1924

global news 1924 25-02-10: Arbeiten wie Gott in Frankreich? Zugleich ein Beitrag zur Mindestlohndiskussion in Deutschland

Hier zum Text

Advertisements

6 Responses to 1924

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Die Bedeutung der gesetzlichen Mindestlöhne liegt doch in der Fürsorgepflicht des Staates für seine Bürger beim Schutz vor hemmungsloser Ausbeutung der Arbeitskraft durch die wirtschaftlich viel stärkeren Kapitaleigner, die die vertraglichen Bedingungen des Kaufgeschäftes „Arbeit“ sonst nach Belieben diktieren können. Insofern muss den Arbeitnehmern nicht nur der zum simplen Lebenserhalt durch Nahrung notwendige Gegenwert seiner weit höheren Marktwert schöpfenden Arbeitsleistung bezahlt werden, sondern auch der sozio-kulturelle Integrationsanteil, szs. sein privat verfügbarer Vermögensanteil am gesellschaftlichen Reichtum. Der Ausschluss dem geistigen Reichtum bis hin zur Obdachlosigkeit ist Dekadenz des Staates wie auch die Verschuldungsmaschine., die eben jene untersten Einkommen und Zwangsarbeiter bezahlen sollen.

    Das Recht auf Arbeit ohne das Recht auf Zivilisation ist Sklaverei. Die Polit-Heuchelei um den verweigerten Mindestlohn für a l l e Arbeitnehmer im Kontext des Sozialabbaus zeigt, dass sich im Deutschland der Westerwelle und Merkel wieder die Dekadenz der Eliten in der Rechtlosigkeit der Armut breitmacht. Denn all das wird als Rechtstaat definiert und weiterhin als verfassungsgemäßer Sozialstaat.

    Es ist daher an der Zeit auch einmal auf alle die Millionen vom Steuerzahler rechenschaftslos Ausgehaltenen zu zeigen, die schon lange und ohne jede Wertschöpfung ihre Mindestlöhne gesetzlich gesichert haben und deren regelmäßige Anhebung stets ein besonders wichtiges Anliegen ist:

    Es sind die Richter, die Rechtsanwälte und Notare. Die Parlamentarier und deren Butler. Die Ministerialbürokratie. Die Pensionsrentner. Die Militärs, Polizei- und Informationsdienste. Feuerwehrleute. Die Institutionalbürokratie – von Unis über Banken bis zu Umfrage“forschern“ und BBA und JobCentern, in denen noch heute ehemalige Telekom-Mitarbeiter mit Beamtenbezügen geparkt oder dito schon weiter verliehen sind. Die EU-Bürokratie. Die UN-Bürokratie. Auch das Bundesamt für Binnenschifffahrt – es überwacht 800 deutsche Kähne. Auch das Bundesamt für den Zivildienst, für Migration und Flüchtlinge, für Immobilienaufgaben, für Wald, für Umwelt, für Naturschutz für Beschaffung, das Bundeszentralamt für Steuern, die GEZ samt Provisionsbütteln, für ………………..

    Sie alle haben dank der von ihnen selbst in Gesetze gegossenen, vereinbarten und verfügten Tarife für ihre Arbeiten -und z.B. bei Anwälten ins Detail des Telefonier- und Briefaufwandes geregelt- ein Mindesteinkommen gesichert. Es gibt dazu noch Hunderte Schmankerl als Zulagen – vom Treppensteigen bis Gewichte heben.

    Da wird es doch möglich sein, den paar, die in DE noch keinen Mindestlohn haben, mal was abzugeben? Oder gibt es nur noch Mindeststrafen wie ALG-II?

    Auch die Regierung
    wie zum Hohn –
    Demokratie
    für Mindestlohn.
    In Bund und Ländern
    nichts zu ändern?

    🙂
    MfG

  2. Gaby sagt:

    Hallo, lieber Paten und liebe Mitlesende,

    dass der Staat durch den Souverän abgesetzt und per Wahlen neu verhandelt werden kann, ist theoretisch seit Thomas Hobbes (1588 – 1679) hinreichend bekannt, auch wenn dieses Mittel der Wahl in der Demokratie der BRD des 21. Jhr. praktischen nicht hinreichend Anwendung findet.

    Der durch dieses Wirtschaftssystem zwangsweise gescheiterte Souverän zieht sich heute viel zu oft und viel zu schnell politikverdrossen und beschämt zurück und leckt selbstbeschuldigend seine Wunden nach dem Motto: „Hab mich halt nicht genug angestrengt. Bin selber Schuld an meiner miesen wirtschaftlichen Lage. Ich verdiene es nicht besser, weil ich Fehler gemacht habe“.

    Und wieder steht John M. Keynes der Verdienst zu, als erster Ökonom auf die Idee gekommen zu sein, den Staat als Regulator der freien Märkte einzusetzen. In Keynes Sinne dienen Mindestlöhne der Stabilisierung der Nachfrage und bilden Barrieren gegen deflationäre Lohnkürzungen. Das ist historisch einmalig von ihm publiziert, wenn auch nicht ganz allein von ihm erfunden, aber als praxistauglich während der Jahre 1955 bis Ende der 1970er in westlichen Industrienationen getestet, doch leider per inflationärer Durchsetzung des ökonomisch selbstmörderischen Neoliberalismus untergegangen und ersetzt.

    Ich bin autodidaktisch überzeugter Befürworter des Mindestlohns, denn unser Wirtschaftssystem kann nur funktionieren, wenn die Menschen, die all die schönen Waren produzieren, auch das Geld haben, sie zu kaufen. Das ist eigentlich eine sehr einfache Marktlogik, die aber grundsätzlich nicht dem Wesen des Neoliberalismus entspricht, der ja nur darauf aus ist, das Vermögen weniger Menschen zu mehren, indem das global dumpf und stumpf gemachte Menschenmaterial nichts anderes als Arbeitsvieh ist, dem jedes bisschen Wohlstand vergönnt wird.

    So, wie derzeit, kann der Kapitalismus nicht funktionieren, ohne mit dem Kopf gegen Betonwände der inneren Schranken zu rennen, deren ökonomische Verletzungen letztlich tödlich für das kapitale System und alle Menschen sind. Wir sind ziemlich aktiv dabei, plus aller kapitalistisch hausgemachter Umweltzerstörungen und Klimaveränderungen, uns in die Steinzeit zurück zu schießen.

    Aus diesem Grunde bete ich, die Agnostikerin, zu Gottes Sohn, der vitale Lust hat, das Deutschland des 21. Jhr. zu besuchen:

    Jesus, komm‘ nie herab,
    du kriegst keine Arbeit
    und vom Kuchen nix ab.
    Du kriegst keinen Lohn,
    und du kriegst auch kein Brot
    und klagst du das an,
    dann schlagen sie dich tot!

    Übrigens, liebe LeserInnen: Nach heutigen, deutschen Sozialmaßstäben, war Jesus zu Lebzeiten Hartz-IV-Empfänger.

    Gaby

  3. Beate sagt:

    Werden die Unternehmer in Frankreich subventioniert, damit sie die zum Mindestlohn Beschäftigten weiter beschäftigen?
    Behauptung des IFO.

    • globalnote sagt:

      @Beate,

      Soweit ich feststellen kann, gibt es einige Reduktionen bei den Arbeitgeber-Anteilen zur Sozialversicherung und punktuelle Subventionen bei Einstellung von Schwerbeschädigten und in einigen Sonderprogrammen, nicht aber in genereller Art. Es spielt auch keine große Rolle, denn entscheidend ist, was die Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ausgezahlt bekommen und daß der SMIC nicht unterlaufen werden kann. Für Deutschland wäre jedenfalls ein staatlich unterstützter Mindestlohn noch weit besser als gar keiner mit einem Wettlauf nach unten.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  4. Beate sagt:

    @Globalnote
    Vielen Dank für die Antwort!

    Habe selbst mal recherchiert:

    „In Frankreich erfolgt die Lohnsubvention seit 1993 hauptsächlich durch eine
    Subventionierung der arbeitgeberseitigen Sozialversicherungsbeiträge. Jedoch gibt es seit
    2000 ergänzend steuerliche Anreize für die Arbeitnehmerseite in Form einer
    Beschäftigungsprämie (prime pour l’emploi), die mit der Einkommenssteuer verrechnet wird.“

    Es gibt keine Lohnnebenkosten, sondern wie man an dem obigen Beispiel sieht ist es zu zahlender Lohn für den Arbeitgeber.

    Nun Konkret:

    Maximale Entlastung ca. 18% des Bruttolohns beim gesetzlichen Mindestlohn (SMIC).
    Ende der Lohnsubvention beim 1,3-fachen des SMIC.
    Die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers liegen normalerweise bei 43% des Bruttolohns.

    Der Herr vom IFO – Institut kann kein Professor oder Wissenschaftler sein, denn dieser will die Meinung seiner Gesprächspartner nicht manipulieren.

    Rechnen für nun 8,85 + (0.43-0.18) * 8.85 ~ 11 Euro kalkulatorischer Stundenlohn für den Arbeitgeber.

    • globalnote sagt:

      Sie gehen leider weder aus meine Frage ein, noch auf meine Bemerkungen. Ich weiss leider nicht, auf was Sie hinaus wollen. In F ist der SMIC jedenfalls Tradition und unangefochten.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: