1911

global news 1911 18-02-10: Stärkster Einbruch der Erwerbstätigkeit im Produzierenden Gewerbe seit 1994: minus 4,2 %

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5 Responses to 1911

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Und so geht es leider weiter (aus boerse.ARD.de):

    „Doch im vergangenen Jahr war die Bilanz tiefrot. Vor Zinsen und Steuern erwirtschafteten die Stuttgarter ein negatives (Ebit) von 1,5 Milliarden.

    Das Ergebnis je Aktie betrug 2009 minus 2,63 Euro je Aktie nach plus 1,41 Euro im Jahr zuvor. Der Verlust lag konzernweit bei 2,644 Milliarden Euro, wohingegen im Jahr zuvor trotz beginnender Wirtschaftskrise noch ein Gewinn von 1,4 Milliarden Euro eingefahren wurde.
    … Der Umsatz brach von 98,5 Milliarden auf 78,9 Milliarden Euro ein. Der Absatz im Konzern nahm um 25 Prozent auf 1,6 Milliarden Fahrzeuge ab. Die Zahl der Beschäftigten ging um sechs Prozent auf 256.400 zurück… Im laufenden Geschäftsjahr will Daimler bei Absatz und Umsatz wieder zulegen. Eine genaue Prognose wurde für diese Bilanzgrößen aber nicht vorgelegt. Der Autobauer erklärte nur, dass die Erlöse noch nicht wieder an das Niveau von 2008 heranreichen werden.“

    Der Umbau von Güterproduktion hin zu Dienstleistungen seit 1991 mit Produktion vor allem für den Export bescherte bis 2009 hohe Handelsbilanzüberschüsse (ab 2000), 1,6 Mio. mehr Arbeitsplätze in den DL bei Milliarden weniger Arbeitsstunden und jährlich nur 1% mehr BIP insgesamt und 0,43% ab 2000 (=Lohnsenkungen bei Produktivitätserhöhungen)und ließ wegen der nicht im Inland verwendeten Exportüberschüsse die Brutto-Investitionen in den Keller gehen, zumal Verlagerungen nach China und Unternehmensaufgaben und (Über)Kapazitätskürzungen keine Investitionen mehr erforderten. Allerdings ging das viele Geld auch nicht in die Konsumtion, wo man lieber weiter Löhne, Renten und ALG weiter runterdrückt. Eien kleine Exportsteuer (die Importsteuer darin wird ja erstattet) und einige Sozialtransfers und Schuddienstminderungen der Kommunen wären locker möglich. Aber davon will ja der BMWWWW (Bundesminister und Wirtschaftsweise Westerwelle – Helau!)nichts wissen. Und seine Weisungsbefugte hat nur anderen Ductus, aber demnach dieselbe Auffassung.

    MfG

  2. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    kann sein, dass ich jetzt falsch liege, dann bitte ich um Korrektur, aber wie ich es einschätze, hat sich erst nach dem 2. Weltkrieg in den industrialisierten Ländern, wozu auch Deutschland gehört, ein enormer Dienstleistungssektor etabliert. Das konnte nur geschehen, weil in diesen Ländern per Produktivitätssteigerung eine enorme Wertschöpfung stattgefunden hat. Der Dienstleistungssektor lebt von diesen Werten, stellt aber selbst kaum welche her.

    Das würde also bedeuten, je kräftiger das produzierende Gewerbe Niedriglohn und Arbeitslosigkeit erzeugt und je weniger die Unternehmer im In- und Ausland Waren absetzen können, desto stärker wird der Einbruch im Dienstleistungsgewerbe ausfallen, obwohl das jetzt in der Grafik 04794 noch nicht zu sehen ist.

    Das könnte dann zum Beispiel darauf hinaus laufen, dass wir plötzlich keine Notfall-Psychologen mehr haben, die sich, wie beim heutigen Amoklauf in Ludwigshafen, umgehend um die Opfer, Beteiligten und Angehörigen kümmern.

    Gaby

    • globalnote sagt:

      @Gaby,

      Es gibt drei Gründe für das Schrumpfen der Beschäftigung im Industriesektor: 1. Produktivitätssteigerung, 2. Auslagerung von Dienstleistungen aus den Industrieunternehmen in selbständige Dienstleistungsunternehmen und 3. Auslagerung von arbeitsintensiver Industrieproduktion in Billigstländer, wie China, bzw. einfache Schließung bei uns wegen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit gegen Dumping.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Gaby sagt:

        Hallo, Herr Dr. Jahnke,

        Ihre Aufzählung kennen mein Ehemann und ich sogar aus eigenem Erleben innerhalb unserer Arbeitsstätten. Diesen ganzen Produktionssteigerungs- und dann Auslagerungs-Hype müssen wir seit Jahren beobachten, bis zum bitteren Ende, wenn trotz alledem große Teile der arbeitenden Menschen entlassen werden.

        Meine Tätigkeit (Sekretariat) ist eine Dienstleistungstätigkeit und wurde kürzlich halbiert. Vordergründig wegen der Wirtschaftskrise, hintergründig jedoch, weil die Mikroelektronik einen guten Teil meiner Tätigkeit überflüssig machte, denn, da jeder Mitarbeiter im Angestelltenbereich einen Computer auf seinem Schreibtisch hat, wird mittlerweile die allermeiste Tipparbeit von ihnen selbst und nicht mehr von der Sekretärin erledigt. Diese Entwicklung betrifft alle Sekretariate und das Finanz- und Rechnungswesen meines Arbeitgebers und in der Wirkungsstätte meines Mannes ist das gleiche Schrumpfen in diesen Bereichen zu beobachten.

        Beste Grüße von einem Bewohner aus Schrumpf-Germanien.

        Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Abend. Gaby, in letzter Zeit komme ich mit Berichtigen einiger Schnellschüsse aus der ökonomischen Lesehüfte nicht nach. Nach WK 2 wurde außer billigen türkischen Gastarbeitern und billigen DDR-Exporten zunächst kein etwaig enormer Dienstleistungssektor aufgebaut. Selbst die Reichen hatten fast keine Diener mehr und die Armen fast keinen Reichen, der sich für sie ausruhte und gut lebte während sie sich für ihn fremdschämten.

      Bitte unterscheiden: unternehmensnahe DL wie Gütertransportunternehmen, Häfen, Lager, Dienstleistungen und auch Banken, Testlabors, z.T. Telekommunikation, Werbefirmen inkl. darum entwickelte TV-Sender usw. – also alle, deren Kosten in das finale Konsumgut eingehen und vom Verbraucher zurückerstattet werden.

      Unternehmensferne DL wie staatliche Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, THW, Gerichte, Institute der Meinungsforscher und Wirtschaftsweisen, die Dienst an der Waffe leistende Armee, Lehrer aller Arten und Ränge … bis Westerwelle als Politiker mit sich wenigen erschließen sollender DL (Ich glaube nach Steinmeier und ihm muss man das Amt des Vize-Kanzlers leise abschaffen, weil es peinlich klingt und niemand mehr den Job will.)

      Der nicht an der Bruttowertschöpfung beteiligte DL-Sektor lebt also von Steuertransfers an die Bevölkerung bzw. die staatlichen Institutionen und wenn es eng wird mit der Wertschöpfung (bei irrsinniger Exportorientierung und Handelsüberschüssen ohne investive oder konsumtive Inlandwirkung)steigen die Schulden und/oder sinkend die staatlichen Ausgaben. Wie in Bälde nach der NRW-Wahl.

      Gabys DL im Unternehmen ist eine innerbetriebliche wie der Mensch am Gabelstapler auch ,daher im Stückpreis des Produktes der Damenbindenmaschinen enthalten und Gaby hat durch freiwilligen Lohnverzicht statt alternativ ALG-I und -II zu nehmen
      die variablen Kapitalkosten konkurrenzfähiger gemacht, denn mit den Maschinen als schon bezahlte oder noch geschuldete fixe Kosten kann die Geschäftsführung ja nicht Kaufpreis und Abschreibung und Bankkredit nachverhandeln.

      Deshalb haben überall Maschinen die sichersten Arbeitsplätze und werden im Allgemeinen zuletzt in die Freiheit entlassen. Sie sind auch Eigners Liebling, weil -wie der alte Fließband-Ford schon richtig bemerkte- Roboter keine Gewerkschaftsbeiträge bezahlen (und schon gar keine Notfall-Psychologen nach einem Maschinensturmlauf brauche, sondern nur Gabys montierender Mann, was ich nicht als Aufruf zu seiner illegalen Arbeitsplatzsicherung verstanden haben möchte).

      MfG

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