Steuern

Deutschland: Unsoziales Steuerland

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17 Responses to Steuern

  1. hjh sagt:

    Eine klare Aussage zu dem Steuersystem in der BRD.
    Warum spielt diese klare Aussage keine nennenswerte Rolle in der politischen Auseinandersetzung der Gesellschaft?
    Die meisten Bürger müßten eigentlich auf die Barrikaden gehen, bei soviel Ungleichheit in der sozialen Struktur.
    Sie tun es aber nicht.
    Warum?
    Geht es ihnen noch zu gut?
    Meinen Sie man kann doch nichts ändern?

    Ich meine, man muß zur Wahl gehen und diesen Politikern von CDU und SPD richtig abstrafen.

  2. Jutta sagt:

    ich finde das ist eine „Riesensauerei“.

    Natürlich sollten alle zur Wahl gehen und unsere Einheitspartei „CDUCSUFDPSPDGRÜNE“ abstrafen. Das wäre eine natürliche Reaktion des „normalen“ Arbeitnehmers.
    Leider ist das in unserem Lande etwas anders. Das fängt schon damit an, dass unsere gleichgeschalteten Medien darüber wenig oder noch besser gar nicht berichten. Der „normale“ Arbeitnehmer ist darüber also nicht informiert.
    Unsere „unabhängigen Medien“ berichten lieber unisono über etwaige Mini-Betrugsfälle bei Hartz IV und wiegeln die Bürger gegeneinander auf. Denn die großen Betrüger werden mit viel Einsatz sämtlicher Behörden geschützt. Man denke da an die Steuerfahnder aus Frankfurt. Finanziert wird das ganze wiederum vom Steuerzahler.
    Dann haben wir noch die Hetze „Jung gegen Alt“ über die immer wieder ausgiebig berichtet wird. Für mich ist das alles Volksverhetzung und wäre somit in einem Rechtsstaat strafbar (!)
    Aber unsere Politiker schreien laufend, in unterschiedlicher Lautstärke, nach Steuersenkungen für Besserverdienende und Unternehmen. Darüber wird selbstverständlich in ALLEN Medien berichtet. Das alles hat Methode und soll das dumpe Volk nur mit den von oben gewünschten Informationen versorgen, was auch wunderbar funktioniert.
    Das Ergebnis dieser umfassenden Berichterstattung bekommen wir im Herbst nach der Wahl.

    Ich wünsche uns allen viel Freude damit

  3. annimarr sagt:

    Steuerveränderungen!

    Sehr geehrter Herr Dr. J. Jahnke,

    durch die Dumpingpreise aus China ergibt sich die Frage, ob nicht eine Steuerveränderung durchgeführt werden sollte!
    Man könnten den Arbeitgeber-Anteil der Sozialabgaben entfallen lassen und durch die Übernahme in die Mehrwertsteuer den restlichen Staatshaushalt allein durch die Mehrwertsteuer finanzieren, also die sonstigen Steuern entfallen und die Arbeitgeber werden steuer- und abgabenfrei, sie führen nur noch im Inland die Mehrwertsteuerzahlungen ihrer Kunden ab, sind aber sowohl im Export als auch im Inland gegenüber den Importen wettbewerbsfähiger.

    1.) der Sozialstaat als BRD-Spezifikum wird durch die Einkommensteuer finanziert.
    2.) Der Reststaat kann sich rein durch Mehrwertsteuer finanzieren, weil 170 Mrd. alte Mehrwertsteuer und 226 Mrd. alte Lohnzusatzkosten eben genau die benötigten 400 Mrd. (zusätzliche Mehrwertsteuer) für den Resthaushalt wären.
    3)Alle sonstigen Steuern könnten ersatzlos gestrichen werden.
    Ich bin derzeit mit dieser Frage in einer Diskussion und wäre Ihnen deshalb sehr dankbar Ihre Meinung dazu zu hören!
    Viele Grüß
    annimarr

    • globalnote sagt:

      @annimarr,

      Die Dumpingmargen zugunsten Chinas, oder besser die potentiellen Margen angesichts der Kostenunterschiede, sind so enorm, daß sie mit keiner Entlastung der Unternehmen aufgefangen werden können. Gerade die MWSt ist sozialfeindlich, da sie die Menschen mit geringeren Einkommen besonders trifft. Sie belastet die Binnennachfrage und schadet den deutschen Unternehmen von der Nachfrageseite her erheblich. Eine höhere MWSt würde nur dem deutschen Export nützen und damit das globale Ungleichgewicht verstärken und Deutschland vom Export noch abhängiger machen. Eher wäre an eine Senkung der MWSt zu denken, sobald die deutsche Sparwut nachläßt.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  4. annimarr sagt:

    Steuerverschiebung für Investitionen und Arbeitsplätze
    in Deutschland!

    Sehr geehrter Herr DR. J. Jahnke,

    Zunächst möchte ich mich für Ihre prompte Antwort bedanken. Gestatten Sir mir bitte nochmals einen Anlauf wegen der so dringend benötigten inländischen
    Investitionen und Arbeitsplätze.
    Kann man in einem EU-Binnenmarkt (oder „Kern-Europäischen-Binnenmarkt“) die inländischen Arbeitgeber im Sinne der Steuergrundsätze eines Adam Smith mit ihren EU-Mitbewerbern gleich behandeln.

    Durch Entfall der 226 Mrd. Sozialabgaben der Arbeitgeber kann die Mehrwertsteuer zur Senkung der Nettopreise auf dem Europäischen Binnenmarkt um diese
    226 Mrd. erhöht werden und damit alle sonstigen Steuern gestrichen werden. Dann werden Arbeitgeber und
    Importeure gleich behandelt, und die Schaffung von Arbeitsplätzen wird in Deutschland wieder interessanter.
    Damit wird das Staatsmodell zu einem New Deal zwischen
    Arbeitgeber und Bürger als Einkommensbezieher und Kunden der Wirtschaft. Und damit entfällt auch der so
    genannte Kampf zwischen David und Goliath, denn es profitieren beide.
    Mit der Einführung eines Bürgergeldes (die Finanzierung durch die Einkommenssteuer) könnte die Balance der erhöhten Mehrwertsteuer wieder hergestellt
    werden. Um dies zu erreichen, sollte man die Auszahlung von Bürgergeld in Höhe von 650 Euro zum Leben und Wohnen und 150 Euro für KV pro Kopf einführen. Die Höhe des Bürgergeldes müsste natürlich
    kostenneutral für die Bürger ausfallen (Mehrwertsteuer-Erhöhung)!

    Wäre ein solches Modell für Sie denkbar? Sind die Dumpingpreise steuerlich überhaupt zu kompensieren? Sollte die EU mit Zöllen operieren (s. China/USA-Reifenkampagne)?Welche Möglichkeiten sehen Sie, um mit
    dieser hässlichen Globalisierung fertig zu werden?

    Für Ihre Unterstützung wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Herzliche Grüße
    annimarr

    • globalnote sagt:

      @annimarr.

      Dumping kann man nur mit Anti-Dumpingmaßnahmen begegnen, die bei China – da nicht als Marktwirtschaftsland anerkannt – erleichtert sind. Die MWSt ist total antisozial. Ein Ausgleich durch ein Bürgergeld ist a) politisch nicht durchsetzbar, und würde b) die Empfänger als von Almosen abhängig abstempeln.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Albrecht Kauschat sagt:

        Den Antidumping-Kampf finde ich absolut vorrangig. Kriegt denn niemand es hin, dass die Regeln der ILO (International Labor Organisation) auch nur ansatzweise in die Wirklichkeit umgesetzt werden? Antidumping-Maßnahmen könnten dabei eine Komponente enthalten, die der ILO zugeführt wird, damit sie die brandgefährdeten Fabriken z.B. in Pakistan und Indien, dort auch Steinbruchsklaven, Kinderarbeit u.ä., in China, die Lohnvorenthaltung, die dann durch bestochene Richter für rechtens erklärt werden, das Verbot von freien Gewerkschaften z.B. in China usw. untersucht und mit Strafen belegt, die dann von allen Abnehmerstaaten kassiert und der ILO zugeführt werden müsste.
        Aber wer wird das durchsetzen?
        Unsere Industrie und die Politik wird Angst haben vor Gegenmaßnahmen Chinas!
        Dabei müsste China ja auch Angst haben, seine Produkte nicht mehr loszuwerden, wenn sie Gegenmaßnahmen ergreifen statt die Rechte ihrer Arbeiter zu geährleisten.

      • globalnote sagt:

        China ist weit mehr abhängig als umgekehrt, vor allem wenn man den zeitlich wahrscheinlich beschränkten deutschen Exportboom nach China ausklammert.

  5. Matthias Weddler sagt:

    Ich bin etwas verwirrt über den Anteil der Lohnsteuer am Gesamtsteueraufkommen 2007 von über 48 Prozent, da in der offiziellen Statistik des BFM nahezu die Hälfte angegeben wird:

    http://www.bpb.de/files/60A56V.pdf

    Welcher Statistik soll ich nun trauen?

    • globalnote sagt:

      Das ist in der Tat verwirrend. Die OECD zählt in der Lohnsteuer auch die Sozialabgaben: „Taxes on Labour as % of Total Taxation“. Habe das jetzt klargestellt und dabei die neuen Angaben für 2009 verwandt. Vielen Dank.

  6. Albrecht Kauschat sagt:

    Ich finde die Aussage „MWSt ist unsozial“ für doch sehr pauschal und übertrieben! Insbesondere die Abstufung mit dem ermäßigten Steuersatz sorgt dafür, dass die Grundbedürfnisse relativ wenig belastet werden.
    Deshalb hat auch keine Regierung mehr gewagt, bei den letzten Erhöhungen den ermäßigten Satz zu erhöhen (7 statt 14%, 7 statt 16%, zur Zeit 7 statt 19%). Das finde ich doch sehr sozial!
    Kritisieren kann man dabei wohl so einiges (7 oder 19%, je nachdem, wo die Wurst + Pommes verzehrt wird, Hundefutter o.ä.).

    Mein Mieter mit Grundsicherung (ca 650 €) zahlt 250 € Kaltmiete und dafür 0 € MWSt. Nur in den Nebenkosten von 80 € ist teilweise die MWSt von 19 % enthalten, z.B. bei Wasser nur 7%, bei 20€ Grundsteuer oder bei Abwassergebühr nichts.
    Die Energie (Strom und Gas), da ist MWSt drauf, die zahlt die Arge.
    Die restlichen Ausgaben sind vor allem Lebensmittel, auf denen aber nur 7% fällig werden. Kleidung und Möbel gibt es in Sozialläden der Caritas, des Diakonischen Werkes und der GAB, wohl ohne MWSt.
    Lediglich für Dienstleistungen wie Friseur o.ä., für im Geschäft gekaufte Kleidung, TV-Gebühren oder Busfahrkarten sind 19 % fällig. Für die Zuzahlung zu Medikamenten gibt es zwar Erhöhungseffekte, die aber durch die 1%-Belastungsgrenze effektfrei bleiben.
    Also von seinem Einkommen fällt nur für sehr wenig die volle Mehrwertsteuer an. Ihn haben die immer wiederkehrende Mehrwertsteuererhöhungen doch eher wenig betroffen. Mir fallen da vor allem die Ausgaben für Zigaretten und Tabak ein, die wohl hoffentlich mit dem vollen MWSt-Satz belegt sind!

    • globalnote sagt:

      In meiner Betrachtung geht es nicht nur darum, was Arge übernimmt, sondern um die Auswirkungen auf die Masse der Verbraucher. Normale Menschen geben eben einen viel größeren Anteil ihres Einkommens auf MWSt-pflichtige Ausgaben aus als Reiche, die schon fast alles haben und auch nur einmal essen können.

