1923

global news 1923 24-02-10: Warum Deutschland nicht aus der Krise kommen kann

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8 Responses to 1923

  1. Paten sagt:

    Guten Abend, Das sind die aussagefähigsten konträren Parameter. Aber die den BNE-Wert ergänzenden finanziellen Auslandsnanlagen deutschen Vermögens, die 2008 noch 250 Mrd. € Gewinne und Zinsen brachten, müssen wohl 4.000-5.000 Mrd. € sein. Von hier exportiert. Daher das historische Des-Interesse an Investitionen hier, Für diese -könnte- investiven Gegenwerte kann hier eher kein verbrauchbarer Konsumwert mit Gewinn generiert werden.

    Wir haben ein ganz anderes Problem – relative Marktsättigung, Nicht aus Einkommen (hier sind sie ungerecht verteilt und allseitig zu korrigieren, ja) – wir können insgesamt materiell pro Zeiteinheit nicht mehr konsumieren.

    MfG

  2. Paten sagt:

    Guten Tag. Die deutsche Entwicklung weist eigentlich zwei merkwürdige Tendenzen auf:

    1)Die die Wirtschaft beherrschenden Kapitaleigner machen wachsende Gewinne (die unter Unternehmens- und Vermögenseinkommen gezeigten Betriebsüberschüsse) ob Krise oder nicht und die AN sind außen vor dabei.

    2)Der deutsche Staat -Regierung- hat gegen beides kein Konzept und Rezept oder gar Konjunkturprogramm für nachhaltige Arbeitsplatzsicherung. Er macht nur Schulden, die mit den Steuersenkungen für die Vermögenden wohl nicht bezahlt werden sollen. Wofür sparen dann die deprimierten Arbeitnehmer? Für GRE, USA?

    Der Exportwahn geht weiter. Bei gebremstem Import, versteht sich. Eben nur d e r Import, der für den Export als Transit nötig ist plus asiatische Konsumgüter, die hier wegen Verlagerung und Pleiten nicht mehr gemacht werden. Die Handelsüberschüsse (Außenbeitrag) bleiben in den Banken zum Hebeln. Das zeigen die weiterhin fehlenden Investitionen und selbst der Staat hat mit der Abwrackprämie investiv den Atem ausgehaucht. Können wir uns Afghanistan wirklich noch leisten? Gehen wir auf sowjetischen Kriegskommunismus in der Wirtschaft zu, wo Geld keine Rolle mehr spielt für den Staat, nur noch Ressourcen für das Kriegsziel?

    Der Export genannte Importe-Transit hat m.E. keine Funktion hinsichtlich Ausgleichs durch Binnenkonjunktur. Erstens steckt ja als Lohn bezahlte und als Einkommen versteuerte Bruttowertschöpfung darin. Zweitens: Würden diese Produkte (Maschine, Anlagen, Nutzfahrzeuge, Chemie usw.) in konsumierbarer Form (welche Ersatz-Investitionen?)auf dem Binnenmarkt landen, käme nochmals min. 19% MwSt. etc. darauf. Der Export ist ca. 50% von allem, was hier produziert wird. Bricht der um 20% *50% = 10% BIP ein und soll nun im Inland konsumiert werden: soviel Netto-Lohnzuwachs gibt es nicht. Oder -wegen Erweiterungsinvestitionen- Netto-Arbeitsplätze. Siehe ganz oben mein Punkt 2. Staatsversagen = Arbeitnehmerverzagen.

    Würde beispielsweise der in den Banken für die inländische Verwendung brach liegende Exporterlös per Kredit gesamt für Importe (also kein Handelsüberschuss und Außenbeitrag =0) verwendet werden, würde dies entweder staatlichen oder privaten Konsum oder Investitionen als Verwendungszweck diese Güter bedeuten. 100-150 Mrd. € kommen aber eher nicht zusätzlich aus der Bevölkerung. Bleibt der Staat Anleihen als Investor in neue Arbeitsplätze. Der geht aber nur auf etwas Erhalt per Kurzarbeit, ansonsten auf Jobsharing durch Lohnsenkung – nur so bleibt die Arbeitnehmeranzahl seit 1991 konstant bei 40 Mio. bei sinkenden Stunden. Oder er erhöht den Konsum der Zusatzimporte per Transferleistungen wie Steuersenkungen, Kinderzulagen und Bafög und nicht als Schuldschein. Kommunale Dienstleistungen mit auskömmlicher Bezahlung könnten auch würdevoll und ohne Zwangsarbeit finanziert usw.

    Leider haben wir nicht solche Regierung und solches Wahlvolk und ein wirtschaftlich tumbes Parlament, an dessen Nasenring immer, wenn es laut GG um Finanzen geht, die Kron-Prinzengarde der Parteien aus den 16 MP des Bundesrates zerrt.

    MfG

  3. Paten sagt:

    Guten Tag. Mal ein Vergleich.
    „FAKELAKI“ ist Griechisch und und das schöne Wort für „Umschlag mit Geld“ zur Bestechung. Frei übersetzt also etwa ein „Schäuble“.

    Bestechung in GRE insbesondere im staatlichen Gesundheitssystem. Dessen Staatszuschüsse wurden von der Regierungen in den 90-gern im Börsenspiel verzockt und daher bekommen die vielen Festangestellten in den mies ausgestatteten staatlichen Krankenhäusern nur minimale Bezahlung. Also wird jeder Arztbesuch ein Gang zum Opferstock. Kindgeburt – 1000 €. Ultraschall 140 €. Etwas 5 Milliarden € betragen die offenen Forderungen von Ärzten, Kliniken, Labors und Pharmaunternehmen an die Krankenkassen, wobei der Staat nun noch weiter an den Gesundheitsausgaben sparen soll.

    Wenngleich hier schon über hohe Lohnzuwächse geschrieben wurde, die sich der Staat mangels Wirtschaftsleistung und Steuererhebung nicht leisten konnte, so muss man die Korruption dennoch im Kontext der sehr verbreiteten Armut sehen.

    Betrachtet man Einkommen, Mieten und Preise, so beschreibt eine Pyramide das am besten: Die Spitze ist Athen und je niedriger Qualifizierung und Abstand von der Hauptstadt, desto weniger sind Einnahmen (bis -35%) und Kosten. Eier, Milch und Fleisch sind bis doppelt so teurer wie in DE (Transportkosten zu den Inseln) und Telefonkosten weit höher.

    Die Angestellten erhalten ca. 40% zu DE und nur Portugal zahlt noch weniger in der EU. Es gibt einen gesetzlichen Mindestlohn von rund 700 €, aber Einstiegsgehälter sind nie höher als 1.000 € brutto. Daher sind Teilzeit-Jobs niemals ausreichend für den Lebensunterhalt. Mechaniker, Elektriker und Elektroniker erhalten den niedrigsten Bruttolohn von 680 €. Mit dreijähriger Berufserfahrung erhalten Ingenieure 1.050 € brutto. Fremdsprachensekretärinnen bekommen 710 €, Buchalter 770 € und Fahrer 715 €.

    Die meisten -kaum gestiegenen- Renten sind unter dem Mindestlohn von 700 €. Dafür stieg das Renteneintrittsalter seit den 80-gern bei klammen Kassen des Staates von <60 Jahren in den 80-gern auf jetzt 65 Jahre und soll nun in der Finanzkrise auf 67 steigen.

    Wohnungen sind teuer, weil knapp, da die Hausbesitzer lieber auf Tourismus machen.

    Nach Berechnungen wendet jede griechische Familie ca. 1.600 € für Fakelaki auf. Im griechischen Armenhaus scheint eben jeder korrupt zu sein. Un nun noch die von EU, EZB und den neoliberalen Wirtschaftswissenschaftlern wie Prof. Sinn gepriesene Rosskur – das Haushaltsdefizit in 2 Jahren von 13 auf maastrichtgerechte 3% zu drücken.

    Kein Wunder, dass die Griechen den Generalstreik praktizieren, wenn das bisschen Einkommen bei deutschen Preisen noch mit höheren Steuern und Abgaben bei gekürzten Sozialleistungen bis späterer Rente die 300 Mrd. Schulden der Eliten refinanzieren soll.

    Im deutschen Sinne hat Griechenland flächendeckend Hartz-IV – Niveau erreicht – wegen der massiven Lohnerhöhungen. Davon soll es als leuchtendes neoliberales Beispiel für alle anderen arbeitenden Europäer wieder runter.

    Wird Deutschland auch bald wegen flächendeckender Armut FAKELAKI-Land?

    MfG

  4. Gaby sagt:

    Hallo, in die Runde,

    obwohl ich vor nicht ganz einem Jahr noch anders sprach, sehe ich mittlerweile in unserem Wirtschaftssystem nur noch die öde Agonie, den Selbstzweck, aus einem Euro zwei und mehr zu machen.

    Nicht der Konsument war jeher die Antriebsfeder für Forschung, Technik und Entwicklung, sondern allein das herzlose Spiel der Geldvermehrung. Natürlich haben sich die Menschen die modernen Errungenschaften gekauft, die uns bis heute glauben lassen, unser Leben sei durch die Moderne angenehmer geworden, aber nie wurde seit rund 250 Jahren tatsächlich zum Wohle der Menschen und der Umwelt produziert. Es ging immer nur um’s Geldvermehren. Aus dieser Sicht hat Adam Smith recht: Das Angebot findet seine Nachfrage.

    Ich denke, Keynes war der erste Ökonom, der erkannt hat, welch wichtige Rolle der Binnenkonsument im warenproduzierenden System spielt; dabei war auch er nicht sonderlich menschenfreundlich, sondern lediglich der „Retter des Kapitalismus“, verhalf den Wirtschaftssubjekten also zu demjenigen Platz in diesem System, der ihnen gebühren muss, mit entsprechend guter Entlohnung, versteht sich. Gute Entlohnung, das erkannte er, ist die Grundlage der unternehmerischen Geldvermehrung.

    Die Keynes’schen Zeiten sind vorbei, wir leben nun im Neoliberalismus. Dessen Theorien sind stark an Adam Smith angelehnt und so haben wir ideologisch Rückschritte gemacht. Der Konsument ist wieder das geworden, was er von jeher war: Ein billiges Arbeitstier, allein geschaffen, immer mehr Waren zu produzieren, die sich dieses Arbeitstier, wegen schlechter Entlohnung, nicht einmal leisten kann.

    Genau an diesem Punkt stößt der Kapitalismus wieder einmal an seine innere Schranke. Das Geld vermehrt sich nämlich nur dann, wenn die produzierten Waren ausreichend Konsumenten finden und genau hier kann der Neoliberalismus nicht über seinen Schatten springen, indem er die Menschen besser bezahlt. Zwar vermehren die Unternehmer noch (!) ihr Vermögen, aber nur so lange, wie die durch Unterentlohnung erzeugte Massenarmut diesen Prozess endgültig abbricht.

    In Deutschland sind wir diesem desaströsen „Ziel“ schon ziemlich nahe gekommen.

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Leider hat sich ja das Geld als Problemlösung der Unterkonsumptionskrise ja dennoch wundersam per Kredithebel auf ein fiktives Produkt der geistigen Dekadenzwirtschaft, Derivatewetten genannt, außerhalb der Realwirtschaft auf deren 10-faches BIP vemehrt. Und besser bezahlt wurde auch: Banker und Versicherer und korrumpierte Politiker.

      Wie real fiktive Marktwirtschaft sein kann, wenn das Falschgeld echt wird.

      MfG

    • Cato sagt:

      …und nun der neueste Einblick in die desaströsen Zustände und das praktizierte Politikkonzept. Stände-Politik und Stände-Wirtschaft vom Feinsten und wohl weit verbreitet.

      Lassen wir uns nicht täuschen und auch noch von falschen Piraten entern: D.I.E. eine Partei ist nur der vorgeschobene Hofnarr auf einem vorausfahrenden Narrenschiff. Die wirklichen Seelenverkäufer der „ständischen“ Politik kommen mit der Admiralsfregatte im Kielwasser hinterher. Mit lauten Karnevalskanonen werden von Bord dieser Admiralsfregatte im Wert von 20.- Euro die Sozialstaatsbonbons verschossen. Lautstärke auf allen Seiten, Jubel an Bord und bei den Ertrinkenden erstickende Rufe. Unter Deck malochen die privilegiert eingepferchten Hartz-IV-Aufstocker-Leichtmatrosen und oben klingen die Sektgläser zur Admiralsansprache mit ihrem ganz eigenen Duktus (lat. ducere).

      Sie werden das brandende Riff „Demos kratos“ nicht erkennen, da nach dem trunkenen Fest die Nachtwache nur noch die Gesänge der Sirenen hört. Freie Fahrt voraus!

      Vom Ursprung dieser kranken Politik. Nach Andreas Nahles „de[n]r Ausverkauf der Demokratie“:
      http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE61R03J20100228 Die fortgesetzte Geschichte von dem warmen Geldregen einer Ständ(ischen)e-Politik.

  5. Beate sagt:

    In Frankreich erfolgt die Lohnsubvention seit 1993 hauptsächlich durch eine
    Subventionierung der arbeitgeberseitigen Sozialversicherungsbeiträge. Jedoch gibt es seit
    2000 ergänzend steuerliche Anreize für die Arbeitnehmerseite in Form einer
    Beschäftigungsprämie (prime pour l’emploi), die mit der Einkommenssteuer verrechnet wird.
    Der finanzielle Rahmen ist bei der arbeitgeberseitigen Subventionierung wesentlich größer
    gesteckt als bei der arbeitnehmerseitigen Subventionierung.
    Die Verringerung der arbeitgeberseitigen Sozialbeiträge kostete die französischen
    Sozialkassen im Jahr 2003 rund 17,1 Milliarden Euro. Für den Zeitraum 1982-2000 wurde ein
    negativer Beschäftigungseffekt im Bereich der Qualifizierten und ein positiver
    Beschäftigungseffekt für Geringqualifizierte geschätzt, so dass insgesamt zwar ein positiver,
    aber deutlich reduzierter Beschäftigungseffekt zu verzeichnen ist (zwischen 40.000 und
    100.000). Setzt man diese Zahlen mit den Bruttokosten (ca. 14 Mrd. Euro pro Jahr zum
    Zeitraum der Schätzung) in Relation, erscheint diese Art Kombilohn sehr teuer.

    • globalnote sagt:

      @Beate,

      Wenn Sie das so genau wissen, warum fragen Sie mich dann?? Ich hätte mir dann meine Zeit sparen können.

      Das eigentliche Arbeitsmarktproblem, auch in Deutschland sind nun mal die Geringqualifizierten. Wenn man denen eine angemessene Bezahlung sichern kann, hat man viel gewonnen. Außerdem vergessen Sie, daß wir in Deutschland eine Schraube nach unten bei den Niedriglöhnen haben, die es in Frankreich so jedenfalls nicht gibt und dazu noch einen Sog nach unten auf die Lohnstrukturen darüber, weil Arbeitgeber mit niedrigbezahlter Leiharbeit und anders austauschen. Arbeitnehmer sind dann auf die erniedrigende Behandlung der Aufstocker angewiesen, die es in Frankreich auch nicht gibt, und die deutschen Arbeitgeber schieben die Lasten auf die öffentlichen Kassen ab. Das deutsche System über Hartz IV ist sicher billiger, doch zu welchen menschlichen Kosten! Ich nehme nicht an, daß Sie das dem französischen vorziehen würden.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

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