1549

global news 1549 01-06-09: Warnung von der Bondfront

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3 Responses to 1549

  1. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    ermutigend ist dieser „global news“ nicht!

    Jedenfalls kann man heutzutage nicht vorwitzig genug sein und so gebietet es sich von selbst, sich über wohl klingende Wort „quantitative easing“ schlau zu machen, das Herr Dr. Jahnke in seinem „global news“ verwendet hat.

    Das geldpolitische Werkzeug der „Quantitative Lockerung“ wird von unseren Notenbanken angewandt, wenn der Leitzins fast auf Null oder bereits auf Null steht, es aber trotzdem notwendig ist, die Zinsen noch weiter zu senken und gleichzeitig die Bankreserven in den Bankbilanzen zu erhöhen. Da es keine Minuszinsen gibt, müssen sich unsere Finanzakrobaten einen Trick, sorry, eine Alternative einfallen lassen.

    Die „Quantitative Lockerung“ geht so: Die Notenbanken kaufen in milliardenschwerem Umfang toxische wie ungiftige Wertpapiere, Staatsanleihen und Schuldverschreibungen aller Art. Das wirkt wie Geldspritzen, plustert also die Bilanzen der hiervon betroffenen Banken auf.

    Am Beispiel Japan, das in 2001 erstmals zum Mittel der quantitativen Lockerung griff, kann man studieren, dass sich die Konsolidierung kränkelnder Banken trotzdem verzögerte, die Renditen wunschgemäß fielen und der Interbankenmarkt leider ziemlich austrocknete. Statt sich die Banken, wie ursprünglich gewünscht, wieder Geld geliehen hätten, nutzten sie lieber die BoJ (Bank of Japan) als Liquiditätsspender.

    Wen nun das Gefühl beschleicht, dass da noch ein Haken ist, liegt richtig. „Quantitative easing“ kann man auch umschreiben mit „ungedecktes Geld drucken“.

    Na, dann kann ja nichts mehr schief gehen. 😉

    Bis denne,

    Gaby

  2. elfi sagt:

    Hallo Gaby,
    speziell nur für Ausländer gab es in der Zeit als ich in der Schweiz lebte mehrfach Negativzinsen.
    Dazu findest du bei Wikipedia folgendes:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Negativzins
    „In der Schweiz bestand eine Verordnung, aufgrund derer ein Verbot der Verzinsung von Geldanlagen in Schweizer Franken seitens ausländischer Geldgeber oder, darüber hinaus, die Erhebung einer Kommission, dem sogenannten Negativzins, in Höhe von bis zu 10% pro Vierteljahr möglich wurde. Damit wollte das Land den übermäßigen Kapitalzufluss aus dem Ausland abwehren, der den Wechselkurs des Schweizer Franken zum Nachteil der Schweizer Exporteure beeinflusste. Angewendet wurde sie 1964 ‑1966 und von Ende Juni 1971 mit kurzen Unterbrüchen bis November 1979.“
    Das wollte ich auch zuerst kaum glauben. Aber es war so.

    Beste Grüsse
    Elfi

  3. Gaby sagt:

    Hallo, Elfi,

    herzlichen Dank für diesen interessanten Hinweis.

    Allerdings halte ich die Bezeichnung „Minus- bzw. Negativzins“ für Etikettenschwindel, denn tatsächlich wurde eine Gebühr (Strafzins) auf Sparguthaben erhoben, die natürlich zufolge hatte, dass sich die Zinseinnahmen oder gar das Sparguthaben verringerte. Der Einfachheit halber, vielleicht auch sarkastischer Weise, kann man das „Negativzins“ nennen und es hat garantiert dazu geführt, übermäßigen Kapitalzufluss aus dem Ausland zu verhindern.

    Bis denne,

    Gaby

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