1626

Gedanken zur Zeit 1626 31-12-09: Meine Neujahrsansprache (wenn ich Merkel wäre)

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40 Responses to 1626

  1. heiner sagt:

    Mein Pendant zu Ihrer Neujahrsanprache:

    Es ist gleich da das Neue Jahr,
    es wird bringen was es bringen muss.
    leider viel Verdruss…
    Die Zahlen werden zeigen, Frau Merkel wird das Jahr vergeigen.
    Die Weltwirtschaft wird weiter hinken,
    und uns werden andere nach hinten winken.
    Sind wir dann am Ende angekommen, wird es heissen:
    all die Dollars vom Export: alles fort.
    Dann wird es wieder heißen: alle Deutschen müssen die Zähne zusammenbeißen, den Riemen enger schnallen-
    dabei sollte das Volk besser die Fäuste ballen und der Regierung eine knallen!
    MfG

  2. der pommer sagt:

    Sehr guter, herzerfrischender Artikel im Gegensatz zu Merkel-Lügen-Speak.
    Aber Vorsicht vor Protektionismus.
    Silvestergrüße

    • globalnote sagt:

      @der pommer.

      Wenn wir uns dem manipulierten Wettbewerb ausliefern wollen, können wir uns nur selbst Vorwürfe wegen unserer Naivität machen. Da lachen die Manipulatoren nur noch!

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  3. Paten sagt:

    Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin. Ich, der Bundespräsident, nehme ihren Rücktritt und Vorschlag für Neuwahlen in Verbindung mit einer Volksabstimmung aller Wahlberechtigten über ihr künftiges Recht auf Volksabstimmungen vor wichtigen Staatsentscheidungen an. Damit dürfte das nach dem Grundgesetz erforderliche Quorum gewährleistet sein.

    Mit Ihrem Fünf-Punkte-Plan „iPod NE“ (“Initiative Politik der Neuen Ehrlichkeit“) statt INeSoMa sprechen sie dem deutschen Wahlvolk aus dem Herzen, statt ihm den steuerverschenkten Aufschwung weiterhin in die Tasche zu lügen. Ich habe mich daher, (Ladies first and the dogs after), ebenfalls zum Rücktritt entschlossen, um mein bereits erklärtes Scheitern für alle anschaulich zu machen.

    Guten Rutsch uns allen in den vorzeitigen Ruhestand.

  4. der pommer sagt:

    Manipulierter Wettbewerb ist besser als gar kein Wettbewerb alias unsere „gute“ alte DDR,
    die Endstufe von Protektionismus und Abschottung ist by the way oft Krieg.
    Allerdings ist richtig, dass die schutzlose Preisgabe der bescheidenen Interessen der deutschen Bevölkerung auf dem Weltjahrmarkt durch die hiesige Politiker- und Bankerkaste die größte Sauerei seit Honecker ist.

    • globalnote sagt:

      @der pommer

      Vielleicht kennen Sie die Statuten der Welthandelsorganisation nicht. Dort ist die Verteidigung gegen Dumping legitimiert. Das ist nicht Abschottung oder der Weg zum Krieg. Wir leben nun mal in einer Marktwirtschaft mit demokratischem Vorzeichen und Länder wie China nicht. China hätte so nie in die WTO aufgenommen werden dürfen, die für Marktwirtschaftsländer geschaffen wurde. Doch die Exportbosse witterten das große Geschäft und das Druckpotential auf die Arbeitseinkommen zu Hause. So einfach war das!

    • heiner sagt:

      @der pommer: Die bescheidenen?(berechtigten!) Interessen der deutschen Arbeitnehmer an Teilhabe an den durch die langjährige Exportweltmeisterschaft erzielten Gewinnen der Unternehmer und Banken sind auf dem Altar des neoliberalen Finanzwahnsinns geopfert worden.
      Zu ihrem ersten Satz:Das ist wie mit Pest und Cholera:
      beides sind Krankheiten und müssen behandelt werden.
      MfG

  5. der pommer sagt:

    Ich kenne die Statuten natürlich nicht.
    Und was ist Dumping wirklich. Die Chinesen hat es jedenfalls gefreut so wie es ist.
    Das Problem ist doch, dass die Deutschen offenbar zu blöd sind, einschließlich ihrer Regierungen, mal wirklich ihre Interessen zu vertreten.

  6. heiner sagt:

    @der pommer: Und was ist Dumping wirklich?
    Geben Sie mal in die Suchfunktion im Infoportal ein:
    Die trostlose Heimat des Hampelmann
    Nach der Lektüre wissen Sie was Dumping/Ausbeutung ist.
    MfG

  7. der pommer sagt:

    Jedenfalls nochmal Zustimmung zu den 5 genannten Punkten in der Neujahrsansprache! Das ist wirklich gut getroffen.
    Leider ist der Leserkreis wohl noch etwas klein hier, oder täusche ich mich? Oder wird das hier ein großes Netzwerk mit parlamentarischem Einfluss?

  8. hans-in-glück sagt:

    Lieber Herr Dr. Jahnke,
    vielen Dank für Ihre schöne Neujahrsansprache; so oder ähnlich hätte ich es mir auch von Madame M gewünscht.

    Und nochmals: vielen vielen Dank für Ihre fleißige Arbeit, für uns alle immer wieder die Fakten aufzubereiten.
    Auch wenn ich nicht immer mit Ihren Wertungen übereinstimme – Ihre Seite empfehle ich gern weiter, so oft es geht, weil sie in jedem Falle zum Denken anregt!

    In diesem Sinne zum Neuen Jahr Ihnen alles Gute – Glück, Gesundheit, Freundschaft und Liebe – alles andere kommt dann „von selbst“!

