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global news 1900 11-02-10: Von wegen Aufschwung: Die deutsche Wirtschaft bleibt tief im Krisental

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One Response to 1900

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Deutschland hatte sein Wachstumslimit bereits früher, etwa mit der Euroeinführung 2000 erreicht, ab wann das mittlere Wachstum des BIP nur 0,43% betrug, was genauso gut ein Rundungs- und Rechenfehler sein kann, weil die Statistiker ja auch die Schattenwirtschaft ins BIP kalkulieren. Ab 2006, zwei Jahre vor Krisenausbruch ging das Wachstum schon steil bergab. Übrigens: Ab 1991 betrug das mittlere BIP-Wachstum nur 1,05%. Offensichtlich sind den realen Wirtschaftszwängen bunte Koalitionen mit vollmundigen Wachstumsvisionen völlig egal bzw.: Politik hat seit der deutschen Einheit noch nie Wirtschaftswachstum erzeugt. Nur den Export hochgeschraubt.

    Für die Entwicklung der Wirtschaftsleistung an sich ist es im BIP-Konzept allerdings unerheblich, ob mehr exportiert und weniger importiert wird. Entscheidend ist vielmehr die diesen Handelsoperationen notwendig vorausgehende Bruttowertschöpfung (plus Steuern darauf), denn nur diese stellt die Güter her, die entweder im Inland oder im Ausland Verwendung (Nachfrage, Kauf, Konsum und Einkommenserzeugung) finden. Daher stellt ein gebremster Import bei steigendem Export, wie auch politisch seit 2002 hinsichtlich „Exportweltmeister“ als Wachstumsfaktor-Fetisch verbrämt betrieben, lediglich wachsenden Exportüberschuss auf den Bankkonten der Exportkonzerne ohne Importe fürs Inland dar, aber keinesfalls wegen geringerer Importe zusätzlich generiertes Wirtschaftswachstum aus bloßer Nichtverwendung der Handelsüberschüsse im Inland.

    Richtig ist vielmehr, dass die seit 2000 steigenden Exportüberschüsse (x24!) fast ohne (mittlere 0,43%) Wirtschaftswachstum insgesamt erzeugt wurden. Die wachsende fehlende inländische Verwendung dieser in Geld (Exporterlöse) erstarrten Bruttowertschöpfung ist das eigentliche Problem der deutschen Binnenkonjunktur. Im BIP-Konzept ist diese steigender Konsum und steigende Investition der Güter aus der Bruttowertschöpfung. Was davon ins Ausland ging und für diese Einnahmen nichts importiert wurde, kann ergo auch im Inland weder konsumiert, noch investiert werden.

    Diese drückten sich bis 2009 in rückläufigen Bruttoinvestitionen aus, während die Konsumnachfrage wuchs weil ja auch Löhne im boomenden Exportsektor gezahlt wurden und zuletzt die Abwrackprämie die Konten abräumte und Binnenkonjunktur vortäuschte. Jetzt scheint es, dass die die Trendwende eintritt und nicht nur die Nettoinvestitionen weiter rückläufig sind, sondern das das Geld knapp wird und die Binnenkonjunktur bei boomendem Export absäuft.

    Der nach der Einheit betriebene Umbau Deutschlands zum Exporteur von Produktionsmitteln für die internationalen Kapitaleigner (unter wachsender Verlagerung derer Produktion nach USA, Lateinamerika und Asien/China) und bei gleichzeitiger Abschaffung der Selbstversorgung mit Konsumgütern durch Einstellung der Produktion im Dumpingkampf bzw. durch Verlagerung nach Asien/China erhöhte die wirtschaftliche und finanzielle Unsicherheit durch Abhängigkeit Deutschlands von der globalen Konjunktur enorm. Die im BIP wegfallende Güterproduktion wurde durch den boomenden Staats- und Finanzsektor, grob „Dienstleistungs- statt Produktionsgesellschaft“ zu bezeichnen, ausgeglichen, aber o h n e weiteres BIP-Wachstum zu erzeugen.

    Exportüberschüsse bei stagnierendem BIP sind also Wohlstandsverluste und kein Wirtschaftswachstum, weil sie dem Inland weder als Güter noch als Geld zu gute kommen. Nach den Investitionen wird als –schon wegen der staatlichen Schulden und der politisch gewollten Niedriglohntendenz bis zum wegbrechenden Mittelstand- nun auch der staatliche und private Konsum gegen die Wand gefahren. Deutsche Handelsüberschüsse bewirken also nicht nur bei den ausländischen Nettoimporteuren Wachstum – an Kreditschulden und im deutschen Inland Wachstum – an Armut durch die private Aneignung der Überschüsse in Geld. 2008 immerhin 171 Mrd. € vor Steuern. Der GINI-Koeffizient der Umverteilung gesellschaftlichen Vermögens wird gewaltig an Fahrt aufnehmen.

    MfG

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