. globalnote sagt:

    Ein Wort an Alle zum Diskussionsforum finden Sie hier: http://www.jjahnke.net/gedanken60.html#1849. Vielen Dank!

    Beste Gruesse
    Joachim Jahnke

  22. Detlef sagt:

    Werter Herr Jahnke,
    wenn Sie damit meinen das ich mich nicht so gewählt ausdrücke sondern mehr das wiedergebe was mir so durch den Kopf geht, gebe ich Ihnen sogar recht.
    Das es dadurch zu Widersprüchen in sich kommen kann, gebe ich Ihnen auch recht.
    Ich bin es nicht gewohnt als „Volksredner“ meine Gedanken so lange zu soriteren und hin und her zu schieben bis sie jedem genehm und frei von Widersprüchen sind. (Dafür gibt es Leute die es bezahlt bekommen!)
    Zum Glück hat mir das Herr Klaus von Dohnanyi (SPD)
    jetzt endlich abgenommen. (Und bevor ich wiedermal als Linker, Rechter oder sonst etwas abgestempelt werde, mir ist so ziemlich egal welcher Partei dieser Mann angehört, er hat es blos geschafft die Gedanken „politisch korrekt“ (?) und geordnet wieder zu geben, die mir (natürlich nicht so weitreichend) durch den Kopf gehen. Hätte ich einfach bis heute gewartet und den Link eingestellt, bräuchte ich mir nicht ständig schlaue Kommentare wie „Spalter“ usw. vor den Kopf knallen zu lassen.
    Link:
    http://sueddeutsche.de/politik/debatte-um-thilo-sarrazin-feigheit-vor-dem-wort-1.996129

    Aber bitte erst alles durchlesen und danach über mich herfallen!

    Beste Grüsse
    Detlef

    • nico sagt:

      Ich denke der neoliberale herr donany gehört auch zu dieser neuen elitären schicht der darwinistischen Ideologen die ihr konkurrenzmodell der Wirtschaft gerne wieder, ganz im sinne sarrazins,auf die gesamte Gesellschaft übertragen würde.

  23. ben sagt:

    @detlef
    Wenn jemand nicht merkt, dass er einem Mann auf den Leim geht, von dem sich selbst die Leute distanzieren, die er als Nachweis für seine Thesen heranzieht, ist das einzig Ihr Problem.

    Das Buch wurde vor Erscheinen schon tagelang von Spiegel und Bild mit vielen Auszügen in den Focus der Öffentlichkeit gerückt, dass reicht bei solchen geschwurbelten Mist aus, um ihn als unausgegorene persönliche Meinung eines Wirrkopfes zu erkennen, zumal seine ganzen Zahlenspiele schon mehrfach widerlegt wurden. Des weiteren hat der Herr eine Vergangenheit, die genau ins Bild passt, nur das er den Bogen immer weiter spannt.

    Sie melden Sich jetzt zu Wort, nachdem Sie sich schon aus der Diskussion verabschiedet hatten.
    Das passt zu dem dem zerissenen Mehrmeinungsbild, welches Sie hier abgeben.

    Es gibt Vorgehensweisen, die einfach nicht richtig sind oder heiligt in Ihrem Privatleben der Zweck auch immer die Mittel? Immer schön in Rambo Manier durchs Leben, sterben tut immer jemand Unwichtiges, denn man steht ja immer über den/dem Anderen.

  24. Detlef sagt:

    Ach ben,
    es wäre besser gewesen ich hätte mal ihre Meinung zu dem Thema und vor allem zu dem von mir eingesetzten Link erfahren.
    Sie haben sich nicht einmal zum eigentlichen Thema geäußert. Immer schön in der Ecke sitzen und lauern, mit Thesen wie „. . . auf den Leim gehen“ argumentieren, von „wiederlegten Zahlenspielen“ schreiben aber selbst keinerlei Stellung beziehen oder Gegenargumente bringen. Nur immer schön Lauern und Austeilen, ja nicht in die Verlegenheit geraten seine eigene Meinung kund zu tun, wohl bemerkt, eigene Meinung!
    Sie haben sich auch garantiert nicht die Mühe gemacht den Kommentar in dem angefügten Link zu lesen, Austeilen ist ja viel einfacher!
    Im übrigen, wann habe ich mich von der Diskussion verabschiedet? Wenn ich mich angegriffen fühle und dies auch zum Ausdruck bringe heißt das noch lange nicht das ich mich verabschiede.
    Wenn ich mich verabschiede schreibe ich das auch so hin, z.B. mit einem „Auf Wiedersehen“.
    (Das war jetzt kein Abschied, nur der Hinweis wie das aussehen kann!)

  25. ben sagt:

    Klaus von Dohnanyi, der ultra-Rechte und ewig gestrige, der für die INSM Propaganda durch die TV und Zeitungslandschaft schleudert? Dass Sie diesen Menschen als Beweis der Richtigkeit Ihrer Meinung verlinken, passt ins Bild, denn dieser Typ ist keinen Deut besser als Herr S.
    Warum sollte ich zu so einem neoliberalen Wirrkopf Stellung nehmen? Der ist genau so gepolt wie Herr S., nur intelligenter in seiner persönlichen Öffenlichtkeitsarbeit.

    Sie kleben an den menschenverachtenden Meinungen dieser Leute wie die Fliegen auf den Misthaufen, worüber soll man da diskutieren?

    Ich kann Ihnen auch gerne Leseaufgaben geben:

    http://feynsinn.org/?p=4581
    http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/09/gut-dass-er-das-nicht-mehr-erleben-mu.html
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4005/morbus-sarrazin
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=6652#more-6652

    Viel Spaß dabei, denn wenn Sie meine Meinung interessiert, wissen Sie es nach dem Lesen ganz genau!

  26. carolus sagt:

    hui.da ist man mal das wochenende weg und schon explodiert das diskussionsforum!
    @detlef
    sie tun mir wirklich leid,dass sie die partei für einen menschen ergreifen,der sich ganz bewusst gegen türken(wer sind eigentlichen „türken“?)positioniert.
    wovon muss sarrazin denn ablenken?
    ausserdem habe ich sie in verdacht,dass sie sich nur auf krawall ausrichten!
    ihnen geht es nicht um eine diskussion oder um ein austausch der meinungen,sondern schlicht um die meinungsführerschaft,wobei auch nicht klar wird aus ihren äusserungen welche meinung sie denn eigentlich haben.einmal für die linke gegen gauck,dann für sarrazin gegen den rest der welt,was kommt als nächstes?ist das ein spiel?wie sind die regeln?
    ausserdem scheinen sie den hang zu haben,predigten(von der kanzel herab) halten zu wollen.
    bei bild -und welt-redakteuren habe ich dieses gefühl auch ständig!

    meiner meinung nach sind leute verlogen,die mit dem argument kommen,“ja der sarrazin hat doch recht!seit langem hat sich die zahl der sozialversicherungdpflichtig arbeitenden migranten seit den 70gern nicht verändert.1.7 millionen damals und heute genausoviel.aber die gesamtzahl der in deutschland lebenden migranten hat sich von 3 millionen auf 7 millionen verändert.“
    und jetzt kommts!wenn man aber illegale arbeiter braucht,die schwarz arbeiten ist keine rede mehr davon,ob migrant oder nicht!ob sozialhilfeempfänger oder nicht!ob legal oder illegal lebend!da ist einem jeder recht,der billig ist!
    vor allem wenn man sich locker leicht eine firma leisten kann,die offiziell mit rechnung die gewünschten aufträge ausführen kann und damit dafür sorgen kann,dass es wieder mehr sozialversicherte arbeit gibt.
    das ist doch alles hier eine riesige verlogene sch…..!

  27. Heiner sagt:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,715572,00.html
    Hier ist noch was zu Deutschland und Bildung und Ausländer: s.o.
    MfG

  28. Heiner sagt:

    http://www.loester.net/fakten1.htm
    Deutschland und die Ausländer, ohne Herrn Jahnke vorgreifen zu wollen: s.o.
    MfG

  29. Heiner sagt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716907,00.html
    Falls das stimmen sollte, sind wir auf dem politischen Niveau einer Bananenrepublik angekommen!
    Wahrscheinlich hat Herr S. gesagt: entweder 1000€ mehr Pension oder ich schreibe noch ein Buch!
    MfG

    • ben sagt:

      Menno, dem Herrn S. geht es doch um Deutschland und nicht um sein Wohl.
      Ist doch nur ein Abfallprodukt, dass wir Steuerzahler ihm jetzt für seine gesellschaftsverachtenden Äußerungen seine Rente versüßen dürfen.

