frauen

2010/03/05/frauen/

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31 Responses to frauen

  1. heiner sagt:

    Ich würde den Eingangssatz: gibt man gern ein Stück davon an noch Schwächere weiter. in :leider unbewusst: ändern
    MfG

    • globalnote sagt:

      @heiner,

      Meist ist das gar nicht unbewußt. Die Männer kämpfen bisher jedenfalls nicht gegen die Diskriminierung der Frauen, sondern überlassen denen sich selbst zu wehren. Und wenn die Frauen weniger verdienen, hoffen viele Männer, dafür mehr zu bekommen (so dumm!!).

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  2. heiner sagt:

    @globalnote: Nicht alle Männer sind dumm!
    MfG

  3. heiner sagt:

    @Globalnote: ok, dann sind eben:( Die Männer):nicht viele Männer.
    MfG

  4. HandaufsHerz sagt:

    Hallo an Alle,

    ich werde es vermeiden schweres Geschütz gegen Männer aufzufahren, – um in der Männersprache zu bleiben – aber, „nicht alle Männer“ ist ein sehr dehnbarer Begriff.
    Aus Überzeugung habe ich meinen Söhnen Sozialverantwortung beigebracht, was mich heute noch oftmals in ein Dilemma bringt, weil es ihnen einen Konkurrenznachteil gebracht hat.
    Leider zählt in unserer heutigen Gesellschaft die individuelle Ellenbogen-Intelligenz und
    Austricks-Cleverness mehr als fürsorgliche Sozialkompetenz und mitmenschliche Emotional-Intelligenz.
    Kurz und gut, es mangelt an gesellschaftlicher Verantwortung und an Anerkennung der Sozialverantwortung und zwar diametral zu der Anspruchsmentalität, der hierarchischen Rechtsstrukturen.

    Die Verantwortungslosigkeit halte ich für den Kern
    allen heutigen Übels.

    Eine Lösung wäre: Schwerpunkt auf Verantwortung zu legen, auf allen Ebenen und in allen Bereichen
    – vorsorglich, sorglich und nachsorglich.

    Das Konkurrenzverhalten zerstört die menschliche Gemeinschaft.

    Verantwortungsfähigkeit ist in allen Menschen biologisch angelegt (Fürsorge- und Pflegeinstinkt).
    Es fehlt in der neufreiheitlichen Gesellschaft aber an Einübung, Praxis und Tradierung von Verantwortungsfähigkeit.

    Da leider die Verantwortung nicht aktiv wahrgenommen wird, verkommt sie zu einer Abschiebfunktion, die immer die trifft, die in einem angeblichen Konkurrenznachteil stehen, sei es weil sie später geboren sind, sei es usw. …, obwohl angeblich die Menschenwürde, laut Grundgesetz, unantastbar ist.

    Vor dem Arbeitsrecht sind also Männer gleicher als Frauen. Und, und …

    Das ist meiner Meinung nach alarmierend, denn ich stelle bei der Frauengeneration meiner Tochter fest, dass ein emotionaler Rückzug gegenüber Männern stattfindet und sie im Privatbereich keinen Wert mehr auf Gemeinschaften mit Männern legen.

    Ich denke also, dass hier die Männer einiges nachzuholen haben, was die soziale Verantwortung angeht.

    Freundliche Grüße
    Gisela

  5. Paten sagt:

    Guten Tag. Wie Sie zutreffend schreiben, Dr. Jahnke, haben Frauen in der Regel immer mehr Probleme, besonders durch ökonomische Diskriminierung seitens der schweigenden und die wirtschaftlichen Vorteile genießenden Mehrheit der Männer.

    Neulich wurde gepostet (Heiner?), dass in der Landesverfassung NRW gleicher Lohn für gleiche Arbeit von Männern und Frauen festgezurrt ist. Demnach müsste dort ein von Negativstatistik freies Mekka für Frauen sein?

    Nun habe ich überlegt, wo die Gleichheit von Frauen und Männern sich noch praxiswirksam in Deutschland niedergeschlagen hat. Ich kam zu dem Ergebnis, dass überall da, wo Einkommen aller Art (KAG, ALG-I) in % von etwas ausgedrückt wird, Gleichheit herrscht, auch wenn die Nominale der Bezugsbasis verschieden sind. Wir haben also prozentuale Gleichheit.
    Auch die Buchstabenanzahl der deutschen Sprache ist 1:1 zugänglich für Sozialanträge aller Arten.
    Preisgleichheit in den Supermärkten und Discountern, im ÖPNV und bei Taxis.
    Pfändungsfreigrenzen.
    Einheitliche Mietspiegel und Vergleichsmieten.
    Unterschiedslose direkte und indirekte Steuern.
    Die Chancen beim Lotto.
    Abwrackprämie.
    Bankgebühren.
    Die Dauer von Tag und Nacht. Wetter. Temperatur. Umweltschmutz.
    Regierungsparteien, Anzahl der Wählerstimmen. Selbe Bibel.
    Fernsehprogramm und Zeitungsinhalte identisch.
    Gemischte Schulklassen.
    Frauen können laut GG auch Bürgermeisterin, Kanzlerin und Außenministerin werden.

    Kurz: Bei Ausgaben, Umweltnutzung und Politikeinwirkung herrscht absolute Gleichheit. Bei den Geld-Einnahmen schnappt irgendwer den Damen einen Teil weg. Das ist der wirkliche „kleine Unterschied“.

    (Gut, die öffentliche Toilettentrennung ist nicht rassistisch, sondern entstand aus dem umsatzsteigernden Rechtsverlust des Mannes, dass Restaurants auch Frauen mit, dann ohne Begleitung zugänglich sein dürfen, bis dann heute auch weibliche Kinder alleine zu McDoof dürfen.)

    Die größte Errungenschaft aber ist die historisch sozial kampflos errungene totale Gleichheit vor – dem Strafgesetz, egal wie ungleich das Zivilrecht Frauen behandelte, gar als Mensch mit Rechten ignorierte („sprechendes Vieh“ in Frankreich): Sie konnten von den katholischen Fundamentalisten als Hexen gefoltert und verbrannt werden.
    Das Recht ansonsten rechtloser Frauen von Männern gerichtet zu werden war Jahrtausende lang ein Grundrecht. -der Männer. Die Bibel ist voll mit drakonischen Strafen für Frauenvergehn.

    Und das „Vor dem Gesetz sind alle gleich“ meint: Vor dem Strafgesetz, weil, diese Ungleichbehandlung hat die moderne Demokratie überwunden.

    MfG.

  6. HandaufsHerz sagt:

    @ paten

    ich sehe den Unterschied eindeutig darin, dass
    die Männerwelt von Rangordnungen mit Rechtsansprüchen geprägt ist.
    Während diese Männer ebenfalls die Bestimmung der Frauen beanspruchen, ohne aber eine empirische
    Sozialverantwortung vorweisen zu können.
    Diese verstärkte Überbewertung des männlichen Geschlechts fand, meiner Meinung nach, mit der Gründung der monotheistischen Religionen statt.

    Freundliche Grüße!

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Man kann auch sagen mit der Verbreitung des Patriarchats im Zuge des Natioen bildenden Bevölkerungswachstums. Das Lebensalter von 25-35 Jahren machte Gleichberechtigung wie in zahlenmäßig kleineren Sippen schwer. Säugende und Kinder aufziehende Fraen waren schlecht als Kriegerinnen auf Wache zu gebrauchen und Kinder sind bei der Jagd eher hinderlich. Die an sich natürliche Arbeitsteilung mit Frau am heimischen Feuer und darum die lieben Kleinen hatte ja auch nichts mit Diskriminierung in der Verteilung der Lebensmitteln zu tun. Erst als die Besiedlungsdichte bis zu den Stadtstaaten führte (man lese die mal in der Bibel nach) entstandt politische Macht – das Patrirachat. Nicht als Mann hat zu hause das sagen, sondern die Kämpfer aller regionalen Nationen machen die Machtfrage für ihre Nation unterander aus. Maskuline Außenpolitik entstand so aus der Verteidungsnotwendigkeit der nicht friedlichen Koexistenz gleichzeitig angriffsbreiter (um Ressourcen kämpfender) Völker. Friedlicher Handel war das Mittel um Ressourcendifferentiale auszugleichen, die man sonst nur per Eroberung vom andern holen konnte. Die zu überwindenden Distanzen in Krieg und Handel machten es den Frauen unmöglich auch noch die Kinder aufs Schlachtfeld mitzuschleppen.

      So blieben sie im lokalen Matriarchat des Heimes um erzieherischen Ausgleich und Gerechtigkeit bemüht, was sie an die Töchter weitergaben, während die Männer im regionalen bis interkontinentalen Patriarchat ständig kraftprotzige Händel begannen und ihre matriarchische Kindestube vergaßen, sich davon emanzipierten und ihre virtuelle Welt als Patriarchen aufbauten.

      Deshalb gibt es auch keinen Internationalen Männertag, 🙂

      MfG zurück.

      Die Frage ist

  7. HandaufsHerz sagt:

    Hallo nochmal,

    wir machen doch immer den Vergleich:
    Kapitalismus = Raubtier, dem wir als Beute ausgeliefert sind.
    Um aus der Tierwelt Beispiele zu zitieren, könnte man ja auch mal das Sozialverhalten von Wildpferden anschauen, die ja bekanntlich keine Raubtiere sind. Es gibt bestimmt unterschiedliche Aussagen von Tierforschern.
    Erstaunlich war für mich eine Untersuchung, die aussagte, dass nicht immer die Hengste die Leittiere stellen, sondern sehr häufig auch Stuten. Man erkennt das Leittier daran, dass es das Tier ist, das am meisten arbeitet und in Bewegung ist und neue Nahrungs- und Wasserquellen ausfindig macht, sowie die Herde aus Gefahren und Bedrohungssituationen herausführt. Eine Herde schließt sich automatisch diesem Leittier an.
    Damit möchte ich sagen, dass Raubtierkapitalismus nicht unbedingt ein unausweichliches Schicksal sein muss.
    Die gesamte Wildpferd-Herde entzieht sich der Gefahr durch Flucht und verhält sich nicht wie eine Schafsherde.
    Oder das Verhalten der meisten Vögel, bei denen sich die Jagd und die Brutpflege geteilt werden.
    Bei den Wildgänsen findet ein ständiger Wechsel des Leittieres während des Fluges zu ihren
    Sommer- oder Winterquartieren statt. Da gibt es keine Rangordnung nach Vorrechten, sondern nur Verantwortung nach Kräften.
    So könnte durchaus auch von Tieren Sozialkompetenz erlernt werden.
    Kapitalismus mit dem Konkurrenz- und Profitmaximierungsprinzip ist zerstörerisch und unnatürlich. Er ist ein theorisiertes glorifiziertes Beutejagen. Das Patriarchat mit seinem Kapitalismus zeichnet sich hauptsächlich durch Maßlosigkeit aus. Es wird Zeit, dass endlich mal die zweite Hirnhälfte eingeschaltet wird, die für sinnvolle Verhältnismäßigkeiten sorgt und die Natur als Voraussetzung erkennt, anstatt sie zu dominieren und zu diskriminieren.
    Das wäre endlich ein wirklicher Paradigmenwechsel.

    Freundliche Grüße
    Gisela

  8. Gaby sagt:

    Schönen guten Morgen, Gisela, Paten und Mitlesende,

    da der Kapitalismus hauptsächlich eine männliche Angelegenheit ist, wird die Lohn- und Sozialdiskriminierung der Frauen in kapitalistischen Ländern bewusst betrieben. Punktum!

    Diese Diskriminierung hat nichts mit irgendwelchen religiösen Glaubensspaltungen, ausgeschalteten Hirnhälften oder der steinzeitlichen Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen zu tun. Sie ist allein dem Kapitalismus geschuldet und zwar dem Umstand, dass sich der Broterwerb vor rund 250 Jahren aus dem häuslichen Raum in die entfernt gelegenen Fabriken und Büros verlagerte.

    Um die Reproduktion (Nachschub an menschlicher Arbeitskraft) und den Erhalt der soziokulturellen Gesellschaft unter diesen abstrakten Bedingungen zu gewährleisten, war und ist es notwendig, einem Teil der Gesellschaft Arbeiten zuzuweisen, die zwar unbedingt getan werden müssen, im Grunde aber ein ungeliebter Bremsklotz im Getriebe des Kapitalismus sind. Kindererziehung, Hausarbeit und Pflege der Alten wurde zur Frauenarbeit abgestempelt und weil sich damit kein Geld verdienen lässt, haben alle diese Arbeiten den moderigen Geruch der Minderwertigkeit. Noch unverschämter ausgedrückt: Frau = Natur; Mann = Kultur. Das ist die Formel, nach der unsere Gesellschaft tickt.

    Der Kapitalismus, also dieses abstrakte Konstrukt, aus einem Euro zwei und mehr zu generieren, rief von Anfang an die Konkurrenz auf den Plan, die sich bis heute als der Antriebsmotor aller modernen Erfindungen erwiesen hat. Die Konkurrenz erzwingt Verteilungskämpfe, die sich im Neoliberalismus zu regelrechten Vernichtungskriegen auswachsen und da nimmt es gar nicht Wunder, dass es nicht erwünscht ist, die weibliche Konkurrenz im eigenen Land hochzupäppeln. Für die Frauen bleiben in erster Linie die minderwertigen, schlecht bezahlten Jobs und in Krisenzeiten werden sie genötigt, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, ebenso, wie sie in Kriegszeiten ganz selbstverständlich schwerste Männerarbeiten erledigen müssen.

    Wer sich intensiver mit dieser Thematik beschäftigen möchte, dem empfehle ich eine Lektüre der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel: „Die Frauenfrage war schon immer eine Männerfrage“. Von der Historie bis in die Neuzeit wird erklärt, wie es im Kapitalismus zur Frauendiskriminierung gekommen ist.

    http://library.fes.de/fulltext/historiker/00572.htm

    Gaby

  9. HandaufsHerz sagt:

    Liebe Gaby,

    demnach glaubst Du auch, dass das Christentum und der darin enthaltene Gottesglaube, der einzig wahre Glaube ist.
    Es ist doch bekannt, dass das ägyptische Reich mindestens über 7000 Jahre Bestand hatte und das bestimmt nicht, weil die Bevölkerung nicht an die vorgegebene Religion geglaubt hat. Das Christentum besteht nun etwas über 2000 Jahre, als monotheistische Religion. Erst nach Ablauf der 7000 Jahre könnte man sagen, dass dies (Christentum) der einzig wahre Glaube wäre. In diesem Glauben wurde die Minderwertigkeit der Frau festgeschrieben.
    Jesus war nie gegen Sklaverei. Er hat geraten, das in Liebe zu Gott zu ertragen. Und zu der Zeit hatte man auch noch das Erdscheibenverständnis was bedeutet, dass es eine Oberwelt und unter der Scheibe die unbekannte Unterwelt gab. Alles, was unbekannt war, hat Angst und Furcht erzeugt. So erkläre ich mir die Entstehung des dualen Denkens. Ein Bewusstsein, das selektiert und nicht integriert.
    Das Christentum oder das Judentum ist nicht der Ursprung der Religionen, jedenfalls nicht historisch gesehen. Über Glaubensinhalt möchte ich mich nicht streiten, das tun die Theologen zur Genüge.

