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global news wb16.37 13-07-10: US Bankenreform: Ein Vorbild für Europa und besonders Deutschland?

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5 Responses to wb16.37

  1. E. Bloos sagt:

    Guten Tag,

    „Der Glass-Steagall Act wird nun nicht wieder eingeführt. Auch hat sich der frühere Fed-Chef Paul Volcker mit seinem Vorhaben einer ähnlichen, wenngleich schwächeren Lösung nur teilweise durchsetzen können.“

    Der Glass-Steagall Akt, von Roosevelt in den 30igern eingeführt, der von Clinton erst ausser Kraft gesetzt wurde, war ja relativ erfolgreich, warum greift man nicht auf diese Lösung zurück?
    Welche Gründe gibt es dafür?

    mfg

    • globalnote sagt:

      Hallo Frau Bloos,

      Die Erklärung ist einfach. Die USA wollen Ihre Großbanken nicht zerschlagen, weil die EU daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen würde. Es ist das gleiche Argument, das zur Aufhebung von Glass-Steagall führte. Leider ist aber die EU auch jetzt nicht bereit, die eigenen Großbanken zu stutzen, z.B. die Bundesregierung nicht die Deutsche Bank. Das ganze ist ohnehin ein Trauerspiel. Nachdem mit viel Steuerzahlergeld erst einmal Ruhe eingekehrt ist, fehlt der Druck, der die Regierung in der Anfangsphase der Krise zur Reform trieb. Auch haben die Steuerzahler sich anstandslos melken lassen (bis zum nächsten Mal).

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  2. Gaby sagt:

    Guten Tag, E. Bloos und Mitdiskutanten,

    „Glass Steagall Act“ oder „Glass Steagall lite“ wird meines Erachtens deshalb nicht eingeführt, weil es für unsere neoliberalen Freunde keinen empirischen Beweis dafür gibt, dass die jetzige Finanzkrise mit solchen Regularien hätte verhindert werden können bzw. ihre destruktiven Wirkungen glimpflicher ausgefallen wären.

    Darüber hinaus verweisen die gleichen Geldmenschen darauf, dass das Gestern und Heute nicht vergleichbar ist, die modernen Investmentbanken also andere Aufgaben erfüllen, als diejenigen im ersten Drittel des 20. Jhr. Paradoxerweise warnen unsere ansonsten ziemlich experimentierfreudigen Neolibs dringend davor, politischen Reflexen ohne wissenschaftlich fundierte Untersuchungen nachzugeben. Und irrwitzigerweise sind es gerade die milliardenschweren Geldsäcke und ihre treuen Funktionäre, die keinerlei Interesse an einer gründlichen Aufarbeitung dieser Finanzkrise haben.

    So nimmt das Unglück seinen Lauf und endet mit Sicherheit in der gleichen gigantischen Systemkrise, aus der die Große Depression des letzten Jahrhunderts hervor ging. Damals gab es den Ökonomen John M. Keynes, der den über Nacht allseits verhassten Kapitalismus vor seinem Untergang rettete; wer wird die kapitalistische Marktwirtschaft wohl retten, wenn es wieder zu einem horrenden, diesmal globalen Big Bang kommt?

    Herzliche Grüße

    Gaby

  3. Wolfgang sagt:

    Weltwirtschaftsforum Davos 1996, Prof. Hans Tietmeyer in seiner Rede: „Von nun an stehen Sie unter der Kontrolle der Finanzmärkte!“ Dafür erntete er rauschenden Beifall. Kein einziger Regierungschef hatte es nötig gegen ihre Entmachtung zu protestieren (http://www.brangsch.de/partizipation/dateien/Nor_Global03.pdf). Vermutlich profitieren sie davon!!

  4. Markus sagt:

    Einen interessanten Hintergrundbericht, warum und weshalb es mit einer „richtigen Reformpolitik“ in gegebenen Machtstrukturen so schwer ist, findet man am Beispiel der Präsidentschaft Obamas hier (leider nur auf Englisch, nicht auf Deutsch):

    http://www.thenation.com/article/37165/kabuki-democracy-why-progressive-presidency-impossible-now?rel=emailNation

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