2052

global news 2052 28-06-10: BIZ-Bericht: Die europäischen Banken stehen weiter auf tönernen Füßen

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3 Responses to 2052

  1. Ich behaupte, die tönernen Füße sind im Zustand der unumkehrbaren Zersetzung begriffen.

    Neben dem erheblichen Refinanzierungsbedarf der Banken besteht ein noch erheblich größerer nahezu aller Staaten; gemein ist beiden Gruppen die totale Überschuldung (Steigerungsform davon?) selbst unter Hinzuziehung sämtlicher, bis gestern hochgradig krimineller Bilanzierungstricks; dazu geben beide wechselseitig, stützen sich auf den jeweils anderen und den ahnungslosen und blankozeichnenden Steuerzahler: Ponzi läßt grüßen. Dazwischen trocknen die jeweiligen Wirtschaften und Industrien aus während sich China Arbeit und Rohstoff aller Art einem Supermagneten gleich einverleibt.

    Es wird allerhöchste Zeit für eine Reihe abgestimmter Währungsreformen.

    So wenig wie über und vom G20 berichtet wurde so sehr hoffe ich, daß die Zeit zur Vorbereitung genutzt wurde. Während ein frischer Dollar eine vergleichsweise einfache Übung ist hat Europa die Pest in Form des EUROs am Hals; hat aber hoffentlich entsprechende Lösungen in Vorbereitung.

    Ernsthaft!

    • Bloos Elfi sagt:

      Hallo Herr Wittke,
      können sie einmal darstellen wie das ihrer Meinung nach sinnvoll aussehen könnte:
      „Es wird allerhöchste Zeit für eine Reihe abgestimmter Währungsreformen.“………….Während ein frischer Dollar eine vergleichsweise einfache Übung………“
      Grüsse
      Elfi

      • Guten Tag Elfi,

        eine „Reihe abgestimmter Währungsreformen“ muß weit über das hinausgehen, was man bisher unter der Reform einer Währung verstanden hat. Mit gegenseitigem Schuldenerlaß und darüber hinaus einer Neujustierung der restlichen Verbindlichkeiten, Bar- und Bankguthaben, frisch bedrucktem Papier, alten oder neuen Namen, wird es diesmal nicht getan sein; die Lehren aus den vergangenen Jahren werden weit über das Festzurren von Regeln und Setzen von Grenzen für Währung und Geld hinausgehen müssen. Die können und müssen z.B. leere Zockerei und zu große Größen verbieten und das Wie und Wer mit dem Was, Wo und Wann verknüpfen; aber Regeln brauchen System; das System braucht ein Ziel. Das Ziel gibt vor, was sein soll und was nicht sein darf!

        eural?
        Die Einführung des EURO hatte zum Ziel, der Währungsunion eine solche der Wirtschaft folgen zu lassen (EWWU). Zu sagen, dies sei gescheitert verblümt die Wahrheit wonach man es ja erst gar nicht versucht hat sondern, von vorgeblich neuen Liberalen massiv miß-lobbyt entgleiste das System in eine Art Rückfall in frühkapitalistische Zustände. Die hatte man allenthalben geglaubt gerade auf breiter, globaler Front, egal ob von ultra links oder auch ultra rechts kommend, überwunden zu haben. Statt dessen: Mauer gefallen, Polen offen, nun blüht der EURO, ab durch die Mitte, uns sei der Globus.

        Das Verfehlen dieses Zieles, schlimmer noch, das sich in der Sackgasse einer wachsweich definierten aber nie vollzogenen W+W-Union Verbohren hat nun zur Folge, daß nicht nur die Währung sondern auch die sie nie funktionstüchtig überspannenden Wirtschaftsräume in Schutt und Asche liegen, wobei letztere noch dazu ihrer Identität und Funktionen beraubt wurden. Wie wenig sich die Gründereltern im Wahn ihres EUROs verbunden mit der alles selig machenden Globalisierung Gedanken über ein mögliches Scheitern machten wird allgemein am Fehlen jedweder Ausstiegsklauseln festgemacht. Die würden auch jetzt am nur hinausgezögerten Ende des EUROs das Dilemma nicht schmälern; dies ist nur ein vergleichsweise verschmerzbares Versagen im Angesicht der drohenden Implosion einer nie in der Globalisierung angekommenen, künstlichen Möchtegern-Währung.

        Gerechtigkeit wird die Mehrzahl der Leidenden darin suchen, daß Deutschland als zunächst großer Gewinner zum ganz großen Verlierer verfallen wird. Forderungen an Deutschland, doch aus dem Euro auszusteigen, sind an Naivität nicht zu überbieten; der geschwächten Binnenkaufkraft werden zusammenbrechende Auslandsmärkte, die geliebten Exportmärkte, gegenüberstehen; das „Made in Germany“ wird endgültig zu einem „war mal“ wenn die Branchenriesen das sinkende Schiff in Richtung blühende Märkte Asiens oder auch Südamerikas in die dort bereits stehenden Fabriken verlassen und ganze Heerscharen an Ex-Arbeitern zurücklassen werden, nicht ohne ihnen vorher noch den Umzug angeboten zu haben.

        Die neuen oder auch alten Währungen der restlichen Ex-EUROländer werden zeitgleich im globalen Wettbewerb um die schwächste Währung, damit die billigste Werkbank oder den Schnäppchen Urlaub, um die Wette verfallen; Dollar und Yuan werden es schwer haben zu folgen. Alt-Schulden werden alle Makulatur, neue nur gegen Bares vergeben. Die erheblichen Verwerfungen werden ganz sicher in ihren Verhältnissen nach außen Protektionismus in allen Formen und Farben auf die Pläne rufen und in ihren inneren Strukturen an den sozialen Aufgaben von Bildung über Integration und Gesundheit bis Rente scheitern. Was Globalisierung werden sollte wird negativ reziprok enden, wen schert dann auch noch das Geschwätz von gestern?

