1855

global news 1855 04-01-10: Die fetten Jahre der Unternehmens- und Vermögenseinkommen

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5 Responses to 1855

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Hier wird „Umverteilung“ der Umsatzerlöse als Volkseinkommen im BIP auch mal sichtbar. Dazu kamen aber auch die im BIP nicht (sondern im BNP) erfassten Salden aus Gewinnen und Zinsen unserer Kapitaleigner aus deren Auslandsanlagen von nur in 2008 ca. 250 Mrd. € (eigentlich viel mehr, weil der Saldo minus Ausländergewinne und – zinsen in Deutschland gebildet wird.) Macht als 5% *20 = 5.000 Mrd. € ins Ausland verschobenes Kapital (eigentlich viel mehr, wie gesagt).

    1.400.000 Mrd. € (1.400 Bio. €) waren laut Bundesbank 2008 die Derivateumsätze in Frankfurt/M, wogegen das BIP mit 2.500 Mrd. € (2,5 Bio. €) nur ein Zwergenhaushalt ist, auch das Welt-BIP mit ca. 60.000 Mrd. $ (43 Bio. €) nur 8-10% der Derivate-Kredite darstellt, die im Juli schon wieder bei über 600.000 Mrd. $ lagen. 1% Tobinsteuer (z.B. als Börsenumsatzsteuer) und Deutschland wäre schuldenfrei und die deutsche Zinslast 2009 von >54 Mrd. € (!) könnte in Bildung und Kitas gehen. Diese Summe wird mit den 100 Mrd. € Schuldenaufnahmen (1.600 Mrd. gesamt) in 2009 ff. bis 2014 immer größer.

    54 Mrd. € sind 148 Mio. € täglich! /359 € ALG-II = 12.5 Mio. Empfänger Höchstsatz oder bei 3.114 € Brutto = 1,45 Mio. Lohnempfänger.

    Natürlich brauchen die Damen und Herren weiteren finanziellen Spielraum, deren Kinder mehr Kindergeld und Freibeträge und deren Unternehmensbeteiligungen mehr Steuergeschenke, schon weil ihre Banken noch mauern mit der Erstattung der Kasinoverluste aus 2007/2008 aus Staatshilfen der Bundesregierung/EZB Neugeldemisssion. Und natürlich muss der Rest den Gürtel enger schnallen. Um es mit der Regierung zu sagen: Warten wir doch erst mal für weiteren Entzug die Steuerschätzung im Mai 2010 ab (die eigentlich NRW-Wahl heißt). Bis dahin feiern wir, dass 2009 zu 2008 angeblich nur 72.000 Arbeitsplätze verloren gingen. 0,2 % = Weltrekord im Taschen vollhauen. Your turn, Herr Weise.

    MfG

  2. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    die VWL lehrt uns: Arbeit + Boden + Kapital sind nötig, um Investitions- und Konsumgüter zu produzieren. Das Dilemma in der BWL ist nun der Faktor Arbeit, denn das war und ist nicht nur berechenbare Maschinenkraft, sondern es sind auch lebendige, unberechenbare Menschen, deren Arbeitskraft es zu erhalten gilt, schließlich sollen sie nicht vor Schwäche während der Arbeit in sich zusammen sacken und ein Dach über dem Kopf sollen sie auch haben.

    Seit es den Kapitalismus gibt, gilt es also die Frage zu beantworten: „Wie viel ist die menschliche Arbeitskraft dem Unternehmer wert?“ Soll der Mensch gerade so viel verdienen, dass er satt zu essen hat und sich was anziehen kann oder soll er sich sogar mehr leisten dürfen, als ein Wellblechdach über’m Kopf? Weil Unternehmer aus persönlichem Geiz und/oder unter dem Druck der Konkurrenz chronisch knauserig sind, bildeten sich einst mächtige Gewerkschaften, um den Preis für menschliche Arbeit auszuhandeln. Sie unterbrachen die Spirale dem sich aus dem Konkurrenz-Getümmel plus geiziger Unternehmer zwangsläufig ergebenen Minimalstlohn, der zum Sterben zu viel, zum Leben aber zu wenig ist.

    Seit den 1980er Jahren, im Zuge der Neo-Liberalisierung des Kapitalismus, wurden die Gewerkschaften mehr und mehr mit dem Argument geschwächt, dass gerade sie es sind, die die wachsende Massenarbeitslosigkeit zu verantworten haben, schließlich seien ihre Lohnforderungen viel zu hoch und somit nicht konkurrenzfähig. Seither versuchen Politiker und Unternehmer aller Länder, sich der lästigen Gewerkschaften zu entledigen, denn die hindern den liberalen Markt angeblich daran, sein Gleichgewicht zu finden, da der Markt nur dann Arbeitsplätze schaffen kann, wenn die Arbeit so gut wie nichts kostet.

    Leider denken die gleichen Dummschwätzer nicht im Traum daran, dass das allgemeine Marktversagen viel mehr im Kapitalismus selbst steckt, statt in der Forderung nach einem guten Lohn. Das Versagen beginnt meiner Meinung nach bereits damit, die lebendige menschliche Arbeitskraft wie einen fakturierbaren, also toten Gegenstand zu behandeln, den Menschen also zu versächlichen mit allen ekligen Konsequenzen, die aus so einer inhumanen Denke erwächst und die wir bereits heute in Wort und Tat seitens unserer Politiker mehr und mehr erleben müssen.

