1581

Gedanken zur Zeit 1581 29-11-09: Keine Minarette auf der schweizer Kuhwiese?

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27 Responses to 1581

  1. heiner sagt:

    Es gibt z.Zt. 4 in Worten vier Minarette in der Schweiz!!
    MfG

    • globalnote sagt:

      @heiner,

      Die Schweizer wollen es eben bei 4 in Worten vier belassen. Angeblich soll es eine Menge Anträge auf Neubauten gegeben haben. Mich interessiert an dem Vorgang eigentlich nur die Emotionalität, die hier entsteht, auch wenn es nur 4 in Worten vier sind (und die Verweigerung erkennbar christlicher Zeichen in sehr vielen muslimischen Ländern, jedenfalls im Mittleren Osten, Iran, etc. ).

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  2. heiner sagt:

    @Globalnote: Mir ist dazu nur mein Buchregal eingefallen:
    Jean-Christophe Rufin. : Das Reich und die neuen Barbaren.
    1994.
    Vorwort Adolf Muschg: Nachdem ein wohlbekannter historischer Versuch, die Welt zu verändern fehlgeschlagen ist, kommt es wieder darauf an die Welt neu zu interpretieren.
    Ich will das nicht weiter kommentieren aber die Schweiz
    hat eines der höchsten Pro-Kopf Einkommen in der EU, wovor haben die Schweizer Angst??(54% Wahlbeteiligung)

    MfG

    • globalnote sagt:

      @heiner,

      Angst hat nicht unbedingt mit Pro-Kopf-Einkommen zu tun. Die Menschen hängen auch an Traditionen, von denen die Schweiz offensichtlich besonders gut versorgt ist. Schauen Sie sich doch einmal ein „sauberes“ schweizer Dorf an: Wie passt da ein Minarett hinein?

      Dann gab es wohl auch eine gewaltige Kampagne um die genitale Verstümmelung von Frauen in einigen muslimisch-afrikanischen Ländern, gegen den Burkha und die Berichte über die Steinigung von Frauen. Deutschland mag da mit seiner eigenen besonderen Portion an Terror im Dritten Reich etwas weniger empfindlich sein.

      Offensichtlich sind die muslimische Bevölkerungen in der Schweiz eigentlich gut integriert, jedenfalls viel besser als in Deutschland, so daß die Angst umso weniger verständlich ist. Doch vergessen Sie bitte auch nicht, daß z.B. hier in Großbritannien, von wo ich jetzt schreibe, muslimische Terrorgruppen im Schatten der Minarette direkt in einigen Moscheen rekrutiert und aufgebaut wurden. Einige Immans predigten auch noch den Terror gegen die Andersgläubigen.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  3. heiner sagt:

    @globalnote:
    Nur kurz. Ich bin auch gegen jegliche Art von Terror gegenüber Frauen Kindern und Männern in jedweder Art.!
    Das Wahlplakat (eine verhüllte Frau(warum eigentlich eine Frau?) und: ich interpretiere: nicht Minarette sondern Raketen werden da in die Köpfe von Menschen implementiert!
    MfG
    Ps: Ob Schweizer Dörfer schön oder nur wie aus dem Katalog
    sind? Ich hab da meine Gartenzweifel!
    MfG

  4. Paten sagt:

    Guten Abend. Ich hab mal meine Schweizer Freunde (>70 J.) befragt. Danach wollen die Schweizer die wenigen reichen Scheichs und die vielen zeitweiligen Gastarbeiter in Serviceberufen, die vielfach aus islamischen Ländern wie Pakistan und Indien kommen (70.000), nicht aber das deutsche Problem, dass die ihre Familien nachholen und immer mehr werden und dann noch eine kulturhistorisch dort nicht verankerte Religion verbreiten, Rechte erhalten und den Schweizern irgendwann mal durch Masse Vorschriften machen. Man bedenke die direkten Demokratiefolgen und die vielen Volksabstimmungen zu Sachfragen dort, wenn man alle einbürgerte. Keine Minarette heißt kein Platz für Abstimmungen nach der Schariah.

    Gegenwärtig steigt auch in der Schweiz die Arbeitslosigkeit und man hält dann die Arbeitsplätze -ganz nationalistisch auf den eigenen Wohlstand und Binnenmarkt orientiert und nicht auf Gehaltsüberweisungen in die Entwicklungsländer- lieber seinen eigenen Arbeitslosen vor. Im übrigen auch vielen deutschen Übersiedlern (wie auch Holland und Österreich oder Skandinavien), womit unsere Arbeitslosenstatistik und Sozialkosten geschont werden.

    Ansonsten gab es ja auch in Bayern mal die hoch aufgeregte Diskussion um die Zumutbarkeit des „Balkensepp“ an Schulraumwänden als Horror in Holz für Kinder oder die Berliner Kopftuchdebatte um Lehrerinnen muslimischen Glaubens. Von Sarazzin neulich ganz zu schweigen.

    Wo Staat und Religion nicht getrennt sind, bestimmt die Religion Recht und Gesetz wie im Mittelalter und die Tempel sind die Stätten der ideologischen Gleichschaltung. Nicht mal die Schweinegrippe hält die Pilger wesentlich von der Hadj nach Mekka ab, einer Demo des Glaubens und der Zusammengehörigkeit darin. Und man muss nur einmal im Leben dagewesen sein. Da hält man dann in Jerusalem auf dem Kreuzweg und auf dem Petersplatz möglichst machtvoll dagegen.

    Aber wenn’s der Milka-Kuh die Milch verschlägt, wenn der Immam um 5 Uhr auf dem Turm auf Sendung geht, dann meint der neutrale und liberale Schweizer eben, dass die einzigen Glocken, die er mag, die an den Kuhhälsen sind beim Auftrieb und Abtrieb. Da weis er, was er hat. Ihm reicht sein deutsch-italienisch-französisches Multi-Kulti im romanischen und gothischen Baustil. (Man kann ja auch nicht am Leben hängend neben die الكعبة‎ -Kaaba- ein Kreuz in den Boden rammen.)

    Clash of cultures? Nicht in der Schweiz.

    MfG

  5. Gaby sagt:

    Hallo zusammen,

    mit Religionen habe ich nichts zu tun, weil ich der Auffassung bin, dass der persönliche Schöpferglaube der Menschen nicht in allgemein gültige Dogmen betoniert werden darf. Daraus erwächst nur emotionales Leid, Intoleranz und Glaubenskriege.

    Als die germanischen Völkerstämme vor mehr als tausend Jahren nicht unblutig christianisiert und somit kulturell umgewandelt wurden, schlug man deren „Heilige Eichen“ einfach um und setzte an ihre Stelle Kirchtürme. Im Islam gibt’s Minarette. Dogmatischer Gottesglaube hat also etwas mit „hohen Säulen“ (Phallus-Symbol) und „Zeichen setzen“ zu tun. Und wer Zeichen setzt, tut das meist nicht ohne Gewalt.

    Vermutlich sitzt uns die grausame Erfahrung mit dem Christentum, die unsere Ahnen rund 1.000 Jahre lang ertragen mussten, noch derart in den Knochen, dass wir von jeder Religion, die ihre Andachtsstätten mit hohen Säulen kennzeichnet, erwarten, dass sie uns gleichermaßen brutal überrollt, wie einst die Christen die Heiden. In der Psychologie nennt man das „Projektion“ und so etwas ist kollektiv vermutlich nicht heilbar.

    Mit den Muslimen sind wir in den letzten Jahrhunderten übrigens auch nicht gerade zimperlich umgegangen, ebenso wenig, wie sie mit uns. Es kann also davon ausgegangen werden, dass Muslimen unsere Kirchtürme gleichermaßen ein Dorn im Auge sind.

    Die Schweizer Grünen wollen vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen das Volksurteil erheben, da ein Minarett-Verbot ihrer Meinung nach gegen das Recht auf Religionsfreiheit verstößt. Dieser Auffassung schließe ich mich an. Wenn wir solch’ tolerante Gesetze machen, sollten wir uns auch daran halten.

    Der gute alte Lessing, der Verfasser von „Nathan der Weise“ würde nach dem Schweizer Volksentscheid vermutlich gesagt haben: „Jeder hat das Recht auf sein eigenes Brett vor’m Kopp!“

    Mit den besten Grüßen

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Ich würde die Phallologie hier raushalten. Hohe Tempel, Kirchtürme, Gipfelkreuze zeigen die Nähe/das Streben zu Gott (im Himmel)an. In Verbindung mit Glocken geht der Schall von oben über die Orte, wenn die Gläubigen eingesammelt werden. Ein Minarett (ursprünglich mit Fackeln erhellte Leuchttürme mit Wachen zur Orientierung, Schutz und Kommunikation)bietet den gleichen Effekt, wenn der Muezzin (heute auch mit Megaphon) die Gemeinde ruft oder anspricht. Der Schall trägt von oben einfach weiter. Man nutzte das auch bei Feuerbeobachtungstürmen in deutschen Wäldern, wenn die Sirenen angekurbelt wurden.

      Dann ist noch zu beachten, dass nicht Moscheen, sondern nur die angebauten Minarette vom Volksentscheid über das Bauverbot betroffen sind. Die religiösen Versammlungsorte an sich sind nicht verboten, nur eben der mehrmals (5)täglich zu benutzende Kommunikationsweg per Turm, wenn der Gebetsteppich gen Mekka auszurollen ist und dazu in der ganzen Ortschaft vernehmlich aufgerufen wird bzw. die Gottesdienste von innen über Lautsprecher nach draußen an die restliche weibliche oder kranke Gemeinde übertragen werden. In Handy-Zeiten eher kein Problem, die Leute etwas weniger lautstark zu versammeln.

      Und Religionsfreiheit in der Verfassung ist doch eher kein automatisches Baurecht für turmartige Audio-Systeme. Nicht mal die Katholiken dürfen einfach so neue Kirchen bauen. Die Schweizer wollen auch keine Rumänen und Bulgaren (Raben-Plakate warnen vor Zuwanderung!) und könnten deshalb sogar die Freizügigkeitsabkommen mit der EU kippen (was deutsche Arbeitslosigkeit erhöht).

      Und die Multi-Kulti-Grünen, die gegen die Muslims u.a. am Hindukusch militärisch zu Felde ziehen, haben hier eine verheerende Integrationspolitik bewirkt, in deren Ergebnis Kinder von auch gerade muslemischen Einwanderern – wie auch hier im Infoportal von Dr. Jahnke dargelegt- überdurchschnittlich schlecht gebildet, ausgegrenzt, arbeits- und zukunftslos sind.

      „Gleichheit ist immer das festeste Band der Liebe.“ Gotthold Ephraim Lessing

      MfG

      • Gaby sagt:

        Tja, lieber Paten,

        ich denke, in den Ansichten über die Funktion von religiösen Türmen haben wir beide ein Stückchen recht. Vermutlich gibt es noch mehr Meinungen darüber und die Wahrheit liegt dann irgendwo in der Mitte.

        Aber ich schrieb ja eingangs, dass ich mit Religionen nichts zu tun habe, folglich kann ich nicht persönlich, sondern nur aus der Historie heraus versuchen, mich in die Beweggründe der Ablehnung von Minaretten in Deutschland und der Schweiz und der Ablehnung von Kirchen in islamischen Ländern hinein zu denken.

        Als Bauwerke gefallen mir Kirchen ebenso wie Moscheen mit Minaretten. Von mir aus können sich diese Gebäude auf deutschem Boden auch nachbarschaftlich gegenüber stehen, am besten noch von einer Klagemauer umsäumt. Allerdings dürfte es zu einer erheblichen Lärmbelästigung kommen, wenn zufällig gebimmelt und gleichzeitig per Megaphon gerufen wird. Na ja, ich würde mir mit Ohrstöpseln zu helfen wissen. 😉

        Meine Meinung ist darüber hinaus, dass ich, wenn ich A sage, auch das B akzeptieren muss. Wenn ich erlaube, dass Moscheen gebaut werden dürfen, warum soll ich dann Minarette ablehnen? Die gehören doch dazu, oder nicht?

        Aber so weit, unser religiöses Symbol „Balkensepp“ zu nennen, gehe ich nicht – mal so am Rande bemerkt. Das Kreuz ist für mich ein christliches Symbol, wenn auch ein nicht gerade anziehendes, aber für einen gläubigen Christen kann es eine persönliche Verletzung darstellen, wenn das Kreuz verballhornt wird. Das mag auch für so manchen hier Mitlesenden gelten.

        Zugegeben, unsere Ausländerpolitik gefällt mir auch nicht und der Krieg am Hindukusch ebenso wenig. Ich wäre jedenfalls nie auf die Idee gekommen, Menschen ins Land zu werben, damit sie unser Bruttoinlandsprodukt bedienen, ansonsten aber sozial nicht weiter beachtet, gar arbeitspolitisch in so manchen Firmen wie Menschen dritter Klasse behandelt werden. Da ist mir die Integrationspolitik der Skandinavier viel sympathischer.

        Mit den besten Grüßen

        Gaby

  6. Seismograph sagt:

    Was soll eigentlich das ganze Gerede über Religionsfreiheit und Phallussymbolik?

    Die Schweizer haben entschieden: KEINE MINARETTE IN IHREM LAND und damit BASTA!!!

    Von den Schweizern könnten sich vor allem die Deutschen mal ´ne Scheibe abschneiden. Dieses ganze scheinheilige Getue um Toleranz und Fremdenfreundlichkeit ist wirklich nicht mehr aus zu halten und sowas von „aufgesetzt“.
    Wir haben doch nur nicht den Mumm, um offen und ehrlich auch mal „nein“ zu sagen, das wäre evtl. anstössig und nicht politisch korrekt- einfach erbärmlich.

    • hans-im-glueck sagt:

      Ja, es ist schwer, die grundsätzliche Einsicht, daß am Ende nur die Freundschaft der wirklich einzige Weg zu einem friedlichem Miteinander ist, auch zu jedem Zeitpunkt zu leben.

      Einerseits sind Minarette ursprünglich als Wachtürme zur Überwachung und damit Beherrschung des umliegenden Landes entstanden; sie wurden erst später in den Religionsbetrieb einbezogen. Vielleicht haben die Schweizer Ablehner auch daran gedacht.
      Wobei der Koran mir deutlich friedlicher vorkommt als das Alte Testament. Kein Wunder, ist ja auch viel jünger.

      Andererseits verhält sich „unsere Religion“ in Form der Katholischen Kirche auch nicht gerade immer den eigenen Regeln konform; historisch siehe Inquisition, modern siehe Gängelung per Verhütungsverbot, Papstunfehlbarkeit etc.
      Das Christentum ist die führende Weltreligion, nicht zuletzt erkennbar am weltweit gültigen Gregorianischen Kalender.
      Führung heißt Verantwortung.

      Was machen „wir“ Christen? Führen ungerechte Aggressionskriege in islamischen Ländern.

      Wer im Glashaus sitzt, sollte sich überlegen, wie groß die Steine sind, die er in die Hand nimmt…

      „Die Menschen sind eher gut als böse, und
      in Wahrheit dreht es sich gar nicht um diese Frage.
      Aber sie sind mehr oder weniger unwissend,
      und das nennt man dann Tugend oder Laster.“
      Albert Camus

    • Paten sagt:

      Guten Abend. Nein zu was in Deutschland, bitte? Konkret. Mit Mumm. Bauanträgen für Minarette? Welche? Die Schweizer haben e i n e Frage eines von v i e l e n jährlichen Referenden entschieden.

      Und wenn wir die 19% Arbeitsfähigen und Kinder (eingebürgerte Ausländer und die schon mit Migrationshintergund) von 82 Mio. Bürgern hier rauswerfen würden (das war doch gemeint?), wären wir noch 66 Mio. -wie 1936- Deutsche, aber wirtschaftlich am Ende. Die Patente von Siemens bis Bosch sind privat und keine Staatseinnahmen.

      MfG

  7. Gaby sagt:

    Hallo, Seismograph,

    Menschen besitzen eine angeborene „Fremdenfeindlichkeit“. Das wird stammesgeschichtlich-evolutionär begründet und diskutiert. Die Abwehrhaltung gegen das Fremde ist menschlich. Ein Narr, wer das leugnet.

    Aber diese archaisch erworbene Verhaltensweise, die tief in unserem Kleinhirn schlummert, sollte uns nicht daran hindern, neue kulturelle Werte wie Toleranz und Fremdenfreundlichkeit auszuprobieren. Mitunter sind dazu politisch-korrekte Gesetze und Anweisungen nötig.

    Ohne solche Gebote und Verbote ändern Menschen kaum ihre Handlungsweisen oder hätte es je die Gleichberechtigung der Frau oder die Arbeiterbewegung gegeben, wenn nicht der Gesetzgeber irgendwann hilfreich eingeschritten wäre?

    Bis denne,

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Abend. Bekennerschreiben: Ich = Narr. Das ist einfach genetisch nicht nachvollziehbar – „angeborene Fremdenfeindlichkeit“. Dann wäre jeder jedes geborener Feind! Männer gegen Frauen gegen Kinder aller Länder, egal. Das Killer-Baby kennt nicht mal Vater oder Mutter. Xenophobie ist auch nicht angeboren. Nicht mal bei den Mowglis. Wenn manches Kleinhirn für Fremdenfeindlichkeit verantwortlich wäre, gäbe es einen neurochirurgischen Weg für den Weltfrieden. Was können dann Gesetze gegen Genetik von 7 Mrd. Menschenhassern machen? Politisch korrekt kann adaptiertes Sozialverhalten sein, niemals ein Gesetz. Und die Arbeiterbewegung entstand wohl nicht aus hilfeichem Gesetzesbeschluss des deutschen Kaisers oder russischen Zaren oder englischen Königs? Eher erzwangen die Arbeiterbewegung gewisse Sozialgestzgebung, Gewerkschaftsrechte und Mitbestimmung. Die Suffregetten wurden eher nicht ins Capitol zum Frauengesetze Schmieden eingeladen.

      Was für „neue kulturelle Werte“ ausprobieren? Die Verblödungsindustrie? Oder deren angehangene fremdenfeindliche archaisch medial destrukturierte Kleinhirne? Oder Hartz-IV mit „gewisser soziokultureller Teilhabe“?

      Sorry. Das war nicht ernst, oder?

      MfG

      Frauen sind bis heute nicht wirtschaftlich und sozio-kulturell gleichberechtigt

      • Gaby sagt:

        Hallo, Paten,

        dann nenne den dem Menschen innewohnenden, versteckten oder offenen Widerstand gegen Fremdes eben „Furcht vor dem Fremden“. Diese „Furcht“ ist international und ich spreche ausdrücklich nicht von Rassismus. Das bitte ich zur Kenntnis zu nehmen.

        Um zu erklären, was in uns vorgeht, wenn wir uns mit Fremden und Fremdem konfrontiert sehen, gibt es den biologischen-stammesgeschichtlichen Erklärungsversuch, aber auch den kulturellen und den ökonomischen. Ich tendiere zum ersten Erklärungsversuch, denn ich halte die Vorsichtshaltung der Menschen für angeboren, die jedoch zu überwinden ist, wenn man sich vorurteilsfrei mit dem Neuen, dem Fremden beschäftigt. Viele Menschen tun das nicht.

        Mit so Sachen wie „Anti-Diskriminierungsgesetzen“ oder „Political Correctness“ wird probiert, ganze Gesellschaften vorurteilsfreier und toleranter zu gestalten. Ob das wirklich funktioniert, hängt mit Sicherheit vom einzelnen Individuum und natürlich seinem persönlichen und sozialen Kontext ab.

        Unter „neuen kulturellen Werten“ verstehe ich zum Beispiel den Humanismus und die Aufklärung, aber auch, dass das Kind im 16. Jhr. erstmals als Kind angesehen wurde oder Frauen der westlichen Hemisphäre im 21. Jhr. emanzipierter sind als noch vor 300 Jahren.

        Vor dem Hintergrund, dass es den Homo Sapiens bereits seit mehr als 35.000 Jahren gibt, ist diese uns bekannte Entwicklung der menschlichen Evolution ziemlich neu und so nehme ich mir heraus, diese geistige Entwicklung „neue kulturelle Werte“ zu nennen.

        Mit den besten Grüßen

        Gaby

    • heiner sagt:

      Für Gaby zum Lesen:
      http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2462
      MfG
      Wir sind alle Ausländer fast überall!

  8. Volker Hamburg sagt:

    Das ganze Bürgerbegehren der SVP gegen Minarette erinnert stark an Roland Kochs Aktion einer Unterschriftensammlung gegen doppelte Staatsbürgerschaften anno 1999. Damals in Hessen gingen dann brave Bürger an die Aktionsstände der CDU, um „gegen Ausländer zu unterschreiben“. Die hohe Zustimmung der Schweizer zum Minarett- Verbotsantrag ist, mit Sicherheit Ausweis, einer weit über Bebauungsangelegenheiten hinausgehenden Xenophobie, und diese ist wahrscheinlich repräsentativ für ganz Europa. Das ist auch kein Wunder, denn von interessierter Seite wird, vor dem Hintergrund einer tatsächlich radikalen und gewalttätigen Minderheit von islamistischen Eiferern, ein ganzer Kulturkreis seit ca. 20 Jahren unter Generalverdacht gestellt. Warum? Betrachtet man die 80er Jahre, in Bezug auf den Stellvertreterkrieg muslimischer Söldner mit U.S.- Unterstützung gegen die Invasionsarmee der UdSSR in Afghanistan, so stellt man fest, das das Image dieser Radikalislamisten in den Medien der NATO- Länder durchweg positiv war. Selbst James Bond und G.I. John Rambo kämpften Seit‘ an Seit‘ mit den Mudjarheddin gegen die bösen Russen! Das änderte sich schlagartig als der „böse Russe“ weg war, und „unser“ militärisch- industrieller Komplex echte Existensängste auszustehen hatte. Der erste finstere „Muslim- Krieger“, der dann „die Welt bedrohte“ war erst einmal „Wüsten- Hitler“(BILD) Sadam Hussein… -und dann ging es Schlag auf Schlag. überall „neue Bedrohungen“ die nach militärischen Antworten des „Westens“ riefen. Ob Ex-Jugoslawien oder das taumelnde rote Ex- Imperium oder aber extremistischer Islamismus. Letzterer hat dann auch die große Casting- Show, „NATO sucht den Superfeind“ gewonnen. Und auf diesem Herd kochen nun eben auch alle möglichen anderen politischen Scharlatane ihre unappetitlichen Süppchen… -übrigens der Umgang der USA und ihres Vasallen EU mit der radikalislamischen, nepotistischen, feudalen „Hand- und Kopf-ab“- Diktatur Saudi Arabien, Heimatland der intoleranten, archaischen und brutalen Abart des Islam, namens Wahabismus, zeigt das die islamistische Bedrohung nicht wirklich als Problem ernst genommen, sondern lediglich nach Interessenlage instrumentalsiert wird.

