2118

global news 2118 29-08-10: Die Grenzen des Wachstums kommen näher

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2 Responses to 2118

  1. Gaby sagt:

    Schönen Sonntag, in die Runde,

    zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für den breit angelegten Vergleichsrahmen der wirtschaftlichen Entwicklung der USA, EU und Deutschland.

    Meines Erachtens hat die Dritte industrielle Revolution der Mikroelektronik nicht nur zur Massenarbeitslosigkeit in den hochentwickelten Industrieländern geführt, sondern ist die Ursache für die darauffolgende neoliberale Globalisierung der Märkte.

    Die Rationalisierung und Automatisierung der Arbeitsprozesse führte ab den 1970er Jahren zu einer bis dahin unbekannten Art der strukturellen Massenarbeitslosigkeit. Mit ihr verminderte sich die Massenkaufkraft, verminderten sich gleichzeitig die Staatseinnahmen. Die Staaten reagierten darauf mit der Reduzierung der Sozialleistungen, was wiederum die Kaufkraft schwächte. Die Unternehmer flohen vor dem Austrocknen der Binnenmärkte auf den Weltmarkt. Und da sie alle gemeinsam dasselbe taten und noch tun, kommt es zur wechselseitigen Vernichtungskonkurrenz, begleitet von einer globalen Akkumulation des Kapitals in den Händen weniger mit der Begleiterscheinung spekulativer Immobilien-, Kredit- und Sonstwasfür-Blasen.

    Die Staaten reagierten in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit panikartiger Deregulierung, um das wanderlustige Kapital in der Heimat zu halten und das wiederum ermunterte die Konzerne, die Staaten gegeneinander auszuspielen und im Kostensenkungswettlauf den Weg der Risikostreuung einzuschlagen. Technologisch wird die Zerlegung der betriebswirtschaftlichen Elemente über nationale wie kontinentale Grenzen hinweg von derselben mikroelektronischen Revolution ermöglicht und voran getrieben, die diese Entwicklung erst ausgelöst hat.

    Für Teilprozesse der Produktion können seit Beginn der 1980er Jahre unterschiedliche Standorte gewählt werden. Das ermöglicht die Ausnutzung länderspezifischer Vorteile wie beispielsweise geringe Lohnkosten, schwache, gar kooperative Gewerkschaften, vorteilhafte Deregulierungen, Steuerbefreiungen und Subventionen. Der zunehmende technische Fortschritt hat die Herstellungsprozesse für die meisten Güter immer zerlegbarer gemacht und die transnationale Kommunikation, der Informationsfluss zwischen und innerhalb der Unternehmen, hat sich ebenso erheblich verbilligt wie der weltumspannende Warentransport.

    Diese globalen produktiven wie betriebswirtschaftlichen Rationalisierungsprozesse haben zweifellos auch negative Auswirkungen auf den solidarischen Zusammenhalt der Gesellschaften, auf das ängstlich auf sich selbst zurückgeworfene Individuum, die mehr oder weniger ohnmächtige, weil von der Wirtschaft getriebene politische Klasse und somit auf die Stabilität der Demokratien.

    Wenn wir nicht endlich verstehen, mit den hochproduktiven Kräften unserer industriellen Warenproduktion auf nationaler wie internationaler Ebene vernünftig und zum Wohle der Menschen umzugehen, werden wir erleben, wie sich der derzeit spekulativ gesundgeredete Kapitalismus, der in immer geringeren Abständen in immer gewaltigere Krisen stolpert, in einem rasant fortschreitenden Prozess der kategorialen Zersetzung letztlich selbst auf den Müllhaufen der Geschichte fegt.

    Und genau das wollen wir alle sicherlich nicht!

    Gaby

  2. Heinz Göd sagt:

    Hallo Gaby

    Fakten und Daten deuten darauf hin,
    dass der Kapitalismus ein zykloides System ist
    (Zykloide=Kurve, die ein Punkt auf dem Umfang eines Rades beschreibt), also
    Aufstieg, Scheitel, Abstieg, unterm Rad, Aufstieg, …
    ein Bogen überspannt ca.70 bis 100 Jahre.
    Die Arbeitslosenzahlen in den entwickelten Wirtschaften
    legen nahe, dass die Technik den Kapitalismus bereits überholt hat.
    Wenn die Rohstofflager ausgeschöpft sein werden,
    werden wir nahezu verlustfrei wiederverwerten und langlebige Erzeugnisse herstellen müssen, das wird weitere Arbeit sparen
    und den Handel abwürgen.
    Die industrielle Landwirtschaft(Monokultur, Pestizide, falsche Düngung) zerstört langsam die Böden, siehe
    http://www.grid.unep.ch/GRID_search_details.php?dataid=GNV18
    und liefert nur minderwertige Nahrungsmittel, siehe
    http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/dueng2.htm
    Dieser Teil des Kapitalismus wird fast immer ausgespart.
    Minderwertige Nahrung bestraft die Natur mit Krankheiten
    und die Evolution andet dies auf längere Sicht mit dem Niedergang der betreffenden Zivilisation,
    die USAner sind schon auf dem Weg dazu, siehe
    http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2006/06-2006-4-diabetes-usa-da.htm
    http://diabetes.niddk.nih.gov/dm/pubs/statistics/index.htm
    Die Zukunftsaussichten für den Kapitalismus sind also eher schlecht.
    Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass bereits
    Denkansätze für neue WirtschaftsSysteme auftauchen, z.B:
    http://peerconomy.org/wiki/Deutsch
    http://stattkapitalismus.blogsport.de/2008/12/05/inhaltsverzeichnis/
    http://home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zukunft/GOD_ZukunftD.html#SUCHEnL
    Leider derzeit noch nur im Internet und auch da nur auf schmaler Basis.
    Klar, der Wechsel eines Wirtschaftssystems ist eine gefährliche Sache, da sich ja nicht mit Sicherheit sagen lässt,
    ob das neue auch funktioniert.
    Zudem ist der Kapitalismus selbst so instabil wie ein
    senkrechter Stab auf dem Zeigefinger und somit eine sehr schlechte Ausgangsbasis für ein neues System.
    Wahrscheinlich wird daher der Kapitalismus bleiben,
    bis wirklich nichts mehr geht …

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