1674

Gedanken zur Zeit 1674 18-02-10: Jetzt wirbt auch SPIEGEL für Westerwelles Spalter-Thesen

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19 Responses to 1674

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Wissenschaft war gestern, science fiction (oder gar scientology?)auf Steuergeld ist heute. Da erdreisten sich institutionalisierte Sattheiten mit Einfluss auf politische Entscheidungen in die Einkommens- und Lebensverhältnisse von Millionen in bereits prekären Verhältnissen des ALG-II lebenden Menschen eingreifen zu wollen mit der absehbar kommenden finalen Erkenntnis, ohne Lohnzahlungen hätte Deutschland Vollbeschäftigung. Gab es schon. Man nannte so was KZ. Mit staatlicher Leiharbeit des konzentrierten Jobcenters an die deutschen Konzerne. Schon vergessen?

    Bereits heute werden staatliches Kindergeld und Zuverdienste (außer ~160 €) vom ALG-II abgezogen, um die staatlichen Ausgaben zu kürzen. Trotz des Zwangsarbeitsmittels „1-€-Job“ sind bekanntermaßen eben nicht alle ALG-II-Bezieher in Lohn und Brot (ohne Butter). Die sind zu teuer?

    Nun wollen diese Budget-Wärter die staatlichen Leistungen noch weiter herunterfahren. Da sie wissen, dass schon jetzt keine Arbeit für Millionen da ist, faseln sie über kommunale Arbeiten, also be soviel Heckenscheren gebe. Also nochmal: Die Kommunen sollen die Millionen ALG-II-Bezieher anstellen und bezahlen? Von Westerwelles Ausfällen aus Steuersenkungen für nie in der Krise leidenden Hotels und Unternehmen, denen man schon die Kurzarbeit und die Sozialbeiträge bezahlt und die Gewinne weiter erhöhen will? Bei bereits wieder 100 Mrd. € Otto-Neuverschuldung?

    Greift doch mal öffentlich-wissenschaftlich in die Taschen derer, die ihr bedient habt, die soviel Brot und Butter nicht essen wie sie kaufen können und sich zu Hunderten im Wettlauf selbst anzeigen, weil ihnen die deutschen Banksafes zu klein erschienen und ihren Diebstahl am Volksvermögen selbst öffentlichkeitsfern heilen dürfen, wie jeder Auto-, Brieftaschen- und Ladendieb sich per Selbstanzeige und Rückgabe auch der Strafverfolgung entzieht.

    Wer heute das ALG weiter niederdrückt, will keinen Mindestlohn, keine Schutzzölle gegen asiatische Arbeitsplatzvernichtung per Lohndumping usw., sondern im Anschluß den Niedrigstlohnsektor noch weiter ausweiten und die Arbeitskräfte noch billiger machen, weil die Absturzangst noch größer wird. Darf man heute noch leute an den Pranger stellen, mit allerlei Unrat bewerfen (z.B. ihren ‚wissenschaftlichen‘ Ergüssen)und anschließend aus der Stadt jagen?

    MfG

  2. Manul sagt:

    Das ist auch die einzige Art von Beschäftigungspolitik, die seit Jahren gemacht wird – Arbeit zu Niedrigstlöhnen und wenn die Leute sich weigern sich ausbeuten zu lassen, die Leute hinein zu prügeln. Andere Beschäftigungspolitik gibt es in diesem Land nicht und unter den Bedingungen wird es mindestens die nächsten 3,5 Jahre keine bessere geben. Endlich haben aber die Neocons es geschafft dem Wort ‚Arbeit‘ seine Ursprungsbedeutung wieder zu geben, die in vielen europäischen Sprachen sich aus Worten wie ‚Sklaverei‘, ‚Qual‘ und ‚Unterdrückung‘ ableitet.

