1679

Gedanken zur Zeit 1679 20-02-10: Kleine Erlebnisse mit deutschen Politikern: Herbert Wehner

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4 Responses to 1679

  1. Peter sagt:

    Mann, wie vermisse ich die Intelektuellen in der Politik. Wie vermisse ich Geist in der Debatte, die Reibungen, den Disput, ohne den es bekanntlich keine Fortentwicklung gibt. Wie vermisse ich die visionären Höhenflüge und die Unangepasstheit. Wie vermisse ich die Ideologien um des Streites Willen. Wie vermisse ich den Mut zur Durchsetzung.

    Mann, wie langweilig ist es heute (nach Klaus Hoffmann: die Mittelmäßigkeit verhindert jeden Streit), wie feige sind wir. Wie unberechenbar…

  2. Bitte mehr davon, sehr geehrter Herr Dr. Jahnke; mein Großvater hatte Herbert Wehner gekannt, so war er in der Familie immer Gesprächsthema, gleichgültig wen er gerade beschimpfte oder mit Goebbels verglich; wer die BUndestagsdebatten in den späten Sechzigern und dann Siebziger miterlebt hat kann mit Merkel, Westerwelle und ähnlichem Berufspolitikum rein gar nichts anfangen – so zumindest geht es mir.

  3. heiner sagt:

    Zu Herbert eine Antwort von 2006 zum 100. von Helmut Schmidt.
    http://www.wehnerwerk.de/seminare/dokumente/100jahre/rede-schmidt.pdf
    Die ersten Zeilen sind wichtig!
    MfG

  4. Cato sagt:

    Die Sozialisation und die Prägungen Wehners Generation ist nicht mit der gegenwärtigen Politikergeneration zu vergleichen. Das soll von mir keine Entschuldigung für die Farblosigkeit und Anpassermentalität Vieler, allerdings nicht aller, sein.

    Wehner und andere Reputable waren frei, frei im Kopf und deshalb freie Bürger und würdige Diener ihres Landes. Die wenigen (geistig) Freien bestimmen leider nicht den Trend im Bundestag, es sind zu wenige. Stroebele ist z.B. so einer, das macht aber seine Partei nicht besser.

    Damals mußte man nach 1945 das Leben eines Landes in neue Bahnen lenken und gestalten. Es wurde lange Zeit praktisch jedes Thema angefasst und sicher manchmal pragmatisch entschieden. Das haben jüngere so kaum selbst erleben können, was ihnen nicht vorgeworfen werden kann. Es war schon „alles“ da und man mußte es nur weiter ausbauen oder benutzen. Kommen dann mal stürmische Zeiten, wie Kriege andernorts und eine Finanzkrise, sind sie der Dimension nicht gewachsen. Waren wir anderen es denn?

    Wen entsenden wir mit unserem Wahlkreuz in die Parlamentssessel? Wollen wir es selbst tun? In diesen Parteien möchte ich es nicht, als „Bürger“ schon.

    Erst wenn diese Parteienmeritokratie zerbricht, wird es vorübergehend wieder profiliertere Leute in diesen Rollen geben. Ich bin davon überzeugt, daß sie zerbricht. Ihre innere Verkommenheit ist das schleichende Gift für den kommenden Infarkt. Danach hätte die Demokratie und Humanität im politischen Leben unseres Landes wieder eine echte Chance. Uns Deutschen fehlt bisher ein gemeinsames befreiendes Erlebnis, das andernorts zum Ruf führte: Liberté, Égalité, Fraternité! Das ist nicht nur ein Spruch, das sind Wertmaßstäbe.

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