global news 2591 27-01-12: Sprüche über Sprüche: Wie sollen denn nun die Wachstumskräfte an der Europeripherie gestärkt werden?
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global news 2591 27-01-12: Sprüche über Sprüche: Wie sollen denn nun die Wachstumskräfte an der Europeripherie gestärkt werden?
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Neoliberale Gemüter sind Zocker auf Zeit. “Nach mir die Sintflut”, oder so ähnlich. Wirtschaftlich gesehen, leben wir in der “Steinzeit”. Unfähig, zu begreifen, das unser Wirtschafts-, Finanz- und Steuersystem eklatante Fehler hat, die über kurz oder lang zum Kollaps führen. Der Glaube an ein quantitativ grenzenloses Wachstum wird nur von Idioten und Ökonomen aufrecht erhalten. Es wird noch einige Generationen dauern, bis dies Allgemeinwissen ist. Doch das wird nur gelingen, wenn unser Bildungssystem endlich das wird, was es sein sollte.
Guten Tag Herr Dr. Jahnke,
Koennte nicht mal ein Berliner Leser Ihrer Seite genau diesen Beitrag an irgendein Regierungsgebaeude nageln? In Grossdruck und Farbe? Ich nehme Sie danach gerne in Schutzhaft, hier in Schottland!
Es geht mir nachdruecklich auf den Senkel mit welch’ dummdreisten Argumenten wir allesamt verschaukelt werden! Was zur Hoelle sind denn Wachstumskraefte, was sollen die PIIGS denn tun, um sich einer wachstumsfreundlichen Konsolidierung, Innovation und Wettbewerb zu unterwerfen wenn gleichzeitig die Falschspieler am Werk sind und alles tun, um eben Wettbewerb zu verhindern bzw. gezielt einseitig festzuzurren. Genau das tut der Euro in Europa und der Yuan im Rest der Welt, natuerlich im Zusammenspiel mit Dollar nd Yen.
Nein, kein Euroland hat auch nur im Ansatz eine Chance gegen Deutschland, und ich meine das nicht positiv! Auch mit einem Schuldenschnitt Griechenlands und dann der restlichen PIIGS+F+B werden diese Laender und damit der ganze Verbund keine Chance haben. Und wenn dann Deutschlands Exportbonanza zusammenbricht wird Europa gleichmaessig arm und dunkel sein.
Insofern – es lohnt leider nicht mal die Verschwendung eines Nagels in Berlin.
caw
Ob die Wachstumskräfte wohl Teil des Gesetzes zur Beschleunigung des Wachstums, dem cabarettverdächtigen Wachstumsbeschleinigungsgesetzaus 2009 sind?
Paßt irgendwie gut zu Wachsfigurenkabinett; per se eine erfolgreiche Geschäftsidee einer gewissen Tussaud um 1800 ist es heute wohl eher eine verharmlosende Bezeichnung der schnöden Realität fremdgesteuerter Politik.
Aber, was war die Dame ihrer Zeit voraus!
Zustand Spanien:
http://www.heise.de/tp/blogs/8/151268
MfG
Die “Lösungen” unserer Politiker lauten:
- Zentralismus
- Globalismus
- Quantitatives, unendliches Wachstum
- Geldmonopol, mit Geldschöpfung aus “dem Nichts”
All diese Lösungsansätz wurden bisher immer von faschistoiden Gesellschaftsformen wie Hitler, Stalin, Mao etc. präferiert und letzlich mit absoluter Gewalt durchgepeitscht. Das wollen wir nicht wieder.
„Deutschland muß verpflichtet werden, über diesen Zeitraum seine Handelsüberschüsse mit den Europartnern total abzubauen, notfalls mit Einsatz einer Exportsteuer.“
Statt Exportsteuer ein paar Alternativen:
1. Würdevolle Löhne ohne Aufstockung bzw. Lohnsubventionen an die Arbeitnehmer und insofern auch an die Arbeitgeber.
2. Kein staatlicher Zwang zur Arbeitsaufnahme mehr, wenn der Lohn einer sozialversicherten Vollzeitbeschäftigung unter der Grundsicherung liegt.
3. Einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einführen.
4. Leiharbeit gesetzlich nur noch für aufkommende Produktionsspitzen regeln.
5. Gesetzliches Verbot der Umwandlung von unbefristet sozialversicherten Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen in Leiharbeitverhältnissen.
Hallo miteinander,
das ist alles so balla-balla!
Schönes Wochenende.
Gaby
Ein Song aus meiner allerfrühesten Jugend hieß:
“My Baby Baby Balla Balla”.
1966 von den Rainbows.
Musikalisch nicht äußerst anspruchsvoll.
Nur als kleine Erinnerung für die junggebliebenen
Älteren unter uns.
Ansonsten lässt “1984″ oder auch die “Umwertung aller
Werte” grüssen.
Die sogenannte “Friedenswährung” Euro entpuppt sich
gut 10 Jahre nach ihrer Einführung entgegen allen publikumswirksam gestanzten Sprachschablonen der Kohortenführer als Grundlage für das Aufleben häßlichster Ressentiments der Völker untereinander.
Da wird doch unser Hosenanzug mit Gröfaz-Bärtchen in
diversen Gazetten dargestellt, da wird von Monti der
Spruch kolportiert von den Deutschen “als Anführer der
EU-Intoleranz” … und so weiter und so fort…
http://www.welt.de/politik/ausland/article13532791/Italienische-Zeitung-zeigt-Merkel-mit-Hitler-Bart.html
Mittlerweile wird berichtet, dass Deutschland den Staat Griechenland in eine Art fiskalisches Protektorat verwandeln will.
Auf all das kann ich gerne verzichten.
Plan B oder rückabwickeln. Anders scheint das nicht mehr zu gehen. Bevor sich die Völker nach 50 Jahren Frieden ohne den Euro und nur gut 10 Jahren mit dem Euro bereits wieder gegenseitig an die Gurgel springen. Verbal tun sie das längst.
Und wo wir schon bei einfacher Psychologie sind: “Beim Geld hört die Freundschaft auf” – scheint sich zu bestätigen.
Es ist mir dieser Tage mal wieder der Name Bolko Hoffmann durchs Gedächtnis gehuscht. Was er seinerzeit formulierte, nenne ich im Nachhinein: “Prophetie”.
“Er sollte, indem er vor den Gefahren der “südeuropäischen Schwachländer” für die europäische Gemeinschaftswährung warnte, auf lange Sicht Recht behalten. Doch zum Mythos seines Wirkens gehört, dass er mit seinem berserkerhaften
Einsatz für den Erhalt der D-Mark nie ganz für voll genommen wurde.”
http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13503274/G-wie-Gedaechtnis.html
Ein Beitrag, den gesetzten Jahrgängen hier gewidmet
Gruß!
Beim Lesen ihres Kommentars könnte man fast den Eindruck bekommen, die Griechen seien ’41 über Deutschland hergefallen oder Griechenland hätte mit dem Euro die deutsche Wirtschaft ruiniert.
Wenn die europäischen Führer auch nicht gerade zugeben, dass sie mit ihrer Sparpolitik die Schrumpfung in den Peripherieländern selber herbeigeführt haben, ist man ja schon fast glücklich – so weit sind unsere Ansprüche mittlerweile gesunken – daß sie nicht mehr das widersinnige Märchen von der “expansionary contraction” kolportieren, also daß staatliches Sparen zu Wachstum führt. (Die Presse hält allerdings daran fest: “Griechische Wirtschaft schrumpft trotz Sparpaket”, “Iren arbeitslos trotz Reformen” etc. etc.)
Aber fragt man nach, worin die neuen Wachstumsmaßnahmen denn eigentlich bestehen sollen, hört man, wie Sie ja beschreiben, nur Vages oder gänzlich Absurdes. Deutlich wird nur, daß sie von Förderung der Nachfrage durch direkte staatliche Investition nichts wissen wollen (http://bit.ly/xUN15v); eher hört man von “Liberalisierung” und “mehr Wettbewerb” (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/italien580.html), als hätte der kürzlich nachgelassen. Mich erinnert der derzeitige “Kurswechsel” an den von Brünings Spar- zu Papens Steuer- und Lohnsenkungspolitik im August 1932. Und den nächsten Schritt kennen wir ja.
Da ist nun also der Plan: http://consilium.europa.eu/uedocs/cms_data/docs/pressdata/en/ec/127599.pdf
Es wird sehr wahrscheinlich angesichts aller momentan verfügbaren Fundamentaldaten nach Griechenland auch Portugal so ergehen, falls nicht der Euro Soli kommt………..
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:schuldenkrise-roubini-prophezeit-portugal-griechische-tragoedie/60160989.html
MfG
Hallo, in die Runde,
wer als moderner und darüber hinaus mündiger Bürger die Wahl hat, zwischen kapitalistischer Pest und antikapitalistischer Cholera zu entscheiden, der schluckt ein Breitband-Antibiotikum mit allen zu erwartenden kapitalistischen Zersetzungsprozessen, aber doch nicht Haribo Gummibärchen oder frisst die Verwandlung desselben Produktes unserer Parteien von Twix statt Raider als neues Geschmacks- wie Politikerlebnis. Wie doof sind wir denn?!
Fazit: “Schafft den Kapitalismus ab!”
Zu Sylvester und Karneval könnt Ihr Euch millionenfach auf den Straßen und Plätzen dieser Republik treffen, warum nicht täglich zu gemeinsamen Demonstrationen zur Abschaffung des Kapitalismus? Ach, weil Ihr alle den Kapitalismus soooo liebt und es Euch darin sooooo saugut geht! Ist es diese halluziäre Einbildung, die Euch zu Sofa-Kartoffeln macht? Das darf doch mal gefragt werden, oder nicht?!
Bis denne,
Gaby
Der Moderator:an Gaby/Twix /Raider/Gummibärchen. etc…
Ich schalte ab sofort nur noch sachbezogene Beiträge zu den jeweiligen Rundbriefen von Herrn Jahnke frei.
MfG
Hallo Herr Dr. Jahnke,
was halten Sie eigentlich von Kurt Biedenkopf? Ich lese gerade sein Buch “Die Ausbeutung der Enkel”. Es enthält ein paar sehr treffliche Aussagen über die Gründe des Scheiterns der deutschen Politik. Er erwähnt zum Beispiel die “Rothenburger Denkschrift” die 1955 von Adenauer in Auftag gegeben wurde und Richtlinien zu der damals eingeführten Sozialreform enthält. Schon damals wurde vor einem Versorgerstaat gewarnt, da die Gefahr bestünde, dass Menschen durch die Vormundschaft des Staates zum “sozialen Untertan” werden könnten und das ihr Recht auf Freiheit und Würde untergräbe. Ebenso war Ludwig Erhard von Anfang an dagegen, Wirtschaftswachstum zum politischen Ziel zu erklären, wichtiger sei vielmehr Preisstabilität, hoher Beschäftigungsstand und außerwirtschafltiches Gleichgewicht. Doch unter Willy Brandt geschah dann genau das. Der Staat hat sich also seit beinahe 50 Jahren den falschen politischen Zielen verschrieben und ist noch immer nicht bereit, sich den gegenwärtigen Verhältnissen zu stellen. Aber wir leiden auch an einer Krise der Werte. Da der Staat ein so hohes Maß an Verantwortung für Wirtschaft und Soziales an sich gezogen hat, entlässt er einerseits die Unternehmen aus der Verantwortung und lockt andererseits Leistungsbezieher gleich welcher Art, ihre Eigenverantwortlichkeit aufzugeben und sich in die vermeintliche sichere Obhut des Staates zu begeben. So verlernen wir was Freiheit bedeutet, nämlich Verantwortung zu übernehmen für das eigene Leben und das der Familie. Gleichzeitig haben ehemals deutsche Traditionsunternehmen längst kein “deutsches Gewissen” mehr, sie agieren global und weisen jede Verpflichtung von sich. Ich denke, dass es eine Form Kapitalismus gäbe, die in einer Sozialen Marktwirtschaft gut funktionieren könnte. Aber man müsste sie gut vor den verderblichen Einflüssen aller anderen (weniger demokratischen) Systeme, die von außen auf das Land eindringen, schützen.
Beste Grüße
Sehr wenig. Das mit der staatlichen Bevormundung ist ein bequemes Argument der Liberalisierer zum Abbau des Sozialstaats geworden. Wachstum ist nötig und auch innerhalb des Produktivitätszuwachses erreichbar (die Technologie schreitet immer noch voran), soweit wir nicht gegen die Resourcengrenzen stoßen. Zu Brandts Zeiten war Wachstum erst recht noch in größerem Umfang als heute erreichbar und aus sozialen Gründen zwingend erforderlich. Allein mit einer besseren Verteilung des Einkommens hätten wir erheblich mehr Massennachfrage und dann auch mehr Wachstum und mehr Steuereinnahmen und weniger Verschuldung etc.
Natürlich brauchen wir Schutz gegen eine übertriebene Globalisierung mit dem Import chinesischer Sozialverhältnisse.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke