1857

global news 1857 07-01-10: Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute schwören auf die Binnennachfrage als Konjunkturstütze, doch der Einzelhandel sinkt und sinkt

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6 Responses to 1857

  1. Michael Mugge sagt:

    Hallo Herr Dr. Jahnke, hallo Infoportal-Leser,

    woher soll die Binnennachfrage auch kommen? Diese Antwort bleibt die Bundesregierung immer noch schuldig. Wie Herr Jahnke vor einigen Tagen schon berichtete, bekommen die Vermögenden und die Unternehmer den ganzen Kuchen und für die Masse an Arbeitnehmern bleibt nur noch ein bis zwei Krümel übrig. Wie soll man aus diesem kümmerlichen Rest denn so etwas wie Binnennachfrage generieren? Die Vermögenden packen ihr Stück Kuchen in das Kasino.

    Entweder die Regierung ist tatsächlich zu blöd um diese Zusammenhänge zu erkennen oder (das kommt mir plausibler vor) sie handeln vorsätzlich und setzen damit nicht zuletzt den sozialen Frieden aufs Spiel. Ich wünschte wir hätten kompetentere Leute am Ruder, aber ehrlich gesagt, fällt mir fast niemand in der politischen Landschaft ein, der es wohl besser machen würde.

    Mit besten Wünschen,

    Michael

  2. Paten sagt:

    Guten Tag. Meines Erachtens haben wir es neben der realwirtschaftlichen Krise nun auch –endlich-mit einer sich vertiefenden Krise des Neoliberalismus zu tun. Die Vertreter der Plutokratie im Machtapparat und seinem Korsett können weder wirtschaftstheoretisch noch praktisch wirtschafts- und finanzpolitisch mit ihren Ratschlägen und hastigen kurzsichtigen Konjunkturmaßnahmen und medialen Verbrämungen – gemessen am Ergebnis für die Allgemeinheit- die Existenzberechtigung ihrer Parteipolitik und politökonomischen Auffassungen und Denkweisen nachweisen.

    Der konzeptionelle Niedergang wurde nach einigen lokalen Krisen der 80/90-ger mit der Hypothekenkrise und ihren globalen Folgen eingeleitet und erlebte seinen Höhepunkt 2009 im Abschwören des staatsfreien neoliberalen Freihandels vor dem U.S.-Kongressausschuss durch d e n Apologeten unkontrollierter privater Wirtschafts- und Finanzmacht, dem langjährigen Fed-Chef Alan Greenspan. Dessen einziges Rezept nach jeder Finanzkrise mit Geldverlusten der Plutokratie war stets das Absenken des Zinssatzes des US-Dollars. Seine Verbilligung bewirkte Schadenersatz durch die Erhöhung der weltweiten Liquidität (japanischer carry-trade und China-Investment). Womit dann auch die neuen Finanzprodukte (Derivate und deren Verbriefungen) zu Hundert Tausenden Milliarden Dollars (683 Bio. in 2007) mit Hebelkrediten durch alle Börsen gejagt wurden.

    Merkel und Westerwelle und Schröder und Müntefehring öffneten diesen Markt ab 2000 in Deutschland (in den USA wurde parallel der Verbraucherschutz für Hypokredite aufgehoben = massenhafte subprime Kredite möglich) und schon wollten die deutschen Plutokraten mehr Spielgeld. Bekamen sie aus Steuergeschenken, Niedriglohn und Hartz I-IV, kurz aus der beschleunigten Umverteilung der Umsatzerlöse der volkswirtschaftlichen Leistung von Arbeit zu Kapital.

    Greenspans Jünger (Rubin, Paulsen, Volcker, Bernanke) wechselten sofort das Lager und Meinung hin zu Obama und können nun gar nicht genug an (U.S.)Staatskontrolle der Finanzmärkte kriegen: um sich als alleinige Weltmacht zu behaupten, was nur noch informativ und militärisch geht, nicht aber aus Wirtschafts- und Finanzleistungskraft. So kriselte der Neoliberalismus in seiner praktischen sozialen Handlungsunfähigkeit bei beiden G-20-Gipfeln weiter von Lippenbekenntnis zu Lippenbekenntnis, um seine globale Unfähigkeit, von ihm mit verursachte aktuelle Probleme der Menschheit zu lösen, zuletzt in Kopenhagen (Märchenerzähler Hans Christian Andersens Heimatstadt) beim Weltklimagipfel zu demonstrieren und verschiebt das in gewohnter UNO-, WTO- und G-20 Manier auf die Zukunft in Bonn und Mexiko und Davos und egal wohin.

    Selbst das monetarisierte Schweinegrippchenvirus ist nun zum Krisenzeichen HN (Halt Neoliberalism!) geworden, weil der mediale Angstmachapparat es nicht schaffte, die –mal wieder vorsorglich auf den Staat/Länder von der Pharmaindustrie abgewälzten- Umsätze aus der Bevölkerung zu pressen, obwohl man den Entwicklungsländern schon die Bestellungen zu eigenen Vorteil wegnahm.

    Und nachdem nun Europa und die USA bis 31% weniger importieren (außer Arbeitsplätze von Daimler und Opel) und Japan schwächelt und China die nächste globale Import- und Exportoffensive zur Vernichtung unserer restsozialen Marktwirtschaft vorbereitet und sein Jobklau-Dumping ausbaut, schwafelt man nach den verlorenen Jahren für den strukturellen Umbau des Binnenmarktes und Ausgleich der Leistungsbilanzdefizite auf hohem Niveau, der verlogenen massenhaften Dauerarbeitslosigkeit und sinkenden Realeinkommen vom rettenden Binnenmarkt, dem man durch weitere Steuergeschenke an die Plutokratie gerade wieder die Kaufkraft entzogen hat.

    Die 2 Millionen Kinder in den Tafeln und Archen und die 6 Millionen errechenbare erwachsene ALG-Bezieher plus deren Kinder und die stille Reserve in Kurzarbeit und Frührente und nichterfasste rund 1 Million Straßenkinder und die Demographiedelle sind der Binnenmarkt von heute und speziell morgen. Das ALG-I und II ist die Absackprämie für den Mittelstand geworden.

    Der regierende Neoliberalismus hat auf Beschäftigung, sozialen Ausgleich und Verantwortung großen Kapitals für die Nation keine Antworten mehr und wird mit jedem Tag seines Weitermachens die Agonie und den sozialen Schaden für alle verstärken, bis nichts mehr umzuverteilen ist. Man wird es ignorant un realitätsfremd dennoch versuchen, auch mit Gewalt.

    Und Feindbilder wie am Hindukusch schaffen hier auch keine Arbeitsplätze, außer bei den Beerdigungsinstituten bei denen sich der Neoliberalismus auf diesem Weg selbst angemeldet hat, nachdem er von Greenspan vor aller Welt abgemeldet wurde. Nur merkt das keiner hier bei den Betoneos.

    MfG

  3. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    ich vermute, der in unseren Köpfen so lebendig herum springende Thomas Robert Malthus (1766 – 1834) hat ein für allemal das letzte Wort bezüglich freier Märkte und ihrer Ideologen gesprochen: Eine Wirtschaftskrise stellt nicht etwa den Kapitalismus zur Disposition, sondern immer die von dieser Krise betroffenen Menschen. Lieber wird in Kauf genommen, dass Menschen an Hunger sterben, als das Wirtschaftssystem in Frage zu stellen.

    Oder, wie Bernard Manderville (1670 – 1733) in seiner „Bienenfabel“ mahnend zum Ausdruck brachte:

    „Mit Tugend bloß, kommt man nicht weit;
    Wer wünscht, dass eine goldne Zeit
    Zurückkehrt, sollte nicht vergessen:
    Man musste damals Eicheln essen.“

    Das ist eine komplette Verdrehung der Tatsachen, denn den einfachen Menschen im ausgehenden Spätmittelalter ging es wirtschaftlich und sozial nachweislich besser als unter der Knute des Kapitalismus. Das verschweigen unsere Geschichtsbücher gern, schließlich sollen wir ja in dem Glauben gehalten werden, allein der Kapitalismus sei ein Segen für die gesamten Menschheit. Und so, wie unsere Altvorderen, leiden auch wir unter diesen fragwürdigen Segnungen.

    Abschließend deucht mir, dass der Sozialismus das einzig Gute ist, das der Kapitalismus unbeabsichtigt hervor gebracht hat.

    Gaby

  4. Taylor_two sagt:

    Hallo Gaby, Hallo Paten
    Eure Beiträge spiegeln ziemlich genau meine Haltung und meine Emotionen zur Finanzkrise wider.Meine Unsicherheit zu den Möglichkeiten die Situation in eine weniger bedrohliche Richtung zu bringen wird aber durch folgende Überlegungen beeinflußt. Parallel zur Schaffung der riesigen spekulativen Geldmenge erfolgte (mindestens in den entwickelten Gesellschaften) eine umfassende Manipulation zu den tatsächlichen Gründen dieser Entwicklung.Wie soll man diese Last an Problemen lösen, wenn der erdrückende Anteil der Betroffenen gar nicht wahrhaben will, daß es diese Probleme gibt.
    Zum Schluß noch einen Link, unglaublich!
    http://www.wahrheitssuche.org/economic-hit-man.html

    mfg

    • Paten sagt:

      Guten Abend. Diese Schlagleute („Hitmen“) waren die Exekutive, die die Landesregierungen, von denen man über Kredite/Zinsen Rohstoffe oder politische Zugeständnisse erwartete, unter dem Schutz des US-Botschafters = lokaler CIA-Chef bearbeiteten, der auch die Gegenkräfte formieren konnte. Die großen Hitmen dahinter waren aber die Chefs des IWF wie Köhler, die die Linie der 12 US-Direktoren vorgaben und die obersten Landes-Chargen bearbeiteten und und deren Umfeld (Regierung)bearbeiten ließen, weil zumindest die Generäle und bin Ladens immer geil auf US-Waffen und dictatorship waren und sind. Wenn nicht, wird eben Moneda oder Moncada usw. gestürmt. TINA.

      Dass die Menschen das nicht sehen würden, ist eine relativ westlich-satte Sicht bei >1 Mrd. Hunger. Die Milliarden von Hunger, Armut, Krieg (56 Mio. Tote seit 1945; 2 Mio in Afghanistan, 28 Mio. in China, plus Mios in Korea, Kampuchea…)und Ökoterror Betroffenen sehen das täglich an und in der lokalen Praxis anders, wenngleich sie keine Linksparteien haben, aber den Fabrikfeind und korrupten Polizisten und Bürgermeister und Diktator mit und ohne Uniform vor der Nase (Asien, Afrika, Lateinamerika). Die sind schon in Bewegung hierher (Boatpeople)oder kämpfen ums Wasser (Darfur/Sudan)oder werden einfach Piraten (Somalias Stämme)oder Sebstmordattentäter.

      Ich bleibe dabei: Nur die intergrierte Wohlstandserhöhung aller E-Länder kann Demographie- und Ressourcenprobleme lösen und das setzt eine globale demokratische Ressourcenverwaltung voraus. Jeder Kampf um Energie verbraucht zur Vorbereitung, Durchführung und Sicherung des Sieges noch mehr Energie und beschleunigt Knappheit und Konflikte deswegen und ist daher unvernünftig. Weer für einen Liter Wasser-Sieg 2 Liter ausschwitzt ist ein Idiot.

      MfG

  5. Gaby sagt:

    Lieber Taylor_two und Mitlesende,

    die Manipulation, den Menschen den Kapitalismus schmackhaft zu machen, begann mit dem englischen Philosophen Thomas Hobbes (1588 – 1678) und hat sich über all die Jahrhunderte mit wechselnden Akteuren fortgesetzt. Scharfe Kritiker gab es ebenso, über alle Epochen hinweg. Es gibt also nichts Neues unter der Sonne!

    Wir sind heute an einem Punkt angelangt, wo sich kaum ein Mensch ein Leben ohne den Kapitalismus vorstellen kann; das Ding gilt uns als Naturgesetz. Und diese Weltwirtschaftskrise wird, wie alle mehr oder weniger schweren Krisen zuvor, klein geredet und wir werden in der Hoffnung gewogen, dass alles gut wird. Alle negativen gesellschaftlichen Entwicklungen (Armut, Hunger, Krankheit, Krieg) werden auch künftig nie und nimmer in den direkten Zusammenhang zum Kapitalismus gerückt werden; die Geschichtsklitterung tut ihr übriges.

    Das heißt: Niemand wird freiwillig zugeben, dass ein künstliches, in sich krankes System, das die Menschen seit mehr als 400 Jahren beherrscht und permanent schön geredet wird, derzeit mal wieder (!) im Koma liegt. Diesen Gedanken zu Ende zu denken, würde nämlich erzwingen, sich ein Leben ohne Kapitalismus vorzustellen. Und das ist ein Unterfangen, das die meisten Menschen der westlich-industrialisierten Staaten gar nicht denken wollen bzw. gar nicht denken können.

    Die von Dir, Taylor_two, derzeit empfundene Last, lässt sich meiner Meinung nach nicht ad hoc lösen. Im übrigen empfinde ich die Realität des Kapitalismus als derart alptraumhaft, dass dagegen solche angeblichen Verschwörer die „Bilderberger“ und der „Econimic Hit Man“ wie ein harmloses Schwarze-Peter-Spiel wirken.

    Beste Grüße

    Gaby

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