2454

global news 2454 05-08-11: Wenn eine ökonomisch dumme Oberschicht den Staat als Geisel nimmt und sich finanziell an den Mitbürgern vergreift, ist die nächste schwere Krise gewiß

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18 Antworten zu 2454

  1. rockenergy sagt:

    Es leben jetzt schon annähernd 50 Millionen Amerikaner auf Lebensmittelmarken während die Masse drei Jobs braucht, um über Wasser zu bleiben, und der gierige Rest Tee trinkt.

    In beinahe 60 Jahren Angedachtes und Aufgebautes wird in nur 60 Monaten zerstört.

  2. Jens sagt:

    Die geringe Wahlbeteiligung kommt der dummen Oberschicht ja genau so zu gute, wie der zu erwartende Kollaps des (Wohlfahrts-) Staates. Das bedeutet Machtzuwachs und einen wirklich liberalen Staat. Länder wie Weißrussland oder das Mubarak-Ägypten “funktionieren” doch auch. Also kein Grund zur Panik – Hoch die Gläser;)

  3. Hagnum sagt:

    Hallo Herr Jahnke!

    Warum denn bloß dumm?Sicher ist ein Teil dieser Oberschicht dumm zu nennen,aber doch wohl ein erheblicher Teil davon gerissen und skrupellos.Dieser Teil scheint mir der gefährlichere zu sein.Wenn auch die Gerissenheit sich am Ende nur als Bauernschläue erweisen wird.

    Solange irgendwo auf der Welt noch Party sein wird,wird man dahin exportieren,und die Verhältnisse im Inland unberücksichtigt lassen.
    Doch wie lange noch?Und was danach kommt?Ich befürchte, in den entwickelten Gesellschaften wird man eine längere Periode in deutlich nach Rechts gerückten Gesellschaften leben müssen,bis sich was ändern wird.

    Beste Grüße
    Hagnum

    • globalnote sagt:

      Ich meinte “dumm”, weil es ökonomisch nur schädlich sein kann, wenn die Massenkaufkraft abgewürgt wird und der Kreditersatz nicht mehr verfügbar ist. Das kann auch nicht im Ineresse der wohlhabenden Elite liegen. Die leben schließlich nicht auf einem anderen Stern.

  4. Stefan sagt:

    Sehr schöner Artikel!

    Das Problem ist, wir sprechen hier vom Gesamtsystem und Menschen denken nunmal egoistisch. Verkehrsplaner haben auch errechnet das Ameisen praktisch nie einen Stau verursachen, weil alle zusammen an einem Strang ziehen und sich mit konstanter Geschwindigkeit fort bewegen. Der Mensch ist aber ein Individuallebewesen und agiert auch derart.

    Das ist der Grund warum sich ein Millionär oder Milliardär einen Dreck um ökonomische Gesamtzusammenhänge im globalen Kontext kümmert. Der sieht sein Vermögen und versucht dieses Vermögen zu mehren und zu sichern. Dafür tut er auch alles, was notwendig ist. Genau, wie Unternehmen, die sich vor den Steuerabgaben drücken und dafür auch kräftige Lobbyarbeit leisten.

    Ich sehe das Hauptproblem in der zunehmend schwachen Politik, die offensichtlich nicht mehr fähig ist sich diesem Einfluss zu entziehen.

    Gleichzeitig verstehen die Leute immer weniger von der Ökonomie bzw. ziehen falsche Schlussfolgerungen aus den Geschehnissen. Populisten sind in Europa und auch in den USA auf dem Vormarsch, eben genau jene, die die Welt den Menschen simplifiziert – und eben meist falsch – darstellen. Das beste Beispiel ist die Tea-Party-Bewegung. Das sind im Prinzip gefährliche Hazardeure, die es aber verstehen mit populistischen Kampagnen Aufmerksamkeit zu erhalten.

    Früher oder später wird die Gesellschaft diese Ungleichgewichte bei der Vermögensverteilung aufbrechen müssen. Wenn es dumm läuft, werden bis dahin große Bevölkerungsschichten von der Hand im Mund leben müssen.

    • globalnote sagt:

      Das mit „die Menschen denken nun mal egoistisch“ ist mir viel zu einfach. Ohne einen Mindestzusammenhalt ist jede Gesellschaft verloren. Der Egoismus wird derzeit gezüchtet, aber er war nicht immer so stark, sonst hätten wir in Deutschland nie eine funktionierende soziale Marktwirtschaft gehabt. Außerdem ist es nicht nur unbestreitbarer Egoismus des Einzelnen, sondern auch kontrollierende Macht von Oben mit sehr viel Druck (siehe Hartz-4) und eine ständige Fehlinformation, die den falschen Kurs durchsetzt. Außerdem gibt es Spielregeln, die dem Egoismus Grenzen zuweisen, z.B. das Eigentum verpflichtet im deutschen Grundgesetz und ein Bundesverfassungsgericht, das sich immer wieder auch der Politik in den Weg stellt. Deswegen haben wir bisher jedenfalls noch keinen grenzenlosen Egoismus in Deutschland. Schließlich machen uns beispielsweise die Skandinavier vor, daß man die Menschen nicht einfach ihrem Egoismus überlassen darf.

      • Raus aus Deutschland sagt:

        Nun, die “Oberschicht oder Elite” ist m.E. der Meinung das die Rechnung für diesen Finanz-Schlamassel die breite Mittelschicht in Deutschland zu zahlen hat.

        Das wird, wie man sieht, auch erfolgreich durch gesetzt. Die Mittelschicht wird in Deutschland verarmen, das Vermögen dieser Mittelschicht geht an die Eliten.

        In Europa bekommt JEDER einen Bailout und danach sind alle pleite. Zu dem Zeitpunkt haben die Eliten das Vermögen wie Anteile an Firmen, Immobilien etc.

        Danach kommt eine Währungsreform wo auch der letzte Rest noch verarmt und dann beginnt das Spiel von Neuem.

        HInzu kommt das durch die Bailouts der Länder in Europa diese die Souveranität an Brüssel abgegeben haben und alle Macht dann von Brüssel ausgeht.

        Ich schreibe das mit sehr einfachen Worten.
        Viel schöner hat das Prof. Binswanger der Doktorvater von Herrn Ackermann, CEO Deutsche Bank in seinem Buch Geld und Magie beschrieben.

        http://www.murmann-verlag.de/buch/geld-und-magie

        Die Gier, die Ausbeutung der Erde und wie der Schluss dann aussieht.

        Der naive Deutsche fragt dann, was das für eine Welt ist.
        Die Frage sollte lauten WER regiert die Welt? WER übt die Macht in Deutschland aus?

        Hier ein fleissiger “Rentner” der mit 82 Jahren immer noch fleissig arbeitet. Da sollten sich ein paar Meckerer mal an die Nase packen!

        http://www.bloomberg.com/news/2011-08-04/cheung-kong-s-first-half-profit-almost-triples-on-hutchison-unit-spinoffs.html

        Rund 50 Milliarden Gewinn letztes Jahr und rund 8 Milliarden cash in der Tasche.

        Wenn ich sehe wie fleissig die Chinesen arbeiten und sich durchs Leben kämpfen dann schüttle ich den Kopf über diese Deutschen die immer nur negativ denken aber nicht selbst etwas Neues anpacken.

        Wenn es zum Finanzcrash in Deutschland kommt dann wird sich zeigen wer am besten überlebt. Wie ich im Moment in Deutschland sehe, werden die Türken dadurch gestärkt werden weil man dort noch zusammen hält und die Familie weitgehend intakt ist. (Ausnahmen bestätigen die Regel!)

        Was machen aber Menschen die eine kaputte Ehe haben, keinen oder kaum Kontakt zu den Kindern, Eltern sieht man auch kaum bzw. ins Altersheim abgeschoben?
        Die dann auch noch verarmt sind weil sie beim Crash ihre Lebensversicherung und Geld auf der Bank verloren haben?

        So, jetzt dürft ihr mich verbrennen.

        Freundliche Grüße von David aus Kambodscha
        z.Zt. in Old Germany, der Alten Welt.

      • globalnote sagt:

        Hier wird keiner verbrannt. Aber Ihr Kambodscha scheint auf dem Mond zu liegen oder kultivieren Sie den schwarzen Humor?

  5. EuroTanic sagt:

    Ich kann mit den Menschen kein Mitleid empfinden. Denn sie haben auf politischer Ebene mit der Wahl anderer (kleinerer) Parteien und auf der wirtschaftlichen/finanztechnischen Ebene z.Bsp. mit dem Abheben ihrer Gelder bei den Banken sowie mit dem Streikrecht alle Möglichkeiten auf allen Ebenen die bestimmende Kraft zu sein. Doch der Michel nutzt diese Chancen nicht. Selbst schuld.

    • Heiner sagt:

      Genauso wird es gewesen sein: bei der letzten Bundestagswahl hat die Hälfte der Bevölkerung den Tag vor dem Geldautomaten verbracht!
      Echt weiterführender Beitrag!!
      MfG

  6. Heiner sagt:

    Eine kurze Rückblende mit ein paar Zahlen aus Deutschland 1950-1970, betreff Einkommen abhängig/selbständig.
    Einkommen p.Jahr 1950 abhängig :3225 DM
    Einkommen p.Jahr 1950 selbständ: 4800 DM

    Einkommen p.Jahr 1960 abhängig: 6865 DM
    Einkommen p.Jahr 1960 selbständ. 14600 DM

    Einkommen p.Jahr 1970 abhängig: 15730 DM
    Einkommen p.Jahr 1970 selbständ. 35653 DM

    Bis 1959 war in der BRD eine beachtliche Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Das hatte den lohnpolitischen Effekt, das von 1950 bis 1960 das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Arbeitnehmer wesentlich langsamer stieg als das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Selbständigen…….
    Dieses Bild veränderte sich seit 1961. Mit der seither anhaltenden Vollbeschäftigung, lediglich 1967 durch die Rezession unterbrochen, ergab sich ein Gleichschritt in der Entwicklung der Arbeitnehmer- und der Selbständigeneinkommen!
    Quelle:Jacobi/W.Müller-Jentsch,E.Schmidt
    Kritisches Jahrbuch 72, S.128.
    UND HEUTE?
    MfG

  7. Gaby sagt:

    Guten Tag in die Runde,

    “Was ist ‘gerechte’ Verteilung? Behaupten die Bourgeois nicht, daß die heutige Verteilung ‘gerecht’ ist? Und ist sie in der Tat nicht die einzige ‘gerechte’ Verteilung auf Grundlage der heutigen Produktionsweise? Werden die ökonomischen Verhältnisse durch Rechtsbegriffe geregelt, oder entspringen nicht umgekehrt die Rechtsverhältnisse aus den ökonomischen? Haben nicht auch die sozialistischen Sektierer die verschiedensten Vorstellungen von ‘gerechter’ Verteilung?
    Abgesehen von dem bisher Entwickelten war es überhaupt fehlerhaft, von der sog. Verteilung Wesens zu machen und den Hauptakzent auf sie zu legen. Die jedesmalige Verteilung der Konsumtionsmittel ist nur Folge der Verteilung der Produktionsbedingungen selbst; letztre Verteilung aber ist ein Charakter der Produktionsweise selbst. Der Vulgärsozialismus (und von ihm wieder ein Teil der Demokratie) hat es von den bürgerlichen Ökonomen übernommen, die Distribution als von der Produktionsweise unabhängig zu betrachten und zu behandeln.”
    Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms, 1875

    Das heißt: Der Kapitalismus ist nicht erfunden worden, um uns “kleinen Leuten” Wohlstand zu bringen, sondern, um durch Ausbeutung unserer menschlichen Arbeitskraft Geld in denjenigen Händen zu vermehren, die die Produktionsmittel besitzen.

    Der Ordoliberalismus bzw. die Soziale Marktwirtschaft, also der Kapitalismus mit liebenswertem Angesicht, wurde nach dem 2. Weltkrieg, soweit ich informiert bin, deswegen in Deutschland und in weniger starker Form auch in anderen Teilen der westlichen Welt installiert, weil die einfachen Menschen nach zwei Weltkriegen und der dazwischen liegenden Großen Depression die Nase gestrichen voll hatten vom Kapitalismus und das Gespenst ‘Kommunismus’ ziemlich aktiv in ihren Köpfen brodelte.

    Was macht der Staat, die Politik, wenn der Kapitalismus vor der Vernichtung per Massen steht? Er verteilt “soziales Öl”, also soziale Zugeständnisse, um die Massen zu besänftigen, um sie lebensnah davon zu überzeugen, dass der Kapitalismus die beste aller Welten ist. Das hat in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg wunderbar bis zum Fall der Mauer funktioniert. Seit ‘die Mauer’ und der ‘Eiserne Vorhang’ fielen, entfiel gleichzeitig jegliche Begründung, die Soziale Marktwirtschaft aufrecht zu erhalten. Was danach kam und noch ist, kennen wir. Das nennt sich Neoliberalismus und ist nichts anderes als die Auferstehung des längst überwunden geglaubten Frühkapitalismus, den Charles Dickens so treffend beschrieb und wir das als Märchen abtun, allerdings auf sehr viel höherer Entwicklungsstufe, schließlich haben die Produktivkräfte seit der Erfindung der Mikroelektronik enorm zugenommen. Kürzlich habe ich gelesen, die Quelle weiß ich nicht mehr, dass seit dem Jahr 2000 täglich (!) weltweit gut 4.000 Arbeitsplätze durch den Einsatz von Computern, Robotern, Automation, Rationalisierung und Synergieeffekte verloren gehen. Täglich 4.000 – weltweit – seit dem Jahr 2000!!!

    Ich nehme Dr. Jahnkes Bedenken, dass die Menschen des frühen 21. Jhr. sich gegen den Neoliberalismus auflehnen werden und eine Systemkonkurrenz erdenken und installieren, sehr ernst und ich frage mich, wie so eine Systemkonkurrenz aussehen wird? Kapitalismus ohne Zinsen? Kapitalismus mit Schwundgeld? Kapitalismus mit stark gedrosselten Produktivkräften, indem die Hightech-Maschinen nur mit einem Viertel Leistung laufen? Bloß nicht! Denn das alles ist Planwirtschaft, dem Kapitalismus feindlich gesinnt, will heißen, nach 40, 50 Jahren brechen diese Ableger des Originals viel schneller zusammen als der Mutter-Kapitalismus selbst, der nunmehr immerhin 500 Jahre existiert und es wird dem Original künftig nicht mehr möglich sein, seine gestrandeten Kinder aufzusaugenm, wie es schon mit der abgestorbenen DDR und der Sowjetunion nicht wirklich funktioniert hat.

    Die Alternative zum Kapitalismus ist nicht, eine neue Systemkonkurrenz zu erfinden, denn die bewegt sich immer in den Kategorien abstrakter Arbeit, Ware, Lohn, Profit, sondern die Überwindung des Kapitalismus par excellence. Weg mit dem Dreck!

    Herzliche Grüße an alle,

    Gaby

    • globalnote sagt:

      Vergessen wir doch nicht, daß der moderne Industriekapitalismus bis zum Fall der Mauer immer eine Systemkonkurrenz erfahren hat, nachdem Marx den modernen Kommunismus aus der Taufe gehoben hat. Diese Konkurrenz wurde sehr ernst genommen. Zeitweise sah es so aus, als würde der Kommunismus übernehmen, bis ins Weltall hinein. In der Bundesrepublik konnte man nicht allein mit einem Verbot der KPD klarkommen, sondern mußte dem Kapitalismus ein menschliches Gesicht geben (soziale Marktwirtschaft). Mit dem Fall der Mauer und vor allem der kapitalistischen Komplizenschaft Chinas wurde alles anders. Besondere Vorsicht war nicht mehr nötig. Die immer einseitigere Einkommens- und Vermögensverteilung nahm Fahrt auf. In Deutschland hat die SPD mitgeholfen. Dann aber drohte die Massenkaufkraft wegen der Lohnverknappung erheblich auszufallen. Ein Teil wurde durch Kredite ersetzt, um die Maschine weiter auf Fahrt zu halten. Doch das brachte nur den großen Knall. Jetzt versucht man mit dem neoliberalen System weiterzufahren. Aber ohne Massenkaufkraft fällt das Wirtschaftswachstum weg. Das aber wieder ist auch nötig, um die Menschen weiter unten in der Schlange zu den Freßnäpfen bei Laune zu halten. Und schlimmer noch, die Krise scheint nach einer Pause fast überall zurückzukehren.

      Der Kapitalismus wird es sich nicht leisten können, ständigen Krisen ausgesetzt zu sein, die immer wieder Kapital vernichten. Das untergräbt die Selbstrechtfertigung des Systems. Dabei muß man gar kein neues System erfinden, um wieder Systemkonkurrenz zu haben. Man muß nur den Irrweg wieder verlassen, auf den man sich mit den neoliberalen Auswüchsen begeben hat. Da wir in Demokratien leben, haben es die Wähler in der Hand, die Politik unter Druck zu setzen. Ich baue immer noch auf eine Selbstbesinnung der deutschen SPD in einer solchen verschärften Lage von Dauerkrise. Außerdem überleben in der kapitalistischen Welt noch Beispiele von sozialer Marktwirtschaft wie in Skandinavien, und selbst Österreich ist erheblich sozialer ausgerichtet als Deutschland. Ebenso kann es durchaus in Frankreich zu einem Politikwechsel kommen.

      Leute gebt doch endlich das Träumen von einer Alternative zum Kapitalismus oder von dessen Überwindung auf. Da werdet Ihr ewig träumen und Eure Nachkommen auch. Die moderne Technik und globale Vernetzung hat das Privateigentum an Produktionsmitteln so verfestigt und die Planwirtschaft mit Staatseigentum ist so entsetzlich gescheitert, daß diese Träume total sinnlos sind. Da helfen auch die schönsten Zitate aus Marx nicht weiter. Wirklich nicht. Und Marx, wenn er heute in der modernen Technologiegesellschaft leben würde, würde das Kapital nicht wieder so schreiben. Selbst das, was er Proletarier nannte, würde er heute nicht mehr in ausreichender Zahl und schon gar nicht in Mehrheiten vorfinden. In Ländern wie Deutschland sind echte Handarbeiter zu kleinen Minderheiten geworden (oder es sind ausgebeutete Frauen, vor allem in ihrem Zuhause). Auch das einst stolze Handwerk ist heute schwach. In unserer heutigen Gesellschaftsstruktur sind die Angestellten vorn, vor allem diejenigen, die sich die Finger nicht schmutzig machen wollen. Ich bin in modernen Automobilfabriken und vor allem Flugzeugfabriken gewesen. Da läuft fast alles automatisch mit entsprechend kleiner Mannschaft. Viele Arbeiter stehen heute am Automaten und sind nur noch dazu da, auf den roten Knopf zu drücken, wenn der Automat Mist baut. Nein, für den alten Marx wäre kein Publikum mehr da und schon gar keine Proletarier, die sich in Massen vereinen könnten.

      • langweiler sagt:

        Wenn vieles automatisch abläuft. Warum wird diese Art der Produktion nicht mit einer Maschinensteuer belegt.
        Denn Maschinen, Roboter, Computer benötigen zwar regelmäßige Wartungen aber für solche werden keine Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherungen usw. gezahlt. D.h. für die Menschen die durch Rationalisierungsmaßnahmen ihre Beruf verloren haben und für die vorher die Lohnbestandteile gezahlt wurde, kann diese Steuer in einem geringen Maße eine Kompensation der staatlichen Einnahmen sein.

        Die Maschinen mehren die Profite der Unternehmen ohne dass sie Lohn oder Gehaltsforderungen anstellen. Sie führen aber dazu, dass immer mehr Menschen ohne Arbeit dastehen bzw. an den Maschinen (Fließband) für geringe Löhne arbeiten.

        Wie sehen Sie die Chancen einer solchen Steuer und die Möglichkeit einer Umsetzung einer solchen in D und EU?

      • globalnote sagt:

        Ja, eine Maschinensteuer wäre dringend nötig, schon zur Finanzierung des Altersaufbaus. Doch geht das nur mit einer Beschränkung von Importen aus Ländern, die solche Steuern nicht erheben und dann noch mit Lohndumping arbeiten, vor allem China. Für eine solche Steuer gibt es derzeit in der EU und schon gar nicht in Deutschland keine Unterstützung.

      • Gaby sagt:

        Hallo, langweiler und Mitlesende,

        ich habe hier eine Studie des Wissenschaftlichen Dienstes, die sich mit dem Für und Wider der Wertschöpfungsabgabe (Maschinensteuer) beschäftigt. Dem Dokument ist zu entnehmen, dass diese Idee bereits 1847 durch den Ökonom von Gülich angestoßen wurde, sie immer mal wieder aufflackert, es bis heute allerdings kaum Ambitionen gibt, eine solche Abgabe einzuführen.

        http://www.harald-georgii.de/dokumente/wertschoepfung.pdf

        Bis denne,

        Gaby

  8. Lionheart sagt:

    Zitat von Heiner:

    “….Und Heute”

    Die Einkommen der Spitzenverdiener im Land kann
    man auch nachlesen. Diese werden vom “manager magazin” veröffentlicht und sind auch hier zu sehen:

    http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/stundenloehne2010.htm

    Wenn man sieht, daß Einzelhaushalte ein stündliches
    Einkommen von mehreren 100.000 Euro haben und
    andere Haushalte mit 300 – 400 Euro pro Monat auskommen müssen, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln wenn die Politiker dem Volk allen Ernstes erzählen, daß im Sozialbereich”
    gekürzt werden muß.

    Was ist das nur für eine Welt ?

  9. Vineyard sagt:

    Es gab ja mal vor etwas über 200 Jahren ein Land, welches durch die Weigerung der Oberschicht + Kriege und Missernten in den Bankrott getrieben wurde und die Bevölkerung ins Elend.

    Wie die Bevölkerung reagiert hat? So:

    So schlimm wirds hoffentlich nicht kommen , aber man weiß ja nie…

    @FDP: Trotz allem hinkt der Vergleich mit der Tea Party doch erheblich, da diese doch ziemlich weit rechts steht. (Manche Blogger ziehen schon vergleiche zu einer gewissen “Arbeiterpartei”, welche in DE in den 30ern die Macht ergriffen hat. Und die Vergleiche sind, wenn bei vielen Sachen leider nicht so weit hergeholt wie es sich anhört…)

    http://authorbob.blogspot.com/2011/02/nazi-tea-party.html

    Ich weiß ja nicht ob hier einer schon sich Fox News bzw. Bill O’Reilly zu Gemüte geführt hat. Aber ein Kzmpel von mir hat letzten die Doku “Outfoxed” mit Ausschnitten aus seienr sendung gesehen. Sein erster Gedanke war: Roland Freisler…..

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