  3. Tim sagt:

    es geht aber nicht nur um Mindestlöhne:

    in diesem Land fehlen je hunderttausende Lehrer, Hochschuldozenten, Erzieher, Polizisten, Schulpsychologen, Kranken-/Altenpfleger, Straßenarbeiter und vieles mehr; würde Deutschland eine Steuerquote (wieder-)einführen in der Höhe des Durchschnitts der OECD-Länder, kämen jährlich über 100 Milliarden Euro für diese dringend benötigten öffentlichen Stellen rein;

    würden diese o.g. Stellen besetzt und vernünftig bezahlt, hätten in der Summe Millionen Menschen das Geld, die Produkte und Dienstleistungen besser zu bezahlen, die heute angeblich keiner mehr machen will (die aber doch gemacht werden!);

    mit den im öffentlichen Sektor eingesparten und zunehmend in den freien Arbeitsmarkt drängenden Arbeitnehmern erhöht sich der Druck auf die Löhne, der Niedriglohnsektor weitet sich aus (während Unternehmer-/Gewinneinkommen stetig steigen);

    zweitens erhöht sich der Druck auf die nicht im freien Markt untergekommen Menschen, o.g. Arbeit, die ja trotzdem gemacht werden muss, als 1-Euro-Job o.ä. zu einem für die Gesellschaft weit günstigeren Preis machen zu müssen. Entsprechende Forderungen sind ja immer öfter zu hören („Wer Geld vom Staat bekommt, der soll dafür auch etwas tun“).

    • globalnote sagt:

      @Tim,

      Ja, es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten. Aber wenn die Hartz IV-Gegner mit den Niedrigstlöhnen argumentieren (Westerwelle mit der Kellnerin, der SPIEGEL mit der Friseusin), hilft wirklich nur, Ihnen den Mindestlohn bei unseren Nachbarn entgegenzuhalten. Außerdem sind Mindestlöhne ohnehin nötig und dringend, weil Niedrigstlöhne mit ihrem Sog auch das gesamte Lohnniveau darüber bestimmen und damit doppelt mitverantwortlich sind für unsere miese Binnenkonjunktur.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

    • Cato sagt:

      @Timm, Hallo Timm, Du hast mit Deinen Aufzählungen Recht, legst die Finger auf wichtige wunde Punkte und trotzdem geht es auch um Mindestlöhne.

      Beispiel Hochschule: Es hat sich die Rolle des Lehrbeauftragten eingebürgert. Es sind immer mehr Personen, die als Nichtprofessoren die Hochschullehrveranstaltungen für die Studenten abhalten. Sogenannte Honorarprofessoren (keine ordentliche Berufung, nur zeitweilig), promovierte und habilitierte Leute (ohne Berufung zum Prof), mitunter nur mit Honorarvertrag tätig, machen dort die Kernerarbeit. Zunehmend mit einem Salär, was deren junge Absolventen in der Industrie als Einstiegsgehalt mitunter nicht akzeptieren würden.

      Beispiel Lehrer: Erwiesen gute Lehrerer wandern in Bundesländer mit besseren Gehältern (individueller Zugewinn bis etwa 1000 Euro!) ab. Andere erwiesen gute Lehrer gehen aus ideellen Gründen an private Schulen, verdienen dort oft 10, 20 oder 30 % weniger als ihre ehemaligen Kollegen. Dann kürzt man die staatlichen Zuschüsse für private Schulen, die erhöhen die Elternbeiträge (führt zu einer sozialen Auslese!). Der Träger muss nun seine Lehrer zu immer mehr Arbeit bei gleichem Einkommen (relativer Einkommensverlust) „motivieren“. Erwiesen gute Lehrer bleiben in den staatlichen Schulen und müssen staatlich verfügte Gehaltskürzungen hinnehmen, plagen sich mit zunehmenden Problemen der Lernkultur und den Verhaltensauffälligkeiten herum, bemühen sich um den Murks, was andere ihrer Kollegen die längst aufgegeben haben und keine Kraft mehr aufbringen können, „angerichtet“ haben. Lehrer, Schüler und Eltern werden unter diesen Verhältnissen krank und verstehen die andere Seite zunehmend schwerer! Wer vorzeitig aus den Dienst ausscheidet(n muß), muß um seine Berufsunfähigkeistanerkennung kämpfen, notfalls geht er in Hartz-IV. Es ist noch komplizierter und fallweise schlimmer als ich es hier darstellen kann.

      Beispiel Erzieher: Die Zuschüsse für Einrichtungen freier Träger werden gekürzt und setzten die Prozesse wie in den privaten Schulen in Gang.

