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global news wb14.34 30-06-10: Wir verdummen unsere Immigrantenkinder und damit uns selbst

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8 Responses to wb14.34

  1. Rote Socke sagt:

    Die Statistiken sind gut und aussagefähig, Herr Jahnke. Allerdings sind sie, obgleich durchaus nachvollziehbar, zu einem nicht geringen Teil sehr relativ zu sehen. Frankreich, beispielsweise, läßt nur Immigration zu, wenn der Immigrant des Französischen mächtig ist (die Einwanderer kommen vorwiegend aus den ehemaligen frz. Kolonien). Australien: Nach hier kommen die Immigranten bevorzugt von den umliegenden Inselstaaten, die zum Teil in Folge der Erwärmung des Ozeans regelrecht „abzusaufen“ drohen. Dort wird bereits Englisch gesprochen, zwar Pigeon, aber dennoch. Analoges gilt für USA und Kanada. Daß diese Kinder, die von Klein auf die Landessprache des Einwanderungslandes bereits erlernt haben, günstigere Startbedingungen in der Schule haben, als Kinder, die ihre ersten Schritte in einer ihnen neuen und fremden Sprache tun, düfte nicht verwundern.

    Was in der bundesdeutschen Schulmisere überhaupt nicht verwundert, ist das schlechte Abschneiden bei internationalen Vergleichen. Meine Tochter (mittlerweile 20 Jahre alt, aber nicht verraten!) hat dieses „genießen“ dürfen und wir unsere Schlußfolgerungen ziehen können: „Traurig, Pfeiffer, traurig, traurig…“

  2. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    Klasse Bildung für Wenige ist Bildungsklasse, ist Klassenbildung.

    Vielleicht wird einigen unter uns nicht gefallen, wenn ich behaupte, dass Deutschland, trotz allem demokratischen Anstrich, trotz der 68er-Bewegung, trotz allen nachdrücklichen Beschwörungen unserer Politiker nach den besten Bildungschancen für alle, mit seinem dreigliedrigen Bildungssystem ein derart reaktionäres Verhalten an den Tag legt, das uns, gemessen an unseren europäischen Nachbarn (außer Österreich), geradewegs ins 19. Jhr. eingefroren zu sein scheint.

    Bildung wird in unserem Land instrumentalisiert und dient der Klassenbildung. Der Reiche schickt seine Kinder auf teure Privatschulen, der gehobene Mittelstand geht auf’s Gymnasium, dem Arbeiterkind bietet sich die Realschule an und dem Hartz-IV-Kind die Hauptschulen, die gerade flächendeckend abgeschafft werden.

    Das Kind der gehobenen Mittelklasse freut sich über Weihnachtsgeschenke im durchschnittlichen Wert von 540 Euro. Das Hartz-IV-Kind findet in seiner grundsichernden Staatsalimente pro Monat 1,67 Euro für Bildung und 89 Cent für Spielzeug. Wenn es diese milden Gaben bis zu seinem 18. Lebensjahr spart, reicht’s, Wurfsterne, Faustringe und Klappmesser zu kaufen, um der Verachtung, die es zeitlebens durch unsere Sozial- und Bildungspolitik erfahren hat, Luft zu machen.

    Und dann gibt es, zu unterster Stufe, die Ausländer, von denen wir ja nur ihre Arbeitskraft wollen, die sich aber dummerweise auf deutschem Boden vermehren. Sarrazin, ein erzkonservativer, beruflich integerer Mann höchster Ämter mit deutlichem rechtsradikalen Drall, erklärte vor wenigen Monaten öffentlich, dass deren Fähigkeiten gerade mal, wenn überhaupt, ausreichen, einen Obst-/Gemüsestand zu betreiben. Aus seinem hohen Amt in der Bundesbank hat man ihn nicht rausgeprügelt. Warum auch? Der Mann spricht nach landläufig liberaler Sicht die Wahrheit.

    Aus Bayern tönte dieser Tage die Forderung nach Intelligenztests für Einreisewillige. Selbstredend muss deren Intelligenz höher sein, als die des Durchschnittsdeutschen, damit deren Hände und Köpfe tatsächlich die deutsche Wirtschaft mit Profiten befeuern.

    Zu allem meinigem Verdruss, der seit der ersten PISA-Studie in mir aufstieg, weil ich mich umgesehen habe, wie das skandinavische Schulsystem funktioniert und ich ganz und gar begeistert davon bin und zudem davon überzeugt, dass es sich auf Deutschland übertragen lässt, habe ich täglich mit akademisch verbildeten Herren und Damen höchster Gehaltsstufen zu tun, die sich besorgt darüber äußern, dass Deutschland verblödet und die Ausländer unser Bildungssystem ganz krass nach unten ziehen, statt sich mal Gedanken darüber zu machen, dass ein Kind sich nur in demjenigen Bildungsbiotop stetig wachsend entfalten kann, das ihm die Gesellschaft, also der Staat, zur Verfügung stellt, schließlich haben die meisten Kinder Eltern, die sich nicht mal ein Privatschulgeld von 250 Euro pro Monat leisten können. Nach oben ist die Skala übrigens ziemlich offen!

    In den skandinavischen Ländern wird kein Kind im Stich gelassen oder aufgegeben; dafür sorgt das staatliche Bildungsystem. Jedes Kind ist wertvoll, in Dänemark insbesondere, denn es ist ein kleines Land und jeder Einwohner ist wichtig. Das steht bei denen sogar auf den Strafzetteln, die man bei Verkehrsübertretungen bekommt.

    Warum nicht genau so in Deutschland? Warum sind die Bildungsausgaben heute zusammengeschrumpft auf das Niveau von 1991? Warum wird ausgerechnet an denjenigen gespart, die es am nötigsten haben, gefördert zu werden? Warum verzichten wir darauf, die natürliche Intelligenz jedes einzelnen Kindes zu fördern, auch die der Kinder ausländischer Mitbürger Bildung zu lehren?

    Und wer sich jetzt selbstgenügsam zurücklehnt und denkt, unser Staat handele bildungspolitisch gerecht, weil von denen, die von gesellschaftlichen Versagern und Ausländern geboren werden, eh nichts als Schmarotzertum zu erwarten ist, dem halte ich entgegen, dass unsere durch dieses menschenverachtende System kriminell auffällig gewordenen Jugendlichen als junge Erwachsene vielfach die reinsten Genies sind, deren Intelligenz das Führen umfangreich kriminell agierender Gangs zulässt.

    Wo die Bildung fehlt und damit einhergehend alle Chancen auf ein gutes bürgerliches Leben in dieser kapitalistischen Gesellschaft, entfaltet sich die Intelligenz ziemlich unverbildet gnadenlos rachsuchend.

    Intelligenz ist meines Erachtens angeboren; Bildung hingegen ist eine Liebeserklärung der Gesellschaft an jedes einzelne Kind, auch und vor allem an das ausländische Kind.

    Wenn wir satten, gemütlichen, geldschweren, lebensfernen und gesellschaftspolitisch rückwärtsgewandt agierenden (Un)Bildungsbürger unsere Bildungs-Liebe denjenigen verweigern, die wir für wertlos, für überflüssig, gar für nicht lebens….. halten, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn unser Staat nicht an der Staatsverschuldung, sondern an der Unbezahlbarkeit der Inneren Sicherheit zugrunde geht.

    Zuletzt sind wir alle die Dummen!

    Gaby

    • Heiner sagt:

      @Gaby: das mit der Liebeserklärung find ich gut!
      Der letzte Absatz hätte nur mit:Wenn die satten…..
      anfangen sollen(meiner Meinung nach)
      MfG

      • Gaby sagt:

        Lieber Heiner,

        vielen Dank für Dein Lob. Darüber habe ich mich gefreut.

        Aber warum „die“ statt „wir“?

        Fröhliche Grüße

        Gaby

  3. Heiner sagt:

    gaby:Ich weiss nicht welcher Leser hier zu der von dir angesprochen Gruppe gehört,also ich nicht(also im Sinne von satt und geldschwer usw….
    MfG

  4. Gaby sagt:

    Guten Abend, Heiner,

    es steht doch schon im Titel Dr. Jahnkes Beitrag: „Wir verdummen unsere Immigrantenkinder und damit uns selbst“.

    Wer sind wir? Denk mal drüber nach. Es könnte Dein Nachbar sein. Es könntest Du selbst sein.

    Liebe Grüße

    Gaby

    • Heiner sagt:

      @gaby: Bildungspolitik ist eine staatliche Aufgabe und keine individuelle(bis auf Nachbarschaftshilfe oder so etwas)Das meint,denke ich, Herr Jahnke wenn er von wir redet.Und da hängt Deutschland eben am Ende vom Bildungszug(so bildlich gesprochen)
      Aber das sollte auch reichen zum Thema.
      MfG

      • globalnote sagt:

        @Gaby,

        Ja, ich habe Deutschland mit seinem miserablen Bildungssystem gemeint, nicht Einzelpersonen.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

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