1584

Gedanken zur Zeit 1584 30-11-09: Wie friedlich ist der Islam?

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21 Responses to 1584

  1. heiner sagt:

    Zur Angst vorm ISLAM? Niemand muss Angst vorm ISLAM haben, als Glaubensrichtung, sondern nur vor dem extremen
    Islamismus, aber, aber wer hat die Flamme an die Zündschnur der Entwicklung gelegt? Im Nahen Osten?
    Schauen wir doch mal 40 Jahre zurück?
    Peter Scholl-Latour: Kampf dem Terror- Kampf dem Islam?
    leider fühlen sich mittlerweile Millionen von Menschen dort bekämpft-zu Unrecht!!! und mit welcher christlichen Begründung???? Man erinnere sich an Herrn Bush!!!
    Israel betreibt meines Erachtens auch eine faschistoide und menschenverachtende Politik den Palestinänsern gegenüber. Und wer früher, in den siebziger Jahren Saddam unterstützt hat, haben Sie ja selbst erläutert.Der Präsident im Iran(auch Gröfaz) wird wahrscheinlich genauso ein Sicherheitsrisikio für Israel und die USA wie Hussein mit seinen angeblichen Massenvernichtungswaffen.Also :Einmarschieren! Werden dann langsam zu viele besetzte Länder und kann man dann nicht mehr bezahlen!
    MfG

  2. aph sagt:

    Islam und Islamismus sollte niemals verwechselt werden. Und noch weniger mit der Politik von Regimen in einen Topf geworfen werden. Auch Wolfgang Bosbach sprach gestern wieder davon, dass angesichts der Minarette Sorgen ernst genommen werden müssten, dass sich der „Islamismus immer weiter ausbreite“. Als ob diese extremistische Richtung irgendwas mit Minaretten zu tun hätte.

    Man sollte auch nie von Einzelfällen auf eine ganze Religion schließen, so wie das im vorliegenden Artikel den Anschein hat.

    Zur iranischen Bombe: Vor der braucht niemand Angst haben, die kommt niemals zur Anwendung. Sie dient einzig einer Wiederherstellung des Gleichgewichts der Kräfte in der Region, um dieses anschließend für fairere diplomatische Auseinandersetzungen zu nutzen.

    • globalnote sagt:

      @aph,

      Ich schließe nicht von Einzelfällen, sondern zitiere eine ganze Menge davon. Ich habe auch nicht wie Bosbach mit der Ausbreitung des Islam argumentiert. Ich habe nur Verständnis für Ängste geäußert, die ich selbst nicht teile. Bei der iranischen Bombe bewundere ich Ihren apodiktischen Optimismus. Hoffentlich müssen wir nicht darauf zurückkommen. Waffen haben leider die Tendenz, irgendwann einmal eingesetzt zu werden. Vor allem in Regimen, die an eine angeblich höhere Gerechtigkeit glauben und Menschen in den Selbstmord schicken. Ich bin jedenfalls für die atomare Abrüstung und nicht irgend ein fragiles angebliches Gleichgewicht.

      • heiner sagt:

        @ globalnote: Ich befürchte Israel wird es nicht soweit kommen lassen, das mit dem Iran und der Bombe!
        MfG

      • globalnote sagt:

        @heiner: Ja, das muß man leider befürchten. Doch das wird die Welt nicht sicherer machen.

      • heiner sagt:

        @globalnote: genau, das Gegenteil wird eintreten.
        Das ist ja auch genau die Schizophrenie der momentan
        stattfindenden Entwicklung im Irak, in Afghanistan und im Nahen Osten.
        MfG

  3. Till sagt:

    Hallo in die Runde,

    Leider hängt der schlechte Ruf des Islam auch mit vielen Artikeln in diesem Forum zusammen, die die Bildungsmisere beschreiben.

    Wie sage ich es politisch korrekt, der schlechte Ruf ist begründet durch Gruppierungen von Minderjährigen mit Migrationshintergrund und deren Freizeitbeschäftigung auf der Strasse, vor allem in Großstädten aber inzwischen auch auf vielen Lokalfesten anzutreffen.

    Es läßt sich zusammenfassen in den Worten „Wass guggst du“, gefolgt von ambulanten oder stationären Krankenhausaufenthalt.

    In der Presse wird dies verschwiegen, um keine fremdenfeindlichen Gefühle zu schüren.

    Ein Einzelfall aus vielen die ich persönlich kenne:
    Ein Bekannter von mir wurde nach einer Karnevalsveranstaltung in einer rheinischen Großstadt die Nase gebrochen (von einer besagten Gruppierung die in der nötigen Überzahl war).

    Im Krankenhaus war schon eine Schlange von Fällen, auch die Polizei war da. Sie fragten nach der Täterbeschreibung. Danach sagten sie „Die kennen wir, da brauchen Sie keine Anzeige zu stellen, das wird eh nicht verfolgt“.

    Am nächsten Tag (er kam zwar wieder nach Hause, aber die kosmetischen Operationen an der Nase zogen sich noch 2 Monate hin) erstattete er trotzdem Anzeige am Polizeirevier. Allerdings hat er bis heute keinerlei Rückmeldung bekommen.

    Auch ein jüngerer Kolle kam schon einmal mit einem blauen Auge am Montag zur Arbeit, Ursache siehe oben.

    Dies, zusammen mit der Abschottung und der Sprachbarriere (und dem Fernsehen), führt meine Meinung nach zu dem schlechten Ruf der gesamten Bevölkerungsschicht.

    Dies hier soll NICHT rechtsgerichtet sein, es ist eine Tragödie die von vielen Faktoren, unter anderem niedrigen Bildungsetats und Vergötterung unseres veralteten Schulsystems mit der völlig überlasteten Haupschule als Abschiebeanstalt von „Problemfällen“. Also allen Schülern, die nicht von bürgerlichen Eltern mit der optimalen Förderung umsorgt werden, oder gar Sprachprobleme haben.

    • aph sagt:

      „Es läßt sich zusammenfassen in den Worten „Wass guggst du“, gefolgt von ambulanten oder stationären Krankenhausaufenthalt.“

      Das hat nur bedingt mit Migrantenhintergrund zu tun, sondern eine Folge der von Ihnen aufgeführten Punkte Bildung, soziale Verwahrlosung, Perspektivlosigkeit, usw.. Dass es bei Migrantensöhnen häufiger vorkommt als bei Deutschen, hat eigene Gründe, der Migranenthintergrund ist aber nicht die Ursache.

      Würde die soziale Schere nicht immer weiter auseinanderklaffen, hätten wir die Probleme nicht. Auch nicht mit Migrantenkindern.

      An Herrn Jahnke: Warum sollten wir ausgerechnet vor Bombenanschlägen so viel mehr Angst haben als vor anderen Möglichkeiten zu sterben, von denen jede einzelne jährlich sehr viel höhere Opferzahlen fordert? Sei es Ärztepfusch, sei es Trunkenheit am Steuer, seien es übermüdete LKW-Fahrer … und vieles mehr.

      Dass aber auch Sie dem weniger gefährlichen Thema Terrorismus einen solchen Raum gewähren, erstaunt mich. Wo sind Ihre Artikel zu oben genannten Gefahren?

      • globalnote sagt:

        @aph,

        Nun habe ich doch gesagt, daß ich keine Angst habe und nur hinzugefügt, daß man Angst anderer auch verstehen muß. Sie können doch gar nicht bestreiten, daß Menschen vor Terroranschlägen gegen Zivilisten Angst haben. Natürlich gibt es auch andere Ängste und andere Formen zu sterben. Ich habe einen ganzen Schwerpunkt zur Angst im Infoportal und berichte immer wieder über das Thema, wenn es mit der Globalisierung zusammenhängt. Nun hängt eben Migration auch mit Globalisierung zusammen. Das fängt damit an, daß Länder neoliberal und global so verarmt werden, daß besonders betroffene Bevölkerungsteile auswandern. Dazu gehört auch die Klimathematik, die ebenfalls migrationsträchtig ist und einen globalen Charakter aufweist.

        Die von Ihnen genannten Themen der Angst haben allerdings nichts oder wenig mit der neoliberalen Globalisierung zu tun, der sich diese Webseite nun einmal widmet. Ich hoffe, Sie können dies akzeptieren.

  4. Gaby sagt:

    Schönen guten Tag,

    erst einmal herzlichen Dank für den tollen Bericht. Er liest sich so spannend wie ein Krimi. Von den regen Lebensläufen mancher Menschen bin ich immer wieder beeindruckt.

    Auch ich empfinde Unbehagen, allerdings ist es nicht auf irgendwelche Nationen bezogen, sondern auf den Menschen schlechthin. Wir haben die Anlage in uns, uns fanatisch für eine Sache begeistern zu können und an die tollsten Versprechungen nach dem Tod zu glauben, wenn wir uns, nach Bedarf, instrumentalisieren lassen. Bestes Beispiel sind wohl die Selbstmordattentäter.

    Es ist sogar möglich, ganze Völker auf einen Krieg einzustimmen. Ein gewisser Teil der Bevölkerung folgt im Falle eines Falles dem meist charismatischen Anführer und reißt sein Umfeld mit in den Strudel frenetischer Begeisterung. Plötzlich gibt es kein Zurück; Kritiker werden mundtot gemacht.

    Die Existenz von Atomwaffen macht mir keine Angst. Aber die Unberechenbarkeit des Menschen ist es, die mich das Fürchten lehrt und auch das Wissen um die Neugierde des Menschen. Ist eine Erfindung erst einmal gemacht und realisiert, wird sie auch ausprobiert, wie wir am Beispiel Hiroshimas und Nagasakis sehen konnten.

    Das heißt, dass ich einen Nuklearkrieg nicht ausschließe und es werden, wie vor 65 Millionen Jahren, wieder die kleinen Nagetiere sein, die einen solchen Krieg überleben, sich vermehren und evolutionieren. Das Leben wird weiter gehen, das kriegen wir Menschen diesem Planeten nicht ausgebombt, aber die Menschheit ausrotten, das steht in unserer Macht.

    Wichtiger ist mir die Beantwortung der Frage, ob das, was die Menschen zwischen der Spanne ihrer Geburt und ihres Todes so alles treiben bzw. unterlassen, um ja nicht dem Teufel Langeweile ausgeliefert zu sein, tatsächlich intelligentes oder vielmehr abnormes Verhalten ist. Ich stelle diese Frage deshalb, weil mir kein Lebewesen bekannt ist, das zu solch bestialischer Zerstörung der Umwelt und ebenso bestialischem Umgang mit seinen Artgenossen fähig ist, wie der Mensch.

    Gaby

  5. georgi sagt:

    Lieber Herr Dr. Jahnke!

    Mich erstaunt, daß Sie der heute so üblichen Zeitungshetze auf den Leim gehen. In Wirtschaftsdingen oder Sachen, die die SPD und die Linkspartei betreffen, bin ich doch von Ihnen eine kritischere Auseinandersetzung gewohnt.

    Ihre von Ihnen beschriebene „Angst“ ist doch leicht zu erklären: Wenn man einer in Sachen ISLAM vollkommen unkundigen Bevölkerung jeden Tag aufs neue in der Zeitung erklärt, wie gewaltbereit, hinterlistig und grausam der Moslem sei, dann bekommt das Volk natürlich Angst vor dem ISLAM. Das gilt insbesondere dann, wenn das Volk sonst nichts anderes zu lesen oder zu sehen bekommt, weil die Zeitung gleichzeitig Angst vor dem INTERNET (z.B. http://www.toomuchcookies.net) verbreitet. So ist es dem Volk auch nicht möglich, der angegriffenen Seite überhaupt nur zuzuhören, um zu einem wirklich unabhängigen Urteil über den ISLAM zu gelangen.

    • globalnote sagt:

      @georgi,

      Nun gehe ich Niemandem auf den Leim. Daß die Menschen Angst haben, habe ich doch nur als Faktum festgestellt und das kann man verstehen, ohne die Medien einzubeziehen. Es reichen doch für normal gestrickte Menschen Selbstmordattentate wie an vielen Plätzen der Welt derzeit von den Islam-Fundamentalisten gegen unschuldige Zivilisten oder in Spanien oder in London durchaus aus, um Angst zu erzeugen. Die Menschen haben sich einfach noch nicht daran gewöhnt, mit solchen Risiken normal zu leben. Die Information muß dabei nicht einmal verzerrt sein. Daß der Iran offensichtlich an Atomwaffen kommen will, mach die Lage bei dem Pulverfass im Nahen Osten nicht besser.

  6. georgi sagt:

    kleiner Nachtrag:

    Die Site lautet natürlich: http://www.toomuchcookies.net .

    Übrigens, ich war schon einmal in den Pariser Vororten, den berüchtigten Banlieus, und ich kannte Berufsschulklassen mit hohem Ausländeranteil; und natürlich waren besonders die türkischen Jungen ungezogen und unmotiviert. Aus eigener Erfahrung kann ich aber berichten, daß der ISLAM dabei eine wirklich unbedeutende Rolle bei der Gewaltentwicklung spielt. Völkischer Nationalismus („Graue Wölfe“) und andere Formen von politischem Extremismus spielen eine viel wichtigere Rolle. Auch so mancher Rapper dürfte wohl keinen guten Einfluß auf die Jugend haben. Die behauptete Frauenfeindlichkeit dürfte wohl eher in den vorgetragenen Texten als im ISLAM seinen Ursprung haben.

    Auch die übrigen Vorurteile können in der behaupteten Breite nicht stimmen; so etwas wie „Kopftuchzwang“, Zwangsehe, Befreiung vom Sportunterricht stellen sich aus der Nähe betrachtet doch etwas anders dar, als uns die „ISLAM-Experten“ uns das einreden wollen. Richtig prüde ist wohl zuerst der protestantisch-christliche Kulturkreis.

    Damit möchte ich natürlich nicht gesagt haben, daß es in Deutschland anachronistische und fragwürdige rauhe Sitten von Balkan und Kaukasus wie Blutrache und Brautraub u.a. gar nicht mehr gäbe. Deren Einfluß dürfte wohl aber in der modernen Gesellschaft mit der Zeit verschwinden.

    • globalnote sagt:

      @georgi,

      Dann fahren Sie mal mit einer Frau nach Saudi-Arabien. Da setzt es Stockschläge von den Religionswächtern, wenn sie kein Kopftuch trägt. Und in anderen islamischen Ländern ist das nicht viel besser, z.B. Iran. Selbst in dem von der Nato angeblich befreiten Afghanistan werden die Frauen wieder unter das Kopftuch gezwungen. Auch in machen islamischen Vierteln in Deutschland gibt es Druck, wenn auch keine erkennbaren Stockschläge.

      • georgi sagt:

        Lieber Herr Dr. Jahnke!

        Die Militärdiktaturen und neokolonialen Feudalregime des Nahen Ostens sind natürlich in keiner Weise mit den westlichen Staaten vergleichbar. An ihnen müssen wir uns kein Vorbild nehmen. Wenn Saudi-Arabien es für richtig hält, Frauen und Christen zu unterdrücken, müssen wir hierzulande doch nicht Rechtsstaatlichkeit fahren lassen, und einen Teil des Volkes gegen eine Minderheit aufhetzen.

        Im übrigen, in den 50ern nach dem Ende des Kolonialsystems stand die Demokratie auf dem Wegweiser. Der Iran wurde von einem vom Volk gewählten Präsidenten (Mossadegh) regiert, in Afghanistan herrschte konstitutionelle Monarchie (also verkappte Demokratie), Auch in Syrien und Ägypten gab es starke demokratische Tendenzen, und der Libanon galt lange als „Schweiz des Ostens“, bis die Auseinandersetzung mit dem Westen diesen Tendenzen ein für alle mal ein Ende bereitete.

        Naja, der Kopftuchzwang ist wohl in den meisten Fällen, denen Sie in der Fußgängerzone begegnen, eine Legende. Wenn es einen solchen gäbe, müßten ja ganze Gegenden verkopftucht sein. Tatsächlich trifft man es eher bei älteren Frauen und bei etwa 3% der Mädchen an (in manchen Gegenden vielleicht etwas mehr).

      • globalnote sagt:

        @georgi,

        Ich bin doch nicht für ein Aufhetzen. Wo nehmen Sie denn das her? Ich habe nur gesagt, daß man Angst auch verstehen muß. Viele Menschen haben nun mal Angst vor fundamental-islamistischem Terror gegen Zivilisten. Das kann doch wirklich niemanden überraschen. Ich war hier in Großbritannien als die Bomben in der Untergrundbahn losgingen. Das beeindruckt die Menschen schon. Wenn sowas in Deutschland passierte, dann wäre auch ohne die Medien wirklich was los. Natürlich rechtfertigt die Angst nicht ein Minarett-Verbot. Das habe ich auch nie behauptet.

        Beim Kopftuch empfehle ich mal einen Spaziergang durch Bad Godesburg, das eine große sehr konservative türkische Gemeinde hat. Da sehen Sie ein Vielfaches Ihrer 3 %. Aber auch aufgezwungene Kopftücher wären keine Rechtfertigung für ein Verbot von Minaretten, um das noch einmal deutlich zu sagen.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

      • heiner sagt:

        Es gab vor kurzem in der FR einen Artikel:
        Das Bad-Godesberg-Phänomen. Es geht dabei um junge Menschen in Deutschland. Kann jeder Interessierte über die Suchmaschine aufrufen und nachlesen und selber beurteilen, fiel mir grade ein.
        MfG

  7. Paten sagt:

    Guten Abend. Ich erinnere mich noch wie mein Arabisch-Professor von einer Reise durch den Nahen Osten in den 60-gern berichtete. An irgendeinem Sukun (Basar) hing er seine Kamera an den Stand und befingerte die Ware. Er (Typ zerstreuter Professor) vergaß die Kamera und wo er sie hin hing. Nach zwei Monaten auf der Rückreise kam er wieder auf den Markt. Der Besitzer erkannte ihn, rannte hin und war glücklich ihm die Kamera wiedergeben zu können.

    Ich erinnere mich an die netten und zurückhaltenden Jungs aus Afghanistan, die mit eingehakelten Fingern liefen. Es ist Zeichen der Freundschaft und nichts mit Hintergedanken. Einer küsste mir den Necken. Ehrung.

    Ich erinnere mich an die Ägypter, Marokkaner, Saudis, Syrer und Iraner mit denen wir Geschäfte machten. Es war übrigens (1986) ein bildhübsche Iranerin, die der Top-Manager war. Sie erzählte die Geschichte, dass alle Frauen in Teheran wegen des Rates der Revolutionswächter Kopftücher und lange Gewänder tragen mussten, weil ja deren Schönheit nur der Familie und eigenem Mann zusteht und ein blanker Hals öffentliches sexuelles Ärgernis wäre. Im Flieger nach Europa kam es immer wieder zu lustigen Szenen und großem Hallo, wenn nach der Startphase alle Frauen Kopftuch und Gewand abwarfen, wo drunter die Jeans, Shirts und Blusen waren und endlich das Schminkzeug rausholen konnten. Nur einmal gab es ein Problem: Als der Pilot mitten im fröhlichen Treiben wegen eines technischen Problems verkündete, dass er nach Teheran zurückkehren muss. Großes eiliges Abschminken für die Rückkehr ins Mittelalter.

    Mein langjähriger georgischer Freund (58) ist sauer auf mich, weil er in Russland lebend nicht mal ein Taxi ohne mich und andere (weiße) Nichtkaukasier zum Anhalten kriegte, dann auf die georgische Lüge Saakaschwilis reinfiel, die Russen hätten angegriffen und nicht stellvertretend die Bush-Amerikaner, was inzwischen erwiesen ist. Seine russische Ehefrau ist Lehrerin für Englisch und verdiente 400 $ und er 150 als Geologe und Ölmann und persönlicher MA eines von Putins Branchenchefs, der sich sein Gehalt in die Tasche steckte.

    Ich erinnere mich an vieles mehr. Ob USA Flugbasen, Deutsche Aerospace, Russische und Ukrainische Weltraumagenturen, westliche Magnaten (einer der ukrainischer Herkunft war und über 80, im KZ saß und im Zug zurück vom Atombombenwerk in Dnepropetrovsk den Witz riss, das sei besser als in Theresienstadt wegen der 3 Reihen Liegeplätze übereinander im Abteil).

    Mein Besuch in Ulan-Ude (kurz vor China) mit > 60 lokalen Industriellen und Ministern und ihren Problemen. Mein Treffen mit dem ukrainischen Wirtschaftsminister, der mir beim Tee im Amtszimmer sagte, dass das, was ich vor mir sähe, also ihn und seine Sekretärin, das ganze Ministerium wäre, was 80% überalterte Industrieeanlagen erneuern müsse. Der „Gaskrieg“ mit Russland beweist, es gelang nicht.

    Mir fällt noch viel mehr ein. Zu Schattenmännern der realen Finanzwelt. Zu Supertechnologien. Atomstreit mit Iran -1990 zwischen Russland und USA, während Husseins Sohn im Präsident Hotel in Moskau ein Luxusflugzeug bestellte. BASF/Winterhall – erste Verhandlungen dort über russisches Öl für Kohl.

    Und immer wieder: Die wahnsinnigen Eliten und das einfache Volk, das von deren Geldgier nichts weis. Aber die Medien bringen was anderes. Ein ukrainischer Bekannter drehte nach dem Luftangriff auf die arabische Milchfabrik (Waigel zahlte 10 Mrd. DM für die Nichtteilnahme am Krieg) den Beweisfilm, dass es keine Chemiewaffenfabrik war. Die Schilder auf den Maschinen für Milchverarbeitung zeigten deutsche und französische Lieferanten. Einfach zu prüfen. Für Menschen in Ausfuhrämtern. Der angebliche amerikanische Top-Kriegsreporter hat, weil seine Kameratechnik vom Zoll eingezogen wurde, die Technik und Videos im Hotel geklaut und als seine Arbeit ausgegeben. Auch den Angriff auf das Hotel. Die Beta-Kopien hat er jedenfalls nicht.

    Tchernobyl.Mein Freund Pavel O. drehte die in der ganzen Welt bekannten Luftaufnahmen aus dem Hubschrauber. Der Kameramann verlor die Schutzmaske und starb später an Leukämie. Tausende freiwilliger Helfer auch, denen man nicht die Wahrheit sagte, als sie mit blossen Händen die Trümmer beseitigen sollten. Gorbatchov schwieg verbrecherisch tagelang und die radioaktiven Wolken zogen zu uns. Wir hatten nur Glück.

    Und so fällt mir mir mehr ein. Ob der Islam friedlich ist?
    Oder die Tora? Oder die Bibel? Oder Buddha? oder Konfuzius? oder die Atheisten? Ob wir wohl menschlich sind und tolerant und unverlogen und kooperativ in wirklichen Problemen des gemeinsamen (Über)Lebens?

    MfG

    MfG

    • globalnote sagt:

      @Paten,

      Nur zu Chernobyl. Ich war da viele Male nach dem Gau, weil die Osteuropabank die Entsorgungsanlagen und den neuen Sarkophag finanziert hat und finanziert. Es war besonders gespenstisch dort nachts rumzulaufen. Oder in der toten Stadt nebenan. Das fiel mir ein, als ich Ihre Zeilen zu Ihrem Freund Pavel las. Auch ich habe viele ähnliche Erinnerungen, ein Teil davon von den gleichen Plätzen.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  8. Reinhard sagt:

    Lieber Herr Jahnke,
    Sie schreiben
    Später wurde ich allerdings mit vielen Informationen konfrontiert, die zeigten, wieviel nur scheinbar zivile Technologie zur Herstellung von Atomwaffen, Giftgas und biologischen Kampfstoffen gerade von islamischen Staaten des Nahen Osten in Deutschland, aber auch anderen westlichen Ländern, über die Jahre geordert worden war.

    Das beweist aber m.E. nichts über den Islam, sondern über den Politiker Saddam und andere arabische Politiker. Die sind halt wie andere ihres Schlages auch. Ebensowenig wie die christliche Nächstenliebe die blutige Kolonisierung Lateinamerikas verhindert hat, können Friedensbotschaften des Korans verhindern, daß Politiker so handeln, wie ihresgleichen das nun einmal tut. Besonders lächerlich wirkt es daher, wenn iranische Politiker erklären, sie strebten keine Bombe an, weil die unislamisch sei. Schließlich kann der Prophet von der Atombombe nichts geschrieben haben, weil es die zu seinen Lebzeiten noch nicht gab.

    • globalnote sagt:

      @Reinhard,

      Es waren nun mal Staaten mit dem Islam, daran kann ich ja nichts ändern. Ich habe auch nicht gesagt, daß es alle islamischen Staaten auf der Welt waren oder daß es am Islam lag, daß es gerade diese waren. Mir ist das jedenfalls verdammt unter die Haut gegangen. Ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes schlaflose Nächte als die irakischen Raketen nach Israel flogen, wobei durchaus mit deutscher Technologie produziertes Giftgas in den Gefechtsköpfen hätte sein können und die ursprünglich russische Steuerungstechnologie der Scud hätte auch mit deutscher Technologie versehen sein können. Doch Sadam wagte wohl nicht seine besten Stücke auf die tödliche Reise zu schicken. Oder als sich änlich gefährliche Technologie in Libyen, Syrien und einigen anderen hier nicht zu nennenden Staaten einfand. Oder als wir den Bau von Bushir im Iran stoppen mußten.

      Ich denke wir müssen langsam aufhören, nur fanatische Führer verantwortlich zu machen. Es gibt auch ein fanatisches Gefolge in solchen Ländern und manchmal in einer sehr unglücklichen Mischung mit der Religion (auch Adolf Hitler war nicht allein). Es sind sehr oft gerade fanatische Religionsführer, die den Terror predigen. Ich habe ja geschrieben, daß ich den Islam nach dem Buch des Propheten für relativ friedlich halte und vielleicht friedlicher als sich andere im Namen von Jesus Christus benommen haben.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

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