1936

global news 1936 07-03-10: Der Weltkrieg gegen die baby girls (vor allem China)

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7 Responses to 1936

  1. Cato sagt:

    Guten Tag, ja der Beitrag paßt gut hier herein. Er zeigt, wie man in China mit den Schwächsten umgeht. Das ist ein entscheidender Prüfstein für eine Gesellschaft. Sehr wohl finden sich in der Geschichte des chinesischen Volkes wichtige ethische Werte. Die Sündenliste des chinesischen Regimes liese sich jedoch noch verlängern.

    Ich hatte bereits an anderer Stelle einen meiner früheren Lehrer zitiert: „Sag mir wer Deine Freunde sind, dann sag ich Dir, wer Du bist“. Das weist auf „uns“. Vielleicht ist das indirekt auch ein Spiegelbild von „uns“?

    Man stelle sich die Frage, warum in den letzten Jahren beispielsweise so wenig von den Deutsch-Französischen, Deutsch-Skandinavischen oder Deutsch-Polnischen Beziehungen zu hören war? Dafür um so mehr von den Beziehungen mit China. Wo liegen unsere Partner der Zukunft?

    Was sagt uns das?

    eine schönen Abend.

  2. Paten sagt:

    Guten Tag. Zivilisiert kann man staatliche Soziopathie eher nicht nennen. Dennoch: Als in den 80ern die Ein-Kind-Familien samt Parteikommissaren propagiert wurden, hatte China ein Bevölkerungswachstum von 17 Mio. jährlich und ein Lebensmittelproblem, dem man durch Geburtenkontrolle begegnen wollte. Auf dem Land gab es aber den Brauch der Mitgift, wenn man die Tochter verheiraten wollte. Sozusagen der Wertausgleich für die mindere Arbeitskraft.

    Das ergab drei Probleme: Die Arbeitskraft der Tochter ging aus dem Haus. Mit ihr das kärgliche Vermögen als Mitgift. Andere Kinder, speziell Söhne, die andere Töchter + Mitgift zum Arbeiten per Ehe nach Hause holen und damit die Altersvorsorge und -versicherung darstellen (staatliche gibt es die ja bis heute nicht), waren verboten. Daraus der mit massenhaften weiblichen Kindstötungen verbundene Wettbewerb um männlichen Nachwuchs, der erst durch verbesserte Lebensmittelversorgung und die Proletarisierung der Bauern als Wanderarbeiter in den urbanen Fabriken mit höheren Löhnen als auf dem Lande staatlich gelockert wurde.

    Dennoch kann ich keine moralische Besserstellung des „kultivierten“ Westens erkennen. Ob das Aufzwingen von Drogen (Opium; Boxer-Aufstände), heutige Nutzung als Organpool für Transplantationen (z.B. Leber 40,000$-, in USA 400.000$+), Atombomben auf Japan, Globalisierung unter Inkaufnahme von Lohn-Sklaverei und massiven Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung, Materialverschwendung und fehlender Demokratie, Züchtung einer chinesischen Finanzelite als Teil der multipolaren Globalsteuerung der Entdemokratisierung, Testfeld für Medikamente usw. die Abschlachtung von mehr als 1 Mio. ziviler Iraker und bis heute die Verstrahlung mit Uranmunition als Müll-Entsorgung der westlichen Atomindustrie von Zivilisten im Irak, Kosovo/Serbien, Afghanistan ist gleichermaßen menschenverachtend faschistoid. Es sind übrigens die Mitglieder des Weltsicherheitsrates, die die größten Waffen- und Drogenhändler der Welt sind.

    Ich kann dem nur zustimmen, dass erst vor der eigenen Türe zu kehren wäre, bevor auch nur die Worte Demokratie, Freiheit und Menschenrechte politisch exportiert werden sollten.

    MfG

  3. Gaby sagt:

    Guten Tag, Herr Dr. Jahnke und mitlesende Portalgänger,

    dieses Thema gehört unbedingt ins Infoportal, schließlich ist der Grund für die Ein-Kind-Ehe die wirtschaftsliberale Öffnung des Landes gegenüber dem Ausland, die in den 1970er Jahren stattzufinden begann. Damals galt die angebliche Überbevölkerung als Haupthindernis für den wirtschaftlichen Fortschritt.

    Es ist die uralte kapitale Melodie von der Unterjochung, gar Tötung der Menschen wegen des lieben Geldes. Tote Dinge zu verherrlichen und Lebendiges gering zu schätzen ist eine mordsgefährliche Sache.

    Mir drängt sich jedoch die Frage auf, wie es überhaupt zu ca. 1,3 Milliarden Chinesen kommen konnte. Da hilft ein Blick in die jüngste chinesische Geschichte. 1950 zählte die Welt nur rund 540 Millionen Chinesen und plötzlich stieg die Zahl rasant. Das hängt mit Mao Zedong zusammen, der der bekloppten Ansicht war, dass nur eine hohe Bevölkerungszahl einen wirklich mächtigen Staat ausmacht. Folglich forderten seine Kampagnen die Chinesen auf, so viele Kinder wie möglich zu gebären.

    In den 1960er Jahren bekam China einen „Großen Sprung“, der eine ungeheure Hungerkatastrophe auslöste. Da die hungernde Bevölkerung über Nacht zur Überbevölkerung umdeklariert wurde, folgten Kampagnen und Maßnahmen (Abtreibungen, Verhütungsmittel) mit dem Ziel, die Geburtenzahlen zu drücken. Das funktionierte allerdings nur mäßig.

    Ab den 1970er Jahren war’s endgültig vorbei mit der häuslichen Idylle, denn das Land öffnete sich, wie oben beschrieben, in den Weltmarkt und sah in seiner heranwachsenden Zukunft einen Bremsklotz, der wirtschaftlichen Fortschritt verhindere und damit war die Ära der Ein-Kind-Ehe erfunden mit allen asozialen und von Dr. Jahnke beschriebenen Problemen, die diese Maßnahme logischerweise erzwingt.

    Ich wette, die chinesischen Funktionäre werden noch ihr „Späßchen“ mit dem enormen Überhang an jungen Männern erleben.

    Gaby

  4. carolus sagt:

    gerade an diesem beispiel zeigt sich die brutale menschenverachtung des chinesischen regimes.
    mir fällt auf,dass in manchen konservativen printmedien,wie faz,china als vorbild und nachzuahmende wirtschaftsmacht dargestellt wird.
    daran sieht man deutlich wie krank dieses land deutschland schon geworden ist.
    schlimme entwicklung.

  5. LEO sagt:

    Lieber Herr Jahnke!
    Sie haben da mit Recht eine schlimme Sache aufgedeckt. aber bedarf es denn tatsächlich des pauschalen Hinweises, dass die Linken China bewundern. Wenn schon diese Aussage, dann wäre doch die von Ihnen immer wieder hoch gepriesene differenziernde Betrachtung angebracht. Meines Wissen sind es ein paar „linke“ Randgruppen, die China immer noch vorbehaltlos bewundern.Aber die Linken, welche denn? Wozu Ihre Pauschalisierung?

    • globalnote sagt:

      @LEO,

      Ich haben nicht von „den Linken“ gesprochen, sondern von „Nicht wenige bei uns, vor allem unter den Linken“, also von nicht wenigen unter den Linken. Und es sind sicher nicht wenige, zumal wenn ich an die von „Nachdenkseiten“ Beeinflußten denke und an die, die sich links ausgeben und über mich jedesmal herfallen, wenn ich mich kritisch zu China äußere, und mir dann gleich eine Chinaphobie unterstellen.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

    • Gaby sagt:

      Hallo, Leo und Mitlesende,

      dass China in den Augen vieler linker Artgenossen nicht als das ungeheuerliche Ökonomiemonster wahrgenommen wird, das es ist, zeigt sich daran, dass die Marktöffnung Chinas nicht als wirtschaftliche Katastrophe angesehen wird, die dem Rest der Welt nicht nur einen Tsunami an Billigstwaren, sondern gleichzeitig Lohn-, Sozial- und Umweltdumping einbringt. Lies einfach mal Werke von Albrecht Müller und Heiner Flassbeck, da merkst Du, wie sehr China von denen verniedlicht und verehrt wird und sie gleichzeitig nicht erkennen, wie gefährlich die neoliberale Globalisierung mit dem Katalysator China ist.

      Ich setze sogar noch ganz gewaltig einen oben drauf: Die linken politischen Strömungen haben kaum je verheimlichen können, wo ihre Wurzeln liegen, nämlich im Liberalismus. Am deutlichsten haben wir das in der rot-grünen Ära des Ex-Kanzlers Schröder gesehen.

      Das heißt, im Zweifelsfalle werden linksgerichtete Menschen liberal, im modernen Sinne neoliberal entscheiden. Und zu dieser liberalen Auffassung gehört, in China ein armes Entwicklungsland zu sehen, dem auf seinem Weg in die Weltmarktwirtschaft geholfen werden muss.

      So mancher linksgerichtete Zeitgenosse ist gut beraten, sich noch einmal das Grimm’sche Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein durchzulesen. Sechs Geißlein wurden vom Wolf gefressen, weil sie zu gutgläubig waren; eines überlebte, weil es sich geschickt vor dem schaurigen Massaker versteckte. Zeitlebens war es jedoch traumatisiert.

      Gaby

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