1628

Gedanken zur Zeit 1628 02-01-10: Kurzarbeit rettete 300.000 Arbeitsplätze?

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5 Responses to 1628

  1. Paten sagt:

    Guten Sonntag. Betrachten wir die demotivierende Kurzarbeit mal unter dem Aspekt ihrer Herkunft: Ein Unternehmen hat ein Absatzproblem und die Cashflow-Kurve seiner Ausgaben und Einnahmen strebt einem Schnittpunkt entgegen, wonach er insolvent wird. Die Bilanz von MMM ist:

    Aktiva: Maschine=Anlagekapital, Material= darauf Umlaufkapital;

    Passiva: Finanzierungsherkunft der Aktiva = eigenes/fremdes Geld der Kapitaleigner und –ganz verschämt versteckt und saldiert in der GuV-Rechnung die Arbeitskraft Mensch! Das sie Quelle allen Gewinnes ist, wird so schön buchhalterisch verborgen, dass mancher meint, die in den Produktwert fließenden Kaufsummen von Maschine und Material würden noch einen darüber liegenden Gewinn zaubern.

    Bricht jetzt Absatz/Umsatzerlös ein, wird klar: Maschine ist gekauft und vorfinanziert, ggf. noch verschuldet. Material ist gekauft und auch künftig unverzichtbar, sonst kein verkaufbares Produkt und Umsatzerlös für die Refinanzierung der Vorfinanzierung der Produktion. Da war doch noch was? Mmm –ensch! Um den Schnittpunkt der Kurven nach hinten zu verlegen oder gar ganz zu vermeiden, muss man eigentlich die Einnahmen > Ausgaben stabilisieren. Nehmen wir an, der deutsche Unternehmer mit F&E-Hintergrund macht eine Rationalisierungsinvestition gegen die lästige Konkurrenz (Menge, Qualität)und für niedrigere Stückkosten bei gleichem Markpreisniveau = mehr Gewinn als Endziel, dann braucht er in der Umbauphase einiges Personal nicht. Der amerikanische Shareholder würde feuern und später wieder einstellen, der deutsche verlangt, weil er das nicht darf, von seiner Regierung eine Lohnzahlungsentschädigung – das Kurzarbeitergeld. Hierbei geht es gar nicht um Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sondern im Falle betriebsbedingter Nichtarbeit, die meist nicht lange dauert, bis der Normalbeschäftigungsfall wieder eintritt.

    Eine weitere Methode der Abfederung ist, die Maschinen vorfristig gesetzlich (AfA) im Wert abzuschreiben. Man muss das so verstehen, dass eine Maschine z.B. 10 Jahre (mit Wartung und Werkzeugersatz) arbeitsfähig wäre, womit bei gleicher Produktivität (Arbeitszeitmodelle stabil) jedes Jahr 10% des Anschaffungspreises auf die Produktwerte übergehen, also in deren Umsatzerlös=Marktpreis der anteilige Neuanschaffungspreis akkumuliert wird, so dass in den Rückstellungen dafür nach 10 Jahren *10% die 100% KP wieder da sind für die Ersatzinvestition. (Hier erkennt man schon, wozu Bankkredite zur Vorfinanzierung gebraucht werden, da neue Technologien stets teurer als die alten inflationierten 100%). Sagt nun der Staat, schreibe den Kaufpreis schon in zwei Jahren= 5x schneller ab, darf der Unternehmer aus seinen Umsatzerlösen legal also 5x mehr Geld für AfA entnehmen, worauf keine Steuern erhoben werden. Das sind bei den Tausenden Milliarden Maschinenvermögen erhebliche Steuereinbußen des Staates. Der Unternehmer hat also seine Einnahmen ohne Umsatzerweiterung oder Preiserhöhung erhöht, sogar bei Umsatzkürzungen. Das ist legalisierter Missbrauch von Amortisationsrückstellungen, wenn die erhöhten Steuerfreibeträge dann als Gewinne ausgeschüttet werden. Die Maschine hält aber 10 Jahre, so dass 8 Jahre keine steuermindernden Rückstellungen mehr erfolgen können. Das löst man mit Pleiten, Maschinen- und Unternehmensverkäufen der Kapitaleigner untereinander, weil: Meine neue Gebrauchtmaschine vom krabbeltisch geht wieder mit voller gesetzlicher AfA in die neue Bilanz ein.

    Gegenwärtig koppeln die Kapitaleigner als Normalität und Dauererscheinung und als sgn. Konjukturprogramme der Regierung Kurzarbeit mit degressiver AfA bis 2012. Dazu kommt jetzt die neue Zinsschrankenfreiheit (von 1 auf 3 Mio. €) und die -tarah!- neue Gesetzgebung, dass Verluste Betriebskäufen mit Gewinnen verrechnet und Verlustvorträge gemacht werden dürfen. Nun nicht mehr nur die Hedgefonds (denen Franz „Heuschrecke“ Müntefehring die Gewinne vom Rumwüten in Beteiligungen steuerfrei stellte, während er sie öffentlich ablenkend angriff), sondern alle.

    MMM : Maschine und Mensch zahlt der Staat, der im Gegenzug wohl keine Unternehmenssteuern mehr einnimmt vom Großkapital, womit auch die Materialkosten nun staatlich finanziert sind. Die Gewinne werden damit hypermaximiert privatisiert und falls man doch noch was zu versteuern hätte: Wir brauchen diese Krise und die nächste, damit die handelbaren Pleiteunternehmen als Verlustbuchung dienen können. Der Rest sind Staatsgarantien, um die Haushaltsschulden aus der Umverteilung zu vergesellschaften. An wen bloß?

    Wir sind auf einem sehr gefährlichen Weg und das böse Erwachen wird kommen. Verbrieft und versiegelt.

    MfG

    • Gaby sagt:

      Hallo, Paten und Mitlesende,

      ich gebe Dir Recht: Es ist dringend nötig, die zynische Logik der Betriebswirtschaft zu korrigieren, die es über die Jahrhunderte fertig gebracht hat, sich in ein Paradoxon zu verwandeln, das Millionen von Menschen den Kopf kostet. Nicht der Mensch und seine Bedürfnisse haben sich an die grausame Tretmühle des Kapitalismus anzupassen, sondern der Markt (Nachfrage und Angebot) hat die Menschen zu bedienen und sie nicht während des Transformationsprozesses zu verwursteln, als seien sie ein Teil des Brennstoffs, das das Kapital für wenige Menschen immer fetter macht.

      Solange es keine Kommunikation zwischen den Produzenten gibt, also das Verhältnis von Produktion und Konsumtion dem puren Wildwuchs überlassen bleibt, gibt es nur ein einziges Gesetz, dem sich alle Unternehmer beugen und das heißt „Kostensenkung um jeden Preis“ allein zum Zwecke der Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit. Das gilt sowohl im nationalen wie im globalen Maßstab.

      Unsere Betriebswirtschaft folgt völlig durchgeknallten Gesetzen, die verlangen, dass die extrem hohen Produktivkräfte einen Teil der Menschen dauerhaft arbeitslos machen und die anderen, die noch Arbeit haben, dazu zwingen, ständig Lohnminderungen hinzunehmen und täglich um ihre Arbeit bangen zu lassen, statt die Arbeitszeiten in dem Maße zu verringern, wie Überkapazitäten voraussichtlich nicht benötigt werden und zwar mit Lohnausgleich!

      OK, auf diese Weise lassen sich nicht die derzeit teuflisch hohen Reichtümer auftürmen, aber es würden so rasch auch keine Menschen von der „göttlichen Maschine des Kapitalismus“ aussortiert und von der Gesellschaft vergessen, gar verächtlich zu Parasiten und Schmarotzern abgestempelt. Und, mal ehrlich, welcher Mensch benötigt ernsthaft ein vergoldetes Bett, um sich ordentlich auszuschlafen?

      Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Sonntagabend. Gaby:
      Es wird immer so getan, als ob Wettbewerb ruinös sein muss und planbare Bedarfsbefriedigung kommunistisches Teufelszeug. Fragen wir mal Herrn zu Guttenberg, wie denn so die Bundeswehr planlos konsumiert, Lagerwirtschaft betreibt, transportiert und die Beschaffungsorganisationen für Essen bis Unformen und Wäschewaschen blind über den Markt schießen und täglich Ausschreibungen veranstalten und sich auf der öffentlichen Auftragsbörse die Anbieter gegenseitig die Aufträge wegnehmen, bis sich ein vertretbarer Marktpreis einstellt? Nein. Alles schön verteilt und vom Dauerbrot über Salami bis zur Butter – weit und breit kein Bieterwettbewerb für Staatsinvestitionen. Ganz zu schweigen von den paar Waffenproduzenten. Wettbewerb vom Feinsten. Sozialismus pur (oder bald Kriegskommunismus?). Auch dort gibt es als Köche 1€-Jobber – planmäßig ausgebeutet unter Regierungskontrolle, sagen Bundestagsprotokolle. Staatssektor ist immer sozialistisch, weil es nur einen Konsumenten und Auftraggeber gibt. Kein Nachfragewettbewerb.

      Natürlich ist der freie Markt eben dem ehernen wölfischen Konkurrenzgesetz der Produzenten unterworfen. Jetzt nehmen wir denen mal alle Gewinne weg und verteilen die (in der ganzen Zulieferkette) ans Volk (über Löhne und Steuern). Ergebnis: 100% Wert = 100% Waren = 100% Marktpreis = 100% Umsatzerlös = 100% Volkseinkommen = 100% Kaufkraft = 100% Konsum der eingangs produzierten Waren, wobei sich die Nachfrage natürlich einpegelt und damit das Angebot.

      Jetzt würde die Stückkostensenkung nicht zu erhöhten Privatgewinnen der paar Kapitaleigner-Raffkes, sondern zur Kaufkrafterhöhung der Belegschaften in der Wertschöpfungskette mit der höchsten Produktivität führen. Der wie zuvor kollektiv geführte Wettbewerb der Wertschöpfer hätte nun eine ganz andere Wirkung. Erreicht man das nach allen kosten sparenden Optimierungen durch technologische Produktivitätssteigerung, darf man mit Freuden die eingesparten MA entlassen, bzw. von ihren ersparten Aufgaben vor Ort im Unternehmen entbinden. Nicht jedoch in der Gesellschaft. Die nimmt ja den nicht privaten Gewinnanteil zur Umverteilung an das Volk und hat außerdem über die Staatsbank das Kreditrecht für Investitionen.

      So kann man den Leuten Top-Ausbildung und Jobs geben. Die Wertschöpfung im produzierenden Gewerbe und Bauwesen, Tourismus und Hotellerie braucht überall nur ein Kernpersonal (in D 10% der Bevölkerung und 20% der Beschäftigten), was mit steigender Produktivität noch sinkt. Ergo müssen in den Verwaltungs-, kommunalen und privaten Dienstleistungsbereichen sowie in staatlichem F&E die anderen Menschen untergebracht werden. Ein Richter oder Kassen-Arzt bekommt bekommt heute das selbe Steuergeld wie ein ALG-II Empfänger. Letzterer bekommt für seine Arbeitskraft, Wissen, Fähigkeit und Fortbildungen keine staatliche „Wert“schätzung per Einkommen zum Auskommen, sondern die volle Breitseite bis Sklavenarbeit über 1€-Jobs, statt ihn (die Würde… blabla… unantastbar) –weil es Normalität ist – mit neuen ordentlich bezahlten Aufgaben zu betrauen, die der Gemeinschaft etwas mehr bringen, als Arztkosten aus sinkenden Steuergeldern wegen Depressionen wie heute.

      Das „Volks“einkommen gehört dem Volk, weil es es erarbeitet inkl. der Bankkredite der Unternehmer aus fremdem Geld. Und der transparente Staat wäre über demokratische Teilnahme an Politik und Wirtschaft der interessierten Bürger unschlagbar.

      Am Ende steht sonst im ökonomischen Verdrängungswettbewerb immer ein Monopolist, Oligarch, Polygarch, Zentral-Plutokratie mit Geld ohne Ende, Aktiva ohne Ende für Kreditfähigkeit und Investitionsfähigkeit ohne Ende mit Unterdrückungsambitionen ohne Ende, den man dann erst mal wegräumen, enteignen und angehen müsste und Volk und Überwachsungsstaat sich bald sher feindlich gegenüberstehen. Und alles nur wegen ein paar fremder bunter Scheine mit Zahlen drauf und Bits&Bytes im Banken-PC. Wir sind sozial und human degradiert seit es die industrielle Revolution gab und Geld alles, die eigene Rasse nichts.

      MfG

  2. heiner sagt:

    Letzte Meldung von „Bild“: „Experten fordern Lohnpause
    2010.
    DIHK Geschäftsführer Martin Wansleben bezeichnet das Potenzial für Lohnsteigerungen als nahezu aufgefressen(von wem?).Begründung:(jetzt kommt der Hammer:)Angesichts der Krise(wer hat die verursacht?)hätten die Löhne in vielen Bereichen eigentlich deutlich sinken müssen. Mit Kurzarbeit haben die Firmen Beschäftigung erhalten,aber(jetzt kommts wieder:)dafür auch viel Geled bezahlt!!!!.Dieses Geld fehle in der anstehenden Lohnrunde.
    Noch irgendwelche Fragen??
    MfG

  3. Paten sagt:

    Guten Abend. Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit den Boni für die Kurzarbeiter! Die sparen so zu Hause Wasser und Strom. Hängen den ganzen Tag beim Arbeitgeber ab, der ohnehin schon aus rein sozialen Gründen mehr Personal von denen hält, als er aktuell brauchen kann und niemand entschädigt ihn dafür. Das Geld vom Staat kriegen schließlich die Kurzarbeiter und nicht der Arbeitgeber! Da braucht man keinen Wirtschaftsweisen, um das zu wissen. Könnten ja auch als Tagelöhner morgens am Werktor stehen und auf die Auswahl durch den Vorarbeiter warten (der sich davon auch noch einen Nebenverdienst macht, der Gute.) Die Kurzarbeiter kriegen doch die Steuergeschenke! Nächstes Jahr müssen wieder Milliarden Steuergelder in die AV-Kassen. Und wer hat in den USA die Kredite nicht zurückgezahlt und die ganze Krise hier ausgelöst? Etwa die Unternehmer oder Banker? Nein, die Proll-Brüder von unserem kollektiven Freizeitpark mit Bonus-Garantie vom Staat. Wird Zeit, dass SG mal durchgreift. Entweder Steuermittel für’s ALG-2 runter oder für die Kurzarbeiter. Beides könne wir uns nicht mehr leisten. Kann ja wohl nicht so schwer sein. ifo Institut sieht doch seit Monaten aufhellenden Konsumklima. Ist doch genug Geld im Volk vorhanden. Das soll erstmal für die nicht geleisteten Arbeitsstunden Entschädigung zahlen.

    (Aus der BILD von überübermorgen)

    MfG

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