1854

global news 1854 02-01-10: Der neue Klassenkampf von oben: Globale Plutokraten gegen den Rest der Welt

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26 Responses to 1854

  1. der pommer sagt:

    Der weltbekannte Finanzberater Marc Faber schreibt gestern im Monatsbericht ungefähr dasselbe.
    Die Frage lautet nun: Was tun?

  2. heiner sagt:

    Dazu: Die Bauern gehörten zur Herrschaft und die Herrschaft zu den Bauern, aber jetzt ist alles durcheinander, man versteht nichts mehr.
    Diener Firs in Tschechow: Der Kirschgarten.
    Es wird Zeit!
    MfG

  3. krise sagt:

    Die Hyperinflation ergab sich nicht aus zu viel Geld, sondern aus zu wenig echtem Geld.

    Dem Volk gegenüber wurde diese Schlappe natürlich bis heute verschleiert und nur mit dem Gelddrucken, nicht jedoch der Kreditverknappung erklärt .

    Jeder der Geld versteht, dem muss heute klar sein, dass es einen Währungskollaps immer nur auf Wunsch der ‘Hochfinanz’ geben kann.

    Eine Fiat-Währung kann nicht mehr kollapsen, denn solange die Assets mit inflationiert werden, stimmt die Buchhaltung wieder.

  4. Gaby sagt:

    Schönen guten Tag,

    ich denke, die Grundlage des Kapitalismus ist die Konkurrenz der Wirtschaftssubjekte untereinander.

    Je offener die Märkte, je weniger Handelshemmnisse, je ausgefeilter die Produktionstechniken, die Warenwege und die Güterverteilung und je dichter das globale Netz der Unternehmer global verwoben ist, desto mehr Lohnabhängige werden wie hungrige Hunde aufeinander gehetzt, stehen sich also nicht solidarisch beiseite, sondern sehen im Nächsten erzwungenermaßen einen Konkurrenten, den es per immer geringerer Lohnforderungen zu unterbieten gilt, um die eigene Existenz zu sichern, die an Lebenqualiität auf die unterste Stufe des menschlich erträglichen sinken kann.

    Es ist die Hebelkraft der Konkurrenz, die dazu führt, dass sich die technologischen Entwicklungen seit rund 200 Jahren regelrecht überschlagen. Das, was wir „Maschinenmenschen“ als kulturelle Wohltaten und technischen Fortschritt genießen, uns gar einbilden, ultramodern zu sein, ist nichts anderes als das Produkt eines mörderischen Konkurrenzkampfes.

    Seit dem Merkantilismus gilt Geld mehr als Menschenleben. Seit rund 400 Jahren werden immer ausgefeiltere Methoden entwickelt, Geld in den Händen weniger Menschen zu akkumulieren. Aus diesem Grunde wundert mich die derzeitige Entwicklung absolut nicht, aber ich kann leider keine praktische Lösung des Problems anbieten, denn auch ich bin Teil der „Weltmaschine“, deren unsichtbare Hand mich täglich in die Selbstprostitution zwingt, um mein bisschen Auskommen, das beständig weniger wird, zu verdienen.

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Vor die Konkurrent hat Merkur aber als Grundlage noch das private Eigentum an dem Produktionsmitteln gesetzt. Erst dieser Rechtsstatus des Kapitaleigners, auf welchen die ganze Gesetzgebung des Rechtstaates (Eigentum, Schulden, steuerliche Vermögensbildung, Finanierung der lohndrückenden Reservearmee, Buchhaltung, Ordnungswidrigkeiten, Strafrecht … abgestimmt ist, Vertragsrecht) – alles Beziehungen zwischen Besitz und Nichtbesitz an PM.

      Erst beim Mitbesitz und direkten Verteilungsansprüchen daraus statt nur indirekt über den Beamtenstaat je nach Koalitions- und Kassenlage kommt ein neues Verhältnis zu den PM, Lernen und Bildung/Ausbildung dafür auf. Es macht wenig glücklich zu wissen, dass man jede Minute seinem dafür immer schlechteren Arbeitsvertrag gebenden Shareholder Gewinn für dessen schönes Leben erwirtschaftet.

      MfG

  5. Paten sagt:

    Guten Tag. Nobelist Paul Krugman hat am 31.12.2009 in der NYT den Chinesischen Jobklau bis 2014 durch Währungsdumping und Staatsaufträge aus den sich ständig anhäufenden Dollars mal über den Daumen gepeilt. Er kam nach IWF-Zahlen auf einen Leistungsbilanzüberschuss Chinas bis 2014 (eingedenk auch des Einbruchs der Exporte wegen der globalen Krise) von 0,9% des Welt-BIP, also etwa jeder 100ste Dollar Wertschöpfung der Welt (ca. 60.000 Mrd. USD * 0,9%) landet als Taschengeld im Portemonnaie der KPC.

    Das Ganze wirke als „negativer Schock“ für die von China verdrängten Rest-Welt-Exporte und damit deren BIP, woraus sich aber bei fallenden Exporteinnahmen auch sinkende Importe aus China ergäben, was zu einem „negativen Schock“ auf die Regierungsaufträge (=deren Sinken) der Rest-Welt führen würde mit einem Multiplikator von geschätzten 1,5 Mal (Steuerverlust und Sozialkosten) zum Exportausfall. Dies wiederum führe in der Rest-Welt zu 1,4% Sinken des Welt-BIP, was nicht nach sehr viel aussähe und China damit wohl nicht das Haupthindernis für eine Erholung der Weltwirtschaft sei.

    Nehme man weltweite Gleichverteilung der 1,4% BIP-Verluste an, so würden die USA bei der Daumenregel 1% BIP = 1 Mio. Arbeitsplätze 1,4 Mio. Arbeitsplätze wegen des chinesischen Merkantilismus (Politik der Handelsüberschüsse um jeden Preis) bis 2014 verlieren.

    Soweit Krugman über den Zusammenhang zwischen chinesischem Merkantilismus, der zu wachsenden Bilanz-Ungleichgewichten und weltweiter Wachstumshemmung führt, und den Folgen für den globalen Arbeitsmarkt.

    Wendet man das Krugman‘sche Daumenkino auf Deutschland an mit (2008) 2.500 Mrd. € BIP und 40 Mio. Beschäftigten an, dann sind 1% BIP ca. 400.000 Arbeitsplätze und 1,4% = 560.000 Arbeitslose mehr bis 2014 n u r wegen wachsender Exportüberschüsse Chinas. Die Steuerausfälle und Sozialkosten der AL, setzen wir sie ebenfalls mit Faktor 1,5 an, = 2,1% BIP = 52,5 Mrd. €, womit der Schaden des Jobklaus durch Währungsdumping China’s pro neuer Arbeitslosigkeit bei 52,5 Mrd. €/ 0,56 Mio. AL = 93.750 € jährlich liegt, also weit höher als der Durchschnittsbruttolohn.
    Rechnet man diese Summe auf Steuern von Normalverdienern um, so sieht man das Desaster der Regierung: Man bräuchte jetzt mehr Arbeit zum Ausgleich, diese wird aber durch Chinas Überschussstreben per auch Währungs-Dumping verhindert.
    Ergo: Steigende Sozialausgaben und Steuerausfälle (neben den selbstverschuldeten per Geschenken) werden durch neue Haushaltsschulden bezahlt, für deren Begleichung nun künftig (neben der Demographiedelle) immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen. (Usw. Berechnung für alle anderen Länder Europas, Asiens und Amerikas mit 1,4% BIP Einbruch an China).

    Und nun die Preisfrage: Sollten nicht alle, die wider besseren Wissens gegen gesunden Protektionismus und weiter für Chinas Merkantilismus sind inklusive der Klassenkämpfer oben unter sich, Verlagerer und Großimporteure, nicht vorsorglich enteignet oder zumindest mit hohen Steuern auf Dumping-Margen belegt werden, damit wir später die sozialen Kosten des Untätigseins und der Klassenkämpfe der Kapitaleigner aller coleurs oben unter sich um den Platz an der globalen Sonne noch tragen können?

    MfG

    • Gaby sagt:

      Hallo, Paten und Mitlesende,

      wenn ich mir die mittelalterliche Wirtschaft Europas vor dem Merkantilismus anschaue, komme ich zu dem Schluss, nicht nur die erste durch Räte und Zünfte organisierte Planwirtschaft kennenzulernen, sondern auch zu der Überlegung, ob es nicht besser wäre, heute dahin gehend zu wirken, dass sich die globalen Volkswirtschaften bezüglich Einführung neuer Erfindungen, bezüglich der Produktionsmenge, Steuern, Löhne und Zölle etc. untereinander absprechen, statt sich per Konkurrenz den Garaus zu machen.

      Ein mittelalterlicher Auszug aus der Zunftordnung der Stadt Thorn möge beispielhaft veranschaulichen, worauf ich hinaus will:

      »Niemand soll etwas Neues erdenken oder erfinden oder gebrauchen, sondern jeder
      soll aus bürgerlicher oder brüderlicher Liebe seinem Nächsten folgen«

      Das heißt nicht, dass es im sogenannten Mittelalter keine technischen Innovationen gegeben hätte, aber die Einführung erfolgte in Absprache und nicht auf die Initiative eines einzelnen Privatkapitalisten, die es damals bezeichnenderweise auch noch nicht gab.

