1541

global news 1541 26-05-09: Detailergebnisse des 1. Quartals 2009

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2 Responses to 1541

  1. Peter sagt:

    Hallo Herr Jahnke,

    es ist schon erstaunlich, wie die Medien negative Entwicklungen positiv verpacken und Ihren Darstellungen und Warnungen scheinbar widerlegen.

    Da ist beispielsweise die FTD, die in ihrer Überschrift die Aussage (oder ist es eine Frage?) aufwirft: „Warum die Deutschen trotzdem kaufen“ Nach kurzer Überlegung und Betrachtung meines persönlichen Verhaltens kam ich nicht umhin diese Aussage zu bestätigen. Ja, auch ich kaufe ein, um zu essen, mich zu kleiden und meiner beruflichen Tätigkeit nach zu kommen. Aber, ich kaufe weniger ein als früher. Nun las ich den euphorischen Artikel (…Jetzt, mitten in der Rezession, kaufen sie ein wie wild…“) etwas genauer. Mit erstaunen stelle ich nun fest, dass dieser Artikel sich nicht auf statistische Zahlen beruft (wenn ja, sind sie eindeutig negativ), sondern lediglich auf das Bauchgefühl des GFK und anderer Marktanalysten. Von denen werden Aussagen getroffen wie z.B.: „Die Verbraucher hätten „aufgrund der einen oder anderen Meldung vom anziehenden Aktienmarkt und der Industrie das Gefühl, dass wir die Bodenbildung der konjunkturellen Entwicklung erreicht haben.“
    und
    „Die Leute wollen es nochmal richtig krachen lassen, denn sie fürchten, dass sie danach den Gürtel enger schnallen müssen und die Fastenzeit doch kommt.“. Eigentlich doch schon ein Schreckensszenario, oder?

    Text des Artikel steht m. E. im krassen Widerspruch zur Einleitung und der offensichtlich politisch angeordneten Gesundbetung der deutschen Wirtschaft. Dass der Binnenmarkt relativ anzieht (FTD:“Deutschland machen private Einkäufe immerhin knapp 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus…“) sollte für jeden nachvollziehbar sein. Was daran aber bei einem dramatisch einbrechenden Exportmarkt und einem schrumpfenden Gesamtmarkt positiv sein soll, entzieht sich meinem Verständnis.

    Aber, so einige Leute die ich kenne (durchaus denkende und kritische Menschen), die diesen Artikel lasen hatten ein positives Gefühl vermittelt bekommen. Komisch.

    Da kann ich nur sagen: die Medien beherrschen wahrlich die Kunst der Kommunikation und Manipulation, offensichtlich ohne Grundlagenwissen über das behandelte Thema. Oder ist das der Versuch, Verhalten zu steuern, Erkenntnisse zu manipulieren und Meinungen zu formen. Dann wäre das Propaganda. In einer Demokratie wird sich doch keine Zeitung hierzu hinreißen lassen? Das hatten wir doch schon bis 1945 und anschließend bis 1989.

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Mitten-in-der-Krise-Warum-die-Deutschen-trotzdem-kaufen/518926.html

  2. Gaby sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,

    herzlichen Dank für diese Bestandsaufnahme.

    Es ist nämlich so, dass viele meiner Freunde, Bekannten und Kollegen/innen in den letzten Tagen verwirrt waren. Ständig erzählen die Medien vom wirtschaftlichen „Silberstreif am Horizont“, aber vor allen Dingen vom „Konsumkarneval“, denen die Deutschen derzeit angeblich erliegen. Keiner der Menschen meines Dunstkreises fühlt sich in Partylaune, im Gegenteil, das Geld wird gespart, weil niemand weiß, welche finanzielle Not noch auf uns zukommt.

    Immer mehr Geschäfte meines Heimatortes schließen, immer mehr Menschen befinden sich in Kurzarbeit mit entsprechender Entgeldkürzung, immer mehr Menschen werden arbeitslos. Mein Arbeitgeber sinniert bereits von Entlassungen, der meines Ehemannes ebenso. Die Gerüchteküche brodelt siedend heiß in meiner Heimat. Der Bäcker, der Metzger, der Friseur, die Angestellten vom SCHLECKER-Markt, selbst in meinen dörflichen LIDL die Kassiererin, erzählen sich die Leute schreckliche Dinge, die auf uns zukommen werden. Das ungern genannte Wort heißt ARBEITSLOSIGKEIT.

    Da kommt Ihr Beitrag gerade recht, den Menschen zu zeigen, dass sie mit ihrer Einschätzung der Lage gar nicht so falsch liegen.

    Natürlich hatte ich zuerst Gewissensbisse, Ihren Beitrag zu zeigen. Schließlich manipulieren die Medien bewusst in eine optimistische Sicht der Dinge, weil Volkswirtschaft zu einem guten Teil aus positiver Psychologie besteht. Die Wahrheit offenzulegen, kann so manches zarte „Hoffnungspflänzchen“ gleich wieder platt machen. Andererseits sind wir Deutsche stolz darauf, mündige, demokratische Bürger zu sein, aber zu diesem Stolz gehört auch die Verantwortung, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, auch wenn es noch so weh tut.

    Ihre Bestandsaufnahme des 1. Quartals 2009 hat dazu beigetragen, die Menschen meines Dunstkreises von dem Gefühl zu befreien, dass ihr Verstand nicht richtig ticken würde. Der Verstand unserer Mitbürger ist gesund, aber er wird ständig verwirrt durch die Jubel-Medien und öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, die es mit dem per Grundgesetz befohlenen Bildungsauftrag nicht mehr so genau nehmen, seit die Privat-Fernsehsender in Deutschland Einzug hielten.

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag, Herr Dr. Jahnke. Sie haben damit so manchen Deutschen meines Dunstkreises vor der inneren Resignation bewahrt und sein gesundes Wahrnehmungsvermögen gestärkt.

    Bis denne,

    Gaby

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