    So sind zum Beispiel alle christlichen Feiertage den keltischen Religionen entnommen und viele Glaubensinhalte sind den ägyptischen Religionen entnommen.
    Die Christianisierung hat mittels der römischen Macht, mit Schwert und Kreuz, die Völker unterjocht und dabei, sich in erster Linie den Besitz von Frauen angeeignet. Gleichzeitig wurde das Vertrauen zwischen Frauen und Männern zerstört.
    Die Missionierungen, waren und sind bis heute Raubzüge und Aneignungen.
    Es wird ständig Frieden gepredigt, aber es verging kein Jahr ohne Krieg.
    Kapitalismus beginnt für mich mit der Unterdrückung der Frau und die Unterdrückung der Frau wurde in den monotheistischen Religionen verankert.
    Die Kultur ist ohne Natur nicht möglich. Die Kultur höher zu stellen als die Natur, ist doch der Wahnsinn und für mich die eigentliche Sünde, wenn wir von Sünde sprechen wollen. Jeder noch so selbstherrliche Geist, der sich erhoben hat, hatte seine Ideen aus der Natur. Jede Kultur, die ihre Menschen unterjocht und für ihre Zwecke missbraucht, findet nicht meine Bewunderung.
    Mit der zweiten Hirnhälfte meine ich:
    Es ist wissenschaftlich festgestellt worden, dass Männer eine Hirnhälfte stärker in Anspruch nehmen als die andere. Damit kommt es zum linearen Denken, das immer weiter eine Richtung verfolgt.
    Ich meine, dass man mit der ausbalancierten Nutzung beider Hirnhälften besser in Kreisläufen denken kann.

    Grüße
    Gisela

    • Gaby sagt:

      Liebe Gisela und mitlesende Gäste,

      ich habe bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass ich keiner Konfession bzw. Glaubensgemeinschaft angehöre, auch nicht dem Christentum, so dass mir der Gedanke um die beste aller Religionen fremd ist.

      Die Themen dieses Forums sind kapitalistisch, behandeln also aktuelle Trends, Probleme und Aussichten unserer neoliberal ausgerichteten Marktwirtschaft. Folglich begrenze ich den historischen Zeitrahmen, in dem sich mein Denken bewegt, wenn es um den Kapitalismus und seine sozialen Wirkungen geht. Den Beginn staats- und privatkapitalistischer Entwicklungen lege ich in die Zeit des Absolutismus und verfolge von dort aus den weiteren Verlauf der kapitalen Historie bis in die Neuzeit.

      Mir ist bewusst, dass diese Betrachtungsweise angreifbar ist. Ebenso wie Du zu Recht (!) darauf hinweist, dass es schon vor 2.000 Jahren Frauendiskriminierung gab, können mir Kritiker vorwerfen, der Startschuss des Kapitalismus lag in der europäischen Erfindung des Schwarzpulvers im 13. Jhr., weil der sehr viel spätere Merkantilismus per starker Exporttätigkeit ja kein anderes Ziel verfolgte, als die Kriegskassen absolutistischer Herrscher zu füllen, um damit Schwarzpulver betriebenes Kriegsgerät zu kaufen.

      Für meinen Geschmack ist eine solche Betrachtungsweise aber erstens viel zu weit gespannt und zweitens würde sie den Rahmen dieses Forums sprengen. Es genügt, das Schwarzpulver im Gedächtnis zu konservieren.

      Das gleiche gilt für die aktuelle Lohn- und Sozialdiskriminierung der Frauen. Der Kapitalismus erzwang die Aufspaltung der Arbeit in bezahlte und unbezahlte Tätigkeiten. Allein dieser asoziale Auswuchs und seine bis heute anhaltende Nichtbeseitigung ist mir eine derart ungeheuerliche Zumutung, dass die weibliche Historie der letzten 2.000 Jahre im Spiegel gegenwärtiger Verhältnisse regelrecht vor Scham verblasst.

      Im übrigen finde ich es gar nicht bedauerlich, dass Männer ein wenig anders denken als Frauen. So haben wir Frauen immer wieder was zum Staunen und zum Lachen, was für Männer gleichermaßen gilt, die häufig unsere weibliche Denkart mißverstehen. 😉

      Liebe Grüße

      Gaby

  10. HandaufsHerz sagt:

    Hallo an Alle,

    in dem Zusammenhang möchte ich auf einen Film aufmerksam machen, der in Titel, Thesen, Temperamente (ttt) auf ARD vorgestellt wurde. In diesem Film geht es um unser Thema.

    Agora – Wie ein Historienfilm zum Fanal gegen Fanatismus und Frauenfeindlichkeit wird

    Sendeanstalt und Sendedatum: HR, Sonntag, 28. Februar 2010

    http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,7tsxwsz4a3yyrv5x~cm.asp

    „Alexandria, 4. Jahrhundert nach Christi. In der Großen Bibliothek lehrt Hypatia, die klügste Frau der Antike. Sie ist Astronomin, Forscherin, Philosophin, bekannt im ganzen Mittelmeer-Raum. Hypatia hat nur eine Leidenschaft: die Erforschung des Kosmos.“…

    … „– bis sie von frühchristlichen Fanatikern, die damals an die Macht kamen, vertrieben und gesteinigt wurde.“ …

    … „– bis die Anhänger eines neuen Glaubens über die Stadt hereinbrechen: die Christen. Es sind Glaubenskrieger. Radikale, die immer stärkeren Zulauf finden und die Welt der Hypatia ablehnen.“ …

    … „Hypatias Tod markiert das Ende einer ganzen Epoche: das Ende der Antike und der Beginn des düsteren Mittelalters. Jetzt kommt ihre Geschichte erstmals ins Kino.“ …

    … „Christen gegen Heiden, ein antiker „Kampf der Kulturen“. Die fanatisierten Glaubenskrieger zerstören die Bibliothek, den Ort des Wissens – des Un-Glaubens. “ …

    Freundliche Grüße
    Gisela

  11. HandaufsHerz sagt:

    Hallo Gaby,
    es geht hier um Diskriminierung von Frauen.
    Der Blick in die Geschichte, soll doch aufklären, egal über welchen Zeitraum er geht. Ich muss nicht alle Details kennen um die geistigen und religiösen Hintergründe zu erfassen, zumal sie ja der Hintergrund ganzer Epochen waren. Es ist doch klar, dass Kapitalismus ein System der Ausbeutung ist. Deshalb versuche ich herauszufinden, wo und wann die geistigen und religiösen Grundlagen dafür gelegt worden sind. Ich bin überzeugt, wenn wir das nicht klar herausfinden und definieren, so nützt uns das Doktern an Symptomen nichts – es kommt lediglich zu neuen Blüten und wahrscheinlich zu noch schlimmeren Auswüchsen.

    Zitat:

    „Im übrigen finde ich es gar nicht bedauerlich, dass Männer ein wenig anders denken als Frauen. So haben wir Frauen immer wieder was zum Staunen und zum Lachen, was für Männer gleichermaßen gilt, die häufig unsere weibliche Denkart mißverstehen.“

    Leider kommt es aber auch zu Diskriminierungen und genau das wollen wir doch ändern.
    Männer und Frauen hätten doch mehr Freude aneinander, wenn Pflichten und Rechte gleich verteilt wären.

    Freundliche Grüße
    Gisela

  12. Cato sagt:

    Guten Tag, ich finde, daß in diesen Worten ein sehr interessanter Denkansatz zu finden ist (obwohl alte Weisheiten):

    „Die Verantwortungslosigkeit halte ich für den Kern
    allen heutigen Übels.

    Eine Lösung wäre: Schwerpunkt auf Verantwortung zu legen, auf allen Ebenen und in allen Bereichen
    – vorsorglich, sorglich und nachsorglich.

    Das Konkurrenzverhalten zerstört die menschliche Gemeinschaft.“

    Man führe sich vor Augen, daß die jüngste Sozialstaatsdebatte weitgehend von Männern geführt wird. Obwohl ich selbst schon mehrfach Frauen beobachten konnte, deren Verhalten gegenüber anderen Menschen als grob verantwortungslos erschien, scheint es trotzdem zu Ungunsten der Männer auszugehen.

    Ich möchte mal aus analytischen Gründen die obigen Überlegungen umdrehen. Vielleicht gibt es gerade deshalb den Kapitalismus, weil das uralte Rollenverhalten (Verteidung+Jagd versus Schutz der Kinder+Nahrungsbereitung) diese Entwicklung begünstigte und natürlich politisch wie religiös ausgenutzt/verstärkt wurde. Kapitalismus beruht in seiner zentralen Verhaltensweise seiner Individuen auf Rücksichtslosigkeit. Die Hauptverteidiger der neoliberalen Konzepte sind überwiegend Männer – das ist auffallend. Warum sind die Stimmen der politisch engagierten Frauen da nicht so deutlich zu vernehmen (was kein Vorwurf sondern eine Frage sein soll)? Schließlich leiden sie ebenso unter diesen verwerflichen politisch-wirtschaftlichen Konzepten. Das kann ich mir derzeit nicht richtig erklären. Ihnen scheint diese Diskussion recht suspekt zu sein. Vielleicht glaubt man nicht an wirkliche Veränderungen?

    Da tritt eine anerkannt reputable Bischöfin wegen einem anerkannt falschen Verhalten zurück (meine Hochachtung vor ihr). Es bewirkte aber nichts in der Gesellschaft. Folgerichtig müßten eigentlich aus Verantwortungsbewußtsein reihenweise Bundes- und Landespolitiker zurücktreten. Kein(?) Staatsanwalt wurde wegen zu vermutender Volksverhetzung oder möglicher wiederholter Verstöße gegen grundgesetzliche Regelungen aktiv. War die persönliche Entscheidung von Frau Käßmann falsch oder sogar umsonst?

    Was sagen uns diese Ereignisse eigentlich? Ich mag mich irren, aber ich glaube, daß Verantwortungsbewußtsein schon mehr als bisher wahrgenommen werden würde, wenn wir wieder zu allgemein anerkannten Regeln zurückfinden würden. Dann gäbe es beispielsweise keine mietbaren Politiker usw. Dann könnten wir unsere Kraft und Augenmerk auf die Ausgestaltung von Gerechtigkeit, Gleichbehandlung und Zukunftsfähigkeit sowie den Erhalt der Demokratie in unserem Land richten! Das bleibt allein bei uns BürgernInnen als Aufgabe hängen, weil die Mehrheit der handelnden PolitikerInnen dazu nicht mehr in der Lage zu sein scheinen.

    Unsere Regeln sind aufgeweicht oder völlig aus dem Blickfeld verschwunden. Der Liberalismus machte es möglich, daß „jeder“ nach seinem Belieben handelte, die Regeln nach seinen Maßstäben auslegte bzw. befolgte und in diesem Sinne seine Kinder erzog. Diesen Zustand kann man Verantwortungslosigkeit nennen, vielleicht auch spätrömische Dekadenz oder bildhaft Sodom und Gomorrha. In meinen Augen ist es zunächst völlige Unordnung. Wenn ein Grundgesetz in relativ kurzer Zeit von der politischen Praxis konterkarriert und vom BVG wieder relativ ins Lot gebracht werden muß, haben wir kein geordnetes Staatswesen mehr. Das kann man eben auch Verantwortungslosigkeit nennen. Darin haben jene Kräfte der unheiligen Union die Oberhand, die sich der Rücksichtslosigkeit und der Unfreiheit verschrieben haben. Der Ruf nach dem entfesselten Wettbewerb ist ebenso gefährlich für die Demokratie, wie der Ruf nach der globalen Überwachung. Beides sind die Seiten der selben Krieger-Medaille. Beides sind die Gesichter einer Sklavengesellschaft, die Schwache und Entrechtete schafft. Wer kennt den Marsch der 20.000 Frauen auf Pretoria von 1956?

    Finden wir zu den Regeln zurück und haben wir Mut zu neuen Regeln – weil das die Gestaltung unserer Zukunft und den Erhalt der Demokratie bedeutet! Fragen wir uns, was können wir nun als Diskutanten und Leser tun?

    • Paten sagt:

      Guten Tag.
      Die Bischöfin trat zurück, weil sie Verantwortung übernahm. Wer führen = erziehen will, muss Vorbild sein, sonst führt das Nachahmen in die Katastrophe. Das hatte sie ohne äußeren Zwang moralisch vergeigt. Interessant war, das die „frommen Männer“ drum herum garantiert von der alkoholgestützten Führungsschwäche wussten, sie dennoch im Amt lassen wollten. Das spricht doch Bände über Duldung vom Amtsmissbrauch und Korruption (neudeutsch ‚Lobbyarbeit‘ genannt und die Platzierung falscher Vorbilder an der Spitze. Zur zeit läuft ja die Diskussion über mit Parteispenden gekaufte Politikernähe und den ordnungsgemäßen Gebrauch von Kindern durch Priester (wer über Missbrauch redet, muss den Gebrauch erklären können. M.E. Völlig falsche -kirchenkorrekte- Wortwahl für Vergewaltigung und psychische Folter. Noah.)

      Die alleinige Aufgabe der Politiker und ihrer Beamten ist die maximale Aneignung von Steuergeldern, sonst nichts. Deshalb ist jeder Gedanke, die würden sich für Verteilungsgerechtigkeit, Arbeitsplätze, höhere Einkommen für Binnenkonjunktur usw. interessieren so effektiv wie darum zu beten.

      Und wo sie jede Demokratie dafür begraben herrschen griechische und chinesische Verhältnisse. Unsere Kanzlerin hat inzwischen 1,8 Milliarden Euro Haushalt für ihr Kanzleramt mit 300 MA (das sind 400.000 ALG-II) und der griechische Präsident 5 Mrd. € zur Verfügung ohne öffentliche Abrechnung.

      Deshalb unterstützen sie den wirtschaftlichen (Neo)Liberalismus der Kapitaleigner und Plutoktrate der Finanzwelt bis über den Staat totaler Überwachung und in den Faschismus hinein, weil sie diese Verhältnisse, nebst den Kapitaleignern ein großes Stück vom Kuchen durch reine Verwaltungs- oder gar keine Arbeit (System Mundstuhl) als für sich simpelste Form der Aneignung fremder Arbeitswerte erkannt haben und sich nicht in die Hungerarmee der Wertschöpfer einreihen wollen. Sei wissen, dass sie einem so bekloppten Volk vorstehen, dass sie immer wieder wählt und sich deren geistlose Auswüchse anhört und diskutiert, statt sie aus dem Tempel ans Fliessband zu befördern.

      Die einen haben die Produktionsmittel und das Geld gestoehlen, die anderen den Staat.

      MfG

  13. Gaby sagt:

    Liebe Gisela, lieber Cato und Mitlesende,

    niemand hindert uns daran, unsere Historie bis zum Urknall zurück zu verfolgen und daraus Schlüsse auf die Gegenwart zu ziehen und niemand hindert uns, in unserem Alltag Verantwortung zu übernehmen und respektable Menschen zu sein.

    Cato, Du schreibst: „Die Hauptverteidiger der neoliberalen Konzepte sind überwiegend Männer – das ist auffallend. Warum sind die Stimmen der politisch engagierten Frauen da nicht so deutlich zu vernehmen [..]“

    Ausgehend von der Epoche des Merkantilismus haben die einfachen Menschen, Männlein wie Weiblein, gut 300 Jahre gegen den Kapitalismus gekämpft. Es waren die englischen Ludditen, die deutschen Maschinenstürmer und, nicht zu vergessen, die Handwerker der Textilbranche. Erst seit Mitte des 19. Jhr. ist Ruhe eingekehrt, haben die Menschen den Kapitalismus als „natürliche Ordnung“ wahrgenommen und in dieser Phase befinden wir uns noch heute.

    Kaum jemand kommt mehr auf die Idee, den Kapitalismus grundsätzlich in Frage zu stellen, selbst ausgewiesene Kritiker tun sich schwer. Das einzige, was bemängelt wird, sind die asozialen Auswüchse, die der Frühkapitalismus und heute der Neoliberalismus produziert. Das System schlechthin bleibt unangetastet.

    Ausgehend von dieser global umschlingenden Marktordnung, die verlangt, Geld zu generieren und es zu akkumulieren, handelt jeder Banker, Unternehmer und Kaufmann, der sich nicht nach diesem grundsätzlichen Erfordernis richtet, verantwortungslos. Das klingt ausgesprochen paradox, aber der Kapitalismus ist nie etwas anderes gewesen, als eine „verrückte Form“, wie Karl Marx es einst analytisch exakt erkannte.

    Lieber Cato, Du schreibst weiterhin: „Vielleicht gibt es gerade deshalb den Kapitalismus, weil das uralte Rollenverhalten [..] diese Entwicklung begünstigte“.

    Der Grund, warum es den Kapitalismus gibt, ist viel profaner. Die Wurzeln liegen in den ersten absolutistischen Manufakturen und Plantagen zu einer Zeit, die wir heute Merkantilismus nennen. Damals mussten die einfachen Menschen zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit im großen Stil unter der Knute anderer Menschen schuften und zwar für einen Hungerlohn. Es waren ausdrücklich keine Sklaven, die dort tagein, tagaus 8, 10, 12 und mehr Stunden schwitzten, sondern freie Menschen. Diese „abstrakte“ Arbeitsweise war neu und erschien den Menschen während der darauf folgenden 300 Jahre zu Recht zutiefst abartig und sie haben dagegen protestiert.

    Heute wehrt sich niemand mehr dagegen, von einem anderen Menschen lohnabhängig zu sein. Es erscheint uns vollkommen normal und natürlich, gerade so, als habe es niemals in der Geschichte der Menschheit ein alternatives Zusammenleben gegeben. Wir fühlen uns dem Kapitalismus heutzutage derart stark verpflichtet, dass viele von uns ernsthaft krank werden, wenn sie von diesem warenproduzierenden System aussortiert, in der Arbeitslosigkeit landen. Verrückterweise glauben wir, plötzlich vor dem Nichts zu stehen.

    Nun wünsche Euch allen einen schönen Tag im globalen System der „verrückten Formen“.

    Gaby

    • Cato sagt:

      Hallo Gaby und Mitlesende, in vielen Dingen kann ich Dir zustimmen, besonders in der abstrahierenden Feststellung, daß Kapitalismus etwas „Verrücktes“ ist.

      Kein Einwand aber eine Nachdenkfrage in die Runde: Wir kennen alle den uns gelehrten Unterschied zwischen Sklaven und freien Bürgern. Wenn freie Bürger aber nur die Wahl zwischen einem menschenunwürdigen Lohn oder einem anderen menschenunwürdigen Lohn haben (damals wie heute); trägt das dann nicht auch die Züge einer Sklavenhaltergesellschaft?

      Wenn man jungen Menschen die notwendige Chancengleichheit mit anderen Altersgenossen verwehrt, nur weil eine obrigkeitsverfügte Selektion nach der 4. Klasse ihre individuellen Entwicklungsstände ignoriert und gegen sie ausspielt und damit folgenschwere Weichenstellungen getroffen werden; kommen da nicht auch die Absichten einer Sklavenhaltergesellschaft zum Vorschein?

      Wenn man Frauen wegen ihrem Willen zur fürsorglichen Kindererziehung in unserem Land sozial schlechter stellt (beruflich benachteiligt, ja sogar dafür verunglimpft); trägt das nicht auch den Geist einer Sklavenhaltergesellschaft – weil der Mensch nur als ökonomischen Kriterium betrachtet wird?

      Wenn ich das alles und noch mehr überdenke, weiß ich nicht mehr, ob ich den Frauen zum heutigen Tag gratulieren soll oder nicht. Stattdessen wünsche ihnen jeden Tag im Jahr die Kraft zum zivilen Widerstand gegen jede unmenschliche Äußerung und Handlung! Den Männern wünsche ich die Erkenntnis, sich in den Fragen der Humanität nicht durch die Rattenfänger und Verführer unter „uns“ gegen das Handeln aller engagierten Frauen auseinander differenzieren zu lassen und andere Frauen kraftgebend zu unterstützen. Kurz gesagt: Gemeinsames solidarisches Verhalten jeder menschenfeindlichen Politik entgegenstellen.

      Jean Ziegler: „Ich bin der Andere, der Andere ist ich, und was dem Anderen zustößt, stößt mir zu.“
      http://www.langelieder.de/lit-ziegler.html
      http://www.buch.ch/shop/home/artikeldetails/das_imperium_der_schande/jean_ziegler/ISBN3-442-15513-4/ID15160328.html#kurzbeschreibung

      freundliche Grüße Cato

      • Gaby sagt:

        Guten Morgen, Cato und Mitlesende,

        die Überlegungen, die Du Dir gemacht hast, gingen auch in meinem Kopf herum. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die kapitalistisch basierte Demokratie nichts anderes als eine eingefrorene Diktatur ist, die aber jederzeit lebendig werden kann, sobald das ökonomische System in die Krise kippt.

        Für mich besteht zwischen einem Sklaven und einem Lohnabhängigen ein riesengroßer Unterschied. Der Sklave kostet Geld, wenn man ihn sich anschafft und er kostet Geld in der Unterhaltung, schließlich muss er essen, schlafen und sich kleiden. Außerdem muss er ständig überwacht werden. Ein Sklave ist also eine kostspielige Angelegenheit und macht ihn deshalb für seinen Herrn wertvoll.

        Ein Lohnabhängiger ist jedoch völlig auf sich selbst gestellt. Der muss nicht mal eine Bezahlung erhalten, von der er sich erhalten kann. Da muss auch nicht darauf geachtet werden, ob er sich tadellos benimmt; das macht er schon selbst, um ja nicht aufzufallen und dadurch seinen Job zu verlieren. Und wenn der Lohnabhängige an Krankheiten stirbt oder gar verhungert oder erfriert, macht das nichts, schließlich gibt es massenhaft Ersatz. Die Menschen verlieren im Kapitalismus ihre Würde und ihren Wert.

        Das ist einer der Gründe, warum ich behaupte, dass die Ära des Kapitalismus derart asozial ist, dass der viel ältere Rest der Menschheitsgeschichte in seinem Schatten anmutet, wie das Paradies auf Erden.

        Gaby

      • Cato sagt:

        Hallo Gaby, mag sein, daß zwischen einem Sklaven und einem Lohnabhängigen Unterschiede auszumachen sind.

        Ich sehe zwischen Slavenhalterei und Kapitalismus (besonders seiner neoliberalen Ausprägung, nichts Neues) fliessende Übergänge. Man kann immer wieder Bezugnahmen zu Methoden der Sklavenhalterei beobachten. Man betrachte den Einsatz von osteuropäischen Arbeitskräften auf dem Bau des Westens.

        Wenn Menschen in lohnabhängige Vertragsverhältnisse gedrängt werden, die ihren legitimen Bedürfnissen (Gesundheit, Kultur, Bildung, Erholung, sozialer/familiärer Zusammenhalt usw.) nicht mehr ausreichend Rechnung tragen, ist doch der Tatbestand von Sklavenhalterei so gut wie gegeben. Natürlich hatte der Sklave früher einen Anschaffungspreis, heute wird dieser von Unternehmen wohl in den Sozialabgaben gesehen – nur anders verteilt und netter verpackt. Davon würden sich manche gern völlig lossagen, also den „Sklavenpreis“ gegen Null drücken. Man trommelt hierzulande für die Ausweitung der Kombilöhne. Der Neoliberalist will also nur noch den Anteil zahlen, der zum Überleben seiner Arbeitskräfte notwendig ist. Hat der selbe „Geist“ das nicht bereits mit den Sklaven getan?

        Die Augenwischerei besteht darin, daß der Lohnarbeitende angeblich frei über sein Einkommen verfügen kann. Das ist die Freiheit von Aprikosen- oder Kirschmarmelade zum Frühstück.

        Ich will Dir nicht widersprechen, daß es zwischen beiden Rollen kulturgeschichtliche Unterschiede gibt. Aus meiner Sicht handelt es sich um eine perfide Verfeinerung des Sklavenprinzips unter Zuhilfenahme der Vorspiegelung falscher Tatsachen (Freiheit). Die Täuschungen haben zugenommen, weniger die kriminelle Energie des Systems.

        Allerdings scheint es regional-kulturelle Unterschiede zu geben. Obwohl alle im Kapitalismus eingebunden, würde ich zwischen den skandinavischen Demokratien und den deutschen Verhältnissen einen erheblichen Unterschied ausmachen. Eine Gleichstellung wäre mE eine schlimme Herabsetzung der skandinavischen Gesellschaften. Niemand kann ausschließen, daß solche negativen Einflüsse auch dort weiter um sich greifen.

        Der Unterschied besteht jedoch in dem Wirken kollegialer/solidarischer Prinzipien andernorts. Letztere versucht man hierzulande seit 1849 mit massivem Ideologie- und Propagandaeinsatz auszumerzen. Dazu war bisher jedes System Recht.

        freundliche Grüße Cato

      • Gaby sagt:

        Guten Abend, Cato und Mitlesende,

        Cato, Du solltest bei der Betrachtung unserer Historie unbedingt unterscheiden zwischen der unkapitalistischen Historie und derjenigen Geschichte der Menschheit, in der der Kapitalismus eingeführt wurde bzw. es den Kapitalismus bereits gab. Das warenproduzierende, auf der abstrakten Arbeit der Menschen beruhende kapitalistische System ist ein echter Systembruch zum ausgehenden Mittelalter. Alles, was danach kam, nennen wir „die Moderne“ und uns wird weisgemacht, alles, was davor war, war zutiefst düsterstes, abstoßendstes Mittelalter. Aber das ist jetzt Nebensache.

        Der Kapitalismus hat zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit das Geld in den Mittelpunkt allen Schaffens gestellt und um dieses Geld zu verdienen, es zu akkumulieren und steinreich zu werden, haben Unternehmer eine völlig neue Arbeitsweise erfunden, nämlich die des Fabrikarbeiters, der stumpf und dumm etwas produziert, mit dem er sich nicht identifizieren kann, weil es meistens nicht zu dem gehört, was er unmittelbar zu seiner Bedürfnisbefriedigung braucht. Die Quelle dieser neuen Produktionsweise ist im Merkantilismus verankert. Die Generierung von Geld diente damals militärischen Zwecken und selbst unserer Arbeitsweise im 21. Jhr. haften immer noch militärische Strukturen an.

        Sieh mir bitte nach, dass ich an dieser Stelle nicht ausführlich ausführen kann, was diese beiden neuen Aspekte (Geld, massenhafte, abstrakte Warenproduktion) für die einfachen Menschen bedeuteten, denn das würde den Rahmen dieses Forums total sprengen. Ich kann auf dieser Plattform nichts anderes tun, als in meinen täglichen Beiträgen kurze Schlaglichter auf den Kapitalismus, seine Entwicklung und seine Wirkungsweise werfen.

        Der Unterschied zwischen Sklaverei und Lohnabhängigkeit ist, dass die Sklaverei, so schlimm sie auch ist, einzelne Menschen traf. Der Kapitalismus hingegen ist ein Konstrukt, das die Einwohner ganzer Staaten lohnabhängig macht und ihre zuvor vorhandene Subsistenzwirtschaft zerstört. Die menschliche Arbeitskraft verwurstelnden Dimensionen der „Moderne“ sind völlig andere, als zu den Zeiten, als die Sklaverei erlaubt war.

        Bei der Einführung des Kapitalismus kommt es auf die gesellschaftlichen Strukturen an, ob das Ding zum Ungeheuer wird oder sich relativ sanft und unauffällig ins Gemeinleben einfügt. Die Skandinavier sind seit Jahrhunderten bekannt für ihr Solidarprinzip. Das ist ein grundlegender Unterschied zur deutschen Gesellschaftsideologie.

        Die Erdfläche, die wir heute Deutschland nennen, war jahrhundertelang ein feudaler Fleckenteppich mit einer, seit Luther, einigermaßen gemeinsamen Sprache und durch den „Alten Fritz“ und sein Preußentum im 19. Jhr. ziemlich militärisch radikalisiert. Als Kaiser Wilhelm II. Ende des 19. Jhr. begann, den Westen der Deutschen zu kapitalisieren, also industriell zu modernisieren, traf dieses menschenverachtende System auf eine durch und durch elektrisierte, obrigkeitsdemütige, monarchisch dressierte Bevölkerung, die nicht verstehen konnte, warum es, durch die Industrialisierung provoziert, plötzlich so viel Massenelend gab. Der Sündenbock war schnell gefunden, es war der Jude, der angebliche Brandstifter des Kapitalismus und der Hochfinanz. Die Juden wurden auch für die Große Depression verantwortlich gemacht, die Deutschland ganz besonders hart traf.

        Aber auch das zu erklären, würde viel zu viel Raum einnehmen. Doch ein Satz sei mir noch gestattet: In Skandinavien funktioniert der Kapitalismus gut, in Deutschland führte er prompt in zwei angezettelte Weltkriege und und den industriell inszinierten Holocaust.

        Beste Grüße

        Gaby

      • Cato sagt:

        Hallo Gaby, natürlich können wir das hier nicht zum wirtschaftshistorischen Seminar ausweiten. Der Begriff „Kapitalismus“ ist eine Wortschöpfung der Moderne. Demzufolge findet der Begriff nach Sichtweisen der Moderne seine Verwendung. Es ist aber schon lange Stand der Forschung, daß kapitalistische Produktionsformen und Geldsysteme bereits im Altertum sehr ausführlich praktiziert worden sind.

        Auf Istrien gab es eine Massenproduktion von Dachziegeln, Tongefäßen und anderen Produkten der Ziegeleien. Das war keine Subsistenzwirtschaft, denn die Hauptmasse davon ging über die Straßen in weite Teile des Römischen Reiches an Händler. Große Teile Istrien müssen wie ein „tönernes“ Gewerbegebiet ausgesehen haben. Eine große Töpferei wurde wegen ihrer Bedeutung in einen kaiserlichen (Kaiser Tiberias) Betrieb umgewandelt. Andere Betriebe gehörten einflußreichen Familien (z.B. C. Laecanius Bassus) – heute Mittelständler genannt.

        Im südmediterranen Raum (Sizilien, Numidien, türkische Küste und Inseln) produzierte man Baufertigteile zur Ausschmückung von Wohnräumen oder als konstruktive Elemente. Man lieferte sie bis in nördliche Gebiete jenseits den Alpen.

        Es gab im heutigen Veltlin eine umfassende Produktion von Haushaltgeräten. Plinius d.Ä. nimmt auf sie Bezug, als er den Haauptumschlagplatz Como erwähnt.

        Schiffe wurden mit Holz aus dem Libanon gebaut. Die Ölproduktion war weit fortgeschritten und hoch organisiert. Über Fernhandel verbreiteten sich diese Produkte.

        Andernorts fand die Massenproduktion von Glas- und Bronzegeräten für den alltäglichen Bedarf statt. Zwischen Produzenten und Konsumenten standen unzählige Händler und Transporteure. Es gab im spätrömischen Zeitalter auch Probleme mit der Überproduktion und dem damit einhergehenden Preisverfall. Der Fernhandel war im Imperium eine etablierte Branche und von großer Bedeutung. Produzent und Konsument waren in vielen Fällen absolut voneinander getrennt. Sie verband das römische Finanzsystem miteinander. Zur Produktion wurde an vielen Orten ein hoher finanzieller Einsatz benötigt (Merkmal Kapitalismus).
        http://www.oenb.at/de/ueber_die_oenb/geldmuseum/allg_geldgeschichte/antike/geldwesen_in_der_antike.jsp
        http://www.imperiumromanum.com/wirtschaft/geld/bankwesen_rom_02.htm

        Das Mittelalter ist „nur“ eine etwa 1000jährige Zwischenphase und gewissermaßen ein „zivilisatorischer“ Absturz nach der römischen Epoche.

        Das Geschichtsbild, was man uns (auch mir) über kapitalistische Formen in der Menschheitsgeschichte vermittelt hat, stammt aus dem 19. Jahrhundert und entspricht in keiner Weise den heute umfänglich verfügbaren Forschungsergebnissen aus der Archäologie oder Archäometrie.

        Das Imperium hatte klare kapitalistische Ausprägungen. Sogar Maschinen hatte man in dieser Zeit. Die sahen zwar etwas anders als im England des 19. Jh. aus. Das machte es aber nicht weniger kapitalistisch. Die wichtigen Betriebe waren auf die Dimensionen größerer Manufakturen angewachsen.

        Der Römische Staat hatte großen Einfluß auf sein Geldsystem und konnte damit fiskalisch steuernd umgehen. Bemerkenswert entwickelt war die Landesvermessung, die fortgeschrittene Parzellierung vieler Gebiete und die kommerzielle Grundstückswirtschaft dieser Zeit. Bestimmte Bürger konnten Land aus dem staatlichen Landfond günstig erwerben und damit betriebswirtschaftlich umgehen. Land war auch Wirtschaftsgut geworden.

        Es gab in diesem System lange Sklaven, in der Endphase immer mehr Freie, die sich entweder als Unternehmer oder als Lohnnehmer ihren Lebensunterhalt verdienten.

        Nein, nein. Unser Geschichtsbild wurde so angelegt, daß wir „Kapitalismus“ als etwas Neues und damit als Fortschritt in der Menschheitsgeschichte begreifen sollten. In der Sprache der exponierten Historiker ist „Kapitalismus“ eine Epoche nach der feudalen Periode. Das führt aber an den älteren Tatsachen nicht vorbei. Als Etappenbegriff durchaus brauchbar.

        Mit der industriellen Revolution wiederholte sich ein Vorgang, der bereits vor über 2000 Jahren dem Prinzip nach stattfand.
        http://geschichtsverein-koengen.de/WissRoem.htm

        Wahrscheinlich geht es bei unserem Disput darum, was man mit Kapitalismus meint. Den Begriff kann man schon verschieden verwenden. Terminus historicus versus terminus oeconomicus.

        freundliche Grüße und Salve! Cato

  14. Paten sagt:

    Guten Tag.

    Da heute Internationaler Frauentag ist, möchte ich den hier im Infoportal flanierenden Damen alles Gute wünschen. Vielleicht haben sie ja das letzte Wort über den Verlauf der Geschichte der Männerwirtschaft?

    MfG

    • Gaby sagt:

      Lieber Paten und Mitlesende,

      herzlichen Dank, Paten, für Deine guten Wünsche. Ich hoffe, wir Frauen machen das Beste daraus.

      Unser Betriebsrat und sein Vize sind heute, über und über mit knallbunten Primelchen beladen, von einem weiblichen Arbeitsplatz zum anderen gelaufen, selbstverständlich auch durch die Produktion, und haben diese Primel-Töpfchen verteilt. Dazu gab es einen Riegel „Merci“-Schokolade und ein DIN-A4 Blatt mit dem Titel: „Geschichte des Internationalen Frauentages“. Das ist doch wirklich eine nette Geste, über die ich mich sehr gefreut habe.

      Selbstredend habe ich das Blättchen angesehen. Es beginnt: „Das Arbeiterinnenleben am Anfang des letzten Jahrhunderts war elend und hart“. Wieso eigentlich „war“? Es ist es ja noch! In weiten Teilen privat- und staatskapitalistischer Länder müssen Frauen auch heute noch unter den widrigsten Bedingungen schuften.

      Ein paar Zeilen weiter heißt es: „Die Wurzeln des 8. März liegen also in der Tradition proletarischer Frauenkämpfe“. Joh, das kann man/frau so gelten lassen. Dann wird ein bisschen über die Sozialistin Clara Zetkin (1857 – 1933) erzählt und auch nicht folgender historischer Sachverhalt verschwiegen: „Dabei musste sie sich auch gegen Teile der Arbeiterbewegung durchsetzen, die in der Arbeit von Frauen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in erster Linie eine Bedrohung für die Beschäftigung der Männer sahen“.

      Weiter heißt es: „Die Wirtschaftskrise, die damals in ganz Europa herrschte, zwang jährlich über eine Million Frauen abzutreiben. An den Folgen dieser illegalen Abtreibungen starben in Deutschland 1931 ca. 44.000 Frauen.“

      Tja, meine Damen, an diesen asozialen Zuständen hat sich bis heute wenig geändert, wie ich bereits gestern ausgeführte. Und je stärker die kapitale Ökonomie eines Landes aus der Balance kippt, desto schneller finden wir uns in diesen überwunden geglaubten Zuständen wieder.

      Schönen Tag noch und bleibt heiter!

      Gaby

  15. HandaufsHerz sagt:

    Hallo an Alle,
    eine Menge Fragen und Erklärungsversuche zu diesem Thema!
    Wenigstens eint uns die Feststellung, dass unser jetziges Staatssystem ungerecht ist (gelinde ausgedrückt).

    @Paten,
    danke dafür, dass Du hier als einziger männlicher Vertreter mit diskutierst.
    Zitat:
    … „ordnungsgemäßen Gebrauch von Kindern durch Priester (wer über Missbrauch redet, muss den Gebrauch erklären können. M.E. Völlig falsche -kirchenkorrekte- Wortwahl für Vergewaltigung und psychische Folter. Noah.)“ …
    Hier gebe ich Dir unbedingt Recht. Wie kann man von Gebrauch von Kindern sprechen? – Absolut abartig!!! Da werden der Öffentlichkeit Neudefinitionen um die Ohren geschmissen und das in einem Tempo, dass man von einer Sprachlosigkeit in die andere fällt.
    @Cato,
    was die Bischöfin angeht, so wurde der Fall doch vom Missbrauchsskandal der Jesuiten überlagert,
    sodass die Aufmerksamkeit der Gesellschaft hauptsächlich auf den Missbrauchsskandal gerichtet war.
    Ich kann nur von meiner Meinung ausgehen und sagen, dass Frau Käßmann in den Konsequenzen richtig gehandelt hat.
    Wäre sie im Amt geblieben, so hätte mit Sicherheit eine Hetzjagd gegen sie stattgefunden, auch um den Missbrauchsskandal zu relativieren oder zu verharmlosen. Die Arbeit an der Basis ist erfreulicher, als den Kampf gegen eine sinnlose Bigotterie der Patriarchen aufzunehmen. (Hier passt der Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!)

    Die Rollenaufteilung ist meiner Meinung nach, ebenfalls von Männern bestimmt, definiert und interpretiert worden. Die Etablierung des Patriarchats hat mit der Erkenntnis der Vaterschaft, mit der Kontrolle darüber und mit Fruchtbarkeitsbestätigung bis hin zum Fruchtbarkeitskult, zu tun.
    (siehe Bibel: Gehet hin und seid fruchtbar und mehret Euch. Macht die Erde Euch untertan).
    Um recht viele Nachkommen zu haben, müssen die Frauen unter Kontrolle gebracht werden und dazu braucht man ein System der Über- und Unterordnung.

    Die Natur lässt mehr Möglichkeiten der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern zu, als die Religion oder unsere heutige Gesellschaft. Nicht alle Frauen waren ständig jedes Jahr schwanger und nicht alle Frauen waren Mütter.
    In der griechischen und römischen Mythologie gibt es z.B. Jägerinnen und Kriegerinnen, was doch zeigt, dass es zumindest eine Vorstellung darüber gab.
    „Athene, auch Athena, ist eine Göttin der griechischen Mythologie. Sie ist die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes sowie Schutzgöttin und Namensgeberin der griechischen Stadt Athen. Ihr entspricht die römische Göttin Minerva.“

    @ Cato
    Zitat:
    „Das kann man eben auch Verantwortungslosigkeit nennen. Darin haben jene Kräfte der unheiligen Union die Oberhand, die sich der Rücksichtslosigkeit und der Unfreiheit verschrieben haben. Der Ruf nach dem entfesselten Wettbewerb ist ebenso gefährlich für die Demokratie, wie der Ruf nach der globalen Überwachung. Beides sind die Seiten der selben Krieger-Medaille.“

    Ja, wenn man von hierarchischen Rechtssystemen ausgeht. Das heißt, dass die Rechte nach Rangordnungen verteilt sind. Der/die an der Spitze hat/haben die meisten Rechte.
    Sozialismus kann man nicht in einer Rechtshierarchie realisieren.
    Meiner Meinung nach sollte der/die an die Spitze, der /die mit der größten, empirisch-erwiesenen sozialen Verantwortung. Eine Hierarchie der Verantwortung als Ratgeber, wäre vielleicht denkbar.
    In einem Gesellschafts- oder Staatssystem sollte viel mehr Teilhabe Aller an politischen Entscheidungen usw. stattfinden, das ist ja schon hier von unten bis oben durchdiskutiert worden.

    Aber, wie kommen wir dahin? Wie finden wir den möglichen Konsens um diese Fremdbestimmung, durch Kapital und dem Kapitalstaatsorgan, in Mitbestimmung umzuwandeln.

    Liebe Grüße

    • Cato sagt:

      Hallo HandaufsHerz, vielleicht bewirkte meine Bezugnahme auf Frau Käßmann unterschiedliche Assoziationen. Natürlich hat sie für sich und ihr Amt korrekt entschieden. Ich hätte es deutlicher sagen sollen: Es treten häufig in unserem Land die falschen Leute zurück! Wir alle hätten sie noch weiterhin in dieser Rolle nötig gehabt.

      freundliche grüße Cato

      • Paten sagt:

        Salve Cato (likin?). In ihrer trunkenen Rolle hätte sie niemand in dieser Rolle „nötig gehabt“ außer ihre Gegner, um sie darin durch Nichtbestrafung zu bestärken mit dem Blattschuss des Rotwildes, wann sie es wollen. Kein Vorbild. Daher hätten wir sie eben „alle“ (bitte nicht für mich sprechen) nicht weiter „in dieser Rolle“ nötig gehabt. Das war daher nicht ein Rücktritt der falschen Person, sondern der verlorenen Glaubwürdigkeit angemessen.

        Und eben genau darin liegt das entscheidende aufklärerische Moment: Es treten viel zuwenig ertappte Politgangster zurück. Ehrenwort!

        MfG

  16. Gaby sagt:

    Liebe Gisela und liebe Mitlesende,

    auch ich bin happy, dass Du Dich, Gisela, nun aktiver einbringst; mitunter fühle ich mich nämlich ziemlich einsam unter all den Männern auf Dr. Jahnkes Plattform.

    Ich gebe Dir ja in fast allem Recht, was Du schreibst und mir ist die Unterdrückung der Frauen der letzten 5.000 Jahre durchaus bekannt, aber ich bleibe trotzdem im überschaubaren Zeitrahmen vom Merkantilismus bis zur Neuzeit, um die gesellschaftlichen Veränderungen zu erklären, die wir durch die Einführung des Kapitalismus erfahren haben. Diese kurze historische Spanne ist meines Erachtens derart grausam, dass der Rest der Menschengeschichte, der sich vor dieser kapitalen Epoche abspielte, schamhaft verblasst.

    Deine Denkansätze, die eine vom Kapital emanzipierte Gesellschaftsordnung zum Ziel hat, ist richtig und da gehe ich mit Dir. Aber solange es den Kapitalismus gibt, werden wir keine alternative Gesellschaftsordnung haben, als die, die wir gerade vorfinden. Es steht sogar zu befürchten, dass die Zeiten im Neoliberalismus, der ja in seiner aktiven Phase noch sehr jung ist, noch viel gruseliger werden, als heute schon, wo ungeniert vom sozialverträglichen Ableben und einer Zwei-Klassen-Medizin gesprochen werden darf. Auch müssen wir uns, bis wir unser Erdmöbel beziehen, darauf einstellen, künftig mit noch sehr viel mehr verbalen Euphemismen veralbert und belogen zu werden.

    Übrigens: Es verbietet sich mir von selbst, auf die Männer einzudreschen, denn Frauen sind auch nicht besser, wie ich aus eigener Anschauung meiner 48jährigen Lebenserfahrung weiß – sie sind anders, das ist alles.

    Ich habe gestern im ZDF die Frauensendung „Mona Lisa“ gesehen. Es ist usus, dass auch Nonnen Kinder unsittlich berührten und sie brutalst auspeitschten. Da wurde unter anderem von einem Fall berichtet, in dem nicht nur weibliche wie männliche Kinder, sondern auch Jugendliche (!), die in einem „Mutterhaus“ untergebracht waren, am allwöchentlichen Badetag von Nonnen mit deren nackten Händen eingeseift wurden, natürlich auch da, wo die Hände der Nonnen nicht hätten hingreifen dürfen. Da hat’s mir aber die wütende Schamesröte ins Gesicht getrieben, kann ich Dir versichern.

    Auch ist nicht ganz richtig, dass Männer von Frauen stets die höchstmögliche Kinderzahl verlangten. Dieser Meinung steht der britische Ökonom Robert Thomas Malthus im Weg, der eine unbedingte Geburtenkontrolle verlangte, weil er sich vor einer Übervölkerung fürchtete, in der die Menschen nur noch stehen, also vor Überfüllung dieses Planten nicht mal mehr sitzen können. Ich empfehle Dir sein Buch „Das Bevölkerungsgesetz“. Bei Nacht über’s Moor zu gehen erweist sich als angenehmerer Zeitvertreib, als zu studieren, zu welchen horrenden Auswüchsen menschlicher Geistestätigkeit das vom Frühkapitalismus erzeugte Massenelend führte. Kleine Kostprobe?

    „Ein Mensch, der in einer schon occupirten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. Die Natur gebietet ihm abzutreten, und sie säumt nicht, selbst diesen Befehl zur Ausführung zu bringen.“

    Beste Grüße

    Gaby

  17. Gaby sagt:

    Guten Morgen, Cato und Mitlesende,

    natürlich können wir darüber diskutieren, dass auch die Kalifate kapitalistisch strukturiert waren und es bereits in neolithischer Zeit Marktwirtschaften gegeben hat.

    Im Kontext dieser Internetplattform, die ja insbesondere die Missstände des Neoliberalismus aufzeigt, halte ich eine Begrenzung der historischen Sichtweise für relevant. Ich vertrete die klassische Auffassung, dass der Beginn der Moderne im Merkantilismus liegt und sich langsam fortentwickelte zu dem, was wir heute vorfinden und es unter anderem „globalisierten Turbokapitalismus“ nennen.

    Beste Grüße

    Gaby

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