      Wie lange muss ein Arbeitnehmer für 1000 Euro Rente noch mal arbeiten?
      Auf jeden Fall ein weiterer Beitrag unserer sogenannten Führungkräfte zur Politik- und Politikerverdrossenheit.

    • Gaby sagt:

      Au Backe,

      erst müssen wir kübelweise Thilo-Schimpfe gegenüber Hartz-IV-Empfängern, deutsche Unterschicht und Zugewanderten ertragen, dann veröffentlicht er ein Buch, das die dummen Deutschen auch noch kaufen und ihm so zu Tantiemen in Höhe von 160.000 Euro verhelfen, sollten sich die geplanten 300.000 Exemplare verkaufen und dann, nachdem die ganze Republik in einem ausländerfeindlichen Klima versinkt, macht er sich vom Acker, aber nicht, ohne vorher noch eine saftige Zusatzpension durchzudrücken, die natürlich auch wieder die dummen Deutschen per Steuergelder bezahlen.

      Ab 1. Oktober 2010 hat der Thilo jede Menge Freizeit, die er gut situiert vermutlich damit verbringt, noch mehr Giftbücher zu schreiben und per (gut dotierter) Vortragsreihen durch die Republik zu tingeln. Und wieder werden es die dummen Deutschen sein, die ihm zujubeln und in Thilo so eine Art Führergestalt sehen. Wer will, darf seinen steilen Thesen ganz unschuldig und legitim folgen, denn wenn Onkel Thilo angebliche Tabuthemen aufreißt, dürfen wir das ja schließlich auch. Ich sehe vor meinem imaginären Auge bereits wieder Ausländerheime brennen.

      Von Anfang an hat mich der Eindruck beschlichen, dass es sich im Fall Sarrazin um eine geplante Aktion zwischen Politik und Medien handelt. Der radebrechende Thilo wurde vorgeschickt, uns Deutsche mal ordentlich gegeneinander aufzubringen und so den Weg frei zu machen, für noch mehr soziale Einschnitte und im Gegenzug haben ihn solche Politgrößen wie Dohnanyi, Clement und Co., alle Mitglieder der INSM, öffentlich in Schutz genommen und die übrige Polit-Klasse verhilft ihm jetzt zu einem auskömmlichen Gnadenbrot. Sorry, aber ich kann es nicht anders sehen.

      Abschließende Frage: Wer räkelt sich tatsächlich in anstrengungsloser, spätrömischer Dekadenz? Der kleine Mann von der Straße, der seinen Hartz-IV-Antrag bewußt oder unbewußt falsch ausfüllt oder Teile unserer „upper ten“?

      Mit angesäuerten Grüßen

      Gaby

    • globalnote sagt:

      Bin gespannt auf die Kommentare derer, die sich hier im Dikussionsforum hinter Sarrazin gestellt hatten. Sind die jetzt stumm?

      Da haben wir nun einen Bundespräsidenten, der aus Angst vor einer Entscheidung dem Herrn S. noch viel Geld der Steuerzahler hinterher wirft. Dann haben wir eine politische Klasse in der Regierung, die diese Sonderzahlung verschweigen wollte und jetzt dazu keinen Kommentar geben wird. Dann haben wir schließlich einen Brandstifter, der sich mieser benimmt als die Immigranten, die er kritisiert.

      Und dann haben wir eine Presse, vorneweg BILD, die sich mit Sarrazin solidarisiert hat, und die jetzt ebenfalls wenig zu sagen haben wird. BILD ist doch sonst immer der angebliche Interessenwahrer der Steuerzahler.

      In Bananenrepubliken wachsen wenigstens noch Bananen. In Deutschland ist dagegen moralische Wüste auf bestimmten Etagen.

  30. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    hier der Link zur Comedy-Heute-Show von gestern Abend. Das Thema „Sarrazin“ ist sehenswert.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1135738/heute-show-vom-10092010

    Schönen Abend,

    Gaby

  31. Heiner sagt:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/ruecktritt-von-thilo-sarrazin-ende-gut-gar-nichts-gut-1.998520
    Vom Bundespräsidenten nichts!! Das ist meiner Meinung nach das erklärende zur Debatte um Herrn S. aus der Sicht eines Bürgers der eine Antwort vom Köhler Nachfolger hätte erwarten können! Aber ein Scheck ist ja auch eine Antwort, gerade heutzutage!
    MfG

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