2453

global news 2453 04-08-11: Nun läutet Italien dem Euro das Sterbeglöckchen

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3 Antworten zu 2453

  1. Heiner sagt:

    Die Aktion Rettungsschirmvergrößerung(die auch nichts helfen wird) läuft gerade an.:
    http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:schuldenkrise-bruessel-will-groesseren-euro-rettungsschirm/60087552.html
    MfG

  2. Gaby sagt:

    Schönen Tag in die Runde,

    letzten Mittwoch hat Berlusconi vor seinem Parlament erklärt, die wirtschaftliche Lage Italiens sei stabil. Und heute erfahre ich per Nachrichten, dass Berlusconi zu der Erkenntnis gelangt ist, die Welt sei in eine globale Finanzkrise geraten, die vor keinem Land halt macht, aber die italienische Staatsverschuldung in Höhe von 120,3 % des BIP will er bis 2013 ausgleichen.

    So gespenstisch schnell ändern sich heutzutage die Meinungen, Ansichten und Erkenntnisse unserer vollkommen ahnungslos scheinenden, gar an Selbstüberschätzung erkrankten Staatenlenker. Wie soll der Bürger unter diesen Umständen Vertrauen in die nationale wie transnationale Politik entwickeln und bewahren?

    Ein schönes Restwochenende wünscht

    Gaby

  3. ErhardsLudwig sagt:

    Auch unser Geldsystem muss grundlegend reformiert werden.

    Dazu vorab zwei Zitate:

    “Of all the many ways of organizing banking, the worst is the one we have today.”

    Merrvyn King, Governor, Bank of England, October 25, 2010

    “I don’t think this is just a financial panic; I believe that it represents the failure of a whole model of banking, of an overgrown financial sector that did more harm than good.”

    Paul Krugman, “The Market Mystique,” New York Times, March 26, 2009

    In USA wurde jetzt gerade ein lesenwerter Bericht veröffentlicht:

    “How to Liberate America from Wall Street Rule” – A Report from the New Economy Working Group, July 2011

    Hier der Link zum Bericht:
    http://www.neweconomyworkinggroup.org/sites/default/files/LiberateAmericaONLINE.pdf

    Bei uns in Europa werden durch alle bisherigen Maßnahmen die Konstruktionsprobleme rund um die Währungsunion nicht gelöst: Beim Stabilitäts- und Wachstumspakt wird die private Verschuldung nicht eingerechnet, sie soll nur beobachtet werden. Eine einheitliche europäische Finanzaufsicht liegt in weiter Ferne. Ein Europäischer Stabilisierungsmechanismus löst nicht die Dynamik des bestehenden Ponzi-Schemas. Bei einem einheitlichen Zinssatz und unterschiedlichen Inflations-, Wachstums- und Lohnzuwachsraten stellen sich zwangsläufig Ungleichgewichte in einem nicht gerade optimalen Währungsraum ein. Man sieht das Problem, sagt aber nicht, was konkret zu geschehen hat.

    Der Ponzi-Mechanismus wird gegenwärtig künstlich am Leben erhalten, indem die Finanzinstitute die Anleihen bei der EZB für überhöhte Preise entsorgen können oder die Papiere halten und sich über den Rundumsorglos-Schirm freuen. So wird doppelt verdient: An den Anleihen des Rettungsschirms und an den Anleihen, die von den einzelnen Ländern am Kapitalmarkt angeboten werden. Die Staaten selbst und ihre Menschen haben wenig davon.

    Die Welt-Finanz- und Schuldenkrise widerlegt radikal die von Wirtschaft, Politik und der großen Mehrheit der Mainstreamökonomie geteilte Weltsicht, dass Selbstkontrolle, soft regulation und das Eigeninteresse der Akteure zu effizienten Finanzmärkten führt. Lehren hat man im finanzwirtschaftlich-politisch-wissenschaftlichen Komplex aus dieser Jahrhunderterfahrung interessen- und ideologiebedingt zugunsten kleinerer Marginalreformen bisher kaum gezogen.

    Herr Dr. Jahnke legt hier und anderswo unermüdlich und höchst kompetent nicht nur seinen Finger, sondern mit vorbildlichem “commitment” als Hingabe an die Aufgabe beide Hände auf die offenen Wunden. Danke dafür.

    Die im bisherigen Handeln der Akteure eindeutig unter die Räder geratenen Interessen der Bürger und Steuerzahler finden neuerdings auch im deutschen universitäts-wissenschaftlichen Bereich mindestens einen Vertreter.

    In seinem schon nach wenigen Monaten in der zweiten Auflage erschienenen Buch

    „Die große Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise – Eine kritisch-heterodoxe Untersuchung“ [2. korrigierte und erweiterte Auflage, Metropolis Verlag 2011 • 618 Seiten • ISBN 978-3-89518-861-9]

    entwickelt Helge Peukert auf staatswissenschaftlich-finanzsoziologischer Basis Vorstellungen über eine langfristig tragfähige Lösung, die “die begrenzte Rationalität der Markt- und Staatsakteure einkalkuliert” und daher “auf Regeln und klare Institutionalisierungen setzt”.

    Es ist hier bemerkenswert, wie oft er sich dabei auch auf die Veröffentlichungen von Herrn Dr. Jahnke bezieht.

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