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global news wb18.42 28-07-10: Deutschland versagt in der Integration von Immigranten und deren Kindern

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8 Responses to wb18.42

  1. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    vielleicht wollen sich so manche aus fremden Ländern Zugezogene oder in diesen Kreisen hier Geborene gar nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren. In der ARD lief letzte Woche „Kampf im Klassenzimmer“. Noch ist das Video zu sehen; bald wird es gelöscht.

    http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=4980716

    Der Film steht vollkommen konträr zur Annahme unserer politisch links wie grün ausgerichteten Zeitgenossen, wir müssten alles tun, Immigranten zu integrieren. Wo kein Wille, da kein Weg! Das gilt sowohl für Deutsche wie für Immigranten.

    Gaby

    • globalnote sagt:

      @Gaby,

      Habe den Film gerade gesehen. Er zeigt genau das Problem, das ich komme sehen. Nur wird es dann nicht nur Stadtteile betreffen, sondern ganze deutsche Großstädte mit Mehrheiten von Menschen mit Immigrationshintergrund. Die deutschen Unternehmen haben leider – gedeckt von der Bundesregierung – vor allem die schlecht oder gar nicht gebildete Ausländer ins Land geholt (Anatolien läßt grüßen), die die deutsche Industrie an den Fließbändern leicht ausbeuten konnte. In der nächsten Generation haben wir nun das Problem, und unsere liebe Industrie hat die gleichen Arbeitsplätze inzwischen teilweise ins Ausland verlegt, weil das dann noch billiger ist, und hinterläßt damit hier ein arbeitsloses Subproletariat. Jetzt fehlt nur noch der Türkei-Beitritt zur EU mit eines Tages freiem Zugang nach Deutschland und dort vollem Wahlrecht und wir können aus dem eigenen Land abwandern, wie jetzt aus Stadtteilen. SPD und Linkspartei setzen doch schon jetzt auf die türkischen Wähler (wie weiland Kohl auf die Ex-DDR-Bürger) und plädieren deshalb blind für den Türkei-Beitritt. Es ist ein Trauerspiel!

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Gaby sagt:

        Lieber Herr Dr. Jahnke,

        vielen Dank für Ihre Antwort und dafür, dass Sie meinen Beitrag nicht auf der Stelle gelöscht haben, wie ich es eigentlich erwartete.

        Ich habe den Film letzten Samstag in der ARD-Mediathek gesehen und das nur deshalb, weil ich auf Spiegel-Online Proteste vernahm. Der Film wurde um 0.30 Uhr ausgestrahlt und erreichte nur 440.000 Zuschauer wegen der nachtschlafenden Zeit. Viele Menschen haben die ARD aufgefordert, diesen Film zu einer besseren Sendezeit noch einmal auszustrahlen, damit Millionen ihn sehen können. Der Prostest war für mich Grund genug, mir diesen Film per Mediathek anzuschauen.

        Was ich sah, hat mich so entsetzt (!), dass ich mit meinem Ehemann den ganzen letzten Samstagvormittag darüber sprach. Er hat immer und immer wieder aufgrund seiner Montage-Erfahrungen im muslimischen Ausland gesagt, dass ich keinen propagandistischen Schwachsinn angeschaut habe, sondern die REALITÄT!!!!!

        Trotzdem habe ich den Film, wie es sich für eine „linke Socke“ gehört, für die mieseste Propaganda gehalten. Ich war/bin verzagt, geradezu hin- und hergerissen.

        Als ich in den 60/70/80ern zur Schule ging, gab es höchstens drei Ausländer in den Klassen und die haben sich mächtig angestrengt, besser zu sein, als die Deutschen.

        Ich lebe in einem dörflichen Stadtteil einer rheinland-pfälzischen Kleinstadt in der es nur eine muslimische Familie gibt. Die beiden Frauen und das kleine Mädchen tragen zwar Kopftücher und lange Mäntel, aber niemand der in meinem Dorf lebenden Deutschen nimmt Anstoß daran. Wir grüßen uns, geben dem kleinen Mädchen die Hand, sind nett zueinander. Selbst der Patriarch, der immer so ernst dreinblickt, ist zu jedem im Dorf freundlich. Es gibt überhaupt keine Probleme mit dieser Familie.

        Mein Mann sagt, dass es nur deshalb keine Probleme gibt, weil diese Türken nicht in der Vielzahl in unserem Dorf leben und eine Parallelgesellschaft bilden. Wenn es sich nur um einzelne Ausländer handelt, passen sie sich zwangsläufig an, weil sie nämlich in der Minderheit sind. Da habe ich sofort an das skandinavische Integrationsmodell denken müssen. Die Bewohner jedes Dorfes achten darauf, dass sich Ausländer in Kürze integrieren.

        Bei meinem Arbeitgeber tummeln sich viele ausländische Mitbürger. Die meisten sind Leiharbeiter, zu denen ich kaum Kontakt habe, denn sie wechseln zu schnell.

        Zu der Stammbelegschaft der jungen immigrierten Produktionsarbeiter haben sich tragfähige Bekanntschaften zwischen ihnen und den Deutschen entwickelt, weil sie sich bemühen, sich anzupassen, ohne ihre Kultur aufzugeben. Niemand will, dass Ausländer ihre Kultur aufgeben, aber sie sollen bitte auch die deutsche Kultur und Wesensart tolerieren und akzeptieren.

        In meiner Abteilung arbeitet seit 2007 ein sehr junger Türke als Entwickler neuer Innovationen. Er fällt mir deshalb extrem auf, weil er sich ausgerechnet mir gegenüber, der Sekretärin, derart unterwürfig zeigt, wie es zwischen Mann und Frau in Deutschland nicht üblich ist, es noch nie in unserer Historie war. Der Yalcin ist ein prima Mensch, aber seine Unterwürfigkeit macht mir zu schaffen. Die zeigt er nicht nur mir gegenüber, sondern allen Deutschen gegenüber.

        Darüber hinaus ist er sehr ritterlich aufmerksam. Er schleppt für mich die Wasserkisten für unsere auswärtigen Besucher, er schleppt mir die schweren Kisten Büromaterial ins Sekretariat. Yalcin ist deutscher als Preußens Glorie. So wie es die ersten Zuwanderer der Weißrussen waren. Die haben ein Deutschtum gezeigt, das es in den 80er Jahren der Bundesrepublik Deutschland längst nicht mehr gab.

        Kurzum: Ich habe mit Ausländern noch nie Probleme gehabt und war entsprechend entsetzt über diesen Film.

        Ich habe mich wirklich nicht getraut, diesen Film zusammen mit meinem harschen Kommentar in Ihrem Thread zu veröffentlichen, Herr Dr. Jahnke, weil mich im Hinterkopf immer der Stachel der Propaganda piekste. Ich bin befangen ob der Ereignisse rund ums Dritte Reich. Ja, ich habe bis heute ein Problem mit Adolf!

        Allein mein Ehemann hat mich ermuntert und gesagt, dass der Film genau das zeigt, was er als Deutscher im muslimischen, aber auch chinesischen Ausland persönlich, also am eigenen Leib erlebt, wenn er dort arbeiten muss. Dort heißt es stets: Deutsche sind Scheiße, die hasst jeder, auf Deutsche kann man nur draufhauen und sie vernichten.

        Genau so wird mein Mann in China und den muslimischen Ländern behandelt, weil er dort nicht als Tourist Geld hinbringt, sondern dort arbeitet und diese Länder seinen Einsatz bezahlen müssen. So sieht es der vom deutschen Stammwerk ausgehandelte Arbeitsvertrag vor. Und immer gibt es Probleme mit der angeblich nachlässigen Qualität deutscher Arbeit – weder die Chinesen noch die Muslime wollen neue deutsche Maschinen und/oder Reparaturarbeiten vollumfänglich bezahlen, wie es der Vertrag vorsieht. Ständig gibt es Kritik, ständig sind Mängel zu beklagen, die nicht existent sind.

        Mein Mann hat mir letzten Samstag, als ich mein Entsetzen über diesen Film äußerte, absolute Weltfremdheit vorgeworfen. Ein Vorwurf, den Sie, Herr Dr. Jahnke, links gerichteten Zeitgenossen schon öfter gemacht haben.

        Ich bin nicht taub gegen diese Hinweise. Ich denke darüber nach.

        Mit lieben Grüßen

        Gaby

      • globalnote sagt:

        @Gaby,

        Sie hier meine Meinung, die ich recht undiplomatisch offen, äußere: http://www.jjahnke.net/gedanken59.html#1823 .

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

  2. carolus sagt:

    hallo,

    aus eigener erfahrung kann ich bestätigen,dass menschen mit eltern aus anderen ländern,hier in deutschland erstmal sehen müssen wie sie klarkommen.
    deutschland war nie ein einwanderungsland.es wird es auch nie sein,solange man menschen aus dem ausland hier nicht die nötige aufmerksamkeit gibt.
    es ist vollkommen egal ob die eltern als billige arbeitskräfte ausgenutzt wurden.die kinder sollten wenigstens die nötige unterstützung bekommen,um in zukunft hier die nötige verbesserung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen zustände zu erreichen.
    bildung allein ist nicht alles.es muss auch das psycho-soziale umfeld jedes einzelnen kindes berücksichtigt werden.
    die gesellschaft muss dies leisten,sonst werden wir uns auf steigende kosten fur die unterkunft in gefängnissen und psychiatrien einstellen müssen.
    auch sind die meisten,die hier wohnen,auch nicht mehr bereit,zurück in ihre geburtsländer zu gehen.hier ist jetzt ihre heimat und das muss die politik endlich einsehen und die nötigen entscheidungen treffen,sei es in der bildung sprich mehr lehrer und mehr sozialarbeiter,sei es im hartz 4 bereich mehr öffentlich geförderte richtig bezahlte vollzeitstellen,die den menschen das gefühl geben willkommen zu sein und dann werde ich natürlich mich auch anpassen und mich hier wohl- und willkommen fühlen!und nebenbei auch den binnenmarkt ankurbeln.schöne träume.vielleicht wird es ja was.
    gruss carolus

    • globalnote sagt:

      @carolus,

      Ja, natürlich müssen Staat und Gesellschaft mehr für die Integration tun.

      Doch wenn die Eltern ablehnen, Deutsch zu sprechen, und keinerlei Bildungshintergrund haben (doch genug, um bei Ford am Fließband zu malochen), und dann noch Erdogan kommt und sich gegen die Integration ausspricht, wird selbst mit großem Einsatz nur ein begrenzter Erfolg in der nächsten Generation möglich sein. Deutschland hat den großen Fehler begangen, die Einwanderungspolitik seiner Industrie zu überlassen, bis es zu spät war. Dagegen haben klassische Einwanderungsländer immer darauf geachtet, Mindestbildungsstandards zu verlangen.

      In jedem Fall, darf sich Deutschland nicht mit einem Türkei-Beitritt ein noch weit größeres Problem aufladen, das dann wirklich nicht mehr über Integration zu lösen ist. Wenn die Schleusen aufgemacht und Großfamilien nachgeholt werden und in den Großstädten ohnehin schon Mehrheiten von Menschen mit Immigrationshintergrund heranwachsen, können sich die Deutschen nur noch ihrerseits den Immigranten anpassen. Immigranten, die Mehrheiten sind, passen sich nicht mehr an. Das zeigt die ARD-Dokumentation mit brutaler Offenheit.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • carolus sagt:

        hallo herr jahnke,

        das stimmt leider!die wirtschaft hat fakten geschaffen.sie wollte billige arbeitskräfte,die nach ein paar jahren wieder verschwinden und es sind menschen mit ihren familien gekommen,die hier besser leben als in anatolien und deshalb auch bleiben.verständlich!
        bei der endgültigen öffnung des eu-arbeitsmarktes 2011 für arbeitskräfte aus osteurpa wird deutschland ohne flächendeckenden mindestlohn zum armenhaus.
        die krönung wäre dann die eu- vollmitgliedschaft der türkei!dann wird das lohnniveau nach weiter nach unten angepasst.

  3. Gaby sagt:

    Hallo, in die Runde,

    Cem Özdemir, Grünen-Abgeordneter im Europaparlament, hat einmal gesagt:

    „Die türkische Regierung hat zur Kenntnis genommen, dass die Ablehnung des gerade von der AKP-Regierung angestrebten türkischen EU-Beitritts dort am höchsten in den Mitgliedsstaaten ist, wo die Zahl der Türken besonders hoch bzw. ihre Integration – aus welchen Gründen auch immer – verbesserungswürdig ist.“

    Wer mag, kann sich hier einen Überblick über die Beitrittsverhandlungen zwischen Türkei und Europäischer Union verschaffen. Das ist ziemlich interessant zu lesen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Beitrittsverhandlungen_der_T%C3%BCrkei_mit_der_Europ%C3%A4ischen_Union

    Die Bundeszentrale zur politischen Bildung lässt zu diesem Thema unter anderem verlauten:

    „Gegner eines Türkei-Beitritts fragen sich daher, ob sich dies bei einer EU-Mitgliedschaft nicht negativ auswirken und zu einer massenhaften Zuwanderung in die EU führen könnte. Tatsächlich ist die soziale Lage im Osten und Südosten des Landes die Hauptursache der schon jetzt starken Migrationsströme, die einerseits in die reichen Ballungsgebiete des Westens der Türkei fließen, sich aber auch nach Westeuropa, und hier insbesondere nach Deutschland bewegen könnten. Hierzu gehören die große Armut, die hohe Arbeitslosigkeit, die mangelhafte soziale und verkehrswirtschaftliche Infrastruktur sowie das regional schlecht ausgebildete Bildungssystem und Gesundheitswesen. Aber auch die nach wie vor aufflackernden Kämpfe zwischen Armee und PKK (..) führen zur Abwanderung.“

    „Befürworter des Beitritts in der Türkei argumentieren dagegen, dass, da die Bevölkerung in den meisten EU-Staaten abnimmt, der türkische Bevölkerungsüberschuss die „Sozialversicherung Europas“ darstelle. (so Yasar Yaser, Direktor der Turkish Family Health and Planning Foundation in „Turkish Kaily News Online, 1.12.2004)

    http://www.bpb.de/themen/5QFQGF,0,0,Wirtschaftliche_und_soziale_%DCberforderung_der_EU_durch_einen_T%FCrkeibeitritt.html

    Wenn ich mir nun den hier verlinkten ARD-Report in Erinnerung rufe, sahen die Filmaufnahmen ganz und gar nicht danach aus, als würden die in Deutschland geborenen und hier zur Schule gehenden Muslime die Sozialversicherung Europas darstellen.

    Ich komme zu dem Schluss, dass Dr. Jahnke Recht hat, wenn er zur Vorsicht mahnt. Die Faktenlage lässt gar kein anderes Urteil zu.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gaby

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