    • globalnote sagt:

      Lieber hans-in-glück,

      Herzlichen Dank. Auch Ihnen alles Gute in 2010. Das nächste Jahrzehnt wird möglicherweise noch unberechenbarer als das letzte. Nur so viel scheint mir klar zu sein, in 10 Jahren wird Europa seinen politischen Einfluß weitgehend verspielt haben. Hoffentlich hat es sich dann seinen moralischen bewahrt und seine sozialen Strukturen oder wenigstens, was davon heute noch übrig ist.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • heiner sagt:

        @globalnote:In Anlehnung an ihre Silvesteroffenbarung
        für Frau.M.:u.a.
        Ihre Sprache Frau.M. an das Deutsche Volk:2010/2011
        Liebe Landsleute/ liebe Deutsche/ meine Mitbürger:
        leider hat sich, wie ich in meiner letzten Silvesteransprache schon andeutete die wirtschaftliche Situation der Deutschen verschlechtert. Wir sind jetzt
        leider nicht mehr Exportweltmeister, sondern nur noch zweiter.Das bedeutet für von uns an sich nichts schlimmes…….
        ausser man kann das verkraften! Ich habe deshalb mit Unterstützung meines Koalitionspartners der liberalen
        Partei FDP einen Mindestlohn-Antrag von 4.00€ ins Gesetzgebungsverfahren eingebracht(für im Inland geborene!)

        so, oder ähnlich, vorstellbar……..
        2011
        MfG

  9. Der Weise sagt:

    Zunächst wünsche ich jedem Leser im diesem Forum ein Frohes Neues Jahr. Sehr geehrter Herr Jahnke, Sie leisten mit dieser Seite schon seit Jahren hervorragende Arbeit und das ist wirklich bemerkenswert, doch bein Ihnen fehlt mir ein klares Statement zu dem Wirtschaftssystem, das wir zur Zeit in der Welt haben. Sie kritisieren völlig zu Recht die neoliberale Bewegung, die viel mehr Menschen ihr Leben zerbrach als so mancher Krieg. Wenn ich in den Medien höre, dass die Krise vorbei sein solle, dann bin ich damit einverstanden. Die Unternehmer, besser gesagt die Kapitalisten (nein ich bin nicht links, weil ich einen Begriff von Marx gebrauche), scheinen wieder ihre Profite zu machen, darum scheint für “ Sie “ die Krise überwunden zu sein. Doch was ist mit der normalen Bevölkerung? Ist die Krise für Sie auch vorbei? Ich glaube daran nicht!Gerade für uns , die einfachen, oft kapitallosen Lohnabhängigen, beginnt die eigentliche Krise. Unsere löhne steigen nicht, sondern sie schrumpfen sogar, gleizeitig werden wir aber bald mehr Steuern Und Sozialabgaben leisten müssen. Im Endeffekt werden wir weniger Geld haben als je zuvor bei steigenden Lebenskosten, auch wenn die Inflationsrate momentan so niedrig ist.
    Der Kapitalismus arbeitet gegen den Menschen. Wenn wir in Zukunft in Frieden, so weit es möglich ist, und in einer Welt leben wollen, inder keine drei Milliarden Menschen mit leerem Magen einschlafen, dann müssen wir dieses System abschaffen. Weg mit dem Kapitalismus.
    Welches Wirtschaftssystem, das richtige wäre , kann ich nicht sagen. Und ob überhaupt es jemals so etwas geben wird, kann ich auch nicht wissen. Ich weiß jedoch, dass Sie Herr Jahnke den Kapitalismus oft kritisieren, aber nicht davon sprechen, dass wir ihn abschaffen müssen. Sollte ich in Ihren Augen mich irren, so schreiben Sie es bitte im Forum. Ich hoffe damit niemaden verletzt zu haben und bleibe weiterhin begeistert von dieser Seite.

    Frohes Neues…

    • globalnote sagt:

      @Der Weise,

      Den Kapitalismus abschaffen, ist leider eine zu einfache Formel. Denn was ist Kapitalismus? Das ist eigentlich das Privateigentum an Produktionsmitteln, also die besondere Rolle des Kapitals in der Wirtschaft. Das Gegenteil, nämlich die Staatswirtschaft, ist in der Vergangenheit sehr unglücklich gelaufen, ohne daß ich die Beispiele hier aufführen muß. Wir kennen sie alle. Daher bleibt nur die eine Lösung, nämlich ein Kapitalimus mit sozialen Bedingungen. In Deutschland hatten wir das mit der Sozialen Marktwirtschaft, die für sozialen Ausgleich sorgte und mit der Mitbestimmung für einen Einfluß der Arbeitnehmer auf die Entscheidungen des Kapitals. Leider ist davon inzwischen sehr viel verloren gegangen. Schuld sind die neoliberalen Reformen, die überall in der Welt seit dem Ende des kommunistischen Gegenmodells vestärkt betrieben wurden. Schuld ist vor allem die neoliberale Form der Globalisierung, mit der die ungüstigsten Sozialverhältnisse weltweit verbreitet werden, weil sich das Kapital nun global hemmungslos gegen die Arbeit durchsetzen kann.

      All das muß zurückgedreht werden. Dann kann man auch mit dem Kapitalismus leben.

      Auch Ihnen viel Glück in 2010.

      Joachim Jahnke

      • N. sagt:

        „Daher bleibt nur die eine Lösung, nämlich ein Kapitalimus mit sozialen Bedingungen.“

        Ich finde es schade, dass viele so denken. Meiner Meinung bleibt nicht nur _eine_ Loesung, und „Kapitalismus“ ist vermutlich nicht nicht die einzige „machbare“. Die Erde ist ein komplexes System mit mehreren Milliarden Menschen sowie einer sehr komplexen Natur. Ausserdem schreitet die Vernetzung zwischen den Menschen (oder zwischen dem Bruchteil der Menschen in der „1.“ Welt, die aber mehr Einfluss haben) immer weiter fort. Folglich aendern sich die Rahmenbedingen auch.

