1902

global news 1902 13-02-10: Die Eurozone fliegt schon seit Anbeginn auseinander

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3 Responses to 1902

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Hier wird deutlich, dass der Medientitel „Exportweltmeister“ nur so viel wert ist, was die BILD von gestern heute kostet. Der Einheitsbrei-Euro vertuscht das 2000 mit dem EURO und Beitritt GRE in die Eurozone entstandene paneuropäische Wert-Problem, das bei verschiedenen Währungen per gegenseitiger Nachfrage auf der Valutabörse für die Importfinanzierung per Kursjustierung auch regulierbar wäre.

    So fragt auch GRE keine DM mehr nach und die Importnachfrage übersteigt die nationalen Einnahmen aus Export und Tourismus und führt nicht mehr Handelswert und –bilanz ausgleichend zur teureren (hohe Nachfrage) DM und mehr Inlandsaufwand aus dem Volkseinkommen (Kaufkraftsenkung Import mit wachsenden Exportdefiziten) dafür in Drachmen, sondern -da logisch nun auch kein GRE-€ den DE-€ 1:1 kauft- zu Eurokrediten an die griechischen Importeure ihrer griechischenr Banken. Und die kaufen nun keine DM mehr, sondern leihen sich den € dafür auch von den DE-Banken, wo die kreditfinanzierten deutschen Exportüberschüsse die Konzernkonten fürs Hebel-Kasino anschwellen lassen. Und die bangen jetzt um die Rückzahlung und wissen, dass ein überschuldetes GRE (u.a.) aus Export und Tourismus nicht mehr zahlen kann. Also schielen sie wieder auf Michels Staatsbürgschaften und schon ist die Kreditschuld von GRE aus seit 2000 nicht erwirtschaftetem importierten Konsum die Zahlungspflicht des deutschen Steuerzahlers.

    Die Lohnerhöhungen in GRE kamen den deutschen Exportüberschüssen der Dax-Konzerne genauso zu gute wie den griechischen Importeuren. Und solange der Dollar samt dem Zwillings-Yuan wegen der rasanten deutschen Exportleistung fiel, erhöhte sich die Kaufkraft auch des Griechen-€ bis auf die 50% (2008: 1,50 von 1,00 in 2000) ohne einen Fatz mehr Arbeit und Wirtschaftleistung. Dafür waren ja die dummen Deutschen da, die das noch mit dem Niedriglohnsektor verzuckerten. Es lebe das Wohlstandswachstum auf Kredit durch Importe ohne Exporte. Erst als 2009 der Dollar wieder zulegte merkten die südlichen Mitesser vom deutschen Tisch, dass nun der Zahltag kommen wird. Und schon gibt es die Überlegung, wie man auch das den dummen Deutschen aufbrummt. Die sind hier alle eingewandert und leben vom deutschen BIP aber ohne Migrationshintergrund.

    Nach der Bankenrettung und der Kurzarbeitsrettung nun die Fremdstaatenrettung wegen Eurorettung der zur deutschen staatlichen Generationenschuld an die privaten Banken wird? Geht’s noch mit dem Demokratieverständnis in der EU? Hartz-IV geht besser ohne griechischen Wein.

    MfG

  2. Volker Hamburg sagt:

    Moin,
    besonders signifikant ist mal wieder die Graphik, die das deutsche Gehaltsgefüge mit den Alt- EU- Mitgliedern vergleicht. Man reibt sich fast die Augen, wenn man feststellt das gerade im, vermeintlichen „Aufschwungsjahr“ 2006 der deutsche Durchschnittslohn gegenüber dem Rest Alt- Europa sogar weiter absinkt. Nimmt das irgendjemand, der, die Meinung beherrschenden Ökonomen als Problem wahr? Wohl eher nicht! Denn dieses Missverhältnis, welches Gift für die Binnenkonjunktur darstellt, wird von den üblichen Verdächtigen doch immer wieder als Pfund ins Spiel gebracht mit dem „Deutschland“ im „internationalen Wettbewerb“ (Euphemismus für das große Rattenrennen um die Gunst der großen Spekulanten) ja so trefflich wuchern kann. Und derselbe Mund der die deutsche Lohnzurückhaltung immer wieder frenetisch feiert, wird im nächsten Moment den Zeigefinger raketengleich in die Höhe katapultieren, wenn er dann wieder vom „Hochlohnland Deutschland“ salbaldert und fordert in Zukunft müssten die Arbeitgeber auch weiterhin von der Last drückender Lohnkosten und Sozialabgaben entlastet werden… -das beifällige und andächtige Nicken der Anne Wills und Maybritt Illners wird ihm gewiss sein! Es ist zum Ko…!

  3. ErhardsLudwig sagt:

    In der Tat, so wie er gemacht wurde, hatte der Euro von Anfang an keine Zukunft.

    Schon im Februar 1998 haben 155 deutsche Wirtschaftsprofessoren in einem offenen Brief verdeutlicht, warum der Euro zu früh kam und so nicht dauerhaft bleiben kann.

    Nun ist es schon ausserordentlich selten, zwei Wirtschaftsprofessoren mit gleicher Meinung zu finden. Davon aber gleich 155 auf einmal ist schlicht beispiellos.

    Sie haben bis heute Recht behalten. Die Politik hat die gravierenden, heute mehr denn je gültigen Argumente jedoch schon damals in den Wind geschlagen. Nun sind die Probleme noch offenkundiger und werden letztlich wohl zum Zerfall der Eurozone führen.

    Eine Kurzdokumentation des offenen Briefes der Professoren findet sich unter der Überschrift “Der Euro kommt zu früh” in der Berliner Zeitung vom 10. Februar 1998. Hier einige Auszüge:

    “Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ist nicht weit genug vorangetrieben worden, … Der Konsolidierungsprozeß wurde zu spät und nur halbherzig begonnen. Trotz eines ungewöhnlich niedrigen Zinsniveaus und damit günstiger Zinsaufwendungen für die öffentlichen Haushalte und trotz zahlreicher Beispiele kreativer Buchführung ist es … nicht gelungen, die vereinbarte Defizitgrenze deutlich und nachhaltig zu unterschreiten. Auch ist die durchschnittliche Schuldenquote … gestiegen.”

    “Der Maastricht-Vertrag verlangt zu Recht Nachhaltigkeit der Konvergenz. Dafür wurde der sogenannte “Stabilitätspakt” erfunden. Er kann jedoch dauerhafte Haushaltsdisziplin nicht gewährleisten. Da Sanktionen nicht automatisch eintreten, dürfte es kaum eine qualifizierte Mehrheit für die Anwendung des Paktes geben, wenn eine größere Zahl von Ländern gleichzeitig die Defizitgrenze verletzt. Die Stabilität des Euro kann der Pakt daher nicht sichern.”

    “Seit dem Maastricht-Jahr 1991 haben sich zudem die strukturellen Probleme in Europa verschärft. Die Arbeitslosigkeit ist weiter gestiegen. … Der Euro löst das europäische Beschäftigungsproblem nicht. Da der Wechselkurs in einer Währungsunion nicht mehr als Anpassungsinstrument zur Verfügung steht, müssen die Arbeitsmärkte erheblich flexibler werden … Hier fehlt jedoch die klare Trendwende. Wenn es nicht vor Beginn der Währungsunion dazu kommt, muß mit wirkungslosen Experimenten der Nachfragestimulierung und vor allem auch mit politischem Druck auf die Europäische Zentralbank gerechnet werden.”

    “Die derzeitige wirtschaftliche Ausgangssituation ist daher denkbar ungeeignet für den Start der Währungsunion.”

    “Scheitert der Versuch, im Konsens eine geregelte Verschiebung zu erreichen, dann muß jedenfalls für eine unnachsichtige Prüfung der Konvergenz gesorgt werden. … Wer die Konvergenzkriterien nicht ernst nimmt, untergräbt das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank und die Stabilität des Euro.”

    https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/0210/none/0037/index.html

    Der komplette Wortlaut mit allen 155 Unterzeichnern kann hier eingesehen und heruntergeladen werden: http://www.scribd.com/doc/6940606/Der-Euro-kommt-zu-fruh-Stellungnahme-v155-Profs

    Sogar Axel Weber hat damals unterzeichnet.

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