1625

Gedanken zur Zeit 1625 31-12-09: Zu den Neujahrsworten von BILD und Merkel: Lügen hier, vage Sprüche und unbegründete Erwartungen dort

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5 Responses to 1625

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. BILD und Merkel haben es nicht anders gewollt. Ich greife mal tief in die Kiste mit in großen Krisen erfahrenen Schriftstellern.
    Kurt Tucholsky (ja, der mit „Soldaten sind Mörder“ und „Deutschland zur Wahl“ etc.).
    Eigentlich hat der gute Mann schon alles gesagt:

    1. Zur BILD-Zeitung & Co.

    1.a Wie der kleine Moritz sich die Weltgeschichte vorstellt, so ist sie auch.“

    1.b „Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch.“

    2. Über deren gläubige Leser
    „Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie allein machen.“

    2. Warum viele Infoportal gucken

    2.a „Volkswirtschaft ist der Zeitpunkt, an dem die Leute anfangen, darüber nachzudenken, warum sie so wenig Geld haben.“

    2.b „Das Englische ist eine einfache, aber schwere Sprache. Sie besteht aus lauter Fremdwörtern, die falsch ausgesprochen werden.“

    3. Merkels Neujahresanalyse
    „Deutschlands Schicksal: Vor dem Schalter zu stehen.
    Deutschlands Ideal: Hinter dem Schalter zu sitzen.“

    Nun kann man sich nicht einfach so ins neue Jahr verabschieden. Daher noch etwas von Erich Kästner:

    1. An unsere Regierung
    „Wenn ein Kolonialwarenhändler in seinem kleinen Laden so viele Dummheiten und Fehler machte wie die Staatsmänner und Generäle in ihren großen Ländern, wäre er in spätestens vier Wochen bankrott.“

    2. Über konservative Parteien und das Infoportal
    „Es gibt nicht nur die ewig Gestrigen, es gibt auch die ewig Morgigen.“

    3. An uns?
    „Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.“

    Guten Rutsch für alle!

    MfG

  2. heiner sagt:

    Sie:Es beginnt ein neues Jahrzehnt, in dem sich vieles für
    unser Land entscheiden wird.

    Die Erfahrung seit dem Zweiten Weltkrieg zeigt,dass in Deutschland der demokratische Staat und die soziale Marktwirtschaft eine unzertrennliche Schicksalsgemeinschaft bilden. Sie werden deshalb in den nächsten Jahrzehnten entweder gemeinsam siegen oder gemeinsam untergehen.Beide beziehen ihre Legitimation daraus, dass es nicht zu einer Bereicherung einiger weniger, sondern zu einem Wohlstand für alle kommt und dass zugleich für die sozial schlechter Gestellten eine realistische Perspektive auf eine bessere Zukunft besteht. In diesem Jahrzehnt ist diese Perspektive erstmals seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Das Vertrauen
    in die Demokratie wie in die soziale Marktwirtschaft hat darunter gleichermaßen gelitten. Es wäre fatal, wenn sich diese Entwicklung im neuen Jahrzehnt einfach fortsetzen würde. Der Weg in den Minimalstaat schadet am Ende dem Markt ebenso wie der Demokratie. Nur ein starker Staat, der von einer breiten Zustimmung seiner Bürger getragen wird, kann den Markt auf Dauer vor seinem eigenen Untergang bewahren und damit zugleich die Zukunft der demokratischen Gesellschaft wie der Wirtschaft sichern.
    :Schlusssatz/Bofinger/ Ist der Markt noch zu retten/
    MfG

  3. HAppy New Year to all of you – and more!

    caw

  4. Gaby sagt:

    Schönen guten Morgen,

    ich hoffe, Ihr habt die letzte Nacht unfallfrei erlebt und werdet auch in 2010 weder in der einen, noch der anderen Weise verunglücken.

    Die Rede unserer Volkskümmerin ist bemerkenswert, obschon es ökonomischer Quatsch ist, Verzicht zu predigen. Dass Volkswirtschaften per Sparsamkeit abgewirtschaftet werden, hat bereits Bernard Maneville 1714 in seiner „Bienenfabel„ anschaulich beschrieben. Wir sollten eigentlich längst über dieses frühkapitalistische Stadium hinaus gewachsen sein.

    Frau Merkels Rede ist deshalb beachtlich, weil sie mit keinem Wort erwähnt, dass der neoliberale Kapitalismus eine todkranke Existenz führt, genau wie Edgar Allan Poes „Woldemar“, der auf dem Sterbebett hypnotisiert wurde, um ihn so lange wie möglich lebend zu erhalten. Als er aus dem Hypnoseschlaf erwachte, verwandelte er sich augenblicklich in eine klitschige Masse verwesten Fleisches.

    Na ja, aber welcher Politiker hat dem Volk jemals reinen Wein eingeschenkt, nicht Wasser gepredigt und selbst Wein getrunken?

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Neues Jahr, alte Politik. Mama Terra hat ja aus erster und zweiter Polit-Ehe ab heute ein paar wie immer nur wenige Begünstigte beglückende Kopfgeburten in Umlauf gebraucht:

      1. 12% Steuergeschenk für Bettenvorhalter außer Bordelle, weil die ja keine Übernachtungen als steuerliches Kriterium der Gewinnmaximierung anbieten, zwar höhere Produktivität der Nutzung der Betten-Kapazitäten haben, aber nicht zur Wertschöpfung gehören. DEHOGA: Wird nicht an Kunden weitergegeben.
      2. Die Bordelle hätten daher eine degressive AfA für die schnellere Abnutzung verdient. So können aber wieder mal nur bis-410€-Güter sofort abgeschrieben werden bzw. viele kleine im Bündel auf 5 Jahre verteilt. Da gibt’s es genug Kleinzeug an der Berufsbekleidungsfront,
      3. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge – alles als Sonderausgaben von der Steuer abziehbar (minus für „Basisdeckung“ 4% gesetzliche ~20% Private). Da bleibt den Bestverdienern noch mehr Netto, weil ja die Reichensteuer 45% umgangen wird, die formal erhoben, dann aber gekürzt wird. Clever. Warten wir dazu nun auf die Offensive des gelben Versicherungsvertreters nach den gesetzlichen Leistungskürzungen.
      4. Die Künstler brauchen nur noch 3,9 statt 4.4% Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Wer will das nicht ins Fernsehen (7 Mrd. € GEZ bei den ÖR-Langweilern), moderieren, tanzen oder lustige Lieder trällern und von CDs leben (keine Certificate of Deposit, sondern Compact Disc.)? Billiger gehen keine Kassenleistungen.
      5. Heile Welt ab 2012: Kurzarbeit ab 2010: 18 Monate bis 2011. Die ab 2009 sind nun 2011 nach 24 Monaten raus. Womit die Krise vorbei ist, für die Reichen, die ab 2012 zum Einstellungsboom blasen müssen. Die kriegen aber nur Hebelkredite für Finanzblasen, keine für ihre Industrie. Mama Terra hat bestimmt ‚nen Joker im Rollstuhl versteckt.
      6. Pflegende Angehörige jauchzet: Es gibt 10 € mehr Pflegegeld für eure 24-h-Jobs (Stufe I 225,II 430,III 685 €).
      7. Endlich globale Freizügigkeit wie für das Kapital: Riester-Rentner dürfen nun ins Ausland ohne die staatlichen Zuwendungen zurückzahlen zu müssen.
      8. Erben froh über mehr Geld für ihre Nichtleistungen: Geschwister, Nichten und Neffen zahlen weniger Erbschaftssteuer. Statt 30-50% nur noch 15-43%. Kleine Prinzchen-Ideologie?
      9. Verlagerungen der Konzern-Gewinne ins steuergünstigere Ausland endlich wieder schwerer für Konzerne: Die Zinsschranke ist 0% bei dauerhaft von 1 auf 3 Millionen Euro gestiegener Freibetrag für Gewinne! Fällt darüber dennoch ein Gewinn an: Kauft Euch ein Pleiteunternehmen (offiziell „Sanierungsklausel“, weil ach so viele Firmen jetzt gerettet werden – aus Abschreibnungsgründen). Jetzt dürft ihr diese Verluste mit künftigen Gewinnen >3 Mio. verrechnen. Noch mehr (Steuer)Freiheit aus Rückstellungen und Blasengeld! Das ist Deutschlands Zukunft: Die profitable Verlustrepublik für Banken und deren Hedgefonds. Unbezahlbare Kredite in Rostock rein, Verlustumbuchung zu Gewinn in München. Wie bei Waigel. Ende des Steuerstaates. Wir machen Staatschulden zu Konzerngewinnen.
      10. Staat spart Plaketten am Auto: HU und AU nun gemeinsam.
      11. Die neue negative Abwrackprämie: Immer mehr Umweltzonen in Städten und Gemeinden verbieten Altautos die Einfahrt.
      12. 50.000 € Strafe für Solarien, die Jugendliche unter 18 bedienen. Erwachsene kriegen keinen Hautkrebs?

      Und: Banken müssen Beratungsgespräche für Anleger detailliert protokollieren, weil es so viele Mängel gibt. Bei Kreditanfragen gibt es keine Vorschriften.

      Der Kinderfreibetrag Eurer 14% gut verdienenden Familien ist auch von 6.024 € auf 7008 € gestiegen. Macht 63.391 Freigrenze für Familie mit einem Kind. Maximal kann man pro Monat 225 € (Einkommen 80.000 €) mehr sparen bis 227 € (500.000 € Jahreseinkommen) * 12 = 2.724 €. Nicht mal ein Monatslohn.

      Viel Spaß beim profitablen Anwenden des o.a. Bastelsets für alle hier.

      Demokratie ist: Wenn die Linken den Mindestlohn senken und die konservativen die Maximalsteuern.

      MfG

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