      Gaby

      • Paten sagt:

        Guten Abend. Zünfte waren die städtische Vorhut der heutigen Kapitaleigner gegen den Adelsstand, als Shops, Manufakturen und Fabriken urban konzentriert wurden und die Bauern per Produktivitätsverdrängungswett-bewerb vom Acker in die Stadt zur Proletariern machten. Sieht man heute gut am feudalkapitalistischen China mit kommunistischer Hackordnung.
        Ungeachtet dessen hat das Mittelalter ganz erstaunliche ingenieurtechnische Leistungen hervorgebracht wie weißes Gold in Meissen und Burgen und Kirchen und Butzenscheiben aus Bleiglas, Erzbergbau und Schmiedekunst (Nagel und Nadel für die Schneiderei), Blattfedern in harten Kutschen, Lederverarbeitung für Sättel, Zaumzeug und Soldaten-Wamse, Webereien und Färbereien, Buchdruck und Papierherstellung, Federkiel und Tinte, Floß- und Schiffsbau, Sensen für die Feldbearbeitung und Eisenpflüge usw.
        Am erfinderischsten waren die Menschen aber stets bei Waffen und Foltermethoden. Auf der Mersburg am Bodensee (von wo die Kreuzzüge und Ausfälle gegen den Pabst begannen) z.B. sind sehr umfangreiche Sammlungen von Sternen (Dreschflegel mit gezackten Kugeln) in allen Formen und Größen zu sehen, dazu Spieße, Schwerter etc. als ob den Ingenieuren nie die Lust an Mordwerkzeugen ausging. Das größte Geheimnis aber waren die Hühner in der Burg. Ein Tüftler kam dahinter, dass man denen die Erzkörner zum Schlucken gab und beim Durchwandern des Magens wurden sie mit Fermenten behandelt, so dass beim späteren Schmieden von Rüstungen und Waffen eine besondere hoher Härtegrad erreicht wurde.
        Nicht umsonst ist der berufsbasierte Familienname Schmidt in Deutschland fast als Massenorganisation zu verstehen. Die Kettenhemden der Ritter – wahre Hochtechnologien, wie auch die Damaszener Schwertschmiedetechnik des Stahlfaltens und Säurebehandlung. Musketen, Steinschlosspistolen, Lanzen, Hellebarden, Helme und Schwarzpulver satt. Dorfpranger und Schuldtürme (letztere haben wir noch) und der Kadi hieß Schulze und Müller (Wasser- und Windmühlen als Hightech-Energieumwandler statt Pferde und Esel) Meier (Milch und Eier) waren Berufe. Da Vincis Schraube revolutionierte die Wasserversorgung und erlaubte Wasserleitungen über Viadukte zu führen. Heißwasser schuf Bodenheizungen bei den Königen und ihren Landschaftsparks (u.a. Sanssoussi).
        Und Folterkeller waren ein Kapitalanlagemodell für Päbste: Hundert Tausende Frauen wurden zu Hexen erklärt und die Dörfer und Städte (in denen Pest und Cholera wegen mangelnder Hygiene ausbrachen) zahlten für die kirchlichen Exorzisten mit Gebrauchsanleitung zum Foltern und Morden und die Scheiterhaufen. Dann noch der paneuropäische Ablasshandel mit geistigen verschmutzungsrechten (Sünden) als Kapitalanlage und schon war genug Geld für Petersdom und Sixtinische Kapelle in Rom zusammen. Michelangelo und der Pabst eine Plutokratie?
        Die erste Planwirtschaft mag noch älter sein, als Menschen sesshaft wurden und Ackerbau und Viehzucht nach den Saisons betrieb und Produktion und Konsum zu planen begannen ohne nur auf Jagdglück und reiche Beute vor Ort auf Gedeih und Verderb zu hoffen. Schon die alten Römer planten Eroberungen nach Zeit, Kosten, Materialaufwand und Arbeitskräften.
        Heute planen Konzerne bis 20 Jahre im Voraus F&E und jeder Handwerksbetrieb macht das für seinen Bedarf und Absatz. Es ist daher falsch der Markwirtschaft Planlosigkeit zu unterstellen und der ehemaligen Zentralwirtschaft des Ostens die Planwirtschaft.
        Ich habe mich ja bei den knapper werdenden planetarischen Ressourcen wiederholt für globale Ressourcendemokratie ausgesprochen, also ein vernünftige Gewinnung und Verteilung. Und das ist schon recht zentrale Planung für soziale Profite aller. Ein weites Feld.

        MfG

      • Gaby sagt:

        Tja, lieber Paten und Mitlesende,

        dass ist auch wieder so eine gängige Lüge, um uns Normalsterblichen den Kapitalismus schmackhaft zu machen und ins System zu zwängen. Ständig wird behauptet, ohne Kapitalismus gäbe es keinen Fortschritt. Dass das Blödsinn ist, sieht man, wie Du anschaulich beschreibst, wenn man ein Geschichtsbuch aufschlägt.

        Du schreibst, dass im Grunde immer schon eine gewisse Produktionsplanung vorlag, die vermutlich sogar schon begann, bevor die Menschen sesshaft wurden. Mit dieser Ansicht gehe ich konform. Aber im liberalen Kapitalismus ist diese mehr oder minder vernünftige, den Menschen dienende Planung weggefallen, sie wurde einem gnadenlosen Konkurrenzsystem geopfert und mit allen erdenklichen Mitteln werden wir seit rund 400 Jahren darauf konditioniert, dieses kranke System als allein selig machend zu akzeptieren und uns nahtlos einzufügen und es als Gottgegeben hinzunehmen, dass dieses Geldsystem im Grunde mehr Verlierer als Gewinner hervor bringt.

        Eine Lüge ist auch, dass der Mensch von Natur aus ein faules, raffgieriges Monster ist, den man mit eiserner Faust zur Arbeit zwingen müsste. Auch hier belegt die Historie vor dem Merkantilismus, dass dem nicht so ist. Menschen lieben, sobald sie ihr Auskommen erwirtschaftet haben, die Muße. Und genau dieses menschliche Grundbedürfnis passt nicht in die Arbeitsteilung, in den Minutentakt des Kapitalismus.

        Diese jahrhundertelange Gehirnwäsche, deren Teil auch ich bin, macht mich hopperditzelig! Wenn ich mir nämlich klar mache, wie der Kapitalismus begann und wer über die Jahrhunderte mit den haarsträubendsten Theorien daran gearbeitet hat, dass wir heute so denken, sprechen und leben, wie wir es tun, komme ich zu dem Schluss, dass ich viele Ansichten, deren ich mir bisher sicher war, auf den Prüfstand stellen muss.

        Gaby

  6. Historikus sagt:

    Hallo, Vorsicht bei den Auswirkungen. Das mittelalterliche Zunftsystem dürfte sich als wenig erstrebenswert erweisen und schon gar nicht als Problemlösung.

    • Gaby sagt:

      Hallo Historikus,

      Danke für Deinen Hinweis, aber ich habe das Zunftsystem deshalb als Beispiel genommen, weil mir schlichtweg die Worte fehlen, das, was ich sagen will, besser zu veranschaulichen.

      Sorry,

      Gaby

  7. Uwe sagt:

    Es sollte, nun nach mehr als 1 Generation Neoliberaler Indoktrionation, mal wieder ernsthaft darüber nachgedacht werden was Protektionisumus bedeutet bzw. wleche Konsequenzen dieser für welche Gesellschaftsteilnehmer hat. Bestimmt so manche ausserordnetlich positive Aspekte für all jene deren Mobilität stark eingeschränkt ist… in der Regel die Standardangestellten… Protektionismus darf kein Schimpfwort mehr sein noch darf dies negativ bewertet werden… Leider wurden alle einstmals vorhandenen Schutzmechanismen die mal für die Standardangestellten erkäpmft wurden nach und nach abgerissen und mit der EU Verfassung wird noch viel mehr davon auf uns zukommen. Die EU Verfassung welche sich in weiten Teilen stark an den WTO Freihandels-Verträgen orientiert ist ein rückständiges Mach(t)werk mit Regeln welche so manches EU Land feudalistischer werden lassen…

    • Paten sagt:

      Guten Abend. Ich verstehe Sie so, dass Sie den Verlust von Schutzrechten (Protektion) von normalen Arbeitnehmern (hier Angestellten mit Mobilitätseinschränkungen wegen Gesundheit oder Hausbesitz oder familiären Verpflichtungen) durch Staat und EU-Vertrag erkennen, weil der Mobilität des Kapital-, Geld- und Warenverkehrs keine Grenzen gesetzt sind und sich alles nach den niedrigsten Kosten und höchsten Gewinnen richtet, während der normale Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz ja nicht mit nach China etc. verlagert bekommt und daher im „feudalen“ System wie ein rechtloser Leibeigener des Systems mitbestimmungs- und schutzlos alles über sich ergehen lassen muss und dagegen positive protektionistische Abwehrmaßnahmen erforderlich wären, die aber Staat und EU nicht leisten wollen, vielmehr die Schutzlosigkeit und Abhängigkeit verstärken?

      Dem kann man nichts hinzufügen. Dr. Jahnke tritt schon sehr lange hier im Infoportal für mehr Protektionismus der EU und WTO gegenüber chinesischem Sozial-, Öko- und Währungsdumping ein mit der Konsequenz der so hier verursachten Jobverlagerung, wachsenden Arbeitslosigkeit und deren Verstetigung durch Deindustrialisieren und Ausweitung des Niedriglohnsektors im Dumpingpreiskampf um sinkende Stückkosten durch Schutzzölle einen Riegel vorzuschieben, er unseren Binnenmarkt und seine Arbeitnehmer und deren Einkommen schützt und Jobs zurückholt und dass die WTO China endlich nicht mehr als bloßes Entwicklungsland mit Welpenschutz für sein Dumping betrachtet.

      Das sind wir uns hier alle weitgehend einig. Vielleicht könnten Sie etwas zu ggf. persönlichen Erfahrungen/Kenntnissen sagen, die sie mit ‚eingeschränkter Mobilität‘ andeuteten? Alles Gute.

      MfG

      • Uwe sagt:

        Ich verstehe das so dass Kapital nicht im menschlich/humanistischen Verständis ein Gewissen hat… Soweit scheint da beinahe jder zuzustimmen… aber die negativen Konsequenzen sind generell in den üblichen Massenmedien nicht aufzufinden.

        Deshalb ist es ja auch so einfach beliebige Beträge aus beliebigen Gründen innert Sekunden um den Globus zu verschieben. Generell dorthin wo halt üblichweise die grössten Profite oder die niedrigsten Steuern erwartet werden.

        Als vergleich dazu mögen beliebige „Entwicklungsländer“ dienen die gemeinhin als rückständig angesehen werden. In diesen Ländern (China und Indien sowie Afrika als Beispiele) ist die Armut so hoch und umfassend das die Menschen gewzungen sind dem Kapital hinterherzurennen was für mich aber keinerlei erstrebenswerte Aspekte moderner Gesellschaften sind. Von dort sind wir doch alle erst grad kürzlich hergekommen.

        Dies im vergleich zu der massiven Propaganda die hier benötigt wird um die wenigen Erungenschaften die die modernen Industrieländer noch vorweisen können überhaupt noch in’s Bewusstsein der Menschen zu bekommen… Der tägliche Aufwand um den Menschen zu suggerieren das dass was sie täglich sehen, das eigentlich nicht zu verbessernde Endstadium jeder modernen Gesellschaft zu sein hat ist gigantisch.

        Es ist aber nicht mobilität auf Teufel komm raus die sich die meisten Menschen so sehr wünschen sondern ein gesundes Soziales Umfeld zu dem eben auch ein stabiler Arbeitsplatz mit dem dazugehörenden stabilen Einkommen gehört… die Mobilität der Menschen/Humankapitals wird aber immer der des Kapitals hinterherhinken sofern nicht genügend Armut und Arbeitslosigkeit als „Motivator“ vorhanden sind…

        Genau so ein Lebensumfeld zu schaffen ist aber die Essenz des EU Vertrages… dies exklusiv zu Gunsten der Kapitalbesitzer während alle anderen Gesellschaftsteilnehmer/inhaber für deren Wohlbefinden in vielen Variationen bezahlen müssen.

  8. der pommer sagt:

    Das Gerede über Kapitalismus oder nicht bringt hier wirklich nichts.
    Nebenbei: Die Rettung der Bonzenbänker ist kein Kapitalismus, es ist höchstens Staatsmonopolismus zugunsten einer Kaste.
    Statt Protektion könnte man auch sagen Interessenvertretung. Aber gerade die scheint den Gutmenschenregierungen im Westen völlig unbekannt zu sein, übrigens egal ob rechts oder links. Der deutsche Michel hat zur Zeit keine Interessenvertretung.

    • heiner sagt:

      @der pommer: Das Wort heisst nicht Staatsmonopolismus sondern:treten Sie bitte ein: in unseren Reparaturbetrieb:
      Hier wird Ihnen geholfen-auf Kosten aller(nicht Ihrer)
      MfG

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Er hat sie sich doch gerade bei vollem Bewusstsein gewählt und vor den Wahlkabinen standen keine bewaffneten Wahlhelfer, sagen die UN-Beobachter. Jedes Wahlvolk kriegt die Regierung und Zukunft, die es angekreuzt hat.

      MfG

  9. der pommer sagt:

    Sagt jetzt nicht, der Saarländer war die Alternative.

    • Gaby sagt:

      Hallo, der pommer,

      ich behaupte jedenfalls nicht, dass des Saarländers Linke derzeit eine wirkliche politische wie wirtschaftliche Alternative ist und zwar aus folgendem Grund:

      Ich denke, die Schwäche der Linken des Saarländers ist, dass sie ideologisch in historischen Strukturen verhaftet sind, die zwar längst nicht überwunden, aber ganz neue, hochmoderne, hinzugekommen sind, derer sie sich nicht stellen.

      Der radikal-brutale, gemeinschaftlich organisierte Protest der Fabrikarbeiter gegen die aufkommenden Maschinen begann bereits im 18. Jhr. Es ging den Fabrikarbeitern darum, nicht Teil der Maschinen zu werden. Sie wehrten sich vor der Versächlichung, vor der Verwurstelung ihrer selbst, weil sie ahnten, dass sie den Kampf Mensch gegen seelenlosen Maschine verlieren werden.

      Im 19. Jhr. wurden zwar immer noch fleißig Maschinen zerstört, aber nun richtete sich der Arbeiterprotest hauptsächlich gegen die viel zu geringen Löhne. Erst jetzt, wo die Idee des Kapitalismus bereits Allgemeinwissen geworden war, bildete sich eine intellektuelle Gegenbewegung und es bildeten sich erste Gewerkschaften.

      Heute, im 21. Jhr., sind wir alle derart von der Ideologie des Kapitalismus domestiziert, als verhausschweinte Menschen gesellschaftlich atomisiert, dass es kaum noch ein organisiertes Aufbegehren gibt. Die Menschen kapitulieren und zwar jeder für sich allein. Und die „schöne Maschine Kapitalismus“ arbeitet derzeit hart daran, uns nicht nur von außen zu drangsalieren, sondern in uns hinein zu wachsen. Wir, jeder für sich, sollen heute unser eigener Unternehmer sein (Ich-AG), unser eigenes Lebensrisiko im Kreise immer wütenderer Konkurrenten (z.B. China) tragen, uns selbst im Krankheitsfall zusatzversichert versorgen und später von einer privat versicherten Rente leben. Wer das nicht schafft, den schafft Hartz-IV.

