1546

global news 1546 30-05-09: Die ärgerliche Komplizenschaft von Eurozone-Regierungen, EZB und Banken zu Lasten des unwissenden Steuerzahlers

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5 Responses to 1546

  1. elfi sagt:

    Hallo,
    schon Anfang der 90iger Jahre fiel mir eine Komplizenschaft zwischen den Banken, dem Geld und der Politik auf.
    Dass sie mir damals erst auffiel hing damit zusammen, dass ich bis dahin nicht viel Geld selber zu verwalten hatte. Als ich in die Verlegenheit kam das Sparvermögen meiner Eltern verwalten zu müssen. Machte ich mich bei den Banken schlau, wie man das am besten anlegt. Die Vorschläge, die da kamen, machten mich immer stutziger und neugieriger, was es da alles so gibt.
    Obwohl ich einmal Soziologie studierte, hatte ich mich bis dahin für die Finanzseite des Kapitalismus nicht interessiert. Mein politisches Interesse wurde dann aber sehr wach.
    So lud man mich ganz freimütig ein die Zinsabschlagssteuer zu umgehen. Verschiedene Banken schlugen mir vor, das Geld über ein Konto von ihnen in Luxemburg anzulegen. Die jählichen Zinszahlungen seien kein Problem. Die Bank hole sie dann für mich dort ab und schreibe sie ohne Zinsabschlg meinem Konto zugute.
    Unsere Politiker in der Finanzwelt wussten von solchen Dingen natürlich auch und schon länger als ich. Wach werdend über diese offen angebotene Betrugsmechanismen, forschte ich weiter, was es noch so alles gibt.
    Die Sparkasse schoss dann den Vogel ab. Um das Geld ganz verschwinden zu lassen, gab es dort einen Mechanismus einfachster Art: Es gibt dort ein namenlosen Nummersammelkonto. Du zahlst ein, ohne dass der Berater auch nur deinen Namen kennt. Keinen Ausweis will er sehen, und dann gibt er dir ein paar hübsch bunt bedruckte Papiere auf denen steht, dass die Bank dem Besitzer dieser Papiere X Euro schuldet. Diebstahls und feuergesichert das anzulegen ist ja auch kein Problem, da bekommt man gerne bei jeder Bank einen versicherten Safe vermietet.Tafelgeschäfte nennt man so etwas.

    So etwas geht ohne Kollaboration der Politik einfach nicht ist meine bescheidene Meinung. Seither interessiere ich mich für diese unheilige Allianz von Geldpolitik und Politik.
    Was Herr Jahnke da heute beschreibt passt genau in mein Bild, das sich seither bei mir verfestigt hat.
    Dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen verpflichten sich unsere Politiker und begehen für meinen Geschmack einen klaren Meineid schon im Moment der Vereidigung.
    Dem Wohle des Volkes zu dienen, finden sie in der Konsequenz nicht die Kraft. Dazu sind die Seilschaften in unserer Gesellschaft zu stark.

    Warum sonst ändert man eigentlich das Gesetz nicht dahingehend, den Regierungen zu erlauben von der EZB Geld zu max.1% wie jetzt zu leihen? Wenn es darum geht einen Absturz zu verhindern und dabei z.T. dann sogar auch noch die Spekulantenvermögen gerettet werden?? Welche heilige Kuh wird da am Leben gehalten.
    Was ist hier los?.
    Beste Grüsse
    Elfi

  2. N. sagt:

    Leicht off-topic, aber relativ aktuell (Ausgabe LeMonde vor 2 Tagen):

    http://www.lemonde.fr/archives/article/2009/05/27/les-tombeurs-de-westminster_1198635_0.html

    Es geht um die Auskunftspflicht von Parlamentariern ueber ihre Einkuenfte und die Ausnuetzung/den Missbrauch von Extraeinkuenften von eben diesen in GB. Ein Satz hat sich mir eingepraegt:

    „Nous avons regardé ce qui se passe dans les autres pays en matière de transparence. Westminster est clairement l’un des Parlements les plus opaques. Il n’y a que la France et l’Allemagne qui fassent pire“, estime Hugh Tomlinson, l’avocat de Mme Brooke.

    Frei uebersetzt:

    „Wir haben beobachtet wie es in anderen Laendern um die Transparenz steht. Westminster ist klar eines der undurchsichtigsten Parlamente. Nur Frankreich und Deutschland stehen schlechter da“, schaetzt Hugh Tomlinson, Anwalt von Frau Brooke.

    Fazit: 1. Insbesondere in F und D nutzen Parlamentarier anscheinend sehr oft Moeglichkeiten, sich selbst zu bereichern. 2. Zusammen mit GB handelt es sich damit um einen nicht kleinen Anteil Europas.

  3. Gaby sagt:

    Hallo in die Runde,

    es waren und sind anti-demokratische Kräfte aus Politik und Wirtschaft, die dazu geführt haben, dass sich die Finanzmärkte auf der Suche nach immer höheren Renditen völlig unkontrolliert von der Realwirtschaft abkoppelten, gar Schattenbanksysteme aus Hedge-Fonds, Zweckgesellschaften und anderen unregulierten Finanzakteuren entstanden.

    Es ist dringend nötig, die Finanzwelt an ihre Dienstleistungsrolle für die Realwirtschaft zu erinnern, indem ihr demokratische Kontrollmechanismen aufgezwungen werden. Ein solches Kontrollmittel kann z.B. ein Finanzmarkt-TÜV sein und/oder die Besteuerung aller Arten von Finanz- und Devisentransaktionen. An guten Ideen mangelt es wahrlich nicht.

    Allerdings kann ich nicht erkennen, dass es uns mehrheitlich derart miserabel geht, dass eine Demokratisierung der Finanzmärkte in Bälde zu erwarten wäre. Es wird noch ein Weilchen dauern, bis unsere „Eliten“, vor allen Dingen unter dem Druck der wachsenden Öffentlichkeit, zur Vernunft kommen.

    Bis denne,

    Gaby

  4. Fred sagt:

    Hallo an Alle.
    Herr Jahnke vermittelt hier anschaulich, dass die Politik von der Groß-und Finanzindustrie bestimmt wird und der Sachverstand und der Wille, dem Volk zu dienen, keine, oder nur eine Nebenrolle spielt. 65% der Bevölkerung ist mit dieser Politik nicht zufrieden (u.25% schlecht informiert) – aber das stört unsere Politiker gar nicht, weil sie anscheinend glauben, dass sie mit Hilfe ihrer Werbeagenturen und steuerfinanzierten Werbegeschenken das Volk schon wieder besänftigen und gefügig machen können. Bisher hat diese Methode ja geklappt ….
    Ich bin Handwerker und von daher denke ich pragmatisch. Ich als Bürger, möchte einfach, dass unsere Dienstleister in Berlin, die wir ja ganz anständig bezahlen – vernünftige, zeitgemäße Arbeit für uns Alle abliefern – das können wir ja wohl verlangen von unseren Volksvertretern. Das erwartet jeder Arbeitgeber von seinen Angestellten.
    Wir haben m.E. als Bürger und Steuerzahler ein Recht auf eine intelligente Politik, die allen nützt. Das ist doch irre, dass einige wenige Entscheider hier mit ihrer eigennützigen, dummen und ideologisch bestimmten Politik unsere Lebensqualität über Generationen derart in den Keller fahren dürfen. Die werden von uns als Volksvertreter bezahlt… Ich glaube, wenn wir dieser Politik nichts Kraftvolles entgegengesetzen, werden wir bei den Betrachtern zukünftiger History-Filme keinen guten Eindruck machen – „schon wieder das gutgläubige Untertanen-Volk, dass alles mit sich machen lässt…sehenden Auges in die Katastrophe gesaust…….„
    Vielleicht sollten wir einfach mal unser naturgegebenes Gemeinschaftsgen anknipsen und vollkommen ideologiefrei darüber nachdenken, wie wir es denn gerne hätten. Ein perfekter demokratischer Staat mit perfektem Personal. Eine Demokratie, die uns Bürgern endlich das Bestimmungsrecht über unser gemeinschaftliches Leben hier in Deutschland gibt. Ein Land, in dem sich Hilfsbedürftige und Wohlhabende wohl fühlen können. …..
    Ich glaube jeder hat eine Vision – mehr oder weniger scharf – von einem evolutionsgerechten Zusammenleben in einer großen Gemeinschaft wie Deutschland. Und diese Visionen gleichen sich im Grundlegenden bei fast allen Bürgern – weil sie einen ganz natürlichen Ursprung haben.

    Ich schreibe das hier als ein über die Politik sehr verärgerter Bürger, der aber glaubt, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt.

    Gruß Fred

  5. Gaby sagt:

    Guten Tag, Fred,

    ich stimme Deinem Kommentar vollumfänglich zu und hoffe, dass Du Deinen Optimismus nie verlieren wirst.

    Allerdings gebe ich folgendes zu bedenken: Wer eine vernünftige, menschenfreundliche Politik erwartet, muss Volksvertreter haben, die ihr Amt aufgrund ihrer Ausbildung ausfüllen können und die wiederum müssen sich mit beratenden Experten umgeben, die ideologiefrei etwas von Makro- und Mikroökonomie verstehen. Wir brauchen dringend Nationalökonomen der „alten Schule“. Die sind aber leider selten geworden, doch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sie aufgrund dieser Wirtschaftskrise wieder nachwachsen.

    Guck doch mal spaßeshalber in der Wikipedia, welche Berufe unsere Volksvertreter gelernt haben und welche politischen Ämter sie heute besetzen. Es ist nicht verwerflich, ein Amt auszufüllen, dessen Aufgaben einem fremd sind, aber es ist verwerflich, sich gegen alle berechtigte Kritik von ideologisch behafteten Heilsbringern in die Irre führen zu lassen.

    Bis denne,

    Gaby

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