1602

Gedanken zur Zeit 1602 15-12-09: Die Welt nach einem gescheiterten Kopenhagen

Hier zum Text

Advertisements

10 Responses to 1602

  1. heiner sagt:

    Zu China ein Sprichwort: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!global gesehen!
    MfG

  2. HandaufsHerz sagt:

    Hallo an Alle,

    dass die Pole abschmelzen, dass der Wasserspiegel steigt, dass die Urwaelder ruecksichtslos abgeholzt werden, dass Ureinwohner von ihren Lebensgebieten vertrieben und ermordet werden und dass Flora und Fauna und die natuerlichen Existenzgrundlagen zerstoert werden, ist vor allen Dingen die berechtigte Sorge
    1. der im engen Einklang mit und von der Natur lebenden Menschen und 2. der Menschen, denen bewusst ist, dass die Natur die Voraussetzung jeden Lebens ist, auch des Lebens derer, die respektlos alles ausbeuten und sich aneignen.
    Der Groessenwahn und die Machtgier haben in Kopenhagen wieder einmal gesiegt und jetzt geht es an die Privatisierung des Klimas von unten nach oben mittels Emmissionshandel.
    Die Beweggruende und die Emotionen der Widerstandsbewegungen werden schamlos ausgenutzt um neue Freimaekte zu erschliessen.
    Die Privatisierung des Wassers ist in vollem Gange, die Privatisierung des Windes wird folgen und die Privatisierung des Sonnenlichts ist wahrscheinlich schon angedacht.
    Die Privatisierung des Lebens mittels Patentvergabe wird massgeblich von Monsanto betrieben.

    Was ist der Ursprung diesen Denkens?
    Antwort:
    Die anmassende Selbstherrlichkeit!

    Gruesse
    Gisela

    P.s.:

    Sollte der Fall der Mauer, das vereinigte Deutschland und das Scheitern des Kommunismus wieder einmal der Ausloeser fuer die Legitimation des Groessenwahns? sein?

  3. Paten sagt:

    Guten Tag. China und die 77 behaupten ein „Recht auf Wachstum“. Deshalb soll der Westen seine CO2-Emissionen einseitig stärker reduzieren und Geld für Umwelttechnogien und die Technologien selbst geben, wenn nicht sei das „Umwelt-Rassismus“ und eigentlich reicht auch das nicht, denn „2 Grad ist Selbstmord“ und verhandelbar sei der Standpunkt nicht.

    Was geht hier eigentlich ab? Das Konferenzziel, maximal 2 Grad Klimaerwärmung durch Industrieproduktion global zuzulassen, ist also auf Nullerwärmung – eine völlig unrealistische Annahme- zu ändern. Der weiße Westen soll also seine Industrien weiterhin verlagern und zwar kostenlos mit Zuzahlung und mit umweltschonendem Hightech („Wachstumsrecht oder Rassismus“).

    Die KPCh führt ihren Selbsterhaltungskampf stellvertretend in Kopenhagen weiter. Der Arbeitssklaverei und Umweltverschmutzung wegen Billigtechnologien für schnelles Geld mit enormer Material- und Energieverschwendung bei Währungsdumping zur Exportförderung wird nun noch eine Komponente beigefügt: Niedriger Währungskurs heißt teure Importe. Und die soll der ansonsten „klimarassistische“ Westen nun auf null Kosten setzen unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Ihr -die westlichen profitierenden Konzerne und deren Handlangerregierungen- wollt hier die saubere und klimafreundliche Ausbeutung unserer chinesischen und indischen etc. nicht weißen Arbeiter? Dann bezahlt das gefälligst auch selbst, wenn ihr weiterhin hohe Profite mit niedrigen Stückkosten wollt. Wir müssten sonst eure lauthals unter dem Klimaschutzziel verkündeten Umweltschutzinvestitionen auf unsere Exportpreise umlegen und eure Importgewinne schmälern. Investiert also in eure künftigen Gewinne oder last es bleiben. Wir können den Dollar auch crashen lassen, das kommt euch noch teurer zu stehen.

    Man sollte die Konferenz abbrechen, Schutzzölle auf Material- und Energieverschwendung einführen und die verlorenen Arbeitsplätze mit Hightech re-lokalisieren und sein Geld mit einem Schutzwall umgeben. Wenn .nach dem Konzept- alle sauber-produktiven Arbeitsplätze in Asien sind, haben wir nämlich ohne Wertschöpfung auch keine Tauschwerte und damit kein Geld, auch nicht für Billigstwaren, würden also zu Schuldnerländern, bei denen man die Forderungen auch mit Entzug eintreiben kann. Wie die USA schon jetzt. IWF mal umgekehrt. Macht euren Klimakrieg alleine. Wenn die ganze Welt bei euch nichts mehr kauft und wir uns mit sauberen Technologien selbst versorgen, gehen Eure Emissionen von alleine runter. Und ihr bekommt neue Technologien nur für den Binnenmarkt mit exportverbot und gegen Lizenzgebühren, also als ob wir euch die Produkte verkauft hätten. Rassismus kann anscheinend auch gelb sein.

    MfG

  4. Axel sagt:

    Mir ist der Blick auf China zu einseitig negativ. Im Inland unterschlagen die Medien ja auch ständig, dass der CO2-Abbau gegenüber 1990 massiv von der Deindustrialisierung in Neu-Fünfland mit anschließendem modernisierten Teilwiederaufbau profitiert. Und Chinas Argument, den CO2-Ausstoß an die Wirtschaftsleistung zu koppeln, ist nicht dumm, wenn man nun mal so hohe Wachstumsraten hat. Was würden wir denn machen, wenn wir umgekehrt in dieser Positon wären? Jedes Jahr zweistellig wachsen mit der Aussicht auf mehr Wohlstand für alle? Würden wir uns das von anderen Dinosauriernationen kaputt verhandeln lassen?
    Solange wir im Pro-Kopf-CO2-Ausstoß auf Platz 2 hinter USA liegen, müssen wir nicht den Finger derart auf China richten.

    • globalnote sagt:

      @Axel

      China verweigert sich überhaupt einer internationalen Bindung und sogar einer Überprüfung seiner Emissionswerte. Das ist das eigentliche Problem, und nicht ein einseitig negativer Blick auf China. Gerade bei hohen Wachstumsraten muß China seine Emissionsintensität pro Wachstum wenigstens europäischen Raten annähern. Das Land hat Billionen Dollar auf der Reservekante und kann durchaus moderne Kraftwerkstechnologie viel schneller in Stellung bringen und andere Investitionen in die Isolierung von Wohnraum, etc. vornehmen. Am Ende kann auch in China kein Wohlstand für alle einkehren (was ohnehin derzeit nicht geschieht, wo einige immer reicher werden und die Zahl der Milliardäre und nicht nur Millionäre ständig wächst), wenn gleichzeitig das Klima mit Trockenheit und steigendem Meeresspiegel dagegen hält. Gerade China ist von Trockenheit bedroht, wenn die Himalaya-Gletscher im Sommer kein ausreichendes Wasser mehr abgeben können, weil sie verschwunden sind.

      Aber Umweltschutz steht auch sonst in China nicht hoch im Kurs, siehe z.B. die vergifteten Gewässer und hohen Bleikonzentrationen um die Bleihütten und hohen Schwefelkonzentrationen und Weltspitzenpositionen bei der Luftverschmutzung der Städte, und nach Weltbankbericht 460.000 Umwelttoten pro Jahr.

      Ich habe darauf hingewiesen, daß es längst in China mindestens eine Deutschland vergleichbare Bevölkerungsmenge etwa auf unserem Lebensstandard mit Autos, Klimaanlage und anderen Energiefressern geben dürfte, deren Energie aber viel emissionsträchtiger erzeugt wird. Das ist Teil des Problems. Doch China setzt wie früher alle anderen kommunistischen Planwirtschaften nur auf Tonnenideologie in Wirtschaftswachstum, von dem keiner weiß, wie es in China eigentlich gerechnet wird.

      • Axel sagt:

        „Emissionsintensität pro Wachstum“
        Vermutlich liegt der Hund gerade in dieser Defintion begraben. Es ist wohl ein Unterschied, ob man verlangt, dass bei 10% Wachstum die CO2-Emissionen nur um x% steigen dürfen (bwz. sinken müssen) – eher unsere Sicht? -, während China lieber auf eine Emission je pro-Kopf-BIP raus will, wo eben die Millarden von Menschen, die eben nicht auf unserem Lebensstandard leben und damit den Schnitt drücken, China das gewünschte Verschmutzungsrecht geben.
        Aber wenn man davon ausgeht, dass China mit seiner Wirtschaftspolitik das Wirtschaftswachstum anderer Industrienationen absaugt/ruiniert, dann wäre das pro-Kopf-Modell immer noch mindestens ein Nullsummenspiel, weil China dann den Schmutz rausblasen würde, den die Globalisierungsverlierer (z.B. ostdeutsche Solarhersteller) nicht mehr verursachen. Daher würde ich die Priorität auch eher auf gleiche Wettbewerbsbedingungen in Sachen Umweltstandards drängen, dann würden zumindest alle nach den selben Umweltregeln spielen, wenn das schon nicht beim Lohn geht. Aber vermutlich spielt dann das wachstumsschwache (relativ zu China) Europa nicht mit, weil man dann weniger Verschmutzungsrecht für unsere Industrie herauskriegt, als nach dem bisher verwendeten Modell.

        (Wenn BMW und Daimler in der EU härtere Abgasvorschriften verhindern, Porsche den CO2-Wert auch mal je PS statt je PKW veröffentlicht, dann tun diese Firmen im Kleinen, was China grade im Großen versucht.)

        Ich denke, wir sind uns aber in jedem Fall darin einig, dass die lausigen Umweltstandards in China nicht zu verteidigen sind. (Ich möchte mich auch nicht als einer der linken China-Vertiediger verstanden wissen, aber als Mathematiker lege ich den Fokus eher auf die unterschiedlichen Modelle, mit denen jeder versucht, sich schön zu rechnen. Und ich finde ein Modell, dass Emissionen basierend auf pro-Kopf-Wirtschaftsleistung gekoppelt mit dem jeweiligen nationalen Weltbevölkerungsanteil ermittelt – damit man sich Verschmutzungsrechte nicht mit Geburtenpolitik erschleichen kann – allemal charmanter, da dann der Fokus wirklich auf Effizienz gelegt wird. Eine Senkung auf Basis absoluter Zahlen in einem bestimmten Bezugsjahr finde ich zu willkürlich. Dann hätte man statt 1990 auch das Jahr 1790 nehmen können, dann bleiben – überspitzt gesagt – fast nur die Briten übrig, die hatten da schon nennenswert Industrie.)

      • globalnote sagt:

        @Axel,

        Nein unter Energieintensität versteht auch China nicht pro Kopf und BIP sondern schlicht pro BIP (sonst könnte man es ja auch bei pro Kopf belassen, wo China weit unten liegt). Doch pro BIP läßt bei China alles offen, weil China keine Nachprüfung zulassen will und schon die BIP-Rechnung international weil meist geschönt angezweifelt wird, so daß sich eine künstliche Senkung pro BIP errechnen würde, wenn das BIP nach oben geschönt würde. Angesichts der geplanten erheblichen Ausweitung des BIP würde sich auf der Basis der unverbindlichen chinesischen Erklärung bei plus 8 % BIP pro Jahr ein Anstieg der Emissionen bis 2030 um 125 % errechnen (bei plus 10 % wären es plus 156 %).

        China unterscheidet sich nicht nur im Ziel, sondern vor allem in der totalen Ablehnung einer internationalen Bindung und einer Nachprüfbarkeit von den alten Industrieländern.

        Die Verlagerung nach China ist eben nicht ein Nullsummenspiel weil dort viel emissionsintensiver (Kohle, alte Kraftwerkstechnologie, meist fehlende Einspartechnologie) produziert wird als in den Ländern, aus denen die Produktion abgesogen wurden.

        Vielleicht wollen Sie zur weiteren Information mal hier hereinschauen: http://www.jjahnke.net/rundbr64.html#emi , http://www.jjahnke.net/rundbr65.html#koh, http://www.jjahnke.net/rundbr65.html#kop

      • Axel sagt:

        Das die Verlagerung heute bereits ein Nullsummenspiel wäre, meinte ich auch nicht. Für mich wäre das aber ein (zukünftiges) Minimalziel von Umweltregelungen, weil man über diesen Hebel eben genau „Kohle, alte Kratfwerkstechnologie,…“ bekämpfen könnte. Wenn China denn wollte… Wobei für fast alle Länder wohl gilt, dass internationale bindende Regelungen nur dann gewollt sind, wenn man sich selbst nicht benachteiligt fühlt. Man sieht das ja am allgemeinen Geschachere, nicht nur jetzt in Kopenhagen, auch früher, auch im kleineren EU-Maßstab.

        Viele Grüße

      • globalnote sagt:

        @Axel,

        Meiner Meinung nach werden diesmal von der EU international bindende Regeln angestrebt, die eine echte Belastung bedeuten. Gerade deswegen kann man China nicht ohne Bindung laufen lassen, weil sonst noch mehr Industrie rübergeholt würde, und natürlich mit weniger Umweltauflagen, sonst wäre das ja nicht attraktiv.

        Das von Ihnen angepeilte Nullsummenspiel für die Zukunft kann doch nur laufen, wenn Abwehrzölle erhoben würden, falls in China emissionsträchtiger produziert wird. Aber genau das will China doch verhindern. Hier ist der eigentliche Knackpunkt. Man will weiter Sozial-, Währungs- und Umweltdumping betreiben. Nur Arbeitsplätze in China zählen, nicht die internationale Umwelt oder die Sozialordnungen in den alten Industrieländern, denen man die Jobs klaut und die Löhne unter Druck setzt.

  5. Axel sagt:

    Mit „einseitig negativ“ meinte ich übrigens nicht die Infoseiten, sondern die grundsätzliche hiesige Berichterstattung in den Medien.

    Auf den Infoseiten kriegt China – in meinen Augen – schon den Rest an Fairness ab, den es auch verdient.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: