1901

global news 1901 12-02-10: Die deutsche Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2009: Was wäre, wenn der Import, wie der Export gestiegen wäre?

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7 Responses to 1901

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Leider ist dem m. E. weiterhin nicht so. Der Import ist kein Inlandsprodukt, sondern kommt aus ausländischen BIP. Schon daher leistet er keinen Beitrag auch zur deutschen Wirtschaftsleistung respektive primären Wertschöpfung, wenngleich man mehr importieren als exportieren kann, wenn man genug Kredit hat wie GRE.

    Das (preisbereinigte) BIP wächst nur (bei anteilig gleicher Steuerlast) mit steigender inländischer Bruttowertschöpfung (+Nettogütersteuern = BIP), also mehr Gütern und DL zu gleichen Preisen. Ob man von 100% BIP nun 50% exportiert oder nicht und 10 oder 40% importiert ist dafür unerheblich, weil es nur die Verwendung des zuvor erzeugten BIP erklärt. E-I bleibt damit nur der Exportüberschuss auf der BIP-Verwendungsseite Inland. Je größer der Außenbeitrag E-I, desto weniger Güter und DL sind im Inland verfügbar, also Rückgang von Konsum und Investition, aber kein BIP-Wachstum durch etwaige Importbremse.

    Man kann seine 10 Äpfel verschenken, essen oder gegen Birnen wie auch immer anteilig eintauschen – es werden nicht mehr, außer man baut noch welche zur Ernte an. 😉

    MfG

    • globalnote sagt:

      @Paten,

      In die amtlichen BIP Rechnung geht nun mal der Außenbeitrag als Bestandteil ein, siehe StaBuA.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Paten sagt:

        Guten Tag. Ja, aber nur auf der Verwendungsseite des BIP, nicht auf dessen Entstehungsseite, wo nur die Bruttowertschöpfung + Nettogütersteuern erfasst werden, also die BWS völlig unbeeindruckt von E-I ist.

        MfG

      • globalnote sagt:

        @Paten,

        Mir ging es in 1901 um die angebliche „Stagnation“ des BIP. Siehe Erläuterung der StaBuA zum BIP im 3. Quartal: „Positive Impulse kamen zudem von den Warenexporten, die um 4,9% im Vergleich zum Vorquartal gestiegen sind. Allerdings sind gleichzeitig auch die Warenimporte wieder angestiegen (+ 6,5%), und zwar stärker als die Exporte. Der daraus resultierende Außenbeitrag bremste das Wirtschaftswachstum (negativer Wachstumsbeitrag von – 0,5 Prozentpunkten).“ Genau das hat sich jetzt umgedreht.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

  2. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    ich denke, grundsätzlich faul ist dieses durch abstrakte Arbeit warenproduzierende Selbstzwecksystem, das sich Kapitalismus nennt und das BIP ist für mich mittlerweile ein Reizwort, denn im BIP werden zum Beispiel Umweltschäden, die durch den Kapitalismus (Raubbau) verursacht wurden und um die sich eine Reparatur-Industrie aufbaut, als Gewinne ausgewiesen. Schäden werden schön gerechnet; sie steigern das BIP, ebenso wie das Heer psychisch kranker Menschen, die der Kapitalismus in aller Regelmäßigkeit ebenso zuverlässig erzeugt wie Armut und Hunger.

    Zu allem Übel wird ungefähr die Hälfte der bundesdeutschen Arbeit gar nicht ins BIP eingerechnet, weil es sich nicht um bezahlte Arbeit handelt, sie aber trotzdem inform der Kinderaufzucht- und Erziehung, der Haushaltspflege, Nahrungsmittelzubereitung, häusliche Hausaufgabenhilfe, auch familiäre Altenpflege etc. pp. getan werden muss.

    Wer demütig in solch „verrückten Formen“ lebt und sich ohne Protest zum genormten Wirtschaftssubjekt machen lässt, darf sich nicht wundern, permanent per Schönredereien oder makaberer Zahlentricks betrogen zu werden.

    Gaby

    • hans-in-glück sagt:

      Und nicht zu vergessen: das Thema Reproduktionskosten, zum Beispiel der Ware Arbeitskraft oder der Natur, das auch nicht adäquat im BIP abgebildet wird.
      Und die Hausarbeit ist auch nur ein Teil des Problems, das von der „modernen“ Ökonomie „vergessen“ wird; da sind auch noch sämtliche anderen familiären „Funktionen“ der Frau, die unzureichend „gewürdigt“ werden, einschl. der Reproduktion der Frau und der Familie.

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Alles richtig. Die Aufräumarbeiten von Chernobyl sind als staatlicher Konsum auch BIP wie auch die Beseitigung von Frost- und Waldschäden!

      Zweifellos braucht man aber eine rein quantitative volkswirtschaftliche Berechnung seines wirtschaftlichen Zustandes. Die Qualität (was gemessen wird) und Struktur (Zusammensetzung des Was) sind dabei entscheidend.

      So ist (Entstehungsseite) BIP = Bruttowertschöpfung + Nettogütersteuern (also MwSt. usw.). Ergo steigern alleine Steuererhöhungen die in Geld ausgedrückte Wirtschaftsleistung!

      Wenn Banken, Versicherungen und Leasingunternehmen oder Gerichte oder staatliche Krankenhäuser Zinsen und Gebühren für die Bevölkerung erhöhen und die Gewinne, ist das auch systematische Bruttowertschöpfung, aber ohne dass dadurch auch ein realwirtschaftliches Wirtschaftsgut mehr entstanden wäre.

      MfG

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