      Beispiel Polizisten: Die psychologischen Konflikte und Belastungen in der Ausübung des Dienstes nehmen zu, die Dienstbezüge selten in diesem Zusammenhang. Dabei steigen auch körperliche Risiken. Der Dienst macht auch hier mitunter krank. Mancher mußte seine vorzeitige Pensionsleistung auf dem Klageweg einfordern, weil Gutachten die realen Gesundheitsprobleme nicht ausreichend wiederspiegelten (Fall wurde öffentlich berichtet).

      Beispiel Schulpsychologen: Kenne ich keinen an den Schulen meiner Kinder. Gibt es dort nicht. Die Probleme sollen von den immer schlechter bezahlten Lehrern bewältigt werden, die aber auf diesem Gebiet nicht ausgebildet sind (es sind zwei verschiedene Berufe). Kompletteinsparung! Geht ja auch billiger? Nur der Stärkere setzt sich im System dieser Konflikte durch. Das erzeugt Verhaltensweisen nach dem Muster von Sozialdarwinismus.

      Beispiel Kranken/Altenpfleger: Viele rotieren und werden ausgepowert. Das Burn-out-Syndrom ist dort ebenso wie bei Lehrern vorhanden. Gern werden Pflegehelfer eingestellt. Das sind berufsfremde Personen, die sich den schweren Job antun und eigentlich viele Arbeiten der Fachkräfte machen, natürlich zu einem deutlich geringeren Gehalt. Das ist Lohndumping an dieser Stelle und führt zu einer Lohnerosion in der gesamten Kette mit abwärts gerichteter Tendenz.

      und und und… und das Fazit heißt überall „geht doch auch billiger“!
      Die Beispiele kann man in vielen Bereichen der Dienstleistungswirtschaft und Indsutrie fortsetzen, da Du nur klassische öffentlich-rechtliche und ähnliche Beschäftigungsbereiche aufgezählt hast.

      Das kennzeichnet den Wettbewerb im Sinne neoliberaler Politik. Die Folgen dieser Praxis wirken sich oft menschenfeindlich und zerstörerisch aus, manchmal erst verdeckt, zunehmend offenkundiger. Sie zerstören Menschen bzw. deren Gesundheit und sie zerstören eine Kulturgesellschaft und damit langsam die Demokratie, Eigentlich ist es ein Kriegsführung mit ökonomisch-propagandistischen Hebeln gegen eine Mehrheit einer friedfertigen Bevölkerung zum Nutzen weniger.

      Das Schlimmste: Neoliberalismus greift das Vertrauensverhältnis von Mensch-zu-Mensch an. Das ist besonders perfide und es erzeugt verbale kannibalistische Formen, z.B. Mobbing. Deshalb hat seine Bekämpfung zivilisatorische Dimensionen, ähnlich wie Robert Kochs Forschungen zur Bekämpfung von Virenkrankheiten.

      Deshalb können Mindestlöhne einen Beitrag gegen diese zerstörerischen Verfallserscheinungen leisten. Allerdings halte ich es für nicht ausreichend, auf diese Maßnahme allein zu setzen. Neoliberalismus ist ein auf extreme Rücksichtslosigkeit bauendes Ideologiekonzept zu Gunsten weniger und auf den Schultern vieler Menschen. Seine Sprache sind Börsenkurse. Das dahinter stehende defizitäre Menschenbild ist das eigentliche Problem, was den Weg zu einer sozialen Marktwirtschaft verstellt.

      • Paten sagt:

        Guten Danke. Die Mindestlöhne sind m.E. notwendig, um soziale Mindestversorgung aus eigener Arbeit und sozio-kulturelle Teilhabe zu sichern. Die aufgezeigten Probleme ungesunden psychologischen Stresses (Schule, Uni, Polizei, Pflege…) kann aber auch kein Tausender mehr in der Tasche lösen.

        Hier muss schlicht mehr investiert werden in mehr Arbeitsplätze und nötige Qualifikationen dazu, da DE überall (außer bei Kommunikation/EDV) Investitionsstillstand oder Rückgang hatte. Seit 2000 als die Exportüberschüsse in den Himmel wuchsen.
        Wem also ohne seit 10 Jahren Wirtschaftswachstum (und nun sogar Minus)das Geld dafür abnehmen? Den Reichen etwa? Richtige Antwort, falsche Regierung. Die armen leben über ihre Verhältnisse, könnte man denken, wenn sie noch Qualitätsansprüche an den öffentliche Sektor stellen. Alles privat ist der Rat – von F Dekadent P Westerwelle.