        Nein; ohne dieses weiter ausführen zu müssen wissen wir nun, was wir nicht wollen.

        global?
        In den Bereich eines wirklich historisch wichtigen Zusammenhangs könnte da fallen, daß das Währungsschwergewicht USA, vor EUROland schon konsumsüchtig den Neo-Libs verfallen, sich angesichts miserabler Infrastrukturen, abstruser Verschuldung und geradezu obszön massenexportierter Arbeitsplätze in einer ähnlichen, nur größeren Abwärtsspirale befindet, sogar ohne regellose Währungsunion. Es bietet sich geradezu an mit der „Reihe abgestimmter Währungsreformen“ zunächst den EURO- und Dollarraum abzudecken, so daß sich der vergleichsweise kleine Rest schon aus Vernunft wenn nicht aus sonstigen, naheliegenden Gründen veranlaßt oder auch gezwungen sieht, in den Reformreigen einzusteigen, um die Konditionen, die Regeln samt ihrer Zielsetzung, mitzugestalten, zu übernehmen und somit ihr Dasein zu sichern.

        Weil hinten alles zerstört ist muß der Reigen in einer Flucht nach vorne dringend nachholen was bei der Einführung des EUROs einerseits und mit dem Entschluß, nahezu alle Wirtschaftsräume zu globalisieren andererseits, versäumt wurde. Setzt man sich auch nur zu einer Runde Skat oder Schach zusammen ist die erste Regel, sich dem jeweiligen Regelwerk zu unterwerfen, wie sonst könnte man reizen oder eine Figur bewegen? Sogar eine Balltreter WM setzt das voraus und Schiedsrichter ein, die die Regeln anwenden; daß dies verbesserungswürdig sein kann macht den Vergleich nur passender!

        Aus dem Wissen darum, was nicht gewollt ist kann die Zielsetzung folgen und damit der Aufbau eines Regelwerkes; das beinhaltet ganz simple und grundsätzliche Dinge, z. B. vom Verhältnis der mitspielenden Währungen: es darf nicht sein, daß ein noch dazu nach Größe und Population wesentlicher Teilnehmer seine Währung nach Gusto selbst bewertet während alle anderen sich den Kräften der damit vollkommen verschobenen und per se ungeregelten Märkten hingeben müssen. Oh nein, das ist kein China bashing gilt doch dasselbe für die deutsche Wirtschaft, die sich unter dem Deckmantel des EUROs der immer währenden DM-Aufwertung und deren ausgleichenden Funktion entzogen hat und auch Rekorde gegen Verluste anderer schreibt.

        Darüber hinaus müssen die jeweiligen Wirtschaftsräume, damit deren Währungen (!), ausgeglichene Handelsbilanzen aufweisen bzw. Instrumentarien des Ausgleichs installiert werden, die die extremen Ungleichgewichte verhindern, die des einen großen Vorteil zu des anderen riesigen Nachteil machen was auf Dauer, wie wir nun ja auch empirisch erlernt wissen, jedes System sprengt.

        Daneben wissen wir aber auch was wir wollen: zum Beispiel geregelte soziale, Verhältnisse; ergo muß erwirtschaftet werden, was verteilt werden soll; dazu braucht es Arbeit, ergo muß die verteilt werden, bzw. das, was Rentabilität und Innovation überhaupt an Arbeit übriglassen; hinzu kommen Umwelt, Lebensqualität, Nachhaltigkeit, alles Dinge, die nicht neu sind aber einfließen müssen in das nun hurtig zu erstellende Regelwerk.

        Im Grunde ist diese Selbstverständlichkeiten zu erwähnen eine Beleidigung für den durchschnittlich intelligenten Menschen und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß, sie nicht zu beachten, entweder auf Dummheit oder Energie fußt, die man zumindest bis vor kurzem als kriminell bezeichnete.

        banal!
        Was sich hier wie ein Märchen ließt ist allen G20 Teilnehmern hinlänglich bekannt wird aber in allen Meldungen mehr oder weniger grausam verstümmelt oder hochhackig verklausuliert; das läßt die Meldenden wichtiger und die Zusammenhänge viel komplexer erscheinen als sie sind – und macht das Erkennen des Wesentlichen schwierig, alles zum Wohle der vielen Profiteure, die sich selbst eingerichteten Status Quo zu Lasten der Masse die Nasen und mehr vergolden.

        Die Regierungen der EUROländer müssen sich endlich eingestehen, daß der Untergang des EUROs programmiert ist. Zügig müssen die existentiellen Regeln einer Wirtschaftsunion geschaffen werden, Übergangsszenarien sind möglich, bedürfen aber strikter Ge- und Verbote; ins Boot muß der Dollar schon aus Gewichtsgründen, was aber angesichts eines Obama in Öl und Not zu dessen global-genial politischem Befreiungsschlag werden könnte. Daraus könnte die erste Annäherung an eine Weltwirtschaftsunion mit einem ersten Regelwerk werden, was, wenn wir überhaupt eine Chance haben wollen, geordnet und gesittet diesen Planten zu bevölkern, das Gebot der Stunde ist.

        Die Alternative ist der Rückfall mindestens Europas und der USA in dunkle Zeiten aus denen ein Heraus dem Wie und Wann nach nicht sicher wäre während die Überlebenden ohnmächtig dem Wüten der bis hierher angerichteten Schäden ausgesetzt wären.

        Wer kann das wollen?

        caw

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