        Meiner Meinung nach hat der Kapitalismus 2 grosse Vorteile gegenueber anderen Systemen:

        1. folgt er dem Prinzip der Selbstorganisation (wie z.B. auch Pflanzen, Tiere, Baktieren oder mittlerweile auch manch industriell hergestellte Gueter wie manche Medikamente oder Oberflaechenbeschichtungen) und

        2. ist er sehr „menschlich“ (nicht im Sinne von sozial, sondern es ist relativ „natuerlich“, dass Menschen sich kapitalistisch organisieren).

        Aber er hat auch einen sehr grossen Nachteil, sein exponentielles Verhalten in vielen Bereichen: exponentielle Vergroesserung der Armut, exponentieller Resourcenverbreich etc.

        Ein System zu benutzen, dass sich exponentiell verhaelt und es so stark zu bremsen (via soziale Transfers etc), dass der exponentielle Charakter verschwindet, ist eine Loesung, aber man koennte auch andere Systeme finden (wer sich etwas mit Differentialgleichungen auskennt, weiss, wass ich meine…).

        Man kann es auch so sehen: Die Menscheit befindet sich in einer Phase (wie fest, fluessig, gasfoermig etc), die Kapitalismus heisst. Es ist nicht gesichert, dass es eine bessere (in der Physik energetisch niedrigere) Phase gibt, die anders aussieht (weder Sozialismus noch Planwirtschaft noch beides noch Diktatur noch Oligarchie …)

        Die Welt ist komplex 🙂 Aber es lohnt sich, darueber zu diskutieren.

        -N

      • globalnote sagt:

        @N.

        Ein Kapitalimus mit sozialen Bedingungen kann hundert verschiedene Formen haben. Ich habe mich nie für eine Einheitslösung für die ganze Welt eingesetzt. Mir würde schon reichen, wenn wir z.B. für Deutschland die soziale Marktwirtschaft, z.B. von Ehrhards Zeiten oder den Zeiten des Ahlener Programms der CDU zurückbekämen. Damals hat uns die ganze Welt darum beneidet. Heute beneidet uns kaum noch jemand. In dem abgelaufenen Jahr erst recht nicht.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

      • hans-in-glück sagt:

        Lieber Herr Dr. Jahnke,
        da ich grundsätzlich Ihren Standpunkt teile, möchte ich nicht wieder die Diskussion anfangen, wie denn die Voraussetzungen zu Erhardts Zeiten waren und wie anders sie heute sind; Sie stellen das ja auch regelmäßig und sehr detailliert dar.
        Nur soviel: vielleicht haben wir die Funktionen der Wirtschaft und ihrer Wissenschaft noch nicht vollständig verstanden; ein interessantes Buch dazu, auch für Paten und Gaby, ist das von Prof. Bernd Senf „Die blinden Flecken der Ökonomie“.
        Hier werden die bisherigen wichtigen Wirtschaftstheorien eine nach der anderen betrachtet und analysiert, was denn dabei „außen vor“ geblieben ist; ich sage gewiß nichts Neues, daß dabei ALLE nicht ungeschoren davonkommen. Man/frau kommt zu erstaunlichen Entdeckungen!
        Für mich war das eine sehr vergnügliche und lehrreiche Lektüre, die mir wieder ein wenig die Augen geöffnet hat.

        „Die Welt hat genug
        für jedermanns Bedürfnisse,
        aber nicht für jedermanns Gier.“ – Mahatma Gandhi

      • globalnote sagt:

        @hans-in-glück,

        Es ist doch alles relativ und perfekte Systeme gibt es nirgendwo und hat es niemals gegeben. Auch die menschliche Natur hat sich nicht grundsätzlich geändert. Gier war schon immer dabei. Sonst hätten wir nie die Ankunft der Bourgeoisie gehabt und die industrielle Revolution, und wären heute möglicherweise noch schlechter dran. Da ist es natürlich leicht, sich auf ein hohes Pferd zu setzen und alles zu kritisieren, wozu ich nicht einmal viele Bücher lesen müßte. In diesem Sinne sind meine Ziele nicht übermäßig hochgesteckt. Mir reicht schon eine Rückkehr hinter die neoliberale Revolution, als bei uns der eigentliche Irrweg von der sozialen Marktwirtschaft weg begann und vor allem seit dem Fall der Mauer.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

      • hans-in-glück sagt:

        Guten Abend,
        sich mit dem bescheiden, was man hat oder meint erreichen zu können, ist sicherlich ein sehr realistischer Weg.
        Leider wird es eine Rückkehr zu den Verhältnissen Anfang der 90er nicht geben, dazu sind zuviele Menschen in Europa in die Freiheit hinzugekommen, von deren Ausbeutung hinter der „Mauer“ vorher hier teilweise auch profitiert wurde.

        Es hat auch immer Menschen gegeben, die sich Gedanken machten, wie und was „idealerweise“ besser zu machen wäre. Ob dabei ein Pferd oder ein Stuhl der Sitz ist, ist wohl egal.

        Für meinen Teil glaube ich auch nicht an NATURGEGEBENE Gier, Gewalt, Agressivität und ähnliches beim Menschen.
        Nicht einmal Tiere töten ohne Not, nur wir. Da ist noch viel zu tun, denn nicht alles läßt sich ökonomisch regeln.
        Denn wir wollen doch mal „sapiens“ sein, oder?

        „Der Klügere gibt nach!
        Eine traurige Wahrheit,
        denn sie begründet die
        Weltherrschaft der Dummheit.“
        – Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

      • heiner sagt:

        @hans-in-glück:Stellen Sie sich mal vor, wegen:(der Klügere gibt nach/Weltherrschaft der Dummheit)Die Allierten hätten bei Hitler als klügere nachgegeben und
        nichts getan.
        Und zum Thema Ausbeutung: gerade im Moment wurde nochmal
        der Weg von Nordseekrabben( die werden bei mir 1000m von der Haustür entfernt gefangen und dann(hin-zurück (8000km!)nach Marokko transportiert: gepult:8Kg für 8€!!!Wer weiss was 8kg Krabben(Nettofleisch am Ende)zu pulen bedeutet der kann das Ganze nur als Ausbeutung für die arbeitenden Frauen(Männer arbeiten da nicht)bezeichnen.
        MfG
        Aber vielleicht habe ich Sie mit dem Zitat auch falsch verstanden.

      • heiner sagt:

        @hans-in-glück:Die Voraussetzungen damals waren: im Hintergrund der verlorene Krieg und das Ziel Wohlstand für alle!Nicht mehr und nicht weniger!Und das war damals schon ein sehr hohes Ziel.

        Ich bin in der Zeit groß-geworden, das was heute immer als Wirtschaftswunder in den Medien bezeichnet wird,
        ist wirklich sehr,sehr langsan als „Wunder“ bei den Menschen angekommen!
        MfG

      • hans-in-glück sagt:

        @ Heiner:
        Sehr wohl, und dann kamen 40 Jahren kalter Krieg, mit gegenseitigen Wirtschaftssblockaden, Cocom-Listen etc. etc. – sollten wir vielleicht nicht ganz ausblenden.
        Ein Wirtschaftswunder, wie auch die Prosperität der 70er (mit der cleveren „neuen Ostpolitik“ vom Brandt), sind jeweils nur unter den gegebenen Umständen der Zeit möglich.
        Da sich die Welt ständig ändert (über das wie und warum kann man ja unterschiedlicher Meinung sein), halte ich ein „Zurück zu …“ (wer und wie es auch immer verkündet wird) einfach für unrealistisch.
        Selbe oder ähnliche Maßnahmen werden heute andere Folgen zeitigen als seinerzeit.

        P.S. das Zitat der Marie war mehr als Aufforderung an uns alle gedacht, im Zweifelfalle eher NICHT nachzugeben, bloß weil uns jemand mit „naturgegeben“ oder ähnlichem kommt…

        Auf den in Ihrem nächsten Beitrag dargestellten Unsinn mit den Krabben würde Einstein passen:
        „Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich; beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ ;o))

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Ebenfalls frohes Neues…

      Die ganze Kritik macht ja nur Spaß, wenn man auch wofür ist. Da gebe ich recht. Nur positioniert man sich schon durch die Kritik an globalen bilanziellen Ungleichgewichten, Umverteilung zu Blasenbildung, Dumping etc. pp.

      Dennoch darf ich Dr. Jahnke zitieren:
      https://rundbriefe.wordpress.com/2009/12/04/1821/ 2:10

      „Was wir brauchen, ist ganz einfach und wird im Infoportal und meinen Büchern immer wieder dargestellt: Keine Planwirtschaft – die haben auch elend versagt – sondern eine sozialistische Marktwirtschaft, bei der alle die neoliberalen Elemente, die seit dem Fall der Mauer eingeführt wurden, wieder verschwinden und einen wirksamer Handelsschutz gegen ein Unterlaufen einer solchen Marktwirtschaft durch neoliberale Strukturen von Draußen. wie aus China. Das wird wohl erst kommen, wenn der Kapitalismus ohne kommunistisches Korrektiv wie bis zum Fall der Mauer sich so die Basis kaputt gewirtschaftet hat, daß auch noch die letzten Blinden an der Wahlurne die Korrektur erzwingen. Schade, daß Marx schon lange tot ist. Heute könnte er Konjunktur bekommen!

      Klar genug?

      P.S. der Begriff „Kapitalist“ ist schon 200 Jahre älter als Marx und schon damals mit Eigentum und Nichtarbeit verbunden. Als wirtschaftswissenschaftlicher Begriff bedurfte er späte durch Marx eine abgrenzenden Definition (Kapitaleigentum an Produktionsmitteln, Profite aus fremder Arbeit darauf).

      Schönen Neujahrstag allen.

      MfG

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Alle historischen menschlichen Systeme waren in Kommunikation mit dem planetaren Sein selbstorganisierend in ihrer (R)Evolution. Es ging stets um die Entwicklung des Geistes durch Versorgung der biologischen Köperfunktionen in den zulässigen chemisch-physikalischen Toleranzbereichen (Metabolismus, Temperatur, Druck…), wozu soziale Organisation bis hin zur Entwicklung komplexer nachhaltiger materiebasierter Informationstechnologien wie Sprache und Begrifflichkeit, Erkenntnismethodik, Schrift etc., also arbeitsergänzende Spezialisierungen von Teilen des Sozialkörpers und seines Wissensmanagements sich natürlich entwickelten. Neugeborene erben nicht das Wissen der Vorgenerationen, wodurch sie als systemfremd schuldfrei sind.

      Die Informationstechnologien (Sagen, Märchen, Mythen, Höhlenmalerei, Symbole und Rauchzeichen, Sprache, Schrift auf Stein, Pergament, Buch bis CD) waren genau so nachhaltig wir die ihr Wissen reproduzierende und verändernde äußere Natur. Ein Tier und eine Pflanze (und Wind und Steine) haben wohl keinen wissentlichen Bezug zu ihren Urgroßeltern und noch weiter entfernten Verwandten. Leben nur im Jetzt und Hier und nur darauf abgestimmte Körperfunktionen und ggf. Gruppenverhalten.

      Ob urzeitliche Stämme am Amazonas oder in Sibiriens Weiten oder in Großstadtmetropolen ob vor Tausenden Jahren oder heute– die humanoide Umweltkommunikation ist immer noch überall unverändert auf Essen/Trinken, Kleiden, Höhle/Wohnen und Gemeinschaftteilhabe am Spezialwissen und -fähigkeiten anderer (Kultur durch Bildung) ausgerichtet. Darin ist keine übereinstimmende behauptete „natürliche kapitalistische Organisationsform“ zu erkennen. Geist kümmert sich sozial organisiert um die Körperversorgung des sozialen Wesens und damit um jeden Einzelnen, der es ohne die anderen genauso machen müsste.