    • heiner sagt:

      @ Volker Hamburg: Peter Scholl-Latour hat mal gesagt:Der Versuch der Amerikaner ihre Coca-Cola Gesellschaft auf die Ganze Welt auszudehnen wird scheitern. Und das scheitert gerade!
      Was mit der nächsten Grossmacht China wird müssen wir mal abwarten, aber das sieht gerade wegen der zu erwartenden
      Nichteinsicht in ökonomische und ökölogische Konsequenzen
      für den Rest der Welt nicht gut aus!
      MfG

  9. heiner sagt:

    Ich hab da noch was zu unseren Tresor-Kuhglockennachbarn!
    Artikel heute im Handelsblatt, der heisst:
    Auch für die Schweiz ist die Globalisierung unteilbar. hat wohl was mit Schizophrenie zu tun, oder vor der Angst, das ein Muslim im Garten steht, natürlich mit Waffe!?( na gut Wasserpistole würde schon reichen)
    MFG

    • Paten sagt:

      Guten Abend. Danke. Musste lachen. 😉

      MfG

      • Gaby sagt:

        Halloli Paten,

        na, dann lass uns doch bitte teilhaben an dem, das Dich zum Lachen brachte. Geteiltes Lachen ist schließlich doppelter Spaß!

        Beste Grüße

        Gaby

      • Paten sagt:

        Guten Tag. Na das Wort ‚Tresor-Kuhglockennachbarn“ szs. als „Finanzkuhpitalismus“ und die bildliche Vorstellung eines Taliban mit Wasserpistole, der vor der Bankervilla den Rasen „sprengt“.

        MfG

  10. Michael sagt:

    Es ist einfach das Recht der Eidgenossen zu sagen, bis hierher und nicht einen Millimeter weiter. Sie haben abgestimmt und das Ergebnis ist eindeutig. Ich würde mir für Deutschland auch so eine Demokratie statt einer Kleptokratie aus Bonzen und Beamten wünschen.

    • heiner sagt:

      @Michael: na, dann schau mal bei Wikipedia nach was Kleptokratie bedeutet: Norwegen und Nigeria im Vergleich?
      MfG

  11. heiner sagt:

    Heute in der FR: Die Fiktion der Eidgenossen.
    MfG

  12. Gaby sagt:

    Hallo, Michael und Mitlesende,

    sind Volksabstimmungen im Vorfeld nicht ziemlich durch Propaganda und Campagnen, also Meinungsmache, manipulierbar? Sind sie, wenn man diese Negativeffekte berücksichtigt, dann tatsächlich der Wille des Volkes?

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Alles, was durch den Kopf muss, bevor es zum Kreuz wird, ist neural beeinflussbar. Sollen Depressive abstimmen dürfen, denen ihr eigenes Leben egal ist und das der anderen sowieso? Bekiffte Hirne als Demokratiestützen? Diebe, Mörder, Vergewaltiger, Drogendealer, Asoziale,Atheisten, Buddhisten, Katholiken usw. usf. – sie alle (deren Hirne) nehmen doch schon an Volksabstimmungen teil – Bundestag, Landtag, Gemeinderat, Bürgerbegehren.

      Wenn man die Frage generell verneint, brauchen wir keine Demokratie, weil es keinen Weg mehr gibt das Volk irgendwie an Entscheidungen teilnehmen zu lassen. Wenn man die Frage generell bejaht, geht der Kampf um die Mehrheit der Hirne als medialer emotionsbetonter unsachlicher Informationskrieg los.

      Ergo kommt man nur mit dem aufgeklärten Bildungsbürger unaufgeregt zu für die Allgemeinheit (und nicht die momentane Mehrheit) nachhaltig vernünftigen Entscheidungen. Volksbildung = Demokratie. Und jetzt nochmal: Soll China den spezifischen CO2-Ausstoß reduzieren?

      Außerdem trennt sich Volk und Entscheidungsebene vorsorglich immer weiter. EU, UN-Sicherheitsrat, WTO, G-7, G-20, (bald G-2). Politische Osmose.

      MfG

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