      Die „Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen“ hat es 1997 so ausgedrückt: „Das Leitbild der Zukunft ist das Individuum als Unternehmer seiner Arbeitskraft und Daseinsvorsorge. Diese Einsicht muß geweckt, Eigeninitiative und Selbstverantwortung, also das Unternehmerische in der Gesellschaft müssen stärker entfaltet werden.“

      Von den Linken habe ich bisher keine Idee gehört, wie dieser finalen Form des Kapitalismus zu begegnen ist. Ich denke, hier liegt die Schwäche des Saarländers und seiner Linken. Es genügt heute nicht, Karl Marx zu zitieren und von Keynes, dem Herzschrittmacher des im 20. Jhr. kollabierenden Kapitalismus, zu schwärmen.

      Gaby

  10. wotan sagt:

    zum Tabu „der Saarländer“,
    wer den neoliberalen Einheitsbrei nicht fressen oder den Kakao durch den wir gezogen werden nicht trinken wollte, konnte eigentlich nur die Linke wählen, eine Alternative gab es nicht. Selbst wenn es nur Protest und keine Identifizierung war. Die Berührungsängste zu Lafontaine verstehe ich nicht ganz, selbst wenn ich einige seiner Positionen nicht teile, im Wesentlichen lehne ich die wachsweiche Haltung der Linken sowie die der NDS (Müller) zu China ab. Im Unterschied zu Müller ist die Linke aber schon der Meinung, daß die Wirtschaftskrise ihre Ursache in der Einkommensasymmetrie und der übermäßigen Kapitalakkumulation hat, es ist daher primär eine Krise der Nachfrage und der Niedriglöhne, nicht die der Finanzmärkte. Man mag das bedauern, aber Marx ist in der Analyse immer noch die beste Adresse (nach dieser Webseite natürlich, falsch globalisiert ist genau der Punkt). Der kapitalistische Akkumulationsprozess führt mit wachsenden Profiten zwangsläufig auch zu wachsender Ausbeutung und zu geringen Löhnen. Die Krise kommt, wenn die Arbeiter sich die Güter, die sie selbst produzieren, nicht mehr in ausreichendem Maß leisten können (hier springt vorübergehend die Finanzindustrie mit Krediten ein). Wenn der Zuwachs an Produktivität einseitig von den Kapitalisten eingesackt wird, führt das zwangsläufig zur Überproduktionskrise. Es ist unglaublich, daß schon dieser einfache Ansatz die wesentlichen Züge der Wirtschaftskrise einzuordnen erlaubt. Die Lösung kann nur eine Demokratisierung der Produktion und der Produktionsmittel sein, Volkskontrolle im strengen Sinn, keine Parteidiktatur. Wie das technisch geht und wie man dahin kommt, möglichst ohne Revolution ist die wichtigste Frage.

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Die Aneignung der relativen (zur nationalen Kaufkraft der Lohnempfänger) Überproduktion in Geld kann ja nur durch Exporteinnahmen erfolgen, denn dem Kapitaleigner (bzw. seinem Kreditgläubiger wenn’s schiefgeht))gehört ja sogar die ganze Produktion als Warenmenge, die er sich gar nicht mehr aneignen muss (Butter im Tresor?), nur dass die Kaufkraft der Lohnempfänger relativ zur von ihnen erzeugten Warenmenge als Unterkonsumption erscheint, und beide Prozesse mit steigender Produktivität im Wettbewerb weiter auseinander driften.

      Überproduktion und Unterkonsumption -gemessen an einem durchschnittlich Wohlstand aus dem BIP- sind also Ergebnis der Umverteilung der Umsatzerlöse (Inland und Ausland) aus Warenwertschöpfung und diese Ergebnis der das legaliserenden fiskalischen Politik der Regierungsparteien.

      Eine Überproduktionsk r i s e erscheint aber erst dann, wenn der nationale und/oder (Exportkonkurrenz) internationale Markt mit Waren überschwemmt wird, zu denen keine Kaufkraft besteht, so dass die Produzenten ihre Investitionen in die Warenproduktion verlieren. (Dies führte zu on-demand und just-in-time Modellen oder lanfristiger Kundenbindung wie bei Düngemitteln etc. der kapitalistischen Planwirtschaft von Produktion und Absatz…).

      Dagegen entsteht die Unterkonsumptionskrise aus dem wachsenden Niedriglohnsektor und der Unterbeschäftigung, die eine normal mögliche Binnenkonjunktur abwürgen und der „Minderkonsum“ wieder in relativer Überproduktion endet.

      Entsprechend ist der grenzenlose Wachstumswahnsinn für eine Reproduktion der Produkte für den Binnenmarkt und einen ordentlichen Volkswohlstand darüber unnötig (er dient nur Privatgewinnen und der Umverteilung des Volkseinkommens von Arbeit zu Kapital) wobei Überschüsse für den Export in dem Maße als Zahlungsmittel nötig sind, wie Binnamarktbedarf an Importen besteht. Die Reproduktion muss dabei nicht auf stets denselben langweiligen Gütern/DL beharren, kann durchaus Waren diversifizieren, weiterentwickeln oder neu einführen, allerdings sind die Ungleichgewichte in den Handels- und Leistunsgbilanzen in abbaubaren Korridoren zu halten, sonst wäre am Ende China globaler Alleinexporteur (Überproduktion) und deindustrialisiertes Deutschland ohne Tauschwaren zahlungsunfähig (Unterkonsumption auf Nullniveau) und daher auch nicht kreditwürdig. Fataler Systemerror.

      MfG

  11. Gaby sagt:

    Lieber Wotan und liebe Mitlesende,

    es ist schade, dass wir uns nicht mit Captain Ludd, dem fiktiven Anführer der Ludditen unterhalten können. Er würde uns in kapitalistisch undomestizierten Worten und von den grausamen Erziehungsmethoden des Jeremy Bentham noch weitgehend unbeeinflusst erklären, dass das, was die Menschen heute vom Kapitalismus wünschen, nichts anderes ist, als sie es im 19. Jhr. forderten und bitter enttäuscht wurden.

    Die englischen Ludditen wollten, dass das wirtschaftliche Wachstum mit Hilfe von Maschinenkraft nach ethischen Grundsätzen geregelt und den menschlichen Bedürfnissen untergeordnet wird.

    Diesem harmlos klingende Ansinnen wurde mit vielen Gewaltaktionen gegen die tauben, arroganten und bornierten Kapitaleigner- und Maschineneigner Nachdruck verliehen. Der Staat schlug hart zurück, schickte Polizei und Militär, um die Ludditen zu zer- und zu erschlagen und verhing für die Zerstörung von Maschinen die Todesstrafe bzw. die Verbannung nach Australien. Bis 1920 galt auch in Deutschland die Todesstrafe auf Maschinenzerstörung.

    Edward Palmer Tompson hat dafür gesorgt, dass der Kampf der Ludditen bis heute nicht aus unserer Historie gelöscht bzw. von nachfolgenden Generationen vergessen wurde.

    Du siehst, es gibt nichts Neues unter der Sonne. Seit der Merkantilismus dazu überging, Geld höher zu schätzen als Menschenleben, gibt es in diesem Wirtschaftssystem, für das sich die Vokabel „Kapitalismus“ entwickelte, Krisen über Krisen, Revolten über Revolten, Armut und Elend on masse und nur sehr wenige glückliche Zeiten des Wohlstandes und das auch nur punktuell.

    Gaby

  12. Uwe sagt:

    Das Dilemma das ich generell noch erkenne ergibt sich einmal mehr aus den WTO Verträgen und deren unzähligen Derivaten (Patent- und Urheberechte als Beispiel) Zollvereinbarungen als anderes Beispiel.

    War es einst üblich das sich Unternehmen mit bestimmten Aktienkonstruktionen „schützen“ konnten so wurde solcher Art Geschäftsgebaren zu Gunsten der beinahe als Heilig dargestellten Investoren/Kapitaleigentümer abgerissen.

    So manches Unternehmen steht vor den Kapitalmärkten so quasi mit runtergelassenen Hosen da. Uebernahmen müssen nur noch ab bestimmen Schwellen angekündigt werden, diese können aber so oder so einfach umgangen werden in dem Investitionsvehikel voran gestellt werden um die tatsächlichen Stimmenmehrheiten zu verschleiern solange bis die 50.1% erreicht sind…

    Der totalen Lust und Laune der Investoren ist nun nicht mehr viel entgegen zu setzen. Im Gegenteil, es wurde sogar noch mit Steuererlassen im Sinne von angeblichen Standortvorteilen nachgeholfen.

    Was dann folgte war in vielen Fällen schlicht und einfach das Ausrauben (Assetstripping) und somit der Verkauf der Wertvollen Teile (Grunstücke, Immobilien, Patente) der Unternehmen. Gegen solche Art von Uebernahmen hilft aktuell nur schiere Grösse in der Hoffnung das vor der Uebernahme das Kapital ausgeht (In vielen Fällen half das aber nicht’s)…

    Leider half es auch nicht’s damit die Regionalen Oekonomien die für die meisten Menschen elementar sind zu schützen. Auch hier wurde die Globaliserung über Jahre mehr als glorifieziert und oft als unabänderlich hingestellt. Unabänderlich war das aber nur deswegen weil viele Nationen, eine nach der anderen, zur Unterschrift gewzungen wurden…

  13. der pommer sagt:

    Als wenn im realen Gegenentwurf, also unserem damals „real existierenden Sozialismus“ Menschenlebn höher geschätzt waren als im sogenannten Kapitalismus. Mao und Stalin waren die größten Menschenschlächter aller Zeiten, auch Honecker nahm es nicht so ganz genau.

    Im Sozialismus hatten wir keine Krisen, denn wir hatten nur eine einzige Dauerkrise. Warenwirtschaft und Eigentum waren schließlich von Amts wegen abgesagt, also kein Wohlstand, kein technischer Fortschritt, tendenzielle Verblödung. Mit letzterem liegen wir fast wieder gleichauf mit damals, womit wir offenbar schon wieder mehr Sozialismus als alles andere haben.

    Zum Saarländer noch, er ist ja nur Saarländer Nr.2, uns hat die Nr. 1, ratet mal wer, völlig gereicht.

