1689

Gedanken zur Zeit 1689 28-02-10: Ein sehnsüchtiger Blick nach Skandinavien: Solidarität groß geschrieben

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5 Responses to 1689

  1. Cato sagt:

    Gratulation Herr Jahnke, diese Vergleiche haben es in sich. Sie zeigen die gesellschaftlichen-strukturellen Alternativen auf und verdeutlichen, daß es dort ein alternatives Politisches Handeln gibt. Von „Sozialismus“ (im Sinne des neoliberalen Kampfwortes) in Skandinavien keine Spur.

    Die Darstellungen sind konkrete Zustandsbeschreibungen aus europäischen Demokratien! Das muß man sich in Ruhe vor Augen führen. Vielelicht ist es dort gerade deshalb so, weil es demokratische gesellschaften sind. Demokratie ist ein Handlungsprinzip aufr Ausgleich. Der Ausgleich zwischen verschiedenen natürlichen Interessen.

    Warum wollen Sie diese Fakten einem einzelnen Herrn in das Stammbuch schreiben? Ist er wirklich so wichtig? Es ist nicht primär die eine Person sondern der gefährliche Geist der Hintermänner. Die perfide Spaltung und die Umerziehungsversuche in einer mitteleuropäischen Gesellschaft.

    Etwas überspitzt formuliert: Müßte man das nicht uns allen ins Stammbuch schreiben? Ist es nicht so, daß wir alle wollen, unter ähnlichen Verhältnissen wie in den skandinavischen Ländern zu leben und zu arbeiten? Sie sind keie Paradiese aber Gesellschaften des fortgesetzt praktizierten Ausgleiches. Wenn wir es nicht wollten, haben wir auch diesen einzelnen Herrn uns redlich verdient.

    Sollten wir uns durch Neid- und Haßprediger verführt haben lassen, ist es unser Problem und nur wir können die „Suppe“ auslöffeln. Das sind die zwei Seiten einer Medaille.

    Was wollen wir eigentlich? Was sind unsere (die der Bürger) Staatsziele? Es ist unser Land und es sollte unsere Sache sein, was wir künftig daraus machen und was wir mit denen tun, die D.A.S. aus unserem Tiefland gemacht haben!

    einen schönen Tag wünscht Cato

  2. Paten sagt:

    Guten Tag. Nun hat es Dr. Jahnke bis zum Ende spannend gelassen. Man fragt sich unwillkürlich: Wie machen die Wikinger das? Und vermutet: Die griechische Variante – alles mit Schulden finanziert? Weit gefehlt.

    Und dann noch: Die sind pro Einwohner viel produktiver als die Deutschen, denn sie schaffen mehr BIP. Ich – als „Exportweltmeister“- habe das dann noch mal bei Eurostat angesehen. Kurz: stimmt fast durchgängig, Finnland hatte mal einen gewaltigen Einbruch in den 90ern, zog dann ab 2000 aber wieder an DE vorbei, die anderen enteilten schon Mitte der 90-er. Nimmt man die Mittelwerte seit fast 20 Jahren, liegen wir leicht über Finnland und alle anderen sind weit entschwunden in Richtung der Finanzproduzenten Schweiz, Luxemburg, USA.

    Wenn dieSkandinavier keine so brutale Umverteilung der Produktionserlöse an die Shareholder vornehmen, das Lohnabstandsgebot (gibt es ja nicht, nur in DE) von oben und unten auf „Zusammenwachsen was zusammen gehört “ steht statt auf „Niedrigslohnsektor vs. Milliardäre“ und dann noch das Sozialstaatsgebot hohe Steuern für hohe gesamtgesellschaftliche Sozialstandards (Bildung, Renten, Arbeitsvermittlung…) heißt (Arbeite mit, zahle mit, profitiere mit!), dann ist das wirtschaftliche Selbstverständnis dieser kleineren Nationen offenbar :“ Leistungsgesellschaft ja, denn wir alle wollen uns was leisten können dafür.“

    Und die scheinen auch nicht das Steuerzahlersyndrom der deutschen Kataleigner und Gutverdiener (die uns im TV Moral lehren wollen) zu haben: „Jetzt zahl ich, jetzt zahl ich nicht.“

    Nimmt man den Ansatz von Cato (Salve!) bzgl. dass die Distributionsfrage der Wertschöpfung dort offenbar einen demokratischen statt neoliberalen Charakter trägt, ergo irgendwie ein anderes nationales Selbstverständinis von Arbeit, Besitz, Staatlichkeit und Mitsprache erkennen läßt, dann schließt sich der Bogen vom Demokratie zu Sozialem und man möchte meinen, die vielen Deutschen Auswanderer dorthin suchen dort nicht nur hier die verlorene Arbeit, sondern auch hier die verlorene soziale Demokratie.

    MfG

  3. von Klehr sagt:

    Dieser Vergleich spricht eine deutliche Sprache. In den letzten Tagen scheinen einige Autoren das Thema Skandinavien aufzugreifen. Da wundert es einen nicht, dass mancher noch kurzfristig seine Statistiken erneuert und aufpoliert, um auch noch am Kuchen beteiligt zu sein.

    Just am Donnerstag bekam ich ein Buch mit dem Titel „Deutschland und das Skandinavische Modell: Der Sozialstaat als Wohlstandsmotor“ auf den Tisch. Nach meiner anfänglichen Skepsis, wieder einmal ein oberflächliches, dahinplätscherndes Werk oder die hundertste Wiederholung langweiliger Graphiken vor mir zu haben, wurde ich eines Besseren belehrt.

    Man muss schon sagen, da hat sich einer Mühe gegeben, bis ins kleinste Detail einen Vergleich zwischen Deutschland und Skandinavien zu ziehen und dabei aktuelle Darstellungen zu bringen, mit denen man etwas anfangen kann. Da kann man dem Buch nur wünschen, dass Menschen, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen, sich dieses zu Gemüte führen. Ehrlich gesagt, nach 20 Jahren Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten ist das endlich einmal wieder etwas, das man seinen Studenten empfehlen kann.

    • globalnote sagt:

      @von Klehr,

      Vielen Dank. Nehme nicht an, daß Sie mich unter die einordnen, die aufpolieren, „um noch am Kuchen beteiligt zu sein“. Der von Ihnen zitierte Autor hat sich bei mir für die Anregungen vom Infoportal bedankt, das ihm mit seinem Schwerpunkt zu Skandinavien bekannt war.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  4. heiner sagt:

    Der Norwegische Staatsfond, ich glaube der 2.grösste der Welt, bei dem auch moralisch/ethische Grundsätze gelten, hat 2009 über 75Milliarden€ Gewinn gemacht.
    Nicht schlecht!
    MfG

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