        MfG

      • Tim sagt:

        „…und trotzdem geht es auch um Mindestlöhne…“

        das war mein erster Satz

      • Cato sagt:

        @ Tim: Natürlich akzeptiert. So wie ich die Disk verstanden habe, war es die Frage, was als Dringendstes getan werden sollte. Da scheint sich eine Meinung zu Gunsten der Mindestlöhne zu manifestieren.

        Gruß Cato

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Fast alle der genannten Berufsgruppen betreiben keine Wertschöpfung, sondern ziehen über den Staat von der Bruttowertschöpfung das Geld. Seit der Einheit ging insbesondere das Baugewerbe in Wertschöpfung, Investitionen, Personal und Arbeitsstunden sehr stark zurück. Ebenso das Produierende Gewerbe, welches immer mehr zur extrem seit 2000 aufgeplusterten Transitstrecke für Importe für Exporte (*24 bis 2008) wurde, während die Konsumgüterprduktion (Schuhe, Textilien, Elektronik, Möbel usw.) nach China auswanderte. Dafür wurde der Finanzsektor (Banken, Versicherungen, Leasing) und der sonstige Dienstleistungssektor (Call-Center, Mobilfunk, Zeit- und Leiharbeit, Argen und Jobcenter..) ersetzend ausgebaut. Die ab 2000 extrem wachsenden Exportüberschüsse (165 Mrd. in 2008) blieben aber als Spielgeld in den Banken und wurden nicht für Importe oder Binnenkonjunktur (Steuern, Löhne)benutzt, weshalb es faktisch fast keine Neuinvestitionen = neue Arbeitsplätze mehr gab und nur noch die alten Anlagen erhaltenden Investitionen aus den AfA-Rückstellungen. Die Krise hat dann 2009 noch mehr Produktion und Konsumtionskraft durh Entlassungen und Kurzarbeit vernichtet und obendrein wurden die Ersparnisse, die jetzt die Nachwehen der Krise im Binnenmarkt bei ausgefallenem Außenmarkt mit auffangen könnten, per unseliger Abwrackprämie abgebaut.

      Der Druck steigt durch staatliche und private Nichtinvestitionen und die Konjukturprograme sind angesichts der unsinnigen Stuersenkungen und 100 Mrd. € neuer Haushaltsschuldenaufnahme reine Augenwischerei. Un weil man nicht investieren will und eben nicht als Staat die für das Volk brachliegenden Spielgelder von den Kapitaleignern abschöpfen und in Arbeitsplätze und Nachfrage verwandeln will, wird versucht die Bevölkerungseinkommen der Arbeitenden heranziehen. Durch Senkung der Sozialtransfers für alle Bezieher samt Rentnern (eben Westerwelles G e n e r a l debatte nicht nur um ALG-II und die anderen 26 Positionen im Sozialbudget)und dei Arbeitgeber weietr zu entlasten. Dazu werden dann auch neue/höhere Verbrauchssteuern kommen. Denn durch mehr Arbeitsplätze soll der Staatshaushalt eben nicht saniert werden und Arbeitsplätze schaffendes Wachstum war einmal (vor 1990).

      MfG

      • Cato sagt:

        @ Paten … Exzellent, dieser Teil der Analyse gehört zwingend dazu. Man will und kann unter diesen „Verhältnissen“ nicht im Lande investieren, weil man am besten weiß, was man in Fernost selbst aufgebaut hat. Das schließt sich betriebswirtschaftlich gesehen gegenseitig völlig aus, ganz logisch. Erst wenn in D die Gehälter auf chinesisches Hinterlandniveau „vereinbart“ worden sind, lohnt es sich hierzulande wieder (gönnerisch) mit Investitionen aufzutreten. Um bis zu diesen „Gesundungspunkt“ durchzuhalten, muß die Propaganda-Anstalt neue Augenwischerei erfinden. Ist das was für die Kreativwirtschaft? Zwischenfrage ironisch so nebenbei: Haben „wir“ inzwischen ein „Schriftleitergesetz“? Nur zur Sicherheit, damit hier jetzt keiner irgendwelchen „Mist“ dazwischenquatscht und die Vorbereitung der geführten Generaldebatte straff laufen kann.

        Nur noch ein nachdenklich stimmender Denkansatz, wie lange das Tal der Tränen dauern kann. Ab etwa dem Jahr 1900 gab es eine lange Rezession in der deutschen Bauwirtschaft, die sich immer weiter brachenübergreifend entwickelte. Einige bememerkenswerte Parallelentwicklungen, zu denen auch die Reformbewegungen und der Werkbund zählen, haben dafür nur kleine aber keine durchschlagenden Impulse zu geben vermocht. Ab 1912 wurde es sehr kritisch. In relevanten Gewerbe- bzw. Industriezeitschriften kann man die Dramatik an Hand von eindrucksvollen Beiträgen über die Konjunktur- und Beschäftigungssituation nachlesen. In 1913 gab es eine große Internationale Baufach-Ausstellung in Leipzig, wo Billigkram wie Sauerbier angeboten wurde. jedoch mit mäßigen Erfolgen. Um diese Zeit begann man in Bauhaupt- und Nebengewerbe sowie nahestehenden Industrien Stammpersonal zu entlassen, Halbierungen des Personals, Ausdünnung von Schichtbetrieb oder Wegfall von Winterbeschäftigungen. Zu dieser Zeit stellten merkwürdige Leute in den Städten immer noch große Denkmäler von erfurchterheischenden Männern auf, manchmal zu Pferde andermal in stolzer Siegerpose in generöser Körperhaltung. Später der Zusammenbruch großer Firmen. Es entspann sich ein polemischer und öffentlich geführter Konflikt zwischen Handwerk/Kunsthandwerk und der mit ihm konkurrierenden Industrie. Danach ereignete sich der anfangs hoch bejubelte „Betriebsunfall“ mit seinen tödlichen Folgen. Wir sammelten „unsere“ ersten Gastechnologieerfahrungen, die mancher viel später in den Irak gewinnbringend transferieren konnte und wahrscheinlich unsere Exportbilanz positiv mitgestaltete und zur Weltmeisterschaft mit vorbereitete.

        Es folgte eine Revolution und weitere Krise mit Inflation. Als es etwas entspannter wurde und sogar liberale Denker die Abzocker von vor 1918 öffentlich als „Raffkes“ (Originalzitat) beschrieben, schrieb man das Jahr 1925. Also 25 Jahre Krise mit einigen Jahren „Feindberührung“. Welche todbringende Krise kurz danach anlief, muß ich nicht weiter beschreiben. Können/Müssen wir daraus etwas Sinnvolles lernen? Beispielsweise Demokratie und Sozialstaatlichkeit stärken und dadurch erhalten! Das schaffen wir auch ohne D.I.E.

        einen schönen Abend

      • Tim sagt:

        „Fast alle der genannten Berufsgruppen betreiben keine Wertschöpfung“
        doch, und zwar zT erheblich: jeder in Bildung gesteckte Euro ergibt 8 Euro Rendite; teils aber halt mit entsprechender Verzögerung (bis die kleinen Racker dann selbst arbeiten). Heutzutage will die „Elite“ aber schnellen Profit.

      • Paten sagt:

        Guten Abend.
        Tim:
        ich beziehe mich nicht auf den volkstümlichen Gebrauch des moralischen, hohen, niedrigen, besonderen etc. Wertes einer Arbeit oder treffe eine Wertung über den Wert der genannten Berufe, sondern halte mich schlicht an die Wirtschaftstheorie und darauf basierender Statistik: Wenn der kleine Schuljunge von 15 Lehrern an die Werkbank oder Uni gebracht wurde und kein Politiker oder Zahnarzt wurde und seine Arbeitskosten als wer auch immer in ein neues (re)produziertes Konsumgut eingehen und auf dem Markt im Marktpreis rückerlöst werden, dann haben wir (Brutto)Wertschöpfung.

        Bringt aber der Arbeiter dem Röntgenarzt nur sein in der Wertschöpfung als Arbeitswertteil minus Gewinn ausgezahltes Einkommen (über den Lohnabzug für KK), dann hat der Röntgenarzt sich alimentieren lassen, aber keinen Fatz neuen Wert geschaffen. Ist ökonomisch wie das Taschengeld für Arbeiters Sohn oder die Rente seiner Eltern. Der Röntgenarzt müßte sich, falls er den Tumor wirklich mal wegkriegt, den Wertverlust für die Gesellschaft (Rente statt Hindukusch) aus der verlängerten Lebenszeit dann genauso anrechnen lassen wie der mögliche Wert auf dem Arbeitsmarkt des analphabetischen Schülers, den sein Lehrer ja angeblich für später schuf.