    Seit ungefähr dem Jahr 2000 sind die Löhne und Gehälter in der BRD, wie auch in anderen Ländern, im freien Fall. Und weil in 2001 mit China einer der unfairsten Konkurrenten in die WTO aufgenommen wurde, ist es illusorisch zu hoffen, dass es aufgrund des scharfen globalen Konkurrenzkampfes, der geschwächten Gewerkschaften und der wegen der Niedriglöhne zusammenbrechenden Binnenmärkte inklusive der hieraus resultierenden Vernichtung von Arbeitsplätzen, es in Bälde bzw. je wieder einen robusten Aufwärtstrend in Sachen und Lohn und Gehalt geben wird.

    Die „unsichtbare Hand“ der BWL kalkuliert nämlich den Wert menschlicher Arbeit unbestechlich und nimmermüde derart radikal minimal, dass rein rechnerisch (!) tatsächlich nichts mehr zum Verteilen übrig bleibt und sich die derzeit neoliberale Form des Kapitalismus eines Tages selbst ad absurdum gewirtschaftet hat.

    Gaby

  3. emorfine sagt:

    EmorfineGuten Tag in die Runde, guten Tag lieber Herr Dr. Jahnke,
    Eure Diskussionen verfolge ich seit einiger Zeit. Die vielen Nuancen in der Wahrnehmung und Theorien der Globalisierung speziell des Kapitalismus sind sehr bereichernd. Der Ausflug in die Selbstorganisation war besonders faszinierend speziell die Antworten von Paten. Bitte lieber Paten, mach Deine Sätze etwas kürzer !!! Es ist für mich manchmal so schwer alles zu verstehen, und es sind doch so wichtige Beiträge.
    Nun zu meiner Theorie der Evolution:
    Energie- erste Materieteilchen- kleine-große Atome-Moleküle- größere Moleküle- Makromoleküle- Zusammenschluß in einer Zelle- erste Mikroben- Einzeller- diff Einzeller- Zusammenschluß(Arbeitsteilung)- Mehrzeller- Vielzeller- … Mensch- viele Menschen- ???. Alles Bifurkationen mit Evolution.
    Die Energieversorgung erfolgt über ATP sprich Zucker,
    die Information und Versorgung läuft über noch unbekannte Kanäle bei Einzellern und über chemische Logistik, Handel und Kapitalismus.
    Fortschreitende Evolution voraussetzend kommt nach vielen Menschen etwas Neues. Möglich:
    Selbstähnlich mit den diff Körperzellen. Menschen sind dann Körperzellen auf einem höheren Niveau. Die Energieversorgung läuft über Geld (Zucker). Das neue Wesen testet, wie und wer mit Energie versorgt werden muß. Jeder Zelle am liebsten selbst das Meiste. Dies führt zu Fettzellen(Superreiche), die ihre Leistungsträger (Reiche) als Zubringer, in unserem Fall Insulin brauchen, damit sie sich weiter mästen können. Die einfachen Zellen werden kachektisch. Werden sie noch gebraucht? Ich glaube ja.
    Der neue Organismus hat Diabetes. Er müßte erst einmal entzuckert werden (macht der Körper auch als erstes, Zucker im Urin). Wir brauchen eine schnelle und dauerhafte Entsorgung von Billionen Geldsummen.
    Das neue Wesen mit seinen momentanen Fähigkeiten kann sich selbst nicht mehr helfen, bildet aber seine Informationsmöglichkeiten vermehrt aus. Information über Medien, Handel, neuerdings via Internet. D.h. die Informationsübertragung wird immer schneller und effizienter. Sein Nervensystem wächst. Es entwickelt sich ein Gehirn, sprich Internet, indem immer mehr Zellen vernetzt sind, die schnell etwas auf die Beine stellen können. Das Gehirn bestimmt über Hormone, wie das Hungergefühl ist, wie die Exkretion funktioniert etc.
    Schaut Euch Amazon an. Viele Pfade werden zu Trampelpfaden. „Wer das! bestellt hat, hat sich auch für das! interessiert“. Wikipedia als Gedächtnis des neuen Wesens (Deshalb auch nicht perfekt).
    Vielleicht entwickelt sich ein Superbewußtsein.
    Wir in den Foren und Blogs sind die Nervenzellen, die durch ihre Selbstorganisation die Welt verändern werden. Deshalb sind unsere Diskussionen so wichtig.
    Wenn es uns nicht gäbe, gäbe es bald keine Menschen mehr, weil sich die herrschende Klasse uns uns sich selbst phagozytiert. Da die Evolution weitergeht, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir die Sieger sein werden. Laßt uns daran arbeiten.
    Könnt Ihr mit meinem Beitrag etwas anfangen?
    Ich höre Euch jedenfalls sehr gerne zu und lerne viel.

    • globalnote sagt:

      @emorfine,

      Vielen Dank. Da Sie nach einer Reaktion fragen: Ihr Beitrag geht leider an dem Posting, das hier zur Diskussion gestellt wurde, etwas vorbei. Ihre Theorie der Evolution sollte hier bitte nicht diskutiert werden, denn sonst gleiten wir wirklich etwas ins Esotherische ab.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  4. heiner sagt:

    Zu: Die Marschrichtung muss sein,das es streng genommen so gut wie nichts zu verteilen gibt:Wissen wir doch seit:
    http://www.focus.de/karriere/perspektiven/realeinkommen-gehaelter-schrumpfen-gewaltig_aid_468412.html
    MfG

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