      Das exponentielle Konsumverhalten am Planeten entspringt einer Fehlentwicklung – der Wegorientierung von genügsam reichlicher und nachhaltiger (Aufrechterhaltung der allgemeinen Reproduzierbarkeit von Mensch und seinen körpernotwendig zu konsumierenden Umweltressourcen) Bedürfnisbefriedung und dem entsprechender Geistesentwicklung durch Absorbieren/Isolieren der Geldfunktion aus dem gemeinschaftlichen sozialen Reproduktionskreislauf.

      Es ist eine Geisteskrankheit, die die hochisotope Gelderzeugung für einen Moment verstetigen will und immer mehr akkumuliert und glaubt dadurch nachhaltig durch die kontrollierte Reproduktion des Geldes Macht über Mensch und Natur ausüben zu könne, statt sich auf die Nachhaltigkeit des Reproduktionskreislaufs der Menscherhaltung, damit auch der planetaren Umwelt, zu fokussieren.

      Das Differential liegt nicht im geldlichen Steuersystem, sondern im Grundverständnis des Verteilungssystems der materiellen Güter. Bieten die Kirchen und Tafeln und Archen den 2 Mio. deutschen Kindern Geld an oder etwas Materielles für die Reproduktion ihrer Körperfunktionen, ihrer Lebensfähigkeit? Und wo ist die kulturelle Teilhabe an Bildung und Befähigung seitens des Sozialwesens, die sie später für alle aufwertet statt als Analphabeten auch (>2 Mio.) belastet und ausschließt?

      Der Kapitalismus im Sinne sozialistischer Marktwirtschaft muss auf soziale Profite umorientiert und reorganisiert werden. Durch die Arbeit für die Gemeinschaft darf man sich ungleiche Vermögen im Wettbewerb anschaffen, die man verliert, setzt man sie gegen die Gemeinschaft ein. Wäre die Formel. Wir brauchen so keine Steuern und Abgaben, sondern nur den anteiligen Mitbesitz des Staates an allen Werte schöpfenden Unternehmungen = automatische Teilnahme an den Umsatzerlösen, wodurch die aus direkter Mitbestimmung projektorientierte Umverteilung von Geld=Bezugsrechte am BIP-Warenlager in die nicht wertschöpfenden gesellschaftlichen Bereiche über den dafür zuständigen Staat ebenfalls gewährleistet ist. Löhne sind eh Teil des Marktpreises = Umsatzerlöses, also warum sie nicht über den Staatsanteil wie auch die Bruttogewinne des Unternehmens gleich netto gestalten?

      Die MA könne gerne über Aktien Mitkapitalisten am Gewinn sein, als Mitbürger aber von vereinbarten öffentlichen Leistungen (Arzt, Gerichte, Polizei und Feurwehr…) ebenfalls begünstigt sein. Soziale Profite, statt geldliche.

      Wir kriegten ja mit den anderen Konzepten noch nicht mal nachhaltig ein bisschen Frieden und Wohlstand für alle und Volksentscheide hin. Sogar der gesellschaftliche Geist ist schon privatisiert.

      MfG

  10. N. sagt:

    Hallo Herr Dr. Jahnke,

    Vielen Dank fuer die Ansprache. Ich habe mir ehrlich gesagt gar nicht die Muehe gemacht, das Original zu hoeren. Bei mehreren Berufspolitikern hoere ich meist gar nicht mehr hin. Ist besser fuer den Blutdruck. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine inhaltliche ehrliche Kehrtwendung verpasse, ist reichlich gering, zumal ein Grossteil der Politiker schon jenseits der 50 Jahre ist und deren Meinung (und Seilschaften etc …) schon sehr gefestigt.

    Als ich Ihren Kommentar zur Bildungsoffensive gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum in D der gemeine Buerger weniger aufmuckt bzw. weniger empathiefaehig (mit Schlechtergestellten) ist als in manch anderen europaeischen Laendern (z.B. Frankreich). Ein Grund koennte sein, dass in D Personen, die fuer die Meinungsbildung zustaendig sein, teilweise aus dem „normalen“ Sozialsystem ausgekoppelt sind. So z.B. Lehrer. Lehrer verdienen im Vergleich zu normalen Angestellent mittlerweile sehr gut (ich moechte nicht sagen zu gut, weil die normalen Angestellten zu wenig verdienen), sind ausgekoppelt aus einem Grossteil der normalen sozialen Sicherungssysteme und sind quasi unkuendbar. Lehrer haben einen grossen Anteil an der Meinungsbildung fuer zukuenftige Waehler und praegen auch Streikbereitschaft oder Empathievermoegen. Ausserdem duerfen Lehrer als Beamte nicht streiken. In Frankreich hingegen verdienen Lehrer nicht sonderlich toll und gehen auch mal oefters (zusammen mit den Schuelern) auf die Strasse.

    Allgemein gibt es in D noch zu viele Menschen, die in Parallelwelten leben: Beamte, aeltere Angestellte in grossen Konzernen (quasi unkuendbar), Aerzte/Juristen (die sich auskoppeln aus einem Teil der sozialen Sicherungssysteme), Rentner (die nicht kapieren, dass steigende Loehne auch steigende Renten und gluecklichere Kinder bedeutet, die oft denken, dass ihre Ersparnisse den eigenen Kindern besser helfen, als hoehere Einkommen fuer ihre Kinder und hoehrere Steuern, die nicht verstehen, dass ihre Kinder schon zum Grossteil der Verlierer gehoert…). Leider fehlt ihnen die Empathie und Intelligenz ohne schmerzhafte Erfahren mit Kuendigungen, Hartz4 etc, zu verstehen, wie es einem immer groesser werdenden Teil der Bevoelkerung geht…

    Hoffen wir, dass die Buerger in 2010 intelligenter und empathischer werden…

    -N

    • heiner sagt:

      Zu dem Thema Parallelwelten und Ärzte:kurze Augenöffnung:
      das mit Ärzten war einmal/ist schon länger her.
      Gute Bekannte von mir ist Landärztin, die bekommt für einen Hausbesuch ca.24€. Dafür hebt ein Handwerker höchstens noch den Telefonhörer ab.Literatur dazu:Der verkaufte Patient/Renate Hartwig.Das Buch sollte wirklich jeder Versicherte in Deutschland gelesen haben !
      MfG

  11. N. sagt:

    Etwas Off-Topic, aber sehr wichtig ab 2010:

    Da schaue ich seit langem mal wieder fern, und es verschlaegt mir die Sprache:

    http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_38518145&msg=34954
    http://www.das-elena-verfahren.de/front-page
    http://www.netzpolitik.org/2009/elena-zentrale-datenbank-erfasst-streik-teilnehmer/

    -N

    PS: Ich bin dafuer, eine Diktatur zu errichten. Ist einfach effizienter als Demokratie… (das war ironisch bzw. sarkastisch)

  12. Gaby sagt:

    Hallo, Herr Dr. Jahnke und Mitlesende,

    Ihre Weihnachtsansprache ist absolut Klasse!!!! Solche klaren und wahren Worte wünsche ich mir dringend von unseren Politikern und sehr viele unserer Zeitgenossen ebenso. Dann könnten und würden wir versuchen, volkswirtschaftliche Probleme solidarisch lösen, statt uns gegeneinander aufhetzen zu lassen und politikmüde zu werden.

    Die Crux ist: Wenn Merkel und Köhler zu Weihnachten und Neujahr ihre Ansprachen halten, hört kaum jemand hin. Und wenn sie plötzlich die Wahrheit sagen würden, würde, falls überhaupt jemand hinhört, jeder denken, da sprechen Double, die die Originale verballhornen.

    So trübe steht es mit dem Vertrauen vieler Deutschen in ihre Politiker. Allerdings ist die Vertuschungspolitik der Garant dafür, dass unsere Kabarettisten nicht arbeitslos werden.

    Gaby

  13. Gaby sagt:

    Lieber Paten,

    ich denke, es ist richtig, was Du schreibst, aber Du bist Deiner Zeit bezüglich der Lösungsvorschlage mindestens 150 Jahre voraus. Mir deucht nämlich, dass wir in Wirklichkeit noch immer nicht die Grundzüge des Merkantilismus überwunden haben.

    Damals ging es den absolutistischen Herrschern darum, über Exporte und kaum Importe Geld für ihr Militär zu erwirtschaften. Das führte nicht nur dazu, dass Geld plötzlich mehr galt als Menschenleben, sondern auch dazu, Handelshemmnisse abzubauen, wie z.B. die internationale Freigabe des Zunftzwangs. Gleichzeitig wurden aber Schutzzöllen auf Importe erhoben. Das waren die Voraussetzungen für den beginnenden und bis heute nicht endenden Kampf um Lohn, Preis und Absatzmärkte.

    Unter den ungleichgewichtigen Import-/Exportmärkten und den Niedriglohnbedingungen verarmten die Bevölkerungen Europas, was den absolutistischen Herrschern ebenso egal war, wie es den Großkonzernen heute ist. Die menschliche Arbeitskraft wurde ein Produktionsfaktor, den es gnadenlos und restlos zu verwursteln galt, was sich auch in den plötzlich viel länger werdenden Arbeitszeiten widerspiegelt. Alles Dinge, die sich in Wirklichkeit nie geändert haben, auch wenn die schlimmsten negativen sozialen Folgen kurzzeitig immer mal wieder gelindert wurden, wie z.B. in unserer untergegangenen Sozialen Marktwirtschaft.

    Ich fühle mich wie in einem riesengroßen Laufrad, in dem sich die Menschheit tottritt in dem ewigen marktwirtschaftlichen Kreislauf, der keinen Notausgang hat, um das von den Herrschenden provozierte Elend zu beenden und das schon seit gut 400 Jahren.

    Gaby

    • Paten sagt:

      Gaby: Nicht erschrecken und danke für die positive Bewertung meiner Abstraktion auch der ewigen Steuerdiskussion. Bierdeckel sind viel zu groß für null Einkommensteuern. Staat ist ausreichend und an allem gewinnbeteiligt. Es ist nun mal nur Ware und Geld aus der Wertschöpfung verteilbar. Das für die Produktion vorgeschossene (eigene oder meist Kredit-) Geld kommt ja erst beim Verkauf wieder rein. Nur kriegen in den Wertschöpfungsketten alle nationalen Arbeiter/Angestellten nicht 100% der Wertschöpfung = Marktpreis als Kaufkraft in Geld, was wir Umverteilung von Kapital zu Arbeit nennen. Dann sparen sie noch, ihr Lohn fällt dazu noch politisch und der materielle Gegenwert ihrer Arbeit (Arbeitswert) = Warenwert als Marktpreis ist mit der technologischen Entwicklung viel höher als ihre tatsächlich ausgezahlte Kaufkraft. Der Export muss zur Preisstabilität den innen unbezahlten Warenüberschuss zur Kaufkraft realisieren. Das ging gerade schief.

      In 6 Milliarden Jahren (4 haben wir hinter uns) verglüht die Sonne, die wahre Apokalypse, es ist dann eben nur der Heliumreaktor abgebrannt, macht auf schwarzen Zwerg/Loch und verdichtet sich so, das alles Planetare dort hineinstürzt, womit es mangels örtlich getrennter Materie auch keine Zeit mehr gibt. Nicht nur Uhr, sondern auch Zeit weg. Irgendwas gewesen? Der Bereichsleiter Evolution ist dann wohl auch mit weg.

      Schon in 150 Jahren Fortwurstelns in geistiger Umnachtung (kennt jemand einen sachbezogenen vernunftbegabten Dialog der intriganten Weltführer aus Kopenhagen, der für die Ewigkeit in Schulbücher gehörte?; alles eher abgekarterte Verarsche) brauchen wir Menschen keine Lösungen mehr, kriegen wir uns hinsichtlich Vernunft, nationaler und Völkerverständigung nicht bald ein. Einige hoffen, die anderen würden es nicht überleben. Und handeln so.

      Das Bildungsbürgertum müsste mal wieder in bester Goethescher Manier vom Beobachtungs- und Beschreibungs- in den Handlungsmodus umschalten und die +/- Nichtbesitzbürger mitnehmen, weil das Besitzbürgertum langsam jegliche Selbstkontrolle verliert, sich immer schneller als Millionäre und Milliardäre und schon Billionäre vermehrt und sich damit als Krebszellen des Planeten outet. Weil das völkische Immunsystem freiwillig versagt- aus Ignoranz der Mitbestimmungsrechte und Schleimen gegenüber der lokalen Macht. Wie soll denn das international klappen, wen sich alle wegen 100 € bepissen, aber beim brutalen Lebens- und Eigentumsverlust auch durch unsere Armee im Ausland keinen Mitwirkung als politischer Auftraggeber verspüren?

      Laut Roter Liste der UNO sind Pinguine vorm Ausrotten geschützt. Aber keine Afghanen oder Deutsche oder Menschen an sich. Weiter so! Wir haben noch 6 Milliarden Jahre Zeit.

      Das Gute am Laufrad ist –was niemand glauben will-: Du treibst es an, Du hältst es an. Alle falschen Systemkritiker hatten bisher Angst vor dem Ausstieg aus dem Laufrad, in dem der Wohlstand verteilt wird.

      MfG

      • Gaby sagt:

        Halloli, Paten und Mitlesende,

        aber das ist doch gerade die systemtragende Lüge, die jeder felsenfest bewiesen zu wissen glaubt!!! Wir alle meinen zu wissen, der Kapitalismus hätte das Leben der Menschen auf diesem Planeten bereichert.

        Aber das schiere Gegenteil ist der Fall! Am wohlhabendsten und sattesten haben die Menschen des ausgehenden Spätmittelalters gelebt. Ab der Einführung des Merkantilismus ging es steil begab mit uns. Das erfährt man aber nur, wenn man die Nase in Werke von Immanuel Wallenstein oder Franz List steckt. In der Schule habe ich einst etwas völlig anderes gelernt, nämlich, dass die Segnung der Menschheit mit dem Kapitalismus kam und vorher war alles öde und düstere Wüstenei.

        Der Kapitalismus hat in all den Hunderten von Jahren seines Bestehens nachweislich nicht dazu geführt, dass sich das Wohlergehen der Menschheit vermehrt hätte; es ist weniger geworden. Wohlstandsvermehrung ist nach dem 2. Weltkrieg nur in einzelnen Ländern gewachsen und zwar in solchen, die durch eine mildere, keynesianisch angehauchte Wirtschaftspolitik die schlimmsten Auswüchse des Kapitalismus abfederten, um der Planwirtschaft zu beweisen, dass sie sich verplant hat.

        Noch so eine Lüge ist sogar eine Grundregel der Volkswirtschaftslehre: Die Ökonomie verwaltet die Knappheit der Ressourcen. Von welcher Knappheit reden die Experten eigentlich? Die Ressourcen unseres Planeten und die technischen Innovationen des menschlichen Geistes sind ausreichend ergiebige Quellen für den Wohlstand aller sieben oder gar 10 Milliarden Menschen dieser Welt, wenn diese Quellen wohlbedacht und die Rohstoffe wieder verwertbar eingesetzt werden. Wenn jedoch lediglich Profitjäger am Werk sind, wird es nur allergröbste und unwiderbringliche Ausrottung der natürlichen Ressourcen und Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft geben und oben drauf noch einen kräftigen Klimawandel, den ausgerechnet diejenigen Menschen der ärmsten Regionen unseres Planten als Erste ausbaden werden.

        Ich werde zum rasenden Hopperditzel, wenn ich über all die asozialen Fehler des rein profitorientierten Kapitalismus nachdenke!!!!

        Die Pinguine tun leid!

        Gaby

      • Paten sagt:

        Guten Abend. Unvermeidlich: „Hopperditzel“ ???

        MfG

      • Gaby sagt:

        Hallo, Paten,

        ein Hopperditzel ist ein kleinwüchsiges Wesen (Ditzel), das, wenn es sich über asoziale Verhältnisse oder grobes Unrecht aufregt, fuchtsteufelswild über die Grasnarben hoppelt und sich vor Ärger nicht mehr einkriegt. Hopperditzel sind mit den Wolperdingern verwandt, aber längst nicht so durchtrieben. Doch ebenso, wie der Wolperdinger nicht zähmbar ist, gelingt das auch nicht beim Hopperditzel. In Käfigen eingesperrte Wesen gehen in aller Regelmäßigkeit rasch zugrunde. 😉

        Gaby

  14. heiner sagt:

    @Gaby: Das mit den Ressourcen(genug) auch für 10Milliarden
    Einwohner auf der Erde: da irrst Du aber doch gewaltig.
    Das müsstest Du doch auf Grund der hier gegebenen Informationen im Infoportal wissen.
    MfG

    • Gaby sagt:

      Lieber Heiner und Mitlesende,

      selbstverständlich bestreite ich nicht, dass Dr. Jahnke mit seinen düsteren Aussicht recht hat, solange der liberale Kapitalismus nicht einen humanistischen Weg beschreitet.