        Ergo: Wir achten Lehrer und bezahlen ebenso Feuerwehrmänner, können deren „Produkte“ aber mangels messbarer Wertübertragung (Lohn/Schüler oder Trümmerhaus?)nicht im Markt als wertbestimmte gegen andere tauschbare Handelsware erkennen. OK?

        MfG

  4. Cato sagt:

    Guten Tag, Kieler Herrschaften haben gesprochen. Nun ja, kein Taifun aber eine bereits bekannte vergoldende Westwärtswelle. Sie soll die Konzerngewinne mit staatlich subventionierten Zwangslöhnen vergolden. Nähern wir uns da nicht bald dem historischen Nominalwert (nur andere Währung) der Verdienstverhältnisse ehemaliger Zwangsarbeiter? Deutsche aufgepaßt, da wird’s gefährlich!

    Worum gehts wirklich? Wenn die offizielle Politik in Abständen die Kurzarbeitsregelungen neu verlängern muß, gibt es doch jedesmal einen unangenehmen und diskussionsreichen Offenbarungseid zur (Nicht)wirksamkeit einer vermeintlichen Sozialstaatspolitik. Wollen „wir“ das wirklich?

    Es geht doch viel galanter. Einmal organisierte Zwangsarbeitsverhältnisse auf der Grundlage von Hartz-IV in „Bronze“ gegossen und es geht ab diesem Punkt ganz ruhig locker vom Hocker. Jederzeit Absenkung der hohen Realniedriglöhnen bei den Homelandbewohnern auf phantasievolle Lösungen „für“ beide Seiten, natürlich branchentypisch gestaffelt (sieht sonst zu kartellähnlich aus), und die (A)sozialgemeinschaft, ach sorry, natürlich die Leistungsträger zahlen steuerlich den Rest zum Überleben. Der offenkundige Vorteil des Konzeptes: Es bedarf keiner parlamentarischen Folgebeschlüsse mit unnötigen Diskussionen (gibt eh zu viele davon) mehr und läuft weitgehend geräuschlos, auch dank unserer stets bereiten „Truppe“ für den Binneneinsatz. Die internationale Öffentlichkeit bekommt es dann nicht so schnell mit, wie es bei „uns“ läuft. Wenn’s mal eng wird, noch nette olympische Spiele abhalten und wir sind doll drauf. Wo steht nun der kalte Sekt? „Tolles Konzept“. Ein Glück, wir haben sie noch, die exzellenten Forscher.

    Und nun die psychologische Gewinnkomponente für die leistungstragende Zugewinngemeinschaft: Damit hat „man“ auch gleich definitiv geklärt, welche Menschen nach Belieben als arbeitsfaul und minderwertig beschimpft werden können aber auch flexibel konkurrenzfähig sind. Zugewinn durch Abtrennung (von „uns“) nennen wir das nun. Der Lateiner sagte ganz trocken: „ad partem“!

    Für die leistungsgequälte Seelenhygiene etwas ironischer: Sieht „man“ sie oder ihre Kinder dann auf der Straße, wie sie mit fahlen Gesichtern, geröteten Augen und abgewetzter Kleidung, krank-entkräftet wirkend/eher tatsächlich krank aus ihren Townships kommend unsere Innenstädte bevölkern, kommt doch ein Gefühl der „gerechten“ Empörung auf. „Da sieht man, wie weit es kommt, wenn man zu faul zum arbeiten ist, nicht einmal für ihre Kinder können diese Leute richtig sorgen. Das haben D.I.E. uns schon vor Jahren bei BLÖD erklärt, daß es mal so ausgeht. Bravo gute Wellen in der Politik geschlagen – haben wir’s nicht gewußt?“ (Ironie aus)

    Ich meinte es schon an anderer Stelle. Es erklärt sich aus einem defizitären Menschenbild, was eine solche konzeptionelle Politik antreibt.

    Zeigen Wir den Neoliberalen die rote Karte und erteilen ihnen Spielverbot, denn sie spielen mit vielen Menschen, deren Zukunft und einer kulturstiftenden Staatsform, der Demokratie. Sozialstaatsverantwortung und Demokratie ist kein Spielplatz für defizitäre Haltungen! Bürger und Bürgerinnen von NRW – Ihr seid demnächst am Zug!

  5. georg sagt:

    Hallo
    der berümte amerikanische Nationalökonom J.K.Galbrait
    hatte eine sehr kritische Ansicht über die mathematisch/statistisch aufgepäppelte Pseudowissenschaft.Sinngemäß hat er mal gesagt ( ich müsste das Buch heraussuchen)die sogenannten Wirtschaftswissenschften sind zum gr0ßem Teil nichts weiter als das Sprachrohr der Wohlhabenden. Sie beschreiben die Erzeugung, Produktion von Gütern und Diensleistungen. Dann erklären sie die Verteilung derselben und die begründenn die daraus höchst ungerechte Verteilung von Einkommen und Bestitz. Und ganz wichtig dann erklären sie warum das auf immer und ewig so bleiben muß.
    gruss georg

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Ja und auch das ist von ihm:

      „Der moderne Konservative ist mit der Beantwortung einer der ältesten Fragestellungen der Menschen in der Moralphilosophie beschäftigt: Die Suche nach einer moralisch überlegenen Rechtfertigung für Egoismus.“

      MfG

  6. HandaufsHerz sagt:

    Hallo an Alle,

    wie ich sehe haben schon alle fleißig kommentiert.
    So möchte auch ich ein paar Worte loswerden.
    Wenn ich mir die gegenwärtige Verfassung der Gesellschaft so ansehe, so ist die, von Westerwelle verkündete Dekadenz, doch längst ausgebrochen.

    Aber wie immer, wird dieser Zustand von den sogenannten Entscheidern oder Machern, denen zugeschoben, die sich nicht wehren können oder dürfen und deren Meinung nicht gefragt ist.

    Ehrlich gesagt, wer hier dekadent ist, ist doch jedem hier im Infoportal klar.

    Dekadenz ist für mich: Werteverlust, Maßlosigkeit und Verlust der Verhältnismäßigkeit.

    Solange immer wieder neue rechtshierarchische Gesinnungsethiken vertreten werden, solange wird eine Gesellschaft immer wieder die gleichen Fehler machen.

    Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in den sogenannten jesuitischen Eliteschulen, Steuerhinterziehung im großen Stil, mediale Desinformation und suprematistische Aneignung der materiellen Existenzgrundlagen ist Betrug an der Geamtgesellschaft und der Menschheit und Missbrauch an der Zukunft nachfolgender Generationen.

    Missbrauch auf allen Ebenen – das ist Dekadenz!!!!!

    Es ist geradezu lächerlich, welche „mammonistische“, wertepervertierte, sinnentleerte und humandefizitäre Gesinnungsethik uns von den neufreiheitlichen Elitisten (der regierenden FDP) geboten wird.

    So werden einfach, mangels inhaltlicher Konzepte, irgendwelche haltlosen Behauptungen und Beschuldigungen, ja, sogar Lügen gestreut, nach dem Motto: Es wird sich schon ein Gutgläubiger oder ein anderer Nichtinformierter finden, der darauf reinfällt.

    Ich kann nur noch ein absurdes und realitätsfernes Politik-Theater erkennen.

    Da stellt sich mir die Frage, ob mir meine Zeit nicht zu schade ist, mich auf eine solche anachronistische und mittelalterliche
    Herren-Leibeigenen-Mentalität einzulassen,
    oder abzuwarten, bis sie von ihrer
    selbstgefälligen neoliberalen Erdscheibe fallen.

    Liebe Grüße
    Gisela

  7. Paten sagt:

    Guten Tag. Alles „Ja“. Aber zu bedenken ist, dass der Gelbbraune bei seinem Change-Versuch (Steuern für Arme hoch, private statt gesetzliche SV, Militarismus) keine Rücksicht auf Abwarter nehmen wird, die er dann auch mit verarzten will. Er ist dank sPD j e t z t an der Macht und zieht gegen Merkel unbeirrt durch, solange die keine Neuwahlen will und die Rechtsruck-Koalition aufkündigt.

    MfG

  8. HandaufsHerz sagt:

    @ Paten,

    ja wenn voodoo wirken würde, dann …….

    Liebe Grüße
    Gisela

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