Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Dienstag, 9. August 2011 um 4:41 pm und eingeordnet unter Uncategorized. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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wenn der musterliberale Rösler von nicht vorhandenen Wirtschaftserfolgen spricht und aufdringlich unsere Nationalgefühle schmeichelnd umgarnt, ist mir, als ob er bei jedem Wort einen Zentimeter kürzer wird. Lügen haben kurze Beine!
Das neoliberal global propagierte Ziel, durch mehr Profitanreize mehr Wachstum und Beschäftigung zu erzeugen, ist gescheitert. Zum einen entsteht kein nennenswertes Wachstum und zum anderen werden die Unternehmerprofite nicht beschäftigungswirksam reinvestiert, sondern Arbeitsplätze wegrationalisiert und drittens fehlt es Millionen von Menschen an Kaufkraft, was die Binnenmärkte zusammen brechen lässt und die Unternehmer in den Export treibt. Die politische Willensbildung wird in rasantem Tempo außer Kraft gesetzt und die deregulierte Kapitalautonomie verwandelt sich in einen Industrie- und Banken-Feudalismus, ebenso, wie sich die Lebensverhältnisse der Bürger entsozialisieren, entsolidarisieren und gleichzeitig refeudalisieren.
Dass das und noch viel mehr passieren wird, sollte sich eine Ordnungspolitik durchsetzen, die die Reichen in geradezu unanständiger Weise begünstigt und die Bevölkerungen in die Armut treibt, war schon in den 1940er Jahren bekannt und diese Kritik ist Hayek, seinen Schülern und Fans aus der Finanz-, Industrie- und Politikwelt mit Sicherheit nicht verborgen geblieben. Aber Realitäten werden von unseren liberalen “Freunden” traditionell nicht zur Kenntnis genommen.
Nach neoliberaler Logik ist die unsinkbare Titanic nicht untergegangen, weil das Schiff einen Eisberg schrammte, sondern weil die dritte Klasse das Schiff zu sehr belastete. (Das soll ein grimmiger Scherz sein.)
Dazu passend aber keiner spricht es aus: wie glaubwürdig sind denn die uniglobal abtauchenden Börsen der letzen 48 Stunden, die nicht nur quasi im Gleichschritt aus den Tiefen der Verlustzonen auftauchen und allesamt im kleinen Plus enden?
Die G20 grüßen vom Wochenende und die Worst Banks dieses abgekarteten Spieles werden doch den Teufel tun und nicht ein paar ihrer virtuellen Milliarden in Aufkäufe von Aktien beliebiger Art stecken; quasi todsicher übersteigen dieselben den Schrottwert der PIIGS-Bonds um ein Vielfaches und dienen eh’ nur dem guten Zweck des möglichst lange Erhaltens allen Scheins.
Rösler….ja, das ist auch wieder so ein Ding, wo mir nichts mehr zu einfällt. Welches sind die Eigenschaften, die einen solchen Mann zum Wirtschaftsminister prädestinieren?
Wikipedia zitiert:
„Im Jahr 1992 legte Rösler an der Lutherschule Hannover das Abitur ab. Im selben Jahr trat er als Sanitätsoffizieranwärter in die Bundeswehr ein. Für ein Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde er freigestellt. 1999 begann er eine Facharztausbildung zum Augenarzt am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg. 2002 wurde er mit einer Arbeit über Rhythmusstörungen nach Herz-OPs und deren medikamentöse Behandlung (Herz-Thorax-Gefäßchirurgie) zum Dr. med. promoviert. 2003 verließ er die Bundeswehr als Stabsarzt und brach seine Facharztausbildung ab, um sich auf seine Arbeit als FDP-Landespolitiker in Niedersachsen zu konzentrieren.”
Das ist wahrlich haarsträubend. Ein Stabsarzt der Bundeswehr, Dr. med. mit Fachgebiet „Herz“ etc., der nach 4 (!) Jahren seine Facharztausbildung mit Fachgebiet „Auge“ abbricht, sitzt danach im Parlament und wird am 12. Mai 2011 zum Bundeswirtschaftsminister ernannt.
Außer Schule, Hochschule und Parlament dürfte Rösler nie auch nur einen Betrieb „in der real existierenden Wirtschaft“ von innen gesehen haben (außer bei irgendwelchen launigen Sektempfängen…).
Erinnert mich stark an die „Bretto-Nutto“-Diskussion seinerzeit um den Hosenanzug. Auch diese Spitzenrepräsentantin dürfte außer FDJ-Büros, DDR-Unis und Parlament nie eine normale Gehaltsabrechnung auch nur zu Gesicht bekommen haben.
Und da wundert man sich noch in diesem Lande? Aber das ist ja alles ganz normal, quasi alternativlos….
der neoliberale Kapitalismus ist eine zweckfreie Ökonomie, in der hohe Profite als sakrosankt gelten und die Armen es als völlig normal empfinden, den Reichen etwas abzugeben.
Begründet wird dieses selbstentfremdete Identifizierungsverhalten mit Mystifizierungen wie TINA, Sachzwängen, “höheren Mächten” und Wirtschaftskrisen werden von der Allgemeinheit für unausweichliche Betriebsunfälle gehalten. Aber auch solche Formulierungen wie “es könnte uns ja noch viel schlechter gehen”, “würde ich in China leben, ginge es mir dort nicht so gut, auch wenn es mir hier eigentlich gar nicht gut geht”, “die Welt ist ungerecht, Gerechtigkeit gibt es nirgendwo”, “irgendwann kommt der große Knall und die Kleinen zahlen die Zeche, kann man nix machen” etc. pp. zeugt vom selbstentfremdeten Denken. Der Neoliberalismus braucht genormte Menschen, die einheitlich unaufgeklärt sind und bei gesellschaftlichem Versagen die Schuld bei sich selbst suchen. Der Mensch ist in diesem Wirtschaftssystem eine billige und willige Verfügungsmasse, ein normierter Einheitsbrei, der die Schrecken der Realität wie Massenarbeitslosigkeit und Armut zwar wahrnimmt, aber permanent verdrängt und gleichzeitig die Märkte, Banken und Börsen (die höheren Mächte) als wichtigste Instanz des eigenen Lebens ansieht. In den unmodernen Zeiten galt der liebe Gott als höhere Macht und höchste Instanz.
So ist das auch mit der Politik. Der Neoliberalismus missbraucht die Politik zur eigenen Besitzstandswahrung. Deshalb ist es egal, welche Qualifikationen ein Politiker hat; am besten hat er gar keine, da kann ihm viel diktiert werden. Wichtig ist, dass keine Gesetze gemacht werden, die die Freiheit der Reichen einschränkt und diese Freiheit heißt Geldvermehren. Das Ideal ist auch hier der allzeit verfügbare, jederzeit austauschbare Politiker im normierten Einheitsgewand.
nach der Lektüre dieses bemerkenswert hellsichtigen Zeitungsartikels kommt mir der Gedanke, dass der Kapitalismus jahrhundertelang deshalb so erfolgreich gewesen ist, weil er nie 100 %ig kapitalistisch war. Im Vergleich zu früheren Kapitalismusarten stellt der neoliberale Kapitalismus insofern eine Ausnahme dar, weil uns Bürger heute niemand mehr vor krasser Ausbeutung schützt – kein Gott, keine Religion und kein Staat!
Da der Kapitalismus aber nur so lange existiert, wie er von breiten Bevölkerungsschichten akzeptiert und getragen wird, grassiert unter den Neokonservativen anscheinend die nackte Angst, dass die Menschen der entwickelten Industriestaaten zumindest dem Neoliberalismus jegliche Legitimation entziehen könnten, weil sie die Nase voll haben von seiner nie enden wollenden Krisenhaftigkeit. Und wenn das passiert, bricht die schöne neue Maschinerie der Umverteilung des Geldes von unten nach oben krachend zusammen.
Unsere Weltenlenker sind also gut beraten, sich an ihre Sozialität zu erinnern und ihre Geldgier die nächsten Jahrzehnte hinten an zu stellen.
Hallo in die Runde,
wenn der musterliberale Rösler von nicht vorhandenen Wirtschaftserfolgen spricht und aufdringlich unsere Nationalgefühle schmeichelnd umgarnt, ist mir, als ob er bei jedem Wort einen Zentimeter kürzer wird. Lügen haben kurze Beine!
Das neoliberal global propagierte Ziel, durch mehr Profitanreize mehr Wachstum und Beschäftigung zu erzeugen, ist gescheitert. Zum einen entsteht kein nennenswertes Wachstum und zum anderen werden die Unternehmerprofite nicht beschäftigungswirksam reinvestiert, sondern Arbeitsplätze wegrationalisiert und drittens fehlt es Millionen von Menschen an Kaufkraft, was die Binnenmärkte zusammen brechen lässt und die Unternehmer in den Export treibt. Die politische Willensbildung wird in rasantem Tempo außer Kraft gesetzt und die deregulierte Kapitalautonomie verwandelt sich in einen Industrie- und Banken-Feudalismus, ebenso, wie sich die Lebensverhältnisse der Bürger entsozialisieren, entsolidarisieren und gleichzeitig refeudalisieren.
Dass das und noch viel mehr passieren wird, sollte sich eine Ordnungspolitik durchsetzen, die die Reichen in geradezu unanständiger Weise begünstigt und die Bevölkerungen in die Armut treibt, war schon in den 1940er Jahren bekannt und diese Kritik ist Hayek, seinen Schülern und Fans aus der Finanz-, Industrie- und Politikwelt mit Sicherheit nicht verborgen geblieben. Aber Realitäten werden von unseren liberalen “Freunden” traditionell nicht zur Kenntnis genommen.
Nach neoliberaler Logik ist die unsinkbare Titanic nicht untergegangen, weil das Schiff einen Eisberg schrammte, sondern weil die dritte Klasse das Schiff zu sehr belastete. (Das soll ein grimmiger Scherz sein.)
Schönen Abend,
Gaby
Dazu passend aber keiner spricht es aus: wie glaubwürdig sind denn die uniglobal abtauchenden Börsen der letzen 48 Stunden, die nicht nur quasi im Gleichschritt aus den Tiefen der Verlustzonen auftauchen und allesamt im kleinen Plus enden?
Die G20 grüßen vom Wochenende und die Worst Banks dieses abgekarteten Spieles werden doch den Teufel tun und nicht ein paar ihrer virtuellen Milliarden in Aufkäufe von Aktien beliebiger Art stecken; quasi todsicher übersteigen dieselben den Schrottwert der PIIGS-Bonds um ein Vielfaches und dienen eh’ nur dem guten Zweck des möglichst lange Erhaltens allen Scheins.
Und das alles (ist) verdammt billig.
caw
Zu Herrn Rösler!:
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:euro-rettung-der-untalentierte-mr-roesler/60089407.html
MfG
Rösler….ja, das ist auch wieder so ein Ding, wo mir nichts mehr zu einfällt. Welches sind die Eigenschaften, die einen solchen Mann zum Wirtschaftsminister prädestinieren?
Wikipedia zitiert:
„Im Jahr 1992 legte Rösler an der Lutherschule Hannover das Abitur ab. Im selben Jahr trat er als Sanitätsoffizieranwärter in die Bundeswehr ein. Für ein Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde er freigestellt. 1999 begann er eine Facharztausbildung zum Augenarzt am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg. 2002 wurde er mit einer Arbeit über Rhythmusstörungen nach Herz-OPs und deren medikamentöse Behandlung (Herz-Thorax-Gefäßchirurgie) zum Dr. med. promoviert. 2003 verließ er die Bundeswehr als Stabsarzt und brach seine Facharztausbildung ab, um sich auf seine Arbeit als FDP-Landespolitiker in Niedersachsen zu konzentrieren.”
Das ist wahrlich haarsträubend. Ein Stabsarzt der Bundeswehr, Dr. med. mit Fachgebiet „Herz“ etc., der nach 4 (!) Jahren seine Facharztausbildung mit Fachgebiet „Auge“ abbricht, sitzt danach im Parlament und wird am 12. Mai 2011 zum Bundeswirtschaftsminister ernannt.
Außer Schule, Hochschule und Parlament dürfte Rösler nie auch nur einen Betrieb „in der real existierenden Wirtschaft“ von innen gesehen haben (außer bei irgendwelchen launigen Sektempfängen…).
Erinnert mich stark an die „Bretto-Nutto“-Diskussion seinerzeit um den Hosenanzug. Auch diese Spitzenrepräsentantin dürfte außer FDJ-Büros, DDR-Unis und Parlament nie eine normale Gehaltsabrechnung auch nur zu Gesicht bekommen haben.
Und da wundert man sich noch in diesem Lande? Aber das ist ja alles ganz normal, quasi alternativlos….
Grüßend trotzdem fröhlichst in die Runde,
Christof
Hallo Christof und Mitdiskutanten,
der neoliberale Kapitalismus ist eine zweckfreie Ökonomie, in der hohe Profite als sakrosankt gelten und die Armen es als völlig normal empfinden, den Reichen etwas abzugeben.
Begründet wird dieses selbstentfremdete Identifizierungsverhalten mit Mystifizierungen wie TINA, Sachzwängen, “höheren Mächten” und Wirtschaftskrisen werden von der Allgemeinheit für unausweichliche Betriebsunfälle gehalten. Aber auch solche Formulierungen wie “es könnte uns ja noch viel schlechter gehen”, “würde ich in China leben, ginge es mir dort nicht so gut, auch wenn es mir hier eigentlich gar nicht gut geht”, “die Welt ist ungerecht, Gerechtigkeit gibt es nirgendwo”, “irgendwann kommt der große Knall und die Kleinen zahlen die Zeche, kann man nix machen” etc. pp. zeugt vom selbstentfremdeten Denken. Der Neoliberalismus braucht genormte Menschen, die einheitlich unaufgeklärt sind und bei gesellschaftlichem Versagen die Schuld bei sich selbst suchen. Der Mensch ist in diesem Wirtschaftssystem eine billige und willige Verfügungsmasse, ein normierter Einheitsbrei, der die Schrecken der Realität wie Massenarbeitslosigkeit und Armut zwar wahrnimmt, aber permanent verdrängt und gleichzeitig die Märkte, Banken und Börsen (die höheren Mächte) als wichtigste Instanz des eigenen Lebens ansieht. In den unmodernen Zeiten galt der liebe Gott als höhere Macht und höchste Instanz.
So ist das auch mit der Politik. Der Neoliberalismus missbraucht die Politik zur eigenen Besitzstandswahrung. Deshalb ist es egal, welche Qualifikationen ein Politiker hat; am besten hat er gar keine, da kann ihm viel diktiert werden. Wichtig ist, dass keine Gesetze gemacht werden, die die Freiheit der Reichen einschränkt und diese Freiheit heißt Geldvermehren. Das Ideal ist auch hier der allzeit verfügbare, jederzeit austauschbare Politiker im normierten Einheitsgewand.
Neoliberalismus ist durch und durch totalitär.
Bis denne,
Gaby
Zur Thematik USA-Schulden,und Herrschaft!
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Der-rechte-Abschied-von-der-Politik/story/22710602
MfG
Hallo Heiner und miteinander,
nach der Lektüre dieses bemerkenswert hellsichtigen Zeitungsartikels kommt mir der Gedanke, dass der Kapitalismus jahrhundertelang deshalb so erfolgreich gewesen ist, weil er nie 100 %ig kapitalistisch war. Im Vergleich zu früheren Kapitalismusarten stellt der neoliberale Kapitalismus insofern eine Ausnahme dar, weil uns Bürger heute niemand mehr vor krasser Ausbeutung schützt – kein Gott, keine Religion und kein Staat!
Da der Kapitalismus aber nur so lange existiert, wie er von breiten Bevölkerungsschichten akzeptiert und getragen wird, grassiert unter den Neokonservativen anscheinend die nackte Angst, dass die Menschen der entwickelten Industriestaaten zumindest dem Neoliberalismus jegliche Legitimation entziehen könnten, weil sie die Nase voll haben von seiner nie enden wollenden Krisenhaftigkeit. Und wenn das passiert, bricht die schöne neue Maschinerie der Umverteilung des Geldes von unten nach oben krachend zusammen.
Unsere Weltenlenker sind also gut beraten, sich an ihre Sozialität zu erinnern und ihre Geldgier die nächsten Jahrzehnte hinten an zu stellen.
Ein schönes Wochenende wünscht
Gaby