1705

Gedanken zur Zeit 1705 13-03-10: Gedanken an die Eurokraten

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3 Responses to 1705

  1. Paten sagt:

    Guten Abend.

    Das Jahnke’sche imperative Wort zum Sonntag führt zur einer Frage der politischen Mathematik:

    Techokraten + Eurokraten + Plutokraten = Demokraten oder Liberalisten?

    Andersrum ausgedrückt:
    Kann die erschlichene weil ungewählte Machtausübung durch das Gemenge aus

    Kapitaleignern + neoliberales Recht-Staat + Finanzoligarchen

    die Charakteristik einer Demokratie sein?

    Stehen nicht inzwischen in ganz Europa zumindest alle Arbeitnehmer und ihre jetzigen und künftigen Kinder schon auf der Debitoren-Liste? Ist es gerecht, dass Embryonen und Neugeborene schon Steuerschuldner für Staatsschulden an die Plutokratie sind? Ist deshalb die ach so pädophile Kaste gegen Abtreibungen statt für Schuldenerlass ans neue Leben?

    Man kann noch viel philosophieren bzw. deren Welt veranschaulichen . Aber wen interessiert es? Wasser kommt aus der Wand und der Euro aus dem Bank-Automaten. Nur die Luft pfeift, wenn bei Überdruck das Ventil rausfliegt. Dann wird ein größeres eingesetzt.

    MfG

  2. heiner sagt:

    1. Mea culpa wg.1946/Verschuldung/Voreilung
    ZumThema:
    Die politische Durchsetzung des Maastrichter Vertrags, den der französiche Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft Maurice Allais als: schlecht durchdacht,…von Technokraten verfasst, nicht eindeutig formuliert, ja , teilweise Widersprüche aufweisend und sehr schwer lesbar, charakterisierte, zeichnet sich durch eine brisante Mischung aus integrationspolitischem Mut und Überheblichkeit aus. Bei Lichte betrachtet ist der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, die Konstrukteure hatten die Implikationen ihres Ziels, spätestens bis 1999 eine einheitliche Währung zu schaffen nicht richtig durchschaut, vielleicht auch nicht wissen wollen.. Denn, so die Regie, wenn erstmal Fakten geschaffen worden sein, dann wirkten sie als normative Kraft.
    aus:R.Hickel/Nach dem Fehlstart/94/Ab.S.257
    MfG

  3. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    wenn man sich vor Augen hält, welche liberal-historischen Wurzeln unsere modernen, westlichen Nationen tatsächlich haben und die Demokratie im wesentlichen dazu dient, das kapitalistisch unterjochte Menschenmaterial an der „langen Leine“ zu führen, so dass es selbst gar nicht merkt, dass es nicht in emanzipatorischer Freiheit, sondern unter das Joch des Kapitals gestellt ist, gebe ich Patens Überlegungen Recht, dass wir in einer Demokratie leben, die eher mit einer betäubten Diktatur vergleichbar ist.

    Unsere neoliberalen Eurokraten schlafen nicht – die sind hellwach und wissen was sie tun. Ich erinnere an eine Passage der berühmt-berüchtigten Rede Friedrich August von Hayek, der durchaus als Urvater des Neoliberalismus bezeichnet werden kann. Diese Rede hielt er am 6. Feb. 1979 in der Aula der Universität Freiburg. Unschwer lässt sich daraus der hässlich-asoziale Ton des Wirtschaftsliberalismus erkennen:

    „Das Soziale bezeichnet kein definierbares Ideal, sondern dient heute nur mehr dazu, die Regeln der freien Gesellschaft, der wir unseren Wohlstand verdanken, ihres Inhalts zu berauben. Ich muss gestehen, wenn Sie auch darüber entsetzt sein werden, dass ich nicht sozial denken kann, denn ich weiß nicht, was das heißt.“

    Unsere neu-klassischen Eurokraten schlafen nicht, davon bin ich überzeugt! Aber wir einfachen Bürgerinnen und Bürger schlafen noch immer tief und fest. Entweder können oder wollen wir nicht begreifen, welches kapitale Monster solche Eliten wie Hayek, Friedman, Reagan, Thatcher, aber auch im Schatten des Endes seiner Amtszeit Helmut Schmidt, nach ihm Helmut Kohl und unübersehbar die Schröder-Regierung plus Nachfolger entfesselt haben.

    Mich beschleicht immer öfter der Eindruck, dass sich gerade die Deutschen, wie einst im Biedermeier, derzeit wieder in ihr betuliches, heimelig ausstaffiertes Zuhause einigeln in der Hoffnung, dass die globale wirtschaftliche Katastrophe, die sich bereits abzeichnet, vor ihrer Haustür Halt macht und sie vor allem Übel verschont. Viele derjenigen Deutschen, die ich kenne, leben in Parallelwelten und freuen sich derzeit auf den Osterhasen, der ein paar arbeitsfreie Tage mitbringt und viel zu fettes Essen, statt sich mit derjenigen Wirtschaftsform auseinander zu setzen, der sie mit jedem Tag schutzloser ausgeliefert sind.

    Wie hat Günter Grass einst in seinem Roman „Die Blechtrommel“ formuliert? „Die Deutschen glaubten an den Weihnachtsmann. Aber es war in Wirklichkeit der Gasmann!“

    Gaby

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