1537

global news 1537 22-05-09: Nochmal zum Rettungsversuch über Bad Banks

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6 Responses to 1537

  1. Peter Wilhelm sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,

    Sie schreiben:

    Zitat
    Mein Rundbrief 1534 vom 19. Mai „Wann endlich begreift die Bundesregierung, daß sie die besonders maroden Banken verstaatlichen muß?“ hat einige Reaktionen auf der Kommentarseite hervorgerufen, mit denen ich gut leben kann.
    Zitat Ende

    Nun ja… Die Reaktionen beschränken sich ja im wesentlichen auf Ihr Statement und meine Einlassungen.
    Natürlich sollen Sie damit gut leben können. Es geht ja hier auch nicht darum, unhöflich zueinander zu sein…

    Sie schreiben weiter betreffend Münchau:

    Zitat
    Die vollständige Abtrennung einer Bad Bank geht doch nur, wenn die Aktionäre der verbleibenden Good Bank nicht mehr – und sei es nur mit ihren Dividenden – für die miesen Anlagen haften und wenn die Good Bank trotzdem für die miesen Anlagen vom Steuerzahler einen vollwertigen Ersatz in ihre Bilanz bekommt.
    Zitat Ende

    Sie verkehren hier m. E. die Tatsachen.

    Ich erachte es für grundfalsch, die Aktionäre, die zuvor die Früchte zweifelhafter und krimineller! Geschäfte eingestrichen haben, aus der Haftung zu entlassen.

    Ich bin zwar dahingehend bei Ihnen, daß gewisse Banken verstaatlicht gehören; allerdings ohne jeden Ausgleich gegenüber den Aktionären.

    Und ich wiederhole bei dieser Gelegenheit nochmals, daß es keiner privaten Banken bedarf, um die bankwirtschaftlichen Zahlungsfunktionen einer Volkswirtschaft aufrecht zu erhalten.

    Dafür haben wir Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken.

    Ihrer neulich mir entgegen gehaltenen Meinung, daß auch diese Institute nicht genug Vertrauen bilden können, weil diese gleichsam Gesellschafter der Landesbanken seien, vermag ich aus folgendem Grund nicht zu folgen:

    Am Beispiel der IKB ist ersichtlich, daß dieser – gerade! durch Ackermann – Schrottpapiere in nicht unerheblicher Höhe aufgeschwatzt wurden.

    Wir müssen hier nicht so tun, als wenn sich alle Menschen die Hose mit der Kneifzange aufmachen…

    Sie schreiben weiter:

    Zitat
    Die miesen Anlagen konnten bequem auf Eis gelegt werden, weil eine staatliche Bank in jedem Fall wegen der staatlichen Beteiligung liquide bleibt.
    Zitat Ende

    Ja! Nach dem Motto: 80 Millionen Untertanen sorgen zumindest für die Zinszahlungen.

    Sie schreiben weiter:

    Zitat
    Ist das eigentlich so schwer zu begreifen?
    Zitat Ende

    Ob dieser Frage verkneife ich mir lieber eine Antwort…

    —–

    Sie schrieben mal an anderer Stelle sinngemäß:

    „Wir müssen aus der Sackgasse an der Stelle wieder heraus, an der wir diese befahren haben.“

    Haben Sie das vergessen?

    Ich nicht…

    —–

    Deshalb sage ich:

    – Es gibt keine systemischen [Privat]-Banken!

    – Banken, die ihr Aktienkapital verzockt haben, sind so zu behandeln, wie es das Aktiengesetz und die Insolvenzordnung (vor! Manipulation der IO durch die Bundesregierung) vorsehen.

    – Aktionäre, die aus den zuvor getätigten Luftgeschäften riesige Gewinne gezogen haben, müssen nun auch für sich selbst die Folgen tragen.

    Freundliche Grüße

    Peter Wilhelm

    • globalnote sagt:

      Hallo Herr Wilhelm,

      Sie wollen wohl meine Meinung nicht zur Kenntnis nehmen. Ich bin GEGEN das Entlassen der Aktonaere aus der Verantwortung und auch deswegen fuer die Verstaatlichung, bei der die Aktionaere verlieren und die den Steuerzahler am Ende weniger kostet als die freiwilligen Loesungen oder gar das von dem Finanzberater vertretene Konzept der vollstaendigen Trennung von Good und Bad Bank. Auf die Banken schlicht zu verzichten und die Transmissionsaufgabe von Ersparnissen zu Investitionen nur von den Volksbanken und Sparkassen zu erwarten, ist pure Illusion (da haben Sie zuviel Egon W Kreuzer gelesen).

      Ausserdem sind Sie nicht der einzige, der sich zu diesem Thema im Forum gemeldet hat.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  2. Gaby sagt:

    Hallo Peter Wilhelm,

    ich glaube, es geht um die Frage, ob Peer Steinbrücks Bad-Bank-Modell wirklich das Gelbe vom Ei ist. Offensichtlich ist es das nicht, denn Deutschland ist das einzige Land, das Bad-Banks einführen will, ohne gleichzeitig die betroffenen Banken teil- bzw. vollzuverstaatlichen.

    Mit dem deutschen Modell der Bad Bank werden angeschlagenen Banken großzügige Geschenke gemacht, ohne Gegenleistungen zu fordern, wie z.B. das Auslagern toxischer Papiere und eine erleichterte Kreditvergabe an Unternehmen, Mittelstand und Konsumenten. Wäre die Bank teil- bzw. vollverstaatlicht, wäre es kein Problem, diese Forderungen durchsetzen und so schlimmstenfalls die vielgefürchtete „Kreditklemme“ zu vermeiden.

    Ist eine Bank teil- bzw. vollverstaatlicht, haftet der Bürger zwar für die Verluste, aber der Bürger wird ebenso von den Gewinnen profitieren, die die Bank künftig macht.

    Die Stolperfalle in Steinbrücks Konzept ist jedoch, dass völlig unklar ist, wie die Gewinne der nicht verstaatlichten Good Bank für die Verluste der Bad Bank herangezogen werden. Zwar ist geplant, das über Dividenden zu machen, aber die Höhe der Dividenden legt in diesem Konzept die nicht verstaatlichte Good Bank fest. Hier ist höchstes Misstrauen angebracht. Eine weitere Stolperfalle ist, wie Buchwert und Fundamentalwert der ausgelagerten Giftpapiere festgestellt werden, solange eine Bank nicht teil- bzw. vollverstaatlicht ist. Das wird schwierig.

    Mir ist völlig schleierhaft, warum sich die Deutschen derart gegen die Teil- bzw. Vollverstaatlichung einzelner Banken wehren. Diese Maßnahme muss für eine gewisse Zeit getroffen werden, ansonsten werden wir garantiert Schaden erleiden.

    Nun ja, im Falle des deutschen Bad Bank-Modells müsste Steinbrück lediglich das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz erweitern. Im Falle einer Banken-Verstaatlichung braucht es ein neues Gesetz, das vom Parlament genehmigt werden muss. Scheut sich Steinbrück, unser Finanzminister, vor dieser Arbeit? Kann ja wohl nicht sein, oder doch?!

    Bis denne,

    Gaby

  3. Peter Wilhelm sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,

    Sie schreiben:

    Zitat
    Auf die Banken schlicht zu verzichten und die Transmissionsaufgaben von Ersparnissen zu Investitionen nur von den Volksbanken und Sparkassen zu erwarten, ist pure Illusion (da haben Sie zuviel Egon W. Kreutzer gelesen).
    Zitat Ende

    Und offensichtlich auch zuviel Albrecht Müller; allerdings erst soeben… 😉

    http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3955

    Aus der Kommentierung der Hinweise des Tages v. 22.05.09 von Albrecht Müller zu Pkt. 3

    Zitat
    Wichtig ist es schon, dass wir ein funktionierendes Bankensystem brauchen, wie Gustav Horn meint. Aber müssen dafür jeder Bank die selbstverschuldeten Risiken abgenommen werden? Es wäre doch auch denkbar, dass der Bund zum Beispiel mithilfe der Sparkassen, der Volksbanken, vielleicht bei Rückkauf der Postbank auch mithilfe dieser, und der KfW und vor allem mithilfe der Zentralbanken die Kreditversorgung sicherstellt?
    Zitat Ende

    Freundliche Grüße

    Peter Wilhelm

  4. Brick sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,

    Ich bin begeistert von ihren Rundbriefen. Für mich sind diese die beste deutsche Informationsquelle.

    In einem Punkt muss ich ihnen aber widersprechen: Schweden hat keinen Gewinn aus „ihrer“ Finanzkrise ziehen können:

    Zitat von Testimony of Bo Lundgren. Director General, Swedish National Debt Office
    (http://cop.senate.gov/documents/testimony-031909-lundgren.pdf)

    „Securum and Retriva produced a surplus, which together with the partial privatisation of Nordbanken (now Nordea) and its remaining value, means that expenditure on bank support has been [b]almost[/b] been totally recovered.“

    Mit freundlichen Grüßen.

    • globalnote sagt:

      @Brick

      Vielen Dank fuer die freundlichen Worte. Werde den Text aendern, doch „expenditure on bank support has been almost been totally recovered“ ist doch auch ein sehr schoenes Ergebnis, zumal die Volkswirtschaft insgesamt den Vorteil gehabt hat.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

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