1945

global news 1945 11-03-10: Deutschland Negativ-Meister in Bruttolohnentwicklung

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3 Responses to 1945

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Erinnert fatal an China: Die Kopplung aus höchster Produktivität und niedrigsten Löhnen.

    Der Kurs stimmt: In Deutschland mit Vollgas auf die Exportproduktivität gedrückt bei Vollbremsung der Lohnzuwächse und Investitionen. Macht schöne Zusatz-Gewinne.

    Bald kommen die Osteuropäer, die ihren neuen chinesischen Verhältnissen im Ergebnis der Finanz- und Wirtschaftskrise samt Euro und Abgabe dr Selbstbestimmung an die EU bestimmt gerne entfliehen wollen bzw. müssen.

    Und: Spanien – schon 20% arbeitslos und Griechenland kurz davor. Unser Export weg und China und USA kommen schneller aus dem wirtschaftlichen Tief. Gruselig. Herr Westerwelle rettet uns in Lateinamerika. Die sind die neuen Milliardäre. Alle.

    MfG

    • Cato sagt:

      Guten Abend. Deutschland, das „neue“ China in Europa? Schickt man die deutsche Bevölkerung in die Angst, Depression und Existenznot, so schafft man sich das künftige workaholic-Heer im gewohnten europäischen Umfeld.

      Von China erzählte mir ein Bekannter, der es selbst gesehen haben will, daß Wanderarbeiter in manchen Fabrikunterkünften schichtweise die Betten zu ihrer Nachtruhe nutzen. Da ist also in DE noch einiges an „Entwicklung“ drin. Die Leute werden sich noch aus Verzweiflung um solche Jobs schlagen. Was, das will mir keiner glauben? Schon heute lassen sich Leute „freiwillig“ krank machen (ohne Krankschreibung), weil sie dem Psychostreß am Arbeitsplatz akzeptieren und sich nicht zu wehren verstehen. Zur Kompensation nehmen sie Psychopharmaka und bezahlen von ihrem Einkommen psychologische Dienstleistungen.

      Der Faschismus wollte eine neue „Rasse“ im Lebensborn züchten, der Sozialismus versprach auch die Entwicklung einer neuen Persönlichkeit. Die haben es nicht zum endgültigen Ergebniss geschafft. Das gegenwärtige System wird diese Umerziehung schaffen, weil es im Alltag der Menschen eine schleichende Umerziehung betreibt. Es werden genau jene menschliche Eigenschaften genutzt, die früher als Todsünden gegeiselt wurden. Es sind Neid, Mißgunst, Gier und Lüge (falsches Zeugnis ablegen). Das sind wohl die im BonusSystem begehrten Eigenschaften.

      Es kommt noch eins hinzu (Absicht oder Zufall?). Wir erleben seit Jahren eine enorme Technikaffinität in allen Bereichen der Gesellschaft. Exponierte Beispiele dafür sind die Autoindustrie mit ihrer Modellhysterie, die consumer-Elektronik, die Computerunterhaltung mit ihren meist technisch geprägten Spielen, der so hochgelobte Export (Anlagenbau usw.), wachsende Militärpropaganda am Beispiel technischer Geräte und das Trommeln für die einseitig naturwissenschaftliche Bildung unter den Schülern (unter Vernachlässigung anderer Fächer). Wer da nicht mithalten kann/will, wird von der Mehrheutsmeute belächelt und an den Rand gestellt.

      Eine technisch orientierte Intelligenz ist nicht automatisch eine philosophisch-kulturell geprägte Intelligenz. Nur die letztere hinterfragt die Dinge kritisch. Die andere Gruppe ist tendenziell immer auf dem jubelnden Tripp: „Ho-Ho, das neue Modell ist da“. Ich selbst bin auch an technischen Dingen interessiert, merke aber schon lange, daß sich mit einem Technikverständnis viele Sachverhalte der Welt nicht erklären lassen. Diese Denkschemata, auf einfacher wie auf hoch-anspruchsvoller Ebene, blenden automatisch andere Fragestellungen aus. Es sind vorallem die sozialen, kulturellen, philosophischen und folgerichtig die politischen Fragestellungen. Ich habe den Eindruck, daß dies absichtlich geschieht. Man kann es bei der zu beobachtenden Hochschulförderung und dem, was dabei herauskommt genau vermuten.

      Die „nächsten“ concentration camps, für wen auch immer eingerichtet, werden technisch perfekt funktionieren. Die Anlagen werden sich ganz leicht über einen 30-Zoll-touch-screen bedienen lassen. Man kann deren proceedings in HDTV in Echtzeit mitverfolgen. Alles läuft exakt gesteuert mit Hilfe von ID-carts ab. Lästige Nebengeräusche werden mit den modernsten frequence-equalizern gedimmt. Boaahh, was man „heute“ alles machen kann – super geil.

      Sorry für diesen Sarkasmus. Eine ausschließlich technische Intelligenz ohne einer hohen philospohisch-ethischen Qualität kann solche Formen annehmen. In meiner Stadt erlebe ich einen solchen Technikrausch schon lange.

      Ein großer Elektronikhandelskonzern verspottet mit einem Werbespot das Lesen eines Buches. Warum? Das Buch ist, einmal gedruckt, nicht manipulierbar. Es kann unkontrolliert weitergegeben werden. Es bedarf keiner Nutzungslizenz. Die Fähigkeit zu seiner Nutzung hängt untrennbar mit eigenständigem Denken zusammen. Das erscheint wohl einigen verdächtig zu sein?

      So schafft man die neoliberale Produktionsgesellschaft der Zukunft, in der nicht mehr nach dem Sinn und dem Warum oder Weshalb gefragt wird. Nur noch Technik, die begeistert! Da wären wahrscheinlich viele mit Minigehältern (gern) dabei und fänden sogar Zufriedenheit.

      Nun könnte man mir Schwarzmalerei vorwerfen. Das soll es nicht sein. Ich hoffe einfach nur, daß wir uns alle irgendwann bewegen und dabei sagen werden: „Nein, mit uns nicht!“

      Einen schönen Abend

  2. Manul sagt:

    Das Perverse ist vielleicht gar nicht mal so sehr die Entwicklung selbst, denn die ist erkennbar schon seit Jahren, sondern der Glaube daran, dass es auch so richtig sei. Den Leuten ist einfach erfolgreich eingetrichtert worden, dass ein Hochlohnland wie Deutschland direkt im Wettbewerb mit Ländern wie China steht und dass der Titel des Exportweltmeisters etwas Positives sei. Man muss jedenfalls wirklich vielen Menschen, auch solchen, die eigentlich ziemlich guten Einblick in das Geschehen haben, erklären warum dieser Exportwahn so schädlich ist. Diese Diskussion findet auch in Deutschland gar nicht statt, als ob die Schulden der anderen aus dem heiterem Himmel kämen. Ist aber genau gewollt so, sonst würde auch der dümmste deutsche Michel merken, dass er den Gürtel die ganze Zeit immer enger schnallt, damit andere eine Party auf Pump feiern können, die die heimischen Banken gerne bezahlen, um einschliesslich der Allgemeinheit eine Milliardenrechnung zu präsentieren.

    @Paten: Der Guy d’Eau macht das genau richtig, als Frontkämpfer des Neoliberalismus. Lateinamerika ist auch der einzige Kontinent auf dieser Welt, der politisch und wirtschaftlich eine ernste Bedrohung für die angelsächsischen Eliten und ihre Vassalen darstellt. Woanders muss man nicht darum kämpfen, da halten längst alle die Schnauze und machen einfach mit.

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