    Irgendwann wird man die Ludditen natürlich materiell völlig befriedigen können, d.h. Lebensunterhalt für alle. Wir sind dann im Kommunismus, von dem der Kapitalismus ja die erste Phase ist, wie die Chinakommis neuerdings sagen. Die haben es verstanden, im Unterschied zu den meisten hier. Aber Problem: es wird den Ludditen natürlich nie reichen, sie wollen alles umsonst, auch den Sinn ihres Lebens.

    Grüße, auch an Gaby

    • Gaby sagt:

      Guten Tag, der Pommer und Mitlesende,

      die Ludditen gibt es längst nicht mehr, aber deren Idee, die widernatürlichen Preismechanismen zu bekämpfen, den Kapitalismus nicht als „gottgegebene Naturgewalt“ zu sehen und sich nicht vollständig in den Takt der Maschinen integrieren zu lassen, diese Wünsche gibt es heute noch.

      Das Anliegen der noch nicht von der kapitalen Ideologie völlig verhausschweinten Menschen des 18./19. Jhr. hat nichts mit der uns bekannten Planwirtschaft, gar dem Kommunismus zu tun. Die Ludditen und ihre Anhänger wollten Fortschritt, jedoch nicht um den Preis, per ständiger Konkurrenzkämpfe zu brutalen Monstern zu werden, die sich gegenseitig zerfleischen. Leider haben sich die Ludditen nicht gegen die bestialische Gewalt der Kapitalismus-Prediger durchsetzen können. Auch die später entstandenen Gewerkschaften haben das nicht geschafft.

      Beste Grüße

      Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Auch Gaby:
      Die Ludditen waren reine szs. Wirtschaftsterroristen. Sie erlebten noch mit, wie die produktiveren Maschinen der örtlichen Hautevolee tatsächlich die Arbeitskräfte und damit Einkommen verdrängten, nachdem die Bauern die ersten Opfer der Produktivität waren und ind die städtischen Manufakturen und Fabriken zum Geld verdienen per Arbeitsvertrag über den An- und Verkauf ihrer Arbeitskraft mussten.

      Nicht irgendein Preismechanismus, sondern der lokale Preis der Arbeitskraft wurde bei Entlassung auf null gesetzt und Alternativen gab es nicht in Stadt und Land. Der Beginn der Rekrutierung der dauerhaften Arbeitslosenarmee und Unterbeschäftigung. Das Denken war einfach: Maschine da – Arbeit weg. Also: Maschine weg – Arbeit wieder da. Sie fanden natürlich Anklang in der neuproletarischen urbanen Bevölkerung, denen jederzeit das gleiche Schicksal drohen konnte, wenn das Establishment noch mehr und produktivere Maschinen besorgt. Was es ja noch heute tut.

      Der Saarländer Honecker war Dachdecker mit langjähriger Hafterfahrung wegen antifaschistischer Untergrundarbeit. Keine Hochschulbildung, keine bildungsbürgerliche Erziehung. Politisch geprägt durch den sowjetischen Stalinismus und daher auch verharrend im speziellen ostdeutschen Poststalinismus an der vordersten Lagerfront (Ein Land, zwei Systeme – wer hat’s erfunden?). Und so auch das Denken in Feinbildern und Intrigen, Untergrund-Wohnen im Wandlitzer Ghetto (ein Armenhaus im Vergleich zu damaligen westlichen Eliten-Standarts); Schutzsstaffeln gegen alles und jeden insbesondere Kultur- und Bildungsbürger aus Verfolgungswahn (verlieh dem Massenmörder n der kampucheanischen Intelligenz Pol Pot heimlich den großen Stern der Völkerfreundschaft); häuslicher Prolldespotismus; null Ahnung von Ökonomie und Finanzen aber die selbstherrliche und selbstüberschätzende Anmaßung der Entscheidungsgewalt über das Volksvermögen daraus; mangels umfassender linker bürgerlicher Bildung (Marx, Engels, Trotzky, Liebknecht, Luxemburg…) unkritisch zum Sowjetstalinismus = bedingungsloses Führerprinzip und daher wirtschaftsfeindliche Fremdentscheidungen der Besatzer akzeptiert (fehlender technischer Fortschritt), geistig inert und daher später unfähig der Wende dort theoretisch und praktisch zu folgen; ignorant ab den Achtzigern gegenüber Projekten des Wirtschaftsaufschwunges durch materielle Stimulierung der Jugend (u.a. durch Beteiligungen in privatwirtschaftlichen GmbH) usw.

      Der Poststalinismus wie auch der neoliberale Kapitalismus sind beim Volksvermögen zentralgeleitete Systeme mit Eigentumsausschluss der breiten Volksmassen per demokratischer Verfügungsgewalt darüber. Beide zeigen dabei eine identische gesellschaftliche Struktur: Elite-Plebs, die eigentlich wie ein Bilanzkonto aussieht:
      (Elite=)Haben – Soll (=Plebs), von dem ständig (Kontokorrent) umgebucht wird. Und Volkes Kreditschuld an die Eliten wächst täglich. Das sollte uns mehr beunruhigen als tote Ludditen. Oder nicht?

      MfG

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