      Im Weltsystem des liberalen Kapitalismus, der die Preise für Nahrungsmittel, Medizin und Bildung diktiert, gar damit spekuliert und das Kapital und Patente auf Grundnahrungsmittel und Arzneien in den Händen weniger Menschen bzw. Großkonzerne akkumuliert, wird es immer Millionen von Menschen geben, die dieses menschenverachtende Geldsystem nicht überleben und zwar nicht nur in den Drittweltländern, sondern auch zunehmend in den angeblich so reichen westlichen Industrienationen.

      Seit die keynes’sche Maske die hässliche Fratze des Kapitalismus nicht mehr verbirgt, nimmt die Armut auch in den entwickelten Industrieländern zu, denn der Preis für die Arbeitskraft des Menschen ist seit rund 400 Jahren keine natürlich gewachsene Größe mehr, sondern wird eiskalt zum Zwecke der Gewinnoptimierung von wenigen Menschen diktiert.

      Wer erzwungenermaßen zu wenig verdient, sich Essen, Kleidung, ein Bett, eine Decke und im Krankheitsfall Medizin kaufen zu können, ist dem Tode recht nah, obwohl er in einer sogenannten Überflussgesellschaft lebt. Für die Drittweltländer gilt das ebenso. Die Menschen verhungern nicht, weil es zu viele Menschen und es zu wenig Nahrungsmittel gäbe, sondern weil sie das teure Essen und die viel zu teure Medizin aufgrund ihres kläglichen Lohns nicht bezahlen können. Das alles hat nichts damit zu tun, dass unser Planet zu wenig Rohstoffe, zu wenig sauberes Wasser, zu wenig Nahrungsmittel hervor bringt.

      Wer aber dieses schreiende, kapitalgemachte Elend billigend in Kauf nimmt, gar krakelt: „Wir sind zu viele, wir sind zu viele!“, muss sich die Frage gefallen lassen, woher er seine zynische Gewissheit nimmt, dass wir zu viele Menschen sind und dieser Planet sie nicht ernähren und ihnen kein wohlgefälliges Auskommen ermöglichen kann. Wir ertappen uns rasch dabei, der apokalyptischen Ideologie der „Bevölkerungsfalle“ Thomas Robert Malthus aufgesessen zu sein und erkennen, dass gerade diese Ideologie in Verbindung mit Charles Darwins Lehre der „existenziellen Auslese“ eine tragende Säule des liberalen Kapitalismus ist und alle sich aus benannten Ideologien ergebenden Vorurteile und Vorteile selten ernsthaft widerlegt, gar ausgerottet wurden und werden. Wer die grundlegenden Ideologien des derzeitigen Kapitalismus in Frage stellt, bringt das ganze verlogen-grausame System ins Wanken!!!

      Zum Thema „gerechtere Ressourcenverteilung“ gibt es etliche gute Bücher und eines von Jean Ziegler mit dem Titel „Wie kommt der Hunger in die Welt?“. Ziegler geht davon aus, dass unser Planet sogar 12 Milliarden Menschen auskömmlich ernähren, kleiden und wohlgefällig existieren lassen kann unter Ausnutzung aller aktuell und zukünftig verfügbaren technischen Innovationen, die eben nicht unter kapitalistischen, sondern humanistischen Gesichtspunkten angewandt und verteilt werden. Hier ein Link zur Beschreibung des Buchinhalts:

      http://www.g26.ch/texte_jean_ziegler_05.html

      Gaby

      • Paten sagt:

        Guten Abend. Was soll das? Was reicht für 1,2, 3… 12 Mrd. Menschen? Wenn es alle ist, reicht es für keinen mehr, womit der Grenzwert aller historischen Diskussionen gefunden wäre: Was alle ist ist weg.

        Und zwischenzeitlich reicht es für so viele wie es da ist und verfügbar gemacht wird. Daher ist die demographische Entwicklung ebenfalls grenzwertig. Gehen die Ressourcen aus, gibt es keine Bevölkerungszuwachs mehr. Das geht je nach Ressource lokal los.

        Da rechnen welche wie die Generäle das letzte Limit aus statt Technologien zur Datumsgrenzverschiebung zu entwickeln.

        MfG

  15. Gaby sagt:

    Lieber Heiner und Mitlesende,

    im Neoliberalismus hat der Spruch vom nachgebenden Klügeren seine sogar eine sehr zynische Bedeutung.

    Der Klügere ist der, der Arbeit vergibt. Zwar möchte der Unternehmer der Krabbenpuhlerin gerne mehr Geld zahlen, doch bei kritischem Lichte betrachtet, ergibt sich keine Notwendigkeit, denn die Frau und ihr fauler Mann verhungern ja nicht und was zum Anziehen können sie sich auch kaufen. Und weil die Armen eigentlich keinen Anspruch auf solchen Luxus wie Salz, Seife und Elektrizität haben, genügt der Lohn von 8 Euro pro Kilo gepuhlter Krabben vollständig. Folglich beruhigt sich das schlechte Gewissen des Klügeren und er gibt der objektiven Beobachtung nach, dass die Frau ja recht gesund aussieht und leistungsfähig ist, also keinen Euro mehr Lohn benötigt.

    Und warum haben die Armen keinen Anspruch auf einen Lohn, der sie ein bisschen Luxus genießen lassen würde? Weil sich dann die Unterschiede zwischen den Reichen und den Armen verwischen würden. Das ist vonseiten unserer kapitalliberalen Heilsbringer nicht erwünscht.

    Diese Gedanken sind keine Hirngespinste, sondern ein Stückchen radikaler Marktlogik nach Adam Smith, einem bedeutenden Vordenker der Wirtschaftsform, in der wir heute leben.

    Gaby

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