      • Albrecht Kauschat sagt:

        Danke für die Antwort, die z.T. ja stimmt. Aber eben nur zum Teil! „Reiche“ haben zwar schon „alles“. Ich kenne aber keinen „Reichen“, der nichts mehr will. Deshalb geben Reiche ja auch wesentlich mehr Geld für Dinge aus, die dem vollen Steuersatz unterliegen. Arme geben fast kein Geld aus, das mit den 19 % besteuert wird, wie ich das am Beispiel mit dem Grundsicherungsempfänger vorgerechnet habe.
        Für die Miete zahlt der Arme keine MWSt, der reiche wohnt im eigenen Haus und zahlt, wenn er es baut, bei 300ooo € alleine 54ooo€ MWSt, wenn er es kauft, kassiert der Staat 15ooo€ Grunderwerbsteuer.
        Belastet ist nicht wirklich der Arme, sondern es sind die Familien mit Kindern. Deshalb sollte die Kritik an der MWSt nicht grundsätzlich sein, sondern eine Veränderung an der Abstufung zum Ziel haben.
        Warum Kaviar und Sekt nur ermäßigt besteuert werden (allerdings: Sektsteuer!), Kinderkleidung oder Windeln meines Wissens mit voller Höhe besteuert werden, leuchtet mir nicht ein!
        Früher gab es eine höhere Staffelung (z.B. in Frankreich mit 25 % für Luxusgüter), um den Konsum von Reichen höher zu besteuern.
        Auch das würde sozialen Ausgleich schaffen, vielleicht könnte der ermäßigte Steuersatz für wirkliche Grundnahrungsmittel dann ja auf 5% gesenkt werden.

      • globalnote sagt:

        Ich habe nicht von den Armen (die auch Hartz-4 beziehen) geschrieben, sondern von den „weniger Verdienenden“, die eine geringe Sparquote als die Mehrverdiener haben, und daher mehr über die MWSt erfaßt werden, gleich wie hoch deren Satz ist. Dazu habe ich auf die Studie des DIW verwiesen. Dabei nutzen Mehrverdiener auch noch die vielen Schlupflöcher der Einkommenssteuer aus.

      • Albrecht Kauschat sagt:

        Noch einiges spricht für das Konzept der MWSt statt der Belastung der Arbeitslöhne:
        – Auch das durch Schwarzarbeit/Kriminalität erworbene Geld wird bei Konsumierung durch Steuern erfasst (Erfahrung aus Italien)
        – Waren werden gleich durch MWSt erfasst, egal ob im Ausland oder im Inland hergestellt. Wie will man importierte Waren sonst besteuern? Anders als die Besteuerung und Belastung durch Sozialabgaben auf Arbeitslöhne, die nur Inlandseinkommen treffen und Arbeitsplätze kosten!

  7. Albrecht Kauschat sagt:

    Sorry: Korrektur: Natürlich zahlt das Sozialamt, nicht die Arge!

  8. markus uebel sagt:

    es ist doch eher die mentalität dienst nach vorschrift und wenn nicht zahlt der staat, der deutschland erlahmen lassen. und die sozialindustrie hat die meisten beschäftigten in deutschland. mwst ist bald bei 20 %. schon mal eine firma geführt ? dann wüßten sie auch, dass sie die mwst im voraus bezahlen müssen (für ein jahr) auch wenn sie noch garnichts eingenommen haben. ich will nicht nur jammern, aber die abgabenlast ist schon hoch, jetzt familien mit kinder künstlich besser zu behandeln finde ich auch nicht so besonders. einfach mal mehr an den usa orientieren, da ist vieles garnicht so schlecht oranisiert. ich bekomme doch keine kinder, weil es für die sozialversicherungs systeme voreilhaft ist. geht´s nocht. so denkt